Schwaikheim

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Schwaikheim
Schwaikheim
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schwaikheim hervorgehoben
48.8713888888899.3530555555556276Koordinaten: 48° 52′ N, 9° 21′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Rems-Murr-Kreis
Höhe: 276 m ü. NHN
Fläche: 9,22 km²
Einwohner: 9281 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 1007 Einwohner je km²
Postleitzahl: 71409
Vorwahl: 07195
Kfz-Kennzeichen: WN, BK
Gemeindeschlüssel: 08 1 19 068
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktplatz 2-4
71409 Schwaikheim
Webpräsenz: www.schwaikheim.de
Bürgermeister: Gerhard Häuser (FW)
Lage der Gemeinde Schwaikheim im Rems-Murr-Kreis
Allmersbach im Tal Allmersbach im Tal Althütte Auenwald Backnang Backnang Burgstetten Fellbach Großerlach Kaisersbach Kaisersbach Kaisersbach Kaisersbach Kirchberg an der Murr Leutenbach (Württemberg) Leutenbach (Württemberg) Leutenbach (Württemberg) Murrhardt Oppenweiler Plüderhausen Plüderhausen Plüderhausen Rudersberg Schorndorf Schwaikheim Spiegelberg Sulzbach an der Murr Waiblingen Waiblingen Waiblingen Weissach im Tal Welzheim Winnenden Winterbach (Remstal) Aspach (bei Backnang) Berglen Berglen Weinstadt Kernen im Remstal Urbach (Baden-Württemberg) Alfdorf Alfdorf Korb (Württemberg) RemshaldenKarte
Über dieses Bild

Schwaikheim ist eine Gemeinde in Baden-Württemberg. Zur Gemeinde Schwaikheim gehört nur der gleichnamige Ort. Schwaikheim liegt am Zipfelbach, etwa 17 km nordöstlich von Stuttgart im Rems-Murr-Kreis zwischen den Städten Waiblingen und Winnenden. Die Gemeinde gehört zur Metropolregion Stuttgart.

Umgeben von Obstbaumwiesen, Feldern und bewaldeten Hügeln liegt Schwaikheim 250 bis 370 m über NN, wobei sich die höchste Stelle am Hohreuschwald befindet.

Geschichte[Bearbeiten]

Blick auf Schwaikheim

Funde zeigen, dass das Zipfelbachtal in der Jungsteinzeit (4000 bis 1800 v. Chr.) bewohnt war. Die Kelten, die zur späten Bronzezeit (1800 v. Chr.) oder frühen Eisenzeit (600 v. Chr.) hier lebten, wurden zu Anfang unserer Zeitrechnung von den Römern bezwungen. Die Römerstraße, heute Römerweg genannt, die von Schwaikheim nach Affalterbach führt, lässt sich heute noch recht gut verfolgen. Um das Jahr 260 verdrängten germanische Stämme die Römer. Später verlief die Stammesgrenze der Franken und Alemannen in der Nähe von Schwaikheim. Im Jahr 853 wurde Sueinincheim zum ersten Mal im Urkundenbuch des Reichklosters Lorsch an der Bergstraße erwähnt. Zu einem unbekannten Zeitpunkt kauften die Grafen von Württemberg den Ort von den Herren von Ebersberg. Bei der Landesteilung gehörte Schwaikheim zum Amt Waiblingen und ab 1463 zum Amt Winnenden. Während des Dreißigjährigen Krieges wurden zahlreiche Menschen durch die Pest getötet. Als Folge der Franzoseneinfälle wurde Schwaikheim am 29. Juli 1693 angezündet. Ende des 19. Jahrhunderts wurde mit dem Bau der Eisenbahnlinie begonnen. Schwaikheim wandelte sich von einer landwirtschaftlichen Dorfgemeinde in eine Industrie- und Arbeiterwohngemeinde. Heute ist Schwaikheim eine moderne Gemeinde mit leistungsfähigen Handels-, Handwerks- und Industriebetrieben.

Ab 1813 gehörte Schwaikheim zunächst zum Oberamt Waiblingen, aus dem 1934 der Landkreis Waiblingen wurde, der dann 1973 im neuen Rems-Murr-Kreis aufging.

Der Ortsneckname Schwaikheims ist „Schlappohra“ und stammt aus dem Dreißigjährigen Krieg. Die Geschichte besagt, dass schwedische Truppen Schwaikheim plündern wollten und die Schwaikheimer als Zeichen ihrer Armut die Hosentaschen nach außen stülpten und so den schwedischen Truppen entgegentraten. Da dies wie Schlappohren (schwäisch: Schlappohra) aussah, behielten die Schwaikheimer im Umland diesen Namen.

