Schwante

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Schwante
Gemeinde Oberkrämer
Wappen von Schwante
Koordinaten: 52° 44′ 4″ N, 13° 5′ 27″ O
Höhe: 41 m ü. NHN
Fläche: 25,2 km²
Einwohner: 1855 (31. Dez. 2011)[1]
Bevölkerungsdichte: 74 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 2001
Postleitzahl: 16727
Vorwahl: 03304
Dorfkirche Schwante
Dorfkirche Schwante

Schwante ist ein Ortsteil der Gemeinde Oberkrämer im Landkreis Oberhavel in Brandenburg. Bis zum 31. Dezember 2001 war Schwante eine eigenständige Gemeinde, die vom damaligen Amt Oberkrämer verwaltet wurde.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schwante liegt im östlichen Ländchen Glien, etwa zehn Kilometer Luftlinie westlich der Stadt Oranienburg und 30 Kilometer nordwestlich des Stadtzentrums von Berlin. Umliegende Ortschaften sind Germendorf im Nordosten, Leegebruch im Osten, Vehlefanz im Süden, Klein Ziethen im Südwesten, Groß-Ziethen im Westen sowie Amalienfelde im Nordwesten. Zu Schwante gehören die Wohnplätze Kuckswinkel, Lindensiedlung, Neu-Schwante und Sommerswalde.

Durch Schwante verlaufen die Landesstraßen 17 und 170. Die Bundesautobahn 10, Anschlussstelle Oberkrämer, ist etwa vier Kilometer entfernt. Auf der Gemarkung des Ortes liegen der Schwanter See sowie Teile des Mühlensees, zudem liegen mehrere Fließe im Ortsgebiet. Der Schwanter Vorflutgraben bildet teilweise die Gemarkungsgrenze zu Vehlefanz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals urkundlich erwähnt wurde der damals noch ohne die Endung -e geschriebene Ort im Jahr 1355. Der Ortsname bedeutet „Ort am heiligen See“, eine mythologische Herkunft des Ortsnamens ist zu vermuten.[2]

Am 1. Januar 1937 wurde die damalige Gemeinde Neu Schwante nach Schwante eingemeindet. Damals lag Schwante im Landkreis Osthavelland in der Provinz Brandenburg. Zu DDR-Zeiten gehörte die Gemeinde zum Kreis Oranienburg im Bezirk Potsdam. Dieser wurde nach der Wende zunächst in Landkreis Oranienburg umbenannt und fusionierte im Dezember 1993 mit dem Landkreis Gransee zum heutigen Landkreis Oberhavel. Am 31. Dezember 2001 wurden Schwante und drei weitere Gemeinden nach Oberkrämer eingemeindet.

Am 7. Oktober 1989 wurde im Pfarrhaus von Schwante die Sozialdemokratische Partei der DDR gegründet.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Schwante
Wasserturm Schwante

In Schwante sowie im zum Ort gehörenden Sommerswalde sind in der Denkmalliste des Landes Brandenburg acht Baudenkmale verzeichnet:

  • Die evangelische Dorfkirche Schwante wurde im Jahr 1780 unter der Leitung eines Chr. Ph. Leitner errichtet. Es handelt sich dabei um einen barocken Saalbau mit quadratischem Westturm. Der Turm ist reich gegliedert und verfügt über Haube und Spitzhelm. Im Inneren der Kirche befindet sich eine flache Putzdecke und eine Hufeisenempore mit hölzernen Säulen. Die Patronatsloge sowie der Kanzelaltar stammen aus der Bauzeit der Kirche.
  • Das Schloss Schwante wurde ab 1741 in zweijähriger Bauzeit unter Auftrag eines Erasmus Wilhelm von Reedern und dessen Frau Catharina Elisabeth als zweigeschossige Dreiflügelanlage mit Kolossalpilastergliederung unter Walmdächern errichtet. An der Stelle stand zuvor vermutlich bereits ein anderer Bau, da zwei Räume im Keller des Schlosses bereits aus dem 17. Jahrhundert stammen. Um 1900 wurde das Herrenhaus innen umgebaut, die Terrasse mit Freitreppe auf der Rückseite wurde 1928 angebaut. Heute beherbergt das Schloss ein Restaurant.
    • Die Wirtschaftsgebäude des Herrenhauses wurden 1870 erbaut, nachdem diese nach außerhalb des Ortes verlegt wurden. Dabei handelt es sich um mehrere Sichtziegelbauten, die sich in Hufeisenform um den ebenfalls unter Denkmalschutz stehenden Wasserturm Schwante gruppieren. Zwischen 1903 und 1905 wurden diese Gebäude erneuert.[3]

Zu den Sehenswürdigkeiten zählen auch der Schaugarten Schwante[4] und ein Gehege mit Wollschweinen.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Müllers Großes Deutsches Ortsbuch 2012: Vollständiges Ortslexikon. 33. überarb. und erw. Ausg., Walter de Gruyter, Berlin und Boston 2012, ISBN 978-3-11-027420-2, Online bei Google Books, S. 1.261
  2. Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin: Alter - Herkunft - Bedeutung. be.bra Wissenschaft, 2005, S. 156.
  3. Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler – Brandenburg. 2. Auflage. 2012, ISBN 978-3-422-03123-4, S. 1.038–1.039.
  4. https://www.tagesspiegel.de/berlin/ausflugstipps-fuer-das-wochenende-mit-den-woelfen-in-brandenburg-heulen/12126838.html
  5. https://www.tagesspiegel.de/berlin/schwante-in-brandenburg-ein-bisschen-florenz-im-norden-berlins/13491876.html