Schwabach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Schwabach
Schwabach
Deutschlandkarte, Position der Stadt Schwabach hervorgehoben

Koordinaten: 49° 20′ N, 11° 1′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Höhe: 326 m ü. NHN
Fläche: 40,82 km2
Einwohner: 40.981 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 1004 Einwohner je km2
Postleitzahl: 91126
Vorwahlen: 09122, 0911
Kfz-Kennzeichen: SC
Gemeindeschlüssel: 09 5 65 000
Stadtgliederung: 15 Gemeindeteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Ludwigstraße 16
91126 Schwabach
Website: www.schwabach.de
Oberbürgermeister: Peter Reiß (SPD)
Lage der Stadt Schwabach in Bayern
Weiden in der OberpfalzStraubingWürzburgSchwabachSchweinfurtRegensburgRosenheimNürnbergNürnbergPassauLandshutMemmingenKaufbeurenKempten (Allgäu)IngolstadtFürthHofErlangenCoburgBayreuthBambergAugsburgMünchenAschaffenburgAmbergAnsbachLandkreis WürzburgLandkreis Wunsiedel im FichtelgebirgeLandkreis Weißenburg-GunzenhausenLandkreis Weilheim-SchongauLandkreis UnterallgäuLandkreis TraunsteinLandkreis TirschenreuthLandkreis Straubing-BogenLandkreis StarnbergLandkreis SchweinfurtLandkreis SchwandorfLandkreis Rottal-InnLandkreis RothLandkreis RosenheimLandkreis Rhön-GrabfeldLandkreis RegensburgLandkreis Pfaffenhofen an der IlmLandkreis RegenLandkreis PassauLandkreis OstallgäuLandkreis OberallgäuLandkreis Nürnberger LandLandkreis Neu-UlmLandkreis Neustadt an der WaldnaabLandkreis Neustadt an der Aisch-Bad WindsheimLandkreis Neumarkt in der OberpfalzLandkreis Neuburg-SchrobenhausenLandkreis MünchenLandkreis Mühldorf am InnLandkreis MiltenbergLandkreis MiesbachLandkreis Main-SpessartLandkreis Lindau (Bodensee)Landkreis LichtenfelsLandkreis LandshutLandkreis Landsberg am LechLandkreis KulmbachLandkreis KronachLandkreis KitzingenLandkreis KelheimLandkreis HofLandkreis HaßbergeLandkreis GünzburgLandkreis Garmisch-PartenkirchenLandkreis FürthLandkreis FürstenfeldbruckLandkreis Freyung-GrafenauLandkreis FreisingLandkreis ForchheimLandkreis Erlangen-HöchstadtLandkreis ErdingLandkreis EichstättLandkreis EbersbergLandkreis Donau-RiesLandkreis Dingolfing-LandauLandkreis Dillingen an der DonauLandkreis DeggendorfLandkreis DachauLandkreis CoburgLandkreis ChamLandkreis Berchtesgadener LandLandkreis BayreuthLandkreis BambergLandkreis Bad Tölz-WolfratshausenLandkreis Bad KissingenLandkreis AugsburgLandkreis AschaffenburgLandkreis AnsbachLandkreis Amberg-SulzbachLandkreis AltöttingLandkreis Aichach-FriedbergBodenseeSchweizÖsterreichBaden-WürttembergHessenTschechienSachsenThüringenKarte
Über dieses Bild
Marktplatz aus der Vogelperspektive
Marktplatz
Fachwerkhaus in der Innenstadt

Schwabach ist eine fränkische kreisfreie Stadt und die kleinste im Freistaat Bayern. Sie liegt im Regierungsbezirk Mittelfranken. Zusammen mit Nürnberg, Fürth und Erlangen bildet Schwabach eine der drei Metropolen in Bayern. Gemeinsam mit ihrem Umland bilden diese Städte die Europäische Metropolregion Nürnberg, eine von elf Metropolregionen in Deutschland.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Schwabach liegt im mittelfränkischen Becken. Die Landschaft wird im Süden, Westen und Norden von Wäldern geprägt, die zum großen Teil als Bannwälder ausgewiesen sind. Nach Osten bestimmt die Talaue der Rednitz die Landschaft. Das Rednitztal ist seit 2004 Europäisches Natura 2000-FFH-Schutzgebiet. Die Altstadt selbst liegt in einem flachen Tal zu beiden Seiten der Schwabach, die außerhalb der besiedelten Flächen im Stadtgebiet in die Rednitz mündet, und wird von den anderen Ortsteilen umgeben. Im Norden ist die Stadt mit einigen südlichen Stadtteilen Nürnbergs zusammengewachsen. Im Westen, Süden und Osten grenzt Schwabach an den Landkreis Roth.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gewachsene Stadtteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Altstadt – die Altstadt ist durch die teilweise noch vorhandene mittelalterliche Stadtmauer gegliedert.
  • Südliche Vorstadt
  • Nördliche Vorstadt (Nürnberger Tor)
  • Vogelherd
  • Eichwasen
  • Gartenheim

Gemeindeteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde hat 15 amtlich benannte Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2]

Gemarkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet gliedert sich in sieben Gemarkungen. In Klammern werden das Jahr der Eingliederung in die Stadt Schwabach und die Herkunft (der Name der vorherigen Gemeinde) angegeben.

  • Uigenau und Forsthof (1924, von Kammerstein), mit Staatswald Maisenlach 427,780 ha
  • Limbach und Nasbach (1956, von Penzendorf), 529,460 ha
  • Unterreichenbach (1960, eigenständig; Rest verblieb als Gemeinde Volkersgau), 231,141 ha
  • Obermainbach (1972, von Ottersdorf), 225,220 ha
  • Wolkersdorf mit Dietersdorf, Oberbaimbach, Unterbaimbach und Raubershof (1972, eigenständig) (mit Forstbezirk Brünst 1277,770 ha)
  • Penzendorf (1972, eigenständig), 302,680 ha
  • Schaftnach mit Schwarzach (1978, von Kleinschwarzenlohe), 229,780 ha
Schwabach am Ausfluss

Sonstige Gebietszuwächse und Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Außer den heutigen Gemeindeteilen (siehe oben) kamen folgende weitere Gebiete zum Stadtgebiet:

  • 1905: Teil der Gemarkung Penzendorf für den Stadtfriedhof, 7,092 ha
  • 1921: Teil der Gemeinde Walpersdorf, für die Siedlung Vogelherd, 5,104 ha
  • 1922: Teil der Gemarkung Penzendorf, Abrundung des Stadtgebietes, 11,126 ha
  • 1924: Staatswald Maisenlach (mit Uigenau und Forsthof 427,780 ha)
  • 1933: Teil der Gemarkung Penzendorf, für den Stadtfriedhof, 3,018 ha
  • 1970: Teil der Gemeinde Walpersdorf, für das Gewerbegebiet am Falbenholz, 25,121 ha
  • 1972: Forstbezirk Brünst (mit Wolkersdorf 1277,770 ha)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Golddach auf dem Rathaus

Im Jahr 1117 wurde der Ort als „villa Suabach“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname leitet sich vom gleichlautenden Gewässernamen ab, dessen Grundwort aha, ahe (althochdeutsch Fluss) und dessen Bestimmungswort der Stammesname swāb (= Alemanne) ist. Am Flussgebiet siedelten also ursprünglich Alemannen.[3]

1303 wurde Schwabach erstmals als „Markt“ bezeichnet und erhielt 1375 die Stadtrechte.

Die bekannte Schwabacher Schrift, genannt „Schwabacher“, entwickelte sich um das Jahr 1470 als eine neue Schrifttype. Sie wurde zu einer Variante der gebrochenen Schriften, die als Schrifttype der ersten gedruckten Lutherbibeln äußerst populär wurde.

Im Jahr 1505 wurde Barbara Schwab in Schwabach als erste angebliche Hexe verhaftet, gefoltert und hingerichtet. Im Zuge der Hexenverfolgung im Markgraftum Brandenburg-Ansbach wurden in Schwabach 1592 fünf weitere Frauen wegen vermeintlicher Hexerei hingerichtet.[4]

Der spätgotische Bildhauer Adam Kraft wurde am 21. Januar 1509 in Schwabach beigesetzt. Er ist namensstiftend für eines der Schwabacher Gymnasien.

Die Reformation kehrte in Schwabach mit der Einführung der „Brandenburgisch-Nürnbergischen Kirchenordnung“ im Jahr 1528 ein.

Im Gasthaus Goldener Stern, am Marktplatz gelegen, wurden die Schwabacher Artikel von Philipp Melanchthon während eines Konventes vom 6. bis 19. Oktober 1529 zwischen den Abgesandten des Markgrafen Georgs von Brandenburg-Ansbach und denen des Rates der Stadt Nürnberg unter Mitwirkung Martin Luthers verfasst. Diese 17 Artikel bilden zusammen mit den Torgauer Artikeln eine Grundlage der Confessio Augustana. Wegen der Bedeutung für die Reformation wurde Schwabach 2015 der Ehrentitel „Reformationsstadt Europas“ durch die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa verliehen.[5]

Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Schwabach am 1. Juli 1632 von den Truppen Wallensteins eingenommen. Während der fünftägigen Plünderung zerstörte die Soldateska einen Großteil der Stadt. Die Müllerstochter Anna Wolf dokumentierte diesen Angriff.[6] Später, so erzählen die Chroniken, sei Schwabach so zerstört und menschenverlassen gewesen, dass auf den Straßen das Gras wuchs.

Nach dem Krieg fanden zunächst österreichische und oberpfälzische Glaubensflüchtlinge, dann ab 1686 Hugenotten aus Frankreich Aufnahme in der Stadt. Letztere durften sich in der Boxlohe ein eigenes Kirchlein, die „Franzosenkirche“, bauen.[7]

1709 wurde der Postkurs in der Württembergischen Land=Post=Ordnung von Stuttgart, über Beutelsbach/Heppach, Schorndorf, Gmünd, Ellwangen und Schwabach nach Nürnberg festgelegt. Von der Bedeutung zeugt noch das Haus Zur goldenen Gans am Marktplatz als ehemaliger Posthof.[8]

1768 wurde die Alte Linde erstmals erwähnt.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Schwabach 484 Anwesen. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Oberamt Schwabach aus. Grundherren waren das Stadtrichteramt Schwabach (479 Anwesen: 355 Häuser, 55 Halbhäuser, 11 Häuser mit Backrecht, 34 Häuser mit Braurecht, 11 Tafernwirtschaften, 3 Gastwirtschaften, 4 Schmieden, 2 Mahlmühlen, 1 Mahl-, Nadel-, Schor- und Papiermühle, 2 Leonische Drahtfabriken, 2 Kattunfabriken, 1 Ziegelhütte), die Frauentraut’sche Stiftung (1 Gastwirtschaft, 1 Haus) und das Amt Katzwang des Klosteramtes Ebrach (1 Ganzhof, 1 Widemgut-Ganzhof mit Braurecht, 1 Haus). Neben den Anwesen gab es noch

  • herrschaftliche Gebäude (Münzstätte, Getreidekasten, Chaussee- und Zollhaus, Straßenarbeiterhaus, Irrenanstalt),
  • städtische Gebäude (Münzstätte, Münzlaboratorium, Rathaus, Torwartswohnung, Kuhhirtenhaus, Rosshirten- und Wegemacherhaus, Spitalknechts- und Schweinehirtenhaus, 5 Häuser, 1 Walkmühle)
  • Gebäude der Spitalstiftung (Schulhaus, Siechhaus, Lazaretthaus, Getreidemagazin, Hospitalkirche),
  • kirchliche Gebäude (Pfarrhaus für den 2. Stadtkaplan, Kaplaneihaus, Dekanatshof, Mesnerhaus, Lateinschule, Deutsches Schulhaus, Pfarrkirche, Kranken- und Armenhaus der Französisch-Reformierten Kirche).[9]

Am 5. November 1797 übernachtete Johann Wolfgang von Goethe im ältesten Gasthof der Stadt „Zum weißen Lamm“, weil es ihm in der „Goldenen Gans“ zu teuer war. Im Jahr 1547 wurde im Gasthof „Goldene Gans“ für kurze Zeit Kurfürst Johann Friedrich von Sachsen gefangen gehalten. Seitdem heißt das Gebäude am Marktplatz Fürstenherberge, ebenso war auch Landgraf Philipp von Hessen dort nicht freiwillig untergebracht. Später logierten hier die Markgrafen von Ansbach, der schwedische König Gustav Adolf und der kaiserliche Feldherr Wallenstein. Im Hof findet man – typisch für die Gasthäuser und Posthöfe der damaligen Zeit – die ehemaligen gewölbten Pferdestallungen, denn die Fürstenherberge diente auch als kaiserliche Posthalterei bis zur Fertigstellung der Ludwig-Süd-Nord-Bahn im Jahr 1849.

1806 wurde Schwabach, das seit 1500 auch im Fränkischen Reichskreis lag, mit der Markgrafschaft Ansbach, im Zuge der Neuordnung Europas unter Napoleon bayerisch, nachdem es seit 1792 kurzzeitig preußisch gewesen war. Im Vertrag von Schönbrunn vom 15. Dezember 1805 musste Preußen das Fürstentum Ansbach-Bayreuth vorher noch im Tausch gegen das Kurfürstentum Hannover an Frankreich abgeben, bis es am 1. Januar 1806 an das neue Königreich Bayern kam.[10]

Schwabach hatte bis 1912 einen Türmer.[7]

1934/1935 wurde Schwabach mit der „Auf der Reit“-Kaserne Garnisonsstadt. Zu den Mitbegründern der NSDAP-Ortsgruppe in Schwabach gehörte der am Lehrerseminar in Schwabach ausgebildete und kurze Zeit als Lehrer und SA-Mitglied in Schwabach tätige Fritz Schöller, welcher dann in Neustadt an der Aisch eine von Julius Streicher begünstigte überregionale Karriere bis zum stellvertretenden Gaupropagandaleiter (1934) begann.[11] Im Zweiten Weltkrieg wurde Schwabach daher erstmals bereits am 13. Oktober 1941 von 0:45 bis 2:00 Uhr bombardiert. Dabei gab es 11 Todesopfer. Die letzten Bomben fielen am 18. April 1945,[12] während bereits die Schlacht um Nürnberg tobte. Durch die Kapitulation am 19. April 1945 entging Schwabach der Zerstörung.

Das Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft 1933–1945 verzeichnet namentlich 10 Opfer unter den Einwohnern Schwabachs.[13]

Die Kaserne wurde nach Kriegsende von der US Army genutzt und in O’Brien Barracks umbenannt. 1969 fand im Schwabacher Markgrafensaal ein Bundesparteitag der NPD statt. 1992 zogen die amerikanischen Streitkräfte ab, und das weitläufige Gelände wurde an die Bundesrepublik Deutschland zurückgegeben. Heute beherbergt es ein gemischtes Wohn- und Gewerbegebiet mit Gründerzentrum. Bis zur Kreisgebietsreform, die am 1. Juli 1972 in Kraft trat, war Schwabach Sitz des gleichnamigen Landkreises Schwabach,[14] von dem die kreisfreie Stadt komplett umgeben war.

Die Sanierung der Altstadt wurde im Jahr 1979 mit der Verleihung der Europa-Nostra-Medaille gewürdigt. Durch die Kreisgebietsreform verlor die Stadt ihren Status als Kreisstadt und wurde (durch die Eingemeindung ehemaliger Gemeinden des Landkreises Schwabach nach Nürnberg und Schwabach) zur direkten Nachbarstadt Nürnbergs. Sie gehört zur Städteachse Nürnberg-Fürth-Erlangen-Schwabach mit vier direkt aneinandergrenzenden kreisfreien Städten.

Am 1. Januar 1972 wurden Gebietsteile der aufgelösten Gemeinden Büchenbach und Ottersdorf eingegliedert. Am 1. Juli 1972 kamen die bis dahin selbständige Gemeinde Penzendorf und Gebietsteile der aufgelösten Gemeinde Wolkersdorf hinzu, die bis zum 13. Oktober 1959 noch Dietersdorf hieß.[15] Seit der Kreisgebietsreform ist das Schwabacher Kennzeichen SC eines der neun seltensten Kennzeichen Deutschlands.

2012 fand in Schwabach der 7. Tag der Franken statt, der unter dem Motto „Frauen in Franken“ stand.

Seit 2015 darf sich Schwabach „Fairtrade-Stadt“ nennen. Aufgrund des Engagements vieler Einzelpersonen, großer und kleiner Geschäfte, Schulen und Kirchengemeinden, durch Verkauf von Fair-Trade Produkten, die Lebensbedingungen im globalen Süden zu verbessern.[16]

Im Jahr 2017 feierte Schwabach sein 900-jähriges Jubiläum mit zahlreichen Festen, Kulturveranstaltungen und Sonderausstellungen.[17]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung von Schwabach von 1800 bis 2017 nach nebenstehender Tabelle
Jahr Einwohner
1800 3.000
1840 6.981
1900 9.385
1925 11.782
1950 19.376
1985 34.284
1995 38.757
Jahr Einwohner
2005 38.879
2010 39.941
2011 38.469
2015 40.428
2016 40.707
2017 40.781
2018 40.792

Im Zeitraum 1988 bis 2018 wuchs die Stadt von 34.217 auf 40.792 um 6.575 Einwohner bzw. um 19,2 %.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtratswahl 2020
Wahlbeteiligung: 52,6 % (2014: 51,1 %)
 %
50
40
30
20
10
0
35,8
(-9,0)
25,2
(-2,9)
23,8
(+7,9)
8,6
(-0,1)
3,7
(+1,3)
2,9
(n. k.)
2014

2020


Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sozialdemokraten (SPD) stellten von 1945 bis 2008 und wieder ab 2020 den Oberbürgermeister sowie bis 2002 die größte Stadtratsfraktion. Seit den Kommunalwahlen 2008 ist die CSU die stärkste politische Partei in Schwabach.

Das Ergebnis der Kommunalwahl vom 15. März 2020 führte bei einer Wahlbeteiligung von 52,6 % zu folgender Sitzverteilung:

Partei CSU SPD Grüne FDP FW Linke Gesamt
Sitze 14A 10 10 2 3A 1 40
G/V − 4 − 1 + 4 + 1 − 1 + 1
A Durch den Übertritt eines CSU-Fraktionsmitglieds in die Fraktion der Freien Wähler kommt die CSU-Fraktion seit September 2020 auf 13 Mitglieder, die Freien Wähler auf 4.[18]
G/V: Gewinne oder Verluste im Vergleich zur Wahl 2014

Oberbürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schwabacher Rathaus (mit Golddach) und Stadtkirche am Marktplatz

Die Stadtpolitik Schwabachs ist seit 1945 durch eine relativ große Kontinuität gekennzeichnet. Vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis 2008 regierten nur zwei Oberbürgermeister. Hartwig Reimann war bei Dienstantritt der jüngste, am Ende seiner Amtszeit der dienstälteste Oberbürgermeister einer kreisfreien Stadt in Bayern. Sein Nachfolger Matthias Thürauf war bei Amtsantritt 2008 ebenfalls der jüngste Oberbürgermeister einer kreisfreien Stadt in Bayern. Bei den Stichwahlen zur Kommunalwahl am 29. März 2020 wurde Peter Reiß (SPD) zum neuen Oberbürgermeister gewählt.[19] Er trat sein Amt am 1. Mai 2020 an und löste damit Matthias Thürauf (CSU) ab, der nicht mehr zur Wahl angetreten war. Reiß ist damit der bisher jüngste Oberbürgermeister Schwabachs und derzeit auch der jüngste Oberbürgermeister einer kreisfreien Stadt in Bayern.

Bei der Oberbürgermeister-Stichwahl am 29. März entfielen nach dem amtlichen Endergebnis auf Peter Reiß 10.331 Stimmen und damit 53,7 Prozent. Mitbewerber Michael Fraas (CSU) erhielt 8.922 Stimmen (46,3 Prozent).

Peter Reiß folgt auf Hans Hocheder (SPD, im Amt von 1948 bis 1970), Hartwig Reimann (SPD, 1970 bis 2008) und Thürauf (2008 bis 2020). Damit ist er der vierte Schwabacher Oberbürgermeister seit dem 2. Weltkrieg.

Bei der konstituierenden Sitzung des neuen Stadtrates am 8. Mai 2020 wurde Emil Heinlein (CSU) zum Zweiten Bürgermeister gewählt und Petra Novotny (Bündnis 90/Die Grünen) zur Dritten Bürgermeisterin.[20]

Stadtverwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadtverwaltung verfügt über mehrere Amtsgebäude im Stadtgebiet, auf die folgende Referate verteilt sind:

  • Interne Dienste und Schulen (1)
  • Recht, Umwelt und Soziales (2)
  • Finanzen und Wirtschaft (3)
  • Stadtplanung und Bauwesen (4)

Die Referate werden vom Oberbürgermeister und den berufsmäßigen Stadträten Knut Engelbrecht (Stadtrechtsrat, seit 2012), Sascha Spahic (Stadtkämmerer, seit 2012) und Ricus Kerckhoff (Stadtbaurat, seit 2012) geleitet. Das Referat 1 wird derzeit vom Oberbürgermeister geleitet.

Wappen und Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühere Wappen
Wappen schwabach 1371.gif
1371
Wappen schwabach 1480.jpg
1480


Wappen der kreisfreien Stadt Schwabach
Blasonierung: „In Rot auf silbernem Brückenbogen ein blau bedachter silberner Zinnenturm, beseitet rechts von einem goldenen Schild, darin ein rot bewehrter schwarzer Adler, links von einem blauen Schild, darin ein rot bewehrter goldener Löwe zwischen goldenen Schindeln.“[21]

Weiß-rote Gemeindeflagge[22]

Wappenbegründung: Schwabachs erstes Wappen zeigt im gespaltenen Schild zwei gekreuzte goldene Bierschöpfen auf rotem Grund vor dem hohenzollerischen Schwarz-Weiß. Es versinnbildlicht die Wichtigkeit des Bierbrauertums in der Stadt sowie die Stadtherren, die hohenzollerischen Burggrafen von Nürnberg. Es wurde der Stadt vom Nürnberger Burggrafen Friedrich V. verliehen und erscheint erstmals auf dem Siegel einer Urkunde vom 9. August 1371.

Das zweite Wappen, welches auf vier Feldern den Burggrafenlöwen, die hohenzollerischen Farben und die Bierschöpfen zeigt, wurde 1480 von Albrecht Achilles, Kurfürst von Brandenburg, verliehen.

Als Schwabach 1808 bayerisch wurde, wurde das Wappen nur mäßig verändert. Es zeigt statt der hohenzollerischen Farben schwarz und weiß nun die bayerischen weiß-blauen Rauten sowie statt des Burggrafenlöwen den Pfälzer Löwen.

1953 schließlich wurde das aktuelle Wappen eingeführt. Man beschloss, die Elemente des marktgemeindlichen Siegels von 1329 aufzunehmen. So zeigt das rote Schild einen zinnengekrönten Turm auf einem Rundbogen, begleitet von zwei Schilden mit dem Reichsadler und dem Nassauer Löwen.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • FrankreichFrankreich Nach ersten Kontakten 1973 wurde am 7. Februar 1975 eine Städtepartnerschaft mit der französischen Stadt Les Sables-d’Olonne am Atlantik vereinbart. Aus dieser Partnerschaft entstand im Jahr 1985 eine Patenschaft beider Städte mit einer von der katholischen Mission getragenen Landwirtschaftsschule in Gossas (Region Fatick) im Westen Senegals SenegalSenegal.
  • TurkeiTürkei Seit 1998 besteht die Partnerschaft zur türkischen Stadt Kemer, es handelte sich um die dritte deutsch-türkische Vereinbarung dieser Art in Mittelfranken.
  • GriechenlandGriechenland Mit der griechischen Kleinstadt Καλαμπάκα (Kalambaka), am Fuß der als UNESCO-Weltkulturerbe eingestuften Meteora-Klöster, wurde 2002 in Schwabach bzw. 2003 in Kalambaka die derzeit jüngste Vereinbarung über eine Städtepartnerschaft unterzeichnet.
  • China VolksrepublikVolksrepublik China Die chinesische Stadt Shenzhen hat eine sogenannte „Regionalpartnerschaft“ mit der Region Nürnberg (die vier Städte Nürnberg, Fürth, Erlangen und Schwabach sowie die vier Landkreise Nürnberger Land, Roth, Fürth und Erlangen-Höchstadt). Diese wurde 1997 geschlossen.[23]
  • ArgentinienArgentinien Mit der Gemeinde Coronel Suárez in der Provinz Buenos Aires wurde 2020 für die Dauer von zwei Jahren eine „kommunale Nachhaltigkeitspartnerschaft“ geschlossen. Auf kommunaler Ebene soll dabei ein Projekt im Sinne der Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 der Vereinten Nationen gemeinsam umgesetzt werden.[24]

Kultur, Religion und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtmuseum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erweiterung des Stadtmuseums durch Niederwöhrmeier + Kief

Das in der ehemaligen Kaserne untergebrachte Museum besitzt eine Sammlung über das heimische Handwerk und Gewerbe sowie über die ansässigen Zünfte. Eine eigene Abteilung bildet das von Carl Wenglein, dem Gründer des Weltbundes für Natur- und Vogelschutz, zusammengetragene Eiermuseum (mit seltenem Fabergé-Ei). Eine Spezialsammlung umfasst völkerkundliche Antiquitäten aus der ehemaligen deutschen Kolonie Ostafrika (Waffen, Schmuck, Textilien und afrikanische Gebrauchsgegenstände). Seit 20. November 2005 präsentiert das Stadtmuseum die weltweit größte Spezialsammlung von Spielwaren der Firma Fleischmann auf 800 m². Eine weitere Sektion befasst sich mit der Geschichte der US Army in der Stadt von 1945 bis 1992. Das Museum ist zudem Teil der Nordbayerischen Industriestraße. Erweitert wurde das Museum vom Nürnberger Architekturbüro Niederwöhrmeier + Kief.[25]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Konfessionsstatistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemäß der Volkszählung 2011 waren 40,8 % der Einwohner evangelisch, 29,5 % römisch-katholisch, 29,7 % gehörten einer anderen Religionsgemeinschaft an, waren ohne Bekenntnis oder verblieben ohne Angabe.[26] Mit Stand vom 31. Dezember 2017 waren von den 41.521 Einwohnern 36,0 % evangelisch, 26,1 % römisch-katholisch, 37,8 % gehörten einer anderen Religionsgemeinschaft an oder waren ohne Bekenntnis.[27]

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Franzosenkirche
St. Jakobus, Unterreichenbach
  • Stadtkirche St. Johannes und St. Martin mit dem Schwabacher Altar, einem Hochaltar aus der Werkstatt von Michael Wolgemut, dem Lehrer von Albrecht Dürer. Der spätgotische Wandelaltar (fertiggestellt 1508) mit seinen Schnitzereien ist ein klassisches Beispiel für die Verwendung von Blattgold.
  • evang.-luth. Spitalkirche St. Antonius und St. Elisabeth (die älteste der evangelisch-lutherischen Innenstadtkirchen)
  • evang.-luth. Dreieinigkeitskirche (frühere Gottesackerkirche)
  • Franzosenkirche der Evangelisch-Reformierten Gemeinde
  • St. Jakobus Unterreichenbach (am Jakobsweg)
  • evang.-luth. Kirche Schwabach-Gethsemanekirche
  • evang.-luth. Kirche Schwabach-Dietersdorf „Georgskirche“
  • evang.-luth. Kirche Schwabach-Unterreichenbach
  • evang.-luth. Kirche Schwabach-Wolkersdorf „Christophoruskirche“
  • evang.-methodistische Kirche
  • evangelisch reformierte Kirche
  • Baptistenkirche Schwabach
  • katholische Kirche St. Sebald. Die Chorfresken Pfingsten, im Langhaus das bipolare Fresko Messopfer vor Kreuzigungsszene, Abendmahl und im alten Teil Gottvater mit Engeln über der Kirche wurden 1947 von dem Münchner Maler des Neubarock Josef Wittmann gemalt. Die Wandfresken 12 Apostel und Evangelisten sind nicht mehr erhalten, die Entwürfe dazu wie auch zu den Deckenfresken befinden sich im Diözesanmuseum Regensburg. Das linke Altarauszugsbild Hl. Michael stammt ebenfalls von Josef Wittmann (1947). Der Briefwechsel zwischen Josef Wittmann und dem damaligen Pfarrer Johann Gg. Uebler von St. Sebald zur Entstehung der Fresken hat sich im Kirchenarchiv erhalten, ebenso die Festschrift zur Renovierung aus 1951.
  • kath. Kirche St. Peter und Paul
  • katholische Kirche Wolkersdorf „Heilige Familie“
  • katholische Kirche Dietersdorf „St. Hedwig“
  • griechisch-orthodoxe Kirche
  • Königreichssaal der Zeugen Jehovas
  • neuapostolische Kirche
  • rumänische Christliche Baptisten Kirche

Moscheen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Goldene Moschee
  • Hak Yol Camii

Jüdisches Museum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Jüdische Museum Franken in Schwabach wurde Anfang Juni 2015 eröffnet. Das Museum befindet sich in einem ehemals jüdischen Wohnhaus in der Synagogengasse. In ihm wurde eine Laubhütte mit eindrucksvoller Wandmalerei aus spätbarocker Zeit entdeckt. Viele historische Gebäude wie etwa Synagoge, Rabbinerhaus, Lehrhaus und Häuser jüdischer Hoffaktoren und Familien sind erhalten geblieben,[28] u. a. auch das Haus des Ur-Ur-Großvaters von Karl Marx.[29]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • „Rathaus“ mit goldenem Saal und goldenem Dach. Der große Sitzungssaal des Rathauses wurde unter Verwendung von 14.000 Blatt Schwabacher Blattgold (von Kurt Severin und Max Friese) mit einem Fries aus ornamentierten Inschriften mit Namen wichtiger Schwabacher Unternehmen gestaltet. Seither wurde der Saal „Goldener Saal“ genannt. Am 15. Januar 1974 wurde der Saal durch Brandstiftung zerstört und 2000 bis 2002 restauriert.
  • „Münzstätte der Markgrafen“
  • „Goldschlägerwerkstatt“

Brunnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Schwabach gibt es zwölf ausgewiesene Landschaftsschutzgebiete und ein ausgewiesenes FFH-Gebiet. (Stand März 2016)

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Städtische Galerie im Bürgerhaus wird vom Künstlerbund Schwabach e. V. verwaltet.
  • Durch die Altstadt führte der Kunstwanderweg Goldene Meile.
  • Südlich von Schwabach im Heidenberg liegt ein 14 Kilometer langer Sagenwanderweg.
  • Goldschläger-Schauwerkstatt beim „Goldenen Ei“
  • Ehemalige Synagoge, Rabbinerhaus, Laubhütte und jüdisches Museum
  • Schwabacher Marionettenbühne
  • „Schwabach liest“, Lesereihe von Bürgern für Bürger

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Faschingszug durch Schwabach
  • Kinderkirchweih
  • Wirtefest (Juni)
  • Sommernachtsfest der Freiwilligen Feuerwehr (Juni/Juli)
  • Bürgerfest (Juli)
  • Ortung, eine seit 1999 im zweijährlichen Zyklus stattfindende Kunstausstellung, abwechselnd mit der Goldschlägernacht (August)
  • Lindenfest der KG „Die Schwabanesen“ (August)
  • Kirchweih („Kärwa“) (September)
  • LesArt/Literaturtage Schwabach, ein seit 1997 jährlich im November stattfindendes Literaturfestival mit renommierten Schriftstellern aus dem In- und Ausland (November)
  • Weihnachtsmarkt

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • DJK Schwabach, gegründet 1922.
  • SC 04 Schwabach
  • Der TV 1848 Schwabach ist mit dem Gründungsdatum 18. September 1848 der älteste und mit etwa 2800 Mitgliedern (2009) in 15 Abteilungen größte Sportverein Schwabachs.
  • Privilegierte Feuerschützengesellschaft Schwabach von 1411
  • Türkische Islamische Gemeinde DITIB – Schwabach
  • Künstlerbund Schwabach e. V., gegründet am 3. Januar 1948.
  • Fliegervereinigung Schwabach e. V. Luftsportverein gegründet 1928, ca. 120 Mitglieder Flugplatz Büchenbach
  • Reit- und Fahrverein Schwabach u. U. e. V, gegründet 1955, etwa 250 Mitglieder, Förderung und Praktizierung des Reitsports
  • Fotoclub Schwabach e. V., gegründet am 18. Oktober 1991, etwa 50 Mitglieder, Begleitung Schwabacher Aktivitäten und Veranstaltungen, regelmäßige Ausstellungen
  • RMSC Solidarität Schwabach e. V. gegründet 1899, ca. 90 Mitglieder, Kunstradsport und Einradfahren. Regelmäßige Veranstaltungen wie Vereinsabend und gemeinsame Unternehmungen
  • Schwimmverein Schwabach e. V., gegründet 1952, ca. 300 Mitglieder, Schwimmen als Wettkampf- und Breitensport. Jährliche Ausrichtung des regional bekannten Wasserratten- und Wasserflöhe-Treffens im März sowie des Goldsprinter-Pokals im Juni.
  • Wolkersdorfer Bürgergemeinschaft e. V. ist ein aktiver Stadtteilverein[30]
  • Limbacher Buergertreff e. V. besteht seit 1982, hat mehr als 200 Mitgliedschaften und kümmert sich im Stadtteil Limbach um aktive Bürgerbegegnung, Herausgeber der Stadtteilzeitschrift „Der Limbacher Bote“.[31]
  • Bürgerforum Eichwasen e. V., seit 1989 bestehender Stadtteilverein, kümmert sich um die Belange des nördlichen Stadtteils Eichwasen und organisiert dort Veranstaltungen wie Adventsmarkt und Stadtteilfest.[32]
  • Rotary Club Schwabach, gegründet 2019. Ein Serviceclub, der gemäß dem rotarischen Grundsatz „Selbstloses Dienen“ gemeinnützige Projekte in Schwabach fördert und weltweit die Begegnung und die Ausbildung junger Menschen unterstützt. Dem Rotary Club beigeordnet ist der rechtlich selbständige und als gemeinnützig anerkannte Verein[33]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Goldschlägerdenkmal

Schwabach profitiert wirtschaftlich stark von der Nähe zu Nürnberg und den zahlreichen Auspendlern in die Nachbarstadt und teilweise auch ins nahegelegene Erlangen.

Im Jahre 2016 erbrachte Schwabach, innerhalb der Stadtgrenzen, ein Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 1,380 Milliarden €. Das BIP pro Kopf lag im selben Jahr bei 34.015 € (Bayern: 44.215 €, Deutschland 38.180 €). In der Stadt gab es 2016 ca. 22.500 erwerbstätige Personen.[34] Die Arbeitslosenquote lag im Dezember 2018 bei 3,1 %.[35]

Im Zukunftsatlas 2016 belegte die kreisfreie Stadt Schwabach Platz 81 von 402 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Orten mit „hohen Zukunftschancen“.[36]

Blattgold[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Berühmt ist Schwabach für seine Goldschläger und das von ihnen produzierte und weltweit exportierte Blattgold. Zahlreiche Sehenswürdigkeiten sind weltweit mit Schwabacher Blattgold überzogen:

und viele andere sehenswerte Gebäude in aller Welt wurden mit Schwabacher Blattgold versehen.

Der mit 14.000 Blatt Schwabacher Blattgold verzierte Goldene Saal im Rathaus wurde von Kurt Severin und Max Friese gestaltet. Im Jahr 2004 feierte Schwabach das Jubiläum 500 Jahre Blattgold in Schwabach. Das fast ausgestorbene Handwerk der Goldschläger üben heute noch vier Betriebe aus, damit kann sich die Stadt zu Recht weltweit als Zentrum der Blattgoldherstellung bezeichnen. Blattgold ist noch heute Bestandteil des dem Danziger Goldwasser nachempfundenen Schwabacher Goldwassers, das ein Gewürzlikör mit feinsten Blattgoldstückchen ist.

Weitere Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In früheren Jahrhunderten bestimmten vor allem Handwerker, wie etwa Bierbrauer und Goldschläger sowie erste Industriebetriebe in der Nadelherstellung und Drahtzieherei das wirtschaftliche Geschehen. Heute ist für die Stadt ein breites, vor allem im Mittelstand angesiedeltes Spektrum an Produktions-, Handwerks- und Dienstleistungsbetrieben charakteristisch. Viele dieser Betriebe arbeiten in Marktnischen, in denen sie zum Teil bundesweit Marktführerschaft errungen haben. Ein Beispiel ist die Maschinenfabrik Niehoff, die Maschinen für die Draht- und Kabelindustrie herstellt oder die Firma Heidolph Instruments, die Laborgeräte herstellt, unter anderem für die Chemie- und Pharmaindustrie. Seit über 100 Jahren ist auch die Ribe Gruppe in Schwabach ortsansässig. Sie entwickelt und fertigt Verbindungselemente, technische Federn, Anlagentechnik und Elektroarmaturen für den internationalen Markt. In Schwabach war der Hauptsitz von Apollo-Optik, die 2011 der niederländischen GrandVision B.V.-Gruppe eingegliedert wurde. Das Textilunternehmen mister*lady verlegte seinen Hauptsitz, inklusive Verteilzentrum 2015 in den Gewerbepark West.

Staatliche Akademie für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2012 gibt es in Schwabach die Akademie für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit Nordbayern. Sie gehört zum Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit mit Sitz in Erlangen.

Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick auf das SFZ Schwabach

Neben dem Adam-Kraft-Gymnasium existiert das musische Wolfram-von-Eschenbach-Gymnasium in Schwabach. Die Stadt unterhält eine städtische Wirtschaftsschule und eine Berufsoberschule. Der Staat ist mit der Hermann-Stamm-Realschule und einer Berufsschule in der Stadt vertreten. Daneben existieren zwei Haupt- und vier Grundschulen. Mit dem Sonderpädagogischen Förderzentrum SFZ („Schule am Museum“) und der Hans-Peter-Ruf-Schule der Lebenshilfe Schwabach-Roth ist der Förderschulbereich abgedeckt. Außerdem in Schwabach angesiedelt sind die Adolph-von-Henselt-Musikschule und die Volkshochschule Schwabach.

Kindergärten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Stadtgebiet gibt es 17 Kindergärten verschiedener Träger.

Krankenhaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das in den letzten Jahren grundlegend modernisierte und in den meisten Teilen neu errichtete Stadtkrankenhaus Schwabach bietet 200 Planbetten und besitzt Fachabteilungen für Innere Medizin, Unfall- und Allgemein-Chirurgie, Anästhesiologie und die Belegabteilung Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Seit 2015 gibt es keine Gynäkologie und Geburtshilfe mehr.[37] Dem Haus angeschlossen sind eine Berufsfachschule für Krankenpflege und eine Berufsfachschule für Physiotherapie und Massage (Träger: DEB Deutsches Erwachsenen-Bildungswerk).

Bäder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt zwei Bäder in Schwabach. Das familienfreundliche Parkbad mit historischem Biergarten und uraltem Baumbestand in den Sommermonaten, sowie für die ambitionierten Sportler das Hallenbad in den Wintermonaten.[38]

Behörden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Finanzamt, Neubau von 1993

Schwabach besitzt viele verschiedene Institutionen, darunter sind zum Beispiel Behörden, wie das Amtsgericht, das Finanzamt, die Regionalabteilung Nord des Bay. Landesamts für Vermessung und Geoinformation oder das Vermessungsamt Schwabach mit Außenstelle in Weißenburg. Des Weiteren gibt es verschiedene Polizeistellen, darunter die Kriminalpolizeiinspektion Schwabach, die Polizeiinspektion und die Wasserschutzpolizei -Zentralstelle Bayern- Teil des Polizeipräsidiums Mittelfranken der bayerischen Polizei.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schwabach besitzt eine relativ gute Infrastruktur. Mit dem Bahnhof an der Bahnstrecke Treuchtlingen–Nürnberg hat die Stadt eine Anbindung an den Regionalverkehr und die Linie S2 der S-Bahn Nürnberg verkehrt in der Hauptverkehrszeit im 20-Minuten-Takt auf eigenen Gleisen bis Roth/Altdorf. Sie bedient neben dem Bahnhof Schwabach auch den Haltepunkt in Schwabach-Limbach. Des Weiteren gibt es Stadtbuslinien für die Schwabacher Innenstadt sowie eine Nürnberger Stadtbuslinie nach Nürnberg-Röthenbach, dort besteht Anschluss an die Nürnberger U-Bahn. Am Wochenende verbindet stündlich ein NightLiner Nürnberg mit Schwabach. Die Autobahn A 6 durchquert das Stadtgebiet im Süden mit den zwei Anschlussstellen Schwabach-West und Schwabach-Süd. Weitere Verbindungen bestehen durch die Bundesstraßen 2 und 466. Ferner sind der Rhein-Main-Donau-Kanal nahe der östlichen Stadtgrenze und der 10 km südlich liegende Flugplatz Schwabach zu nennen. Erwähnenswert ist, dass es im Jahr 2011 in Schwabach keinen einzigen Verkehrstoten gab.[39]

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Schwabach wurden bis 2006 die Lokalnachrichten gedruckt, die darauf in Nürnberg mit den restlichen Teilen der Nürnberger Nachrichten (NN) vervollständigt und als Schwabacher Tagblatt (ST) angeboten werden. Seit dem Tode des Verlegers und dem darauf folgenden Aufkauf des ST durch die NN wird die gesamte Zeitung in Nürnberg gedruckt; die Redaktion befindet sich weiterhin in Schwabach.

Der Axel Springer Auto-Verlag hat einen seiner Sitze in Schwabach. Hier werden unter anderem die Auto Bild Allrad, Auto Bild Motorsport und Auto Bild Sportscars publiziert. Für die Vermarktung dieser Marken und seit 2020 auch für die Marken Auto Bild, Sport Bild und Computer Bild zuständig ist die ebenfalls in Schwabach ansässige B&M Marketing GmbH.[40]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Künstler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politiker[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sportler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wissenschaftler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonstige[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten die vor Ort wirk(t)en[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stolpersteine für NS-Opfer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Schwabach wurden im Jahr 2014 acht Stolpersteine für Menschen verlegt, die vom NS-Regime verfolgt wurden, darunter der Fabrikant Walter Tuchmann (1891–1942) und der Rabbiner Salomon Mannes (1871–1960), die beide in die Emigration gezwungen worden waren. (Siehe oben zum Gedenkbuch.)

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Schwabach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Schwabach in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 25. September 2019.
  3. Wolf-Armin von Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. Oberfranken, Mittelfranken, Unterfranken. C. H. Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 203.
  4. Traudl Kleefeld: Wider das Vergessen. Hexenverfolgung in Franken − Stätten des Gedenkens. J. H. Röll, Dettelbach 2016, ISBN 978-3-89754-484-0, S. 18 ff.
  5. Reformationsstadt Schwabach. Deutschland. Auch Blattgold führt zu keiner Einigung. In: reformation-cities.org, abgerufen am 30. Mai 2018.
  6. a b Schwabachs Schreckenstage im Dreißigjährigen Krieg. Ein Bericht der Müllerstochter Anna Wolf. In: zak-schwabach.de. 20. August 2013, abgerufen am 9. September 2018 (PDF; 620 kB).
  7. a b Susanne Ilse: Leben in alten Mauern. 900 Jahre Schwabach. In: br.de. 28. Januar 2017, abgerufen am 30. Mai 2018 (10:41 Min.).
  8. Friedrich Haas: Beiträge zur Verkehrsgeschichte des Altwürttembergischen Verkehrswesens (bis 1819). In: Württembergische Vierteljahrshefte für Landesgeschichte Stuttgart. XXV, Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 1916, S. 307–389.
  9. Friedrich Eigler: Schwabach (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 28). Michael Laßleben, Kallmünz 1990, ISBN 3-7696-9941-6, S. 421 f.
  10. Ewald Ostendorff: Das Haus Hohenzollern. Ein patriotisches Gedenkbuch in Bild und Wort. Reprint des Originals von 1910. Europäischer Geschichtsverlag (ein Imprint des Salzwasser Verlages), Paderborn 2011, ISBN 978-3-86382-072-5, S. 175–176, urn:nbn:de:101:1-201510027084 (BoD).
  11. Wolfgang Mück: NS-Hochburg in Mittelfranken. Das völkische Erwachen in Neustadt an der Aisch 1922–1933. Ph. C. W. Schmidt, Neustadt an der Aisch 2016 (= Streiflichter aus der Heimatgeschichte. Sonderband 4), ISBN 978-3-87707-990-4, S. 198, 233 f.
  12. Pfarrer Pleschs Kriegstagebuch. In: museum-schwanstetten.de, abgerufen am 9. Januar 2015.
  13. Suche im Namenverzeichnis. Bundesarchiv, abgerufen am 5. Oktober 2019 (Suche nach Schwabach / Wohnort).
  14. Michael Rademacher: Verwaltungsgeschichte.de. Schwabach. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  15. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 602.
  16. Schwabach ist Fairtrade-Town. In: nordbayern.de, 17. September 2015, abgerufen am 28. August 2020
  17. 900 Jahre Schwabach – Jubiläumsjahr 2017. (Nicht mehr online verfügbar.) In: schwabach.de. 11. Oktober 2016, archiviert vom Original am 11. Oktober 2016; abgerufen am 30. Mai 2018 (Internetauftritt der Stadt Schwabach zu 900 Jahre Schwabach).
  18. Robert Gerner: Schwabacher Paukenschlag: Detlef Paul verlässt die CSU. Der frühere CSU-Fraktionschef schließt sich den Freien Wählern an. In: Nordbayern.de. 5. September 2020, abgerufen am 1. Oktober 2020.
  19. Peter Reiß neuer Oberbürgermeister. In: schwabach.de, 30. März 2020, abgerufen am 3. April 2020.
  20. OB Reiß vereidigt – Emil Heinlein und Petra Novotny neue Bürgermeister. In: schwabach.de, 8. Mai 2020, abgerufen am 9. Mai 2020.
  21. Eintrag zum Wappen von Schwabach in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte, abgerufen am 6. September 2017.
  22. Schwabach. In: kommunalflaggen.eu. Abgerufen am 16. Juni 2020.
  23. Städtepartnerschaften. In: schwabach.de, abgerufen am 18. März 2016.
  24. Umweltschutz: Goldschläger- trifft Polo-Stadt. In: nordbayern.de, abgerufen am 28. August 2020
  25. N+K Stadtmuseum Schwabach. Abgerufen am 9. August 2020.
  26. Schwabach. Bevölkerung im regionalen Vergleich nach Religion -in %-. In: Zensus 2011, abgerufen am 31. März 2020.
  27. Tab. 4.7: Hauptwohnungsbevölkerung nach Altersdurchschnitt, Geschlecht, Status, Familienstand und Religionszugehörigkeit in den Statistischen Bezirken am 31.12.2017. In: Statistisches Jahrbuch 2018. Hrsg.: Stadt Erlangen, Juni 2019, S. 15 (schwabach.de [PDF; 8,6 MB; abgerufen am 11. Februar 2020]).
  28. Das Jüdische Museum Franken in Schwabach eröffnet. In: nordbayern.de, 3. Juni 2015, abgerufen am 30. Oktober 2015.
  29. (ja): Schwabach: Hasenjagd in der Sukka. Laubhütte soll drittes jüdisches Museum in Franken werden. In: Jüdische Allgemeine. 7. Oktober 2014.
  30. Wolkersdorfer Bürgergemeinschaft e. V. In: bg-wolkersdorf.de, abgerufen am 30. Mai 2018.
  31. Limbacher Buergertreff e. V. In: limbacher-buergertreff.de, abgerufen am 30. Mai 2018.
  32. Bürgerforum Eichwasen e. V. In: buergerforum-eichwasen.de, abgerufen am 30. März 2020.
  33. Rotary Hilfswerk Schwabach e. V. Abgerufen am 30. Dezember 2019.
  34. Aktuelle Ergebnisse – VGR dL. In: statistik-bw.de. Abgerufen am 7. Januar 2019.
  35. Bundesland Bayern. Bundesagentur für Arbeit, abgerufen am 7. Januar 2019.
  36. Zukunftsatlas 2016. In: handelsblatt.com. Archiviert vom Original; abgerufen am 23. März 2018.
  37. Schwabachs Stadtkrankenhaus bietet keine Geburtshilfe mehr an. Pressebericht. In: nordbayern.de, 18. Oktober 2014, abgerufen am 31. März 2020.
  38. Bäder in Schwabach. (Nicht mehr online verfügbar.) In: stadtwerke-schwabach.de. Archiviert vom Original am 29. Oktober 2016; abgerufen am 30. Mai 2018.
  39. Statistische Ämter des Bundes und der Länder – Regionalatlas Deutschland.
  40. Media Impact: Axel Springer und Funke Mediengruppe beenden Vermarktungs-Joint Venture. In: axelspringer.com. 20. Januar 2020, abgerufen am 27. Juli 2020.
  41. Anna-Wolf-Medaille. In: schwabach.de, abgerufen am 9. September 2018.
  42. Schwabach: ZDF erinnert in „Terra X“ an Anna Wolf. In: nordbayern.de. 6. September 2018, abgerufen am 9. September 2018.