Schwalbach (Schöffengrund)

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Koordinaten: 50° 29′ 53″ N, 8° 28′ 17″ O

Schwalbach
Höhe: 276 m ü. NHN
Fläche: 5,91 km²[1]
Einwohner: 1554 (31. Dez. 2002)[2]
Bevölkerungsdichte: 263 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 35641
Vorwahl: 06445
Evangelische Dorfkirche
Backhaus

Schwalbach ist ein Ortsteil der Gemeinde Schöffengrund im Lahn-Dill-Kreis. Es ist Hauptort und gleichzeitig Verwaltungssitz der Großgemeinde.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schwalbach liegt auf einem Plateau, zwischen den Tälern von Solmsbach und Wetzbach. Nördlich des Dorfes entspringt der Hainbach. Der Ort liegt im nördlichen Taunus (östlicher Hintertaunus), dem Wetzlarer Hintertaunus, sowie im Naturpark Taunus. Nächste größere Stadt ist Wetzlar.

Nachbarorte sind Bonbaden (westlich), Laufdorf (nordwestlich), Reiskirchen (nordöstlich), Niederwetz (östlich), Oberquembach (südlich), Niederquembach und Neukirchen (südwestlich).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 795 wird die sualbacher marca, also die Schwalbacher Mark, im Lorscher Codex erwähnt. Aus dem Ort entstammte ein Rittergeschlecht, die Herren von Schwalbach, die auch das Lehnspatronat über das Quembacher Gericht besaßen, zu welchem Schwalbach gehörte. Erst später gehörte das Dorf zu den Besitztümern der Grafen zu Solms-Braunfels, ehe es zur preußischen Bürgermeisterei von Braunfels gehörte. 1841 wurde die Bürgermeisterei Schöffengrund eingerichtet, deren Sitz sich in Schwalbach befand.

Kirchlich wurde die Pfarrei des Dorfes nach der Reformation nach Bonbaden eingegliedert. Nach dem Zweiten Weltkrieg errichtete man für die Heimatvertriebenen im Ort auch eine katholische Kirche.

Am 31. Dezember 1971 schloss sich die selbstständige Gemeinde Schwalbach mit fünf weiteren Gemeinden im Zuge der hessischen Gebietsreform zur Einheitsgemeinde Schöffengrund zusammen.[3] Sitz der Gemeindeverwaltung wurde Schwalbach.

Territorialgeschichte und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt die Territorien bzw. Verwaltungseinheiten denen Schwalbach unterstand im Überblick:[4][1]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belegte Einwohnerzahlen bis 1970 sind:[1]

  • 1834: 0405 evangelische Einwohner
  • 1905: 0660 Einwohner
  • 1939: 0699 Einwohner
  • 1950: 1115 Einwohner
  • 1961: 1107 Einwohner
  • 1970: 1284 Einwohner
Schwalbach: Einwohnerzahlen von 1834 bis 1967
Jahr     Einwohner
1834
  
405
1840
  
453
1846
  
506
1852
  
480
1858
  
483
1864
  
516
1871
  
548
1875
  
587
1885
  
608
1895
  
612
1905
  
660
1910
  
717
1925
  
717
1939
  
699
1946
  
1.058
1950
  
1.115
1956
  
1.089
1961
  
1.107
1967
  
1.175
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.

Sehenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelische Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelische Kirche von Schwalbach entstand in der Zeit von 1763 bis 1767. Es ist eine Saalkirche mit Walmdach. An der Nordseite befindet sich der Kirchturm mit Zwiebelhaube.[5]

Mineralbrunnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am nordwestlichen Ortsrand befindet sich ein Mineralbrunnen. Er wurde bereits 1334 als Sure Born (Sauerbrunnen) erwähnt und im Jahr 1717 durch Fürst Wilhelm Moritz von Solms-Braunfels befestigt. Die Quelle wird immer noch wirtschaftlich genutzt und das Mineralwasser als Schwalbacher Tafelwasser verkauft.[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Schwalbach, Lahn-Dill-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). (Stand: 30. November 2016)
  2. Infoblatt der Gemeinde Schöffengrund von 2003, Seite 29 (PDF).
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 380.
  4. Verwaltungsgeschichte Land Hessen bei M. Rademacher, Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990
  5. Denkmalpflege Hessen: Evangelische Kirche Schwalbach
  6. Schwalbacher Quelle: Geschichte der Schwalbacher Mineralquelle

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]