Schwanenkönig

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Schwanenkönig
Studioalbum von Karat

Veröffent-
lichung(en)

1980

Label(s) Amiga, Pool (Teldec)

Format(e)

LP, CD, MC

Genre(s)

Rock

Titel (Anzahl)

10

Länge

45:00

Besetzung

Produktion

Jürgen Lahrtz

Studio(s)

Amiga Studio Berlin

Chronologie
Über sieben Brücken (1979) Schwanenkönig Der blaue Planet (1982)
Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben[1]
Schwanenkönig
  DE 26 29.09.1980 (24 Wo.)

Schwanenkönig ist ein Album der deutschen Rockgruppe Karat aus dem Jahr 1980. Aufgenommen wurde es in den Amiga-Studios in der Ost-Berliner Brunnenstraße. Das Album erschien zeitgleich in beiden Teilen Deutschlands.

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schwanenkönig gilt als das lyrischste aller Alben von Karat, da es mit den Titeln Magisches Licht, Tiefsee, Schwanenkönig und Le Doyen I und Le Doyen II relativ viele ruhige, textlich verschlüsselte und tiefgründige Songs enthält. Einige der härteren Songs (Der Boxer, Großstadt) wirken dagegen etwas oberflächlich gearbeitet. Vor allem wegen der leicht mystischen Lyrik fiel die Kritik erstmals wahrnehmbar gespalten aus, was dem Erfolg der Platte im Osten und Westen Deutschlands jedoch keinen Abbruch tat.[2] Trotz des balladesken Übergewichts gehört der Hardrock Das Narrenschiff zu den erfolgreichsten und am intensivsten erarbeiteten Titeln des Albums. Über die Thematik des mittelalterlichen Buchs Narrenschiff, geschrieben vom Humanisten Sebastian Brant, wurde hier nicht nur Kritik an menschlichen Lastern, sondern auch an der Politik geübt. Das Titellied Schwanenkönig avancierte in kurzer Zeit zu einem der größten Hits der Band.

In der DDR und in der Bundesrepublik Deutschland kam das Album gleichzeitig, aber mit unterschiedlichem Artwork heraus.

Als Singles wurden die Titel Magisches Licht mit Großstadt sowie zusätzlich in der Bundesrepublik Deutschland der Titelsong Schwanenkönig mit Le Doyen II ausgekoppelt.

Insgesamt konnte sich Schwanenkönig etwas über 700.000 Mal verkaufen, in der Bundesrepublik Deutschland verfehlte es nur knapp eine Goldene Schallplatte.[3]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Textautor Norbert Kaiser verfasste folgenden Begleittext, der auf dem LP-Cover erschien:

„Bevor der Schwanenkönig für Euch auf die Reise geht, ein paar begleitende Anmerkungen zu einigen Liedern dieser dritten KARAT-LP, die nach einer turbulenten Tourneesaison im Januar 1980 aufgenommen wurde. Griechischer und nordeuropäischer Mythologie ist das Motiv des singenden Schwans; in wechselnder Form und Aussage fand es in allen Kunstepochen Verwendung. Der Titelsong, der Elemente der Ballade und des Volksliedes vereint, wurde angeregt durch eine Fabel Leonardo da Vincis. Die lyrische Erinnerung Le Doyen gilt einem Abend in Paris, wo KARAT im September 1979 gastiert hatte. Eine Tradition aus dem 15. Jahrhundert nimmt Das Narrenschiff auf. Zur Fastnacht 1494 erschien die Erstausgabe des gleichnamigen Buches des Humanisten Sebastian Brant mit einem Holzstich-Zyklus des jungen Albrecht Dürer. Analog zu mittelalterlichen Sittenspiegeln wird eine Parade menschlicher Torheiten, Schwächen und Laster aufgeführt. Einhundertelf Narren versammelte Brant in seiner schellenklingenden Galerie, die als Volksbuch binnen kurzer Frist zum ersten literarischen ‚Welt‘-erfolg deutscher Sprache avancierte. Für den Tanz zum ‚Mitternacht-Blues‘ hat sich unser Faun einen verbeulten Wedekindschen Frack geliehen. Die Tiefsee, angelegt als psychologische Studie, versucht in ungewohnten Bildern Verborgenes freizulegen, was zwischen den Mühlsteinen der Gewohnheit und der Oberflächlichkeit manchmal zerrieben zu werden droht. Für Euch, die Ihr den Regenbogen liebt, hat KARAT das ‚Magische Licht‘ entzündet: haben Henning und Bernd ihre Saiten verzaubert, hat Micha seinen Herzschlag getrommelt, haben Herbert und Ed ihr Bestes gegeben.“

Der Titelsong wurde 1998 von der österreichischen Band Schürzenjäger zusammen mit dem SWF-Orchester für das Jubiläumsalbum „25 Jahre Schürzenjäger“ im klassischen Stil neu aufgenommen.

Besetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Titelliste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tanz mit der Sphinx (Swillms/Kaiser) (5:30)
  2. Mitternacht-Blues (Swillms/Dreilich) (6:00)
  3. Magisches Licht (Swillms/Kaiser) (5:00)
  4. Der Boxer (Swillms/Kaiser) (2:50)
  5. Le Doyen I (Swillms) (2:05)
  6. Das Narrenschiff (Swillms/Kaiser) (4:50)
  7. Tiefsee (Swillms/Kaiser) (5:40)
  8. Großstadt (Swillms/Lasch) (3:45)
  9. Schwanenkönig (Swillms/Kaiser) (5:55)
  10. Le Doyen II (Swillms/Kaiser) (2:50)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • G. Friedrich (Hrsg.): Karat. Amiga-Produktionen. Particell-Ausgabe, Leipzig 1981
  • C. Gerlach: Karat. Pop Nonstop, Berlin 1985
  • W. Schumann: Karat. Über sieben Brücken. Berlin 1995
  • J. Fritzsche: Meine Jahre mit Karat. Radeberg, Castrop-Rauxel 2005

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. DE1 DE2
  2. Die Kritik ging vor allem von einem viel beachteten Artikel Wolfgang Langes aus: siehe Weblinks.
  3. C. Gerlach: Karat. Pop Nonstop, Berlin 1985, S. 126.