Religion[Bearbeiten]

In Schwaikheim ist seit 1353 eine eigene Kirche belegt, nachdem der Ort zuvor nach Siegelhausen eingepfarrt war. Die heutige Mauritiuskirche wurde 1487 erbaut. Mit der Einführung der Reformation durch die Württemberger wurde Schwaikheim evangelisch-lutherisch. Nachdem nach 1945 mit den Heimatvertriebenen auch wieder eine relevante Anzahl römisch-katholischer Menschen nach Schwaikheim kam, wurde mit der Kirche St. Maria auch ein katholisches Gotteshaus errichtet. Außer den beiden großen Konfessionen gibt es auch eine Evangelische Freikirche und eine neuapostolische Gemeinde in Schwaikheim.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009
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40
30
20
10
0
39,09 %
27,69 %
16,71 %
16,51 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
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  -8
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-9,14 %p
+5,72 %p
+2,14 %p
+1,28 %p

Seit der letzten Kommunalwahl am 7. Juni 2009 hat der Gemeinderat 18 Mitglieder. Die Wahlbeteiligung lag bei 57,36 %. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis:

  CDU-FB1     7 Sitze  (39,09 %)
  SPD 5 Sitze (27,69 %)
  GRÜNE 3 Sitze (16,71 %)
  FDP-FW2 3 Sitze (16,51 %)

Weiteres Mitglied des Gemeinderates und dessen Vorsitzender ist der Bürgermeister.

1[…] – Freie Bürger, 2[…] – Freie Wähler Schwaikheim

Wappen[Bearbeiten]

Das Schwaikheimer Wappen zeigt auf rotem Schildgrund einen goldenen, geraden Amtsstab, der schräg gekreuzt ist mit einem goldenen Abtsstab, der in einer Krümmung endet. Der Amtsstab ist hier als Zeichen für die alte Zugehörigkeit zu den württembergischen weltlichen Ämtern Winnenden und Waiblingen zu sehen, deren Vögte einst über Schwaikheim den Stab hielten, also die Gerechtigkeit ausführten. Der Abtsstab weist auf die historische Beziehungen Schwaikheims zu verschiedenen geistlichen Institutionen hin, vorab zum Stift Backnang.

Städtepartnerschaft[Bearbeiten]

Seit 1986 ist Gorron die Partnerstadt von Schwaikheim. Gorron ist eine kleine Stadt mit etwa 3.000 Einwohnern in Frankreich im Département Mayenne (in der Region Pays de la Loire).

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

  • Odelo, Hersteller von Rück- und Bremsleuchten.
  • freeglass, Weltmarktführer im Bereich „plastic glazing“
  • Kärcher Futuretech, Hersteller im Bereich ABC-Schutz, Wasseraufbereitung und Verpflegungssystemen.

Freizeit und Tourismus[Bearbeiten]

Als wichtigstes Fest in der Umgebung gilt das alle zwei Jahre (im Wechsel mit dem Feuerwehrfest) stattfindende Schwaikheimer Fleckenfest. In der Regel findet es als dreitägige Veranstaltung von Samstag bis Montag statt.

Verkehr[Bearbeiten]

Schwaikheim liegt verkehrsgünstig an der autobahnähnlich ausgebauten Bundesstraße 14 (StuttgartSchwäbisch Hall) mit einer Ausfahrt auf Gemeindegebiet. Über die B 14 ist ein direkter und schneller Anschluss an die Landeshauptstadt Stuttgart (20 km), die Kreisstadt Waiblingen (10 km) und an die Stadt Winnenden (5 km) gegeben. Durch den Weiterbau der B 14 bis Leutenbach (2006) wurde eine erhebliche Verkehrsreduzierung im Ort verzeichnet.

Schwaikheim wird durch den ÖPNV von der Buslinie 210 (WaiblingenKorbWinnenden) und der Linie 389 (Waiblingen–Winnenden–Hertmannsweiler) mit dem Umland verbunden. Des Weiteren verfügt der Ort mit dem Bahnhof Schwaikheim über einen eigenen S-Bahn-Anschluss der Linie S3 (Backnang–Stuttgart-Flughafen) der S-Bahn Stuttgart.

Bildung[Bearbeiten]

Mit der Ludwig-Uhland-Schule verfügt Schwaikheim über eine eigene Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule. Zudem gibt es mit der Eichendorffschule noch eine reine Grundschule. Für die jüngsten Bewohner gibt es sechs Kindergärten.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Neben der Alten Schmide verfügt Schwaikheim über ein neueröffnetes Heimatmuseum über die Geschichte Schwaikheims und alte Handwerksberufe.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Lothar Krüger (* 3. Oktober 1929 in Berlin), ehemaliger Bürgermeister von Schwaikheim und seit 1994 Ehrenbürger
  • Fritz Müller (* 14. Juli 1902 in Schwäbisch Gmünd, † 6. April 1967), Bürgermeister von 1931 bis 1945 und von 1948 bis 1966
  • Karl Müller (* 10. September 1913, † 17. Februar 1989), Große Verdienste für die Gemeinde, Gemeinderat
  • Alfred Schefenacker (* 3. Juni 1912 in Esslingen, † 21. Oktober 1995), Gründer der Firma Schefenacker (heute Visiocorp und Odelo )
  • Fritz Ulrich (* 12. Februar 1888 in Schwaikheim, † 7. Oktober 1969 in Stuttgart-Sillenbuch), deutscher Politiker (SPD), Landtags- und Reichstagsabgeordneter, Innenminister in Baden-Württemberg
  • Kurt Vollmer (* 23. Juni 1934, † 8. November 1998), 16 Jahre Abgeordneter des Landtags von Baden-Württemberg und ab 1965 Mitglied des Kreistags des Rems-Murr-Kreises

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schwaikheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien