Schwangerschaftsdepression

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Klassifikation nach ICD-10
O99.3 Psychische Krankheiten sowie Krankheiten des Nervensystems, die Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett komplizieren
ICD-10 online (WHO-Version 2013)

Eine Schwangerschaftsdepression ist eine unipolare Depression während der Schwangerschaft, die oft als Folge einer Anpassungsstörung zustande kommt.

Wie andere Erkrankungen kann auch eine Schwangerschaftsdepression laut ICD-10 anderenorts klassifiziert werden, wird jedoch aufgrund der Tatsache, dass sie Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett komplizieren kann, gesondert aufgeführt und mit O99.3 kodiert.

Etwa 10 Prozent aller Frauen sind während der Schwangerschaft von einer Depression betroffen, nach einer Studie von Evans erfüllten in der 32. Schwangerschaftswoche 13,5 % der Schwangeren die Kriterien einer möglichen Depression.[1] Nach einer anderen Studie sind 10 Prozent der Frauen betroffen.[2] Die Ursachen dafür sind immer noch unklar und die Behandlung, insbesondere die medikamentöse, ist heikel. Ergebnisse einer finnischen Studie, wonach eine Schwangerschaftsdepression der Mutter bei den herangewachsenen Kindern mit einer geringen Zunahme kriminellen Verhaltens assoziiert sein soll[3], sind durch andere Arbeitsgruppen bisher nicht bestätigt worden.

Eine Relevanz haben in diesem Zusammenhang die postpartale Stimmungskrisen, die auch Wochenbettdepression genannt werden.

Quellen[Bearbeiten]

  1. Cohort study of depressed mood during pregnancy and after childbirth. Jonathan Evans. BMJ 2001;323:257–260 ( 4. August 2001)
  2. Werner Rath, Klaus Friese. „Erkrankungen in der Schwangerschaft“. 2005. Thieme. S. 347
  3. P. Mäki et al.: Criminality in the offspring of antenatally depressed mothers: a 33-year follow-up of the Northern Finland 1966 birth cohort. Journal of Affective Disorders 2003 (74) 273–278 PMID 12738046

Weblinks[Bearbeiten]

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