Schwaigen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Schwaigen
Schwaigen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schwaigen hervorgehoben

Koordinaten: 47° 37′ N, 11° 9′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Garmisch-Partenkirchen
Verwaltungs­gemeinschaft: Ohlstadt
Höhe: 656 m ü. NHN
Fläche: 23,58 km2
Einwohner: 605 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 26 Einwohner je km2
Postleitzahl: 82445
Vorwahlen: 08841, 08824
Kfz-Kennzeichen: GAP
Gemeindeschlüssel: 09 1 80 131
Gemeindegliederung: 6 Gemeindeteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Rathausplatz 1
82441 Ohlstadt
Website: www.schwaigen.de
Bürgermeister: Hubert Mangold (Unabhängig - Verbindlich - Verbindend (UVV))
Lage der Gemeinde Schwaigen im Landkreis Garmisch-Partenkirchen
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Über dieses Bild
Grafenaschau mit dem Rißberg (1430 m)

Schwaigen ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Garmisch-Partenkirchen und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Ohlstadt. Sie ist Teil der Tourismusregion Das Blaue Land. Der Hauptort der Gemeinde ist Grafenaschau. Einen Ort Schwaigen gibt es nicht.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt in der Region Oberland. Der größte Ort des Gemeindegebietes, das Dorf Grafenaschau, liegt nordöstlich vor den Ammergauer Alpen auf einer flachen, vom Lindenbach nach Osten hin ins Murnauer Moos entwässerten Ebene. Eine Streusiedlungsgruppe aus fast allen anderen, kleineren Orten breitet sich südöstlich des Hauptorts in der Tiefebene um das Eschenloher Mooses vor dem östlichen Rand des Berglandes aus und entwässert zur Ramsach, die schon in der östlichen Nachbargemeinde im Murnauer Moos den Lindenbach aufnimmt und dann zur Loisach zieht.

Im Südwesten und Süden erstreckt sich das Gemeindegebiet nach dem Anstieg über den Aschauer Berg bei Grafenaschau bzw. den Schwaiger Berg von der Ramsach her weit in die Ammergauer Alpen, wo es auf 1548 m ü. NHN seinen höchster Punkt auf dem (Hinteren) Hörnle hat. Nur wenig niedriger ist der Gipfel des Aufacker Bergs, über beide zieht die Gemeindegrenze.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt sechs Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2]

Der heutige östliche und nördliche Teil von Grafenaschau war früher das Dorf Aschau, der südwestliche Teil war früher der Weiler Grafenaschau.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde gehörte bis zur Aufhebung des ehemals reichsunmittelbaren Klosters Ettal im Jahr 1803 zum Gericht Murnau.

Im 18ten und 19ten Jahrhundert existierte eine Glashütte in Grafenaschau, das dem Dorf einen wirtschaftlichen Aufschwung bescherte[4][5].

Am 29. April 1945 erreichen US-amerikanische Soldaten den Ort, in dem sich noch versprengte Wehrmachtssoldaten aufhalten. Am Tag darauf wird der Ort von den Amerikanern ohne wesentliche Gegenwehr übernommen.[6]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 606 auf 635 um 29 Einwohner bzw. um 4,8 %. Durch die Schließung des Pflegeheims "Lindenhof" sank die Einwohnerzahl 2019 auf 593.

Einwohnerentwicklung ab 1970
Jahr Einwohner
1970 418
1987 556
1991 631
1995 632
2000 621
2005 625
2010 601
2015 593
2016 626
2019 593

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht seit den Kommunalwahlen am 15. März 2020 aus acht Mitgliedern und dem Bürgermeister[7].

  • Unabhängig - Verbindlich - Verbindend (UVV): 6 Sitze
  • Liste Ortsteil Schwaigen (LOS): 2 Sitze

Steuereinnahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 2016 419 T€, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) 51 T€.[8]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

DEU Schwaigen COA.svg
Blasonierung: „In Blau ein senkrechter goldener Abtstab, dessen Griff mit einer silbernen Axt und einem silbernen Rechen in schräger Kreuzung belegt ist.“[9]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Insgesamt gab es 2013 am Arbeitsort 67 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 191 und 7 Arbeitslose (3,7 % - Stand 2016).

Zudem bestanden im Jahr 2016 15 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 623 ha und 1.617 ha Wald.[8]

Seit 2018 gibt es in Grafenaschau einen Dorfladen.[10]

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Grafenaschau verläuft mit dem Maximiliansweg der Europäische Fernwanderweg E4. Er führt auf Gemeindegebiet im Westen über die Riss zum Hinteren Hörnle und im Süden entlang des Murnauer Mooses.

Auf dem 2018 eröffneten Glashüttenrundweg kann man die Geschichte des Ortes, die über mehr als 100 Jahre mit der Glasproduktion verbunden war, „ergehen“. Er startet unweit des Rathaus und führt über mehrere Stationen, die mit "Fenstern in die Vergangenheit" ausgestattet wurden, entlang wichtiger Punkte der Glasverarbeitung. Er wurde im Zuge der Bayerischen Landesausstellung 2018 "Wald, Gebirg und Königstraum - Mythos Bayern"[11] eingerichtet und ist gut ausgeschildert. Als "kleine Bergwanderung" ist er für Kinder ab 5 Jahre geeignet[12].

Im Ort selbst sind ein Ausflugscafé sowie mehrere Ferienwohnungen vorhanden.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Ammergaubahn befindet sich ein Haltepunkt mit dem Namen „Grafenaschau“. Dieser befindet sich allerdings im Murnauer Gemeindeteil Westried, etwa 2,5 km vom Schwaigener Gemeindeteil Grafenaschau entfernt.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2017 existierten folgende Einrichtungen:

  • Kindergärten: 42 Kindergartenplätze mit 41 Kindern

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Schwaigen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-001 Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Schwaigen in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 5. September 2019.
  3. Bayernatlas Zeitreise 1974. Abgerufen am 1. März 2019.
  4. Beitrag im BR-Fernsehen. 17. Februar 2018, abgerufen am 31. Oktober 2018.
  5. Otto Krätz und Claus Priesner: Die Ettalische Glashütte in Aschau. In: Kultur&Technik 4. Jhrg., Heft 3. Deutsches Museum Verlag, 1980, S. 12–18, abgerufen am 11. November 2020.
  6. Gemeindeblatt Schwaigen. Mai 2020, abgerufen am 17. Juni 2020.
  7. Kommunalwahl Ergebnis 2020, abgerufen 17. Juni 2020
  8. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung – Statistik kommunal 2017: Schwaigen (PDF-Datei; 1,8 MB)
  9. Eintrag zum Wappen von Schwaigen in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  10. Dorfladen Grafenaschau. Abgerufen am 31. Oktober 2018.
  11. Homepage der Bayerischen Landesausstellung 2018. Abgerufen am 31. Oktober 2018.
  12. Glashüttenrundweg. Abgerufen am 31. Oktober 2018.