Schwabenheim an der Selz

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Schwabenheim an der Selz
Schwabenheim an der Selz
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Schwabenheim an der Selz hervorgehoben
49.9327777777788.0941666666667140Koordinaten: 49° 56′ N, 8° 6′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Mainz-Bingen
Verbandsgemeinde: Gau-Algesheim
Höhe: 140 m ü. NHN
Fläche: 9,49 km²
Einwohner: 2604 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 274 Einwohner je km²
Postleitzahl: 55270
Vorwahl: 06130
Kfz-Kennzeichen: MZ, BIN
Gemeindeschlüssel: 07 3 39 051
Adresse der Verbandsverwaltung: Hospitalstraße 22
55435 Gau-Algesheim
Webpräsenz: www.schwabenheim.de
Ortsbürgermeister: Peter Merz
Lage der Ortsgemeinde Schwabenheim an der Selz im Landkreis Mainz-Bingen
Breitscheid (Hunsrück) Bacharach Manubach Oberdiebach Oberheimbach Niederheimbach Weiler bei Bingen Trechtingshausen Waldalgesheim Münster-Sarmsheim Bingen am Rhein Ingelheim am Rhein Budenheim Heidesheim am Rhein Wackernheim Grolsheim Gensingen Horrweiler Aspisheim Welgesheim Zotzenheim Badenheim Sprendlingen Sankt Johann (Rheinhessen) Wolfsheim (Gemeinde) Ockenheim Gau-Algesheim Appenheim Nieder-Hilbersheim Bubenheim (Rheinhessen) Ober-Hilbersheim Engelstadt Schwabenheim an der Selz Jugenheim in Rheinhessen Stadecken-Elsheim Essenheim Ober-Olm Klein-Winternheim Nieder-Olm Sörgenloch Zornheim Bodenheim Gau-Bischofsheim Harxheim Nackenheim Lörzweiler Mommenheim (Rheinhessen) Hahnheim Selzen Nierstein Oppenheim Dienheim Dexheim Dalheim (Rheinhessen) Köngernheim Friesenheim (Rheinhessen) Undenheim Uelversheim Uelversheim Ludwigshöhe Guntersblum Weinolsheim Dolgesheim Eimsheim Hillesheim (Rheinhessen) Wintersheim Dorn-Dürkheim Rhein-Lahn-Kreis Hessen Mainz Rhein-Hunsrück-Kreis Landkreis Bad Kreuznach Donnersbergkreis Landkreis Alzey-WormsKarte
Über dieses Bild

Schwabenheim an der Selz ist eine Ortsgemeinde in Rheinhessen südlich von Ingelheim im Tal der Selz gelegen. Sie gehört der Verbandsgemeinde Gau-Algesheim an. Schwabenheim ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort.[2]

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Schwabenheim liegt im unteren Selztal am Hang des Mainzer Bergs, am östlichen Ufer der Selz. Der Ortskern von Schwabenheim liegt am Ende eines Seitentals mit dem Sauerbach.

Zu Schwabenheim gehört auch der Wohnplatz Bacchushof.[3]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden, grenzen die Stadt Ingelheim am Rhein mit dem Ortsbezirk Großwinternheim, die Ortsgemeinden Wackernheim, Essenheim, Stadecken-Elsheim, Engelstadt und Bubenheim an Schwabenheim. Schwabenheim liegt knapp 15 km (Luftlinie) südwestlich der Landeshauptstadt Mainz.

Geologie[Bearbeiten]

Geologisch liegt Schwabenheim im rheinhessischen Hügelland. Es liegt im Naturraum Rheinhessisches Tafel- und Hügelland (227) in der Untereinheit Unteres Selztal (227.20). Die Böden sind im überwiegenden Teil der Gemarkung Löss, am Anstieg zum Mainzer Berg auch Kalkstein mit tonig-mergeligen Einschaltungen (sog. Kalktertiär). [4] Die Gemarkung wird zu etwa 80% landwirtschaftlich genutzt. [2]

Geschichte[Bearbeiten]

Ortsgeschichte[Bearbeiten]

Archäologische Funde lassen auf eine frühzeitliche Besiedelung ab etwa 600 v Chr. sowie auf die eine spätere Anwesenheit römischer Siedlungen schließen.

Schwabenheim selbst wird urkundlich erstmals im Jahre 766 als Suaboheim in den Annalen des Klosters Lorsch erwähnt. Auch in Fuldaer Urkunden kommt ein Suaboheim im Wormsgau vor. Ob damit aber dieses oder das in der Nähe von Bad Kreuznach gelegene Pfaffen-Schwabenheim gemeint ist, lässt sich nicht bestimmen. Im Jahr 962 bestätigte Kaiser Otto I. die Rechte und Besitzungen des Abtei St. Maximin bei Trier über verschiedene rheinhessische Orte, darunter auch „Suaveheim“. Eine weitere Erwähnung findet sich 1280 durch den römisch-deutschen König Rudolf von Habsburg.

Hoheitsrechtlich gehörte Schwabenheim als unmittelbares Reichsdorf zum Ingelheimer Grund, der für die Versorgung der Kaiserpfalz zuständig war. Als Teilort des Ingelheimer Grundes hatte Schwabenheim sein eigenes Ortsgericht, das mit dem Ortsschultheiß sowie acht Schöffen besetzt war.

In der Folge wird Schwabenheim mehrfach verpfändet. Die erste Verpfändung erfolgte durch Ludwig der Bayer 1315 an den Mainzer Erzbischof Peter von Aspelt. Diese Verpfändung dauerte bis zum 10. Dezember 1353. Schon 1367 wurde es dann für ein Darlehen von 11.000 Gulden an die Kurpfalz verpfändet, um eine Romfahrt zu finanzieren. Der Ort hatte in der Folge durch Verpfändungen zahlreiche Besitzer, wie das Kurfürstentum Mainz, die Stadt Mainz und schließlich ab 1375 den Kurfürsten von der Pfalz. Die unmittelbare Unterstellung unter die Gewalt des Kaisers, welche sehr von Verlangen war, kommt heute noch im Wappen zum Ausdruck, das den doppelköpfigen Reichsadler zeigt. Förmlich aufgenommen in den Kreis der Reichsdörfer, die keiner Leibeigenschaft und Frondiensten unterworfen waren und denen freie Jagd und Fischerei zustand, wurde Schwabenheim erst 1443. 1507 kam Schwabenheim, nach mehrmaligen erneuten Verpfändungen und Einlösungen, endgültig an die Kurpfalz, Oberamt Oppenheim, wo es bis zur französischen Revolution blieb.

Evangelische Pfarrkirche

Gefördert durch die Kurfürsten von der Pfalz wurde auch in Schwabenheim die Reformation 1556 eingeführt. Danach wechselte die Pfarrei neunmal ihre Konfessionszugehörigkeit und wurde von lutherischen, reformierten und katholischen Priestern geleitet, ehe sie 1705 bei der großen pfälzischen Kirchenteilung in die reformierte und katholische Kirche aufgeteilt wurde. Die Benediktinermönche des Klosters St. Maximin in Trier übernahmen 1693 selbst die Seelsorge in der Pfarrei Schwabenheim und leiteten sie bis 1708 von der Propstei aus. Ab dem 16. Jahrhundert ist auch eine jüdische Bevölkerung in Schwabenheim nachgewiesen, die bis 1921 mit dem Verkauf Schwabenheimer Synagoge in der Bachstraße 4 und Auflösung der jüdischen Gemeinde bestand [5].

Der Dreißigjährige Krieg hinterließ auch in Schwabenheim seine grausamen Spuren.

Einen Einschnitt in die örtliche Geschichte bildete das Einrücken der Französischen Revolutionstruppen. Nach einer ersten Besetzung 1792 erhielt gerade der Flecken Schwabenheim 1796 einen vernichtenden Schlag, als nämlich der Ort in Brand gesteckt wurde. Von 1798 bis 1814 gehörte Schwabenheim wie das gesamte linksrheinische Gebiet zur Französischen Republik bzw. zum napoleonischen Kaiserreich. Der Ort war dem Kanton Oberingelheim im Département du Mont-Tonnerre zugeordnet. In diese Zeit fällt auch die Errichtung des ersten Betriebes in Schwabenheim, einer Zuckerfabrik,[6] die aber – genauso wie die 1880 entstandene Essigfabrik, eine Glas- und eine Gummi- und Celluloidfabrik – ihren Betrieb wieder einstellte. 1904 erfolgte durch die Süddeutsche Eisenbahn-Gesellschaft der Anschluss an die Selztalbahn, die 1955 stillgelegt wurde.

Von 1816 bis 1945 gehörte Schwabenheim im Großherzogtum Hessen zur Provinz Rheinhessen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts begann der Bau der Selztalstellung zur Verteidigung der Festungsstadt Mainz, und auch auf Schwabenheimer Gemarkung wurden militärische Anlagen errichtet, so zum Beispiel der Wasserbehälter im Schwabenheimer Wäldchen.[7] Die Selztalstellung spielte im Ersten Weltkrieg keine Rolle, und verlor danach ihre Bedeutung. Der Zweite Weltkrieg endete in Schwabenheim am 20. März 1945 mit dem Einrücken amerikanischer Truppen, anschließend gehörte es zur französischen Besatzungszone.

In der Nachkriegszeit wurde Schwabenheim Teil des Landes Rheinland-Pfalz und des Regierungsbezirks Rheinhessen. Mit der Funktional- und Gebietsreform wurde Schwabenheim 1972 Teil der Verbandsgemeinde Gau-Algesheim. Im Zuge der wirtschaftlichen Entwicklung des Rhein-Main-Gebiets und der engeren Pendlerverflechtungen entwickelte sich Schwabenheim von einer landwirtschaftlichen Gemeinde zu einer Wohngemeinde mit vielen Auspendlern. Seit 1987 ist Schwabenheim eine anerkannte Dorferneuerungsgemeinde und wurde 2015 als Investitions- und Maßnahmenschwerpunkt zur Dorferneuerung des Landes Rheinland-Pfalz anerkannt. [8]

Herkunft des Namens Schwabenheim[Bearbeiten]

Schwabenheim hat im Laufe der Zeit den Namen mehrfach gewechselt. Im Lorscher Codex wurde der Ort wohl als Suaboheim aufgeführt, von der Bedeutung her "Heim oder Siedlung des Suabo". Unklar bei dieser ersten Erwähnung ist, ob es sich hierbei um Schwabenheim oder um das nahegelegene Pfaffen-Schwabenheim handelt. Erst aus dem 11. Jahrhundert gibt es Urkunden, die sich eindeutig auf Schwabenheim beziehen. 1797 wurde von Amts wegen die Vorsilbe "Sauer" mit Bezug auf den gleichnamigen Bach vorangestellt. Ein Änderungsantrag des Gemeinderats von 1885, den Namen wieder in Sauberschwabenheim zu ändern, blieb erfolglos, allerdings wurde 20 Jahre später der Name mit Genehmigung des Großherzoglichen Ministeriums des Inneren in Schwabenheim an der Selz umgewandelt. [9]

Der Ort wurde unter folgenden Namen erwähnt:

  • 766 – Suaboheim (unsicher)
  • 1023 – Suabheim
  • 1051 – Suaveheim
  • 1140 – Suapeheim
  • 1200 – Suosabenheim
  • 1328 – Suabeheim
  • 1339 – Swabeheim
  • 1424 – Schwabneheim
  • 1502 – Surschwabenheim, Sauerschwabenheim
  • 1747 – Sauberschwabenheim
  • 1797 – Sauerschwabenheim
  • 1905 – Ab diesem Jahr heißt der Ort Schwabenheim an der Selz.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen.[2]

Jahr Einwohner
1815 760
1835 1.033
1871 1.215
1905 1.319
1939 1.236
Jahr Einwohner
1950 1.444
1961 1.410
1970 1.550
1987 1.759
2011 2.552

Politik[Bearbeiten]

Marktbrunnen Schwabenheim mit Rathaus

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Schwabenheim besteht aus 20 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden. In der vorherigen Wahlzeit von 2009 bis 2014 gehörten dem Gemeinderat nur 16 Ratsmitglieder an.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[10]

Wahl CDU FWG WGR WIPRO Gesamt
2014 3 5 9 3 20 Sitze
2009 3 4 6 3 16 Sitze
2004 4 5 8 3 20 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe Schwabenheim e.V.
  • WIPRO = Wählerinitiative PRO Schwabenheim e.V.

Bürgermeister[Bearbeiten]

Ortsbürgermeister ist Peter Merz, er wurde bei der Kommunalwahl 2014 mit 84,98 % wiedergewählt.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „Wappenschild gespalten von Gold und Schwarz, darin der rotbezungte und -bewehrte doppelte Reichsadler“.

Wappen der Gemeinde Schwabenheim an der Selz

Das Motiv des doppelköpfigen Adlers, der auf dem heutigen Wappen zu sehen ist, geht auf ein Gerichtssiegel aus dem 15. Jahrhundert, sowie auf ein Gemeindesiegel von 1531 zurück. Diese stellen beide einen einköpfigen Adler im Siegelgrund dar. Der Adler zeigt die Zugehörigkeit Schwabenheims, damals noch Sauer-Schwabenheim genannt, zu den Reichsdörfern des Ingelheimer Grundes, die 1407 an die Kurpfalz fielen. Seit 1761 konnte dann der doppelköpfige Reichsadler im Siegel nachgewiesen werden. Aufgrund der Übernahme Schwabenheims durch das Großherzogtum Hessens 1816, sowie die Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 wurde das Wappen der Schwabenheimer noch einige Male geändert. Nach dem Zweiten Weltkrieg führte man dann zunächst das Kurpfälzische Wappenbild ein. Zufrieden war man mit dem neuen Aushängeschild nicht. Es herrschte dabei einhellige Meinung darüber, dass der Reichsadler wieder im Wappen enthalten sein müsste. Auf einen Vorschlag von zwei Wiesbadener Staatsarchivräten wurde 1983 ein in Gold und Schwarz gespaltenes Schild mit einem doppelköpfig rotbewehrten Reichsadler in „verwechselten“ Farben als Schwabenheimer Wappen zur Genehmigung vorgeschlagen und schließlich noch im gleichen Jahr bewilligt.

Frühere Wappen

Das älteste Wappen des Ortes führte in Gold den Reichsadler. 1742 wurde es durch das Wappen des Kurfürsten Karl Philipp von der Pfalz ersetzt. Seit 1761 ist im Siegel der Stadt der Doppeladler bezeugt.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Haus zum Engel am Marktplatz

Rund um Marktplatz mit seinem alten Marktbrunnen befinden sich herrschaftliche Anwesen aus dem 18. Jahrhundert. Dort befindet sich das barocke Rathaus von 1742 mit einer Laubenhalle sowie die Evangelische Kirche aus dem Jahr 1844 mit ihrem minarett-artigen Turm. Das Innere der Kirche wurde 1911 mit einer Jugendstilausmalung versehen.

Die alte katholische Iro-Schotten-Kirche "St. Bartholomäus" ist eine der ältesten Dorfkirchen in Rheinhessen. Sie weist den aus der Entstehungszeit stammenden romanischen Türsturz auf, der mit zwei Paradiesvögel mit je einen Fisch (Symbol für Christus) im Schnabel geschmückt ist. Die Kirche war Teil der ehemaligen Propstei des Reichsklosters St. Maximin in Trier, von der auch noch das barocke Haupthaus von 1709 sowie im Klostergartenein spätbarocker Gartenpavillon existieren. Hier liegt auch der "Viergötterstein" aus römischer Zeit.

Der alte Ortskern ist noch in der regionaltypischen Struktur erhalten, mit zahlreichen fränkischen Haus-Hof-Anlagen in unterschiedlichen Ausprägungen. In der Mainzer Straße 2 war von 1891 bis 1909 die „Höhere Privatlehranstalt“ untergebracht, die zur Vorbereitung eines Gymnasiumbesuchs diente. Ortsbildprägend ist auch das 1896 erbaute Feuerwehrgerätehaus.

Grünflächen und Naherholung[Bearbeiten]

Nordöstlich des Dorfes liegt das Landschaftsschutzgebiet Pfauengrund, außerdem befinden sich rund um die Selz geschützte Biotope. Schwabenheim hat eine gute Wanderinfrastruktur.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Letztes Wochenende im August „Backesgassefest“ in der Backhausstraße,
  • 3. Wochenende im September „Schwabenheimer Markt“ auf dem Marktplatz.
  • 1. Adventswochenende Weihnachtsmarkt auf dem Marktplatz.

Wie in weiten Teilen Rheinhessens, ist die Fastnacht ein wichtiger Teil des Veranstaltungskalenders.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Landwirtschaft[Bearbeiten]

Schwabenheim ist stark landwirtschaftlich geprägt. Hierbei dominiert, wie in ganz Rheinhessen, der Weinbau, mit einer bebauten Rebfläche von 180 Hektar. In der Großlage Kaiserpfalz hat der Ort Anteil an den Lagen Klostergarten, Schloss- und Sonnenberg. Etwa 25 Flaschenwein vermarktende Betriebe erzeugen Weine aller Prädikatsstufen. Neben den Standardsorten Silvaner und Müller-Thurgau werden auch Neuzüchtungen wie Scheurebe, Faber, Bacchus, Kerner u. a. angebaut. Etwa 30 % der bestockten Fläche wird für Rotweinsorten – hauptsächlich Blauer Portugieser und Spätburgunder – genutzt.[2] Der Anbau fast aller Kern- und Steinobstsorten sowie Spargel lockert das Bild dieser fruchtbaren Hügellandschaft auf.

Im Rahmen des Strukturwandels nahm die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe von 130 im Jahr 1971 auf nunmehr 32 (2010) ab. [2]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Auf einem alten Klostergelände (Propstei) hat sich die MSD Animal Health Innovation GmbH (ehemals Intervet Innovation GmbH), ein Tochterunternehmen von Merck & Co., Inc., niedergelassen. Die MSD Animal Health betreibt dort ein globales Forschungs- und Entwicklungszentrum für Tierarzneimittel mit Schwerpunkt auf Antiinfektiva und Antiparasitika und beschäftigt 230 Mitarbeiter in Schwabenheim.

Ansonsten ist die Wirtschaftsstruktur durch kleinere und mittlere Betriebe sowie Geschäften des täglichen Bedarfs geprägt.

Tourismus[Bearbeiten]

Schwabenheim ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort mit etwa 11.000 Übernachtungen /Jahr (2013). [2] Schwabenheim hat für die Ortsgröße zahlreiche Gasthöfe.

Verkehr[Bearbeiten]

Der Ort wird durchquert von der Landesstraße 428. Die Bundesautobahnen 60 und 63 sind mit dem Auto in 10 bis 20 Minuten zu erreichen.

Die Omnibusverkehr Rhein-Nahe GmbH (ORN) betreibt drei Buslinien, die Schwabenheim an die umliegenden Gemeinden und Städte anbinden:

Schwabenheim war ehemals mit dem "Zuckerlottchen" an das Eisenbahnnetz angebunden, die Strecke ist aber inzwischen stillgelegt und zurückgebaut.

Bildung[Bearbeiten]

Schwabenheim hat eine Grundschule und einen Kindergarten.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schwabenheim an der Selz – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011). (Hilfe dazu)
  2. a b c d e f Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile 2010, Seite 106 (PDF; 2,3 MB)
  4. Geologische Übersichtskarte des Landesamtes für Geologie und Bergbau des Landes Rheinland-Pfalz
  5. Link zu alemannia-judaica
  6. Maschinen gezeigt auf der Weltausstellung von 1851: travaux de la Commission
  7. R. Büllesbach, H. Hollich und E Tautenhahn: "Bollwerk Mainz: Die Selzstellung in Rheinhessen" 2. Auflage. München 2014; ISBN 978-3943915044. (Für Spuren in Schwabenheim siehe S. 214 ff)
  8. Dorferneuerung: Anerkennung von Investitions- und Maßnahmenschwerpunkten im Jahr 2015; Begründungen der neu anzuerkennenden Schwerpunktgemeinden; Ministerium des Inneren, für Sport und Infrastruktur des Landes Rheinland-Pfalz
  9. Schwabenheim an der Selz bei Regionalgeschichte.net, abgerufen am 6. Juli 2015
  10. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen