Schwartz-Reagenz

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Strukturformel
Strukturformel des Schwartz-Reagenzes
Allgemeines
Name Schwartz-Reagenz
Andere Namen

Bis(cyclopentadienyl)zirconiumchlorhydrid

Summenformel C10H11ClZr
CAS-Nummer 37342-97-5
PubChem 21879930
Kurzbeschreibung

weißer Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 257,87 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

>300 °C[2]

Löslichkeit

reagiert mit Wasser und Ethanol[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [3]
02 – Leicht-/Hochentzündlich 05 – Ätzend

Gefahr

H- und P-Sätze H: 261​‐​314
P: 231+232​‐​280​‐​305+351+338​‐​310​‐​422 [3]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [4][2]
Ätzend Leichtentzündlich
Ätzend Leicht-
entzündlich
(C) (F)
R- und S-Sätze R: 14​‐​34
S: 8​‐​20​‐​26​‐​30​‐​36/37​‐​45Vorlage:S-Sätze/Wartung/mehr als 5 Sätze
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
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Das Schwartz-Reagenz ist eine chemische Verbindung des Zirconiums aus der Stoffgruppe der Metallocene. Es wird in der organischen Synthese bei der Hydrozirconierung verwendet und wurde nach dem amerikanischen Chemiker Jeffrey Schwartz benannt.

Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals synthetisiert wurde das Schwartz-Reagenz 1970 von P. C. Wailes und H. Weigold.[5] Seinen Namen erhielt die Verbindung 1974, als Jeffrey Schwartz die Hydrozirconierung mit Hilfe von Bis(cyclopentadienyl)zirconiumchlorhydrid entwickelte.[6]

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Das Schwartz-Reagenz lässt sich durch Hydrierung von Zirconocendichlorid mit Lithiumaluminiumhydrid gewinnen. Das dabei ebenfalls entstehende Zirconocendihydrid lässt sich durch Reaktion mit Dichlormethan in die gemischte Verbindung umwandeln.[1]

Verwendung[Bearbeiten]

Das Schwartz-Reagenz wird zur Hydrozirconierung eingesetzt. Dabei erfolgt eine Addition von Zirconium und Wasserstoff des Reagenzes an ein Alken oder Alkin. Durch anschließenden oxidativen Abbau mit geeigneten Reagenzien wie Sauerstoff oder Brom lassen sich daraus substituierte Alkane gewinnen. Bei der Reaktion mit Sauerstoff entstehen dabei Alkohole, mit Brom Bromalkane.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Stephen L. Buchwald, Susan J. LaMaire, Ralph B. Nielsen, Brett T. Watson, Susan M. King: Schwartz's reagent. In: Organic Syntheses. 73, 1993, S. 77, doi:10.15227/orgsyn.073.0077; Coll. Vol. 9, 1998, S. 162 (PDF).
  2. a b c Datenblatt Schwartz-Reagenz bei AlfaAesar, abgerufen am 6. Juli 2010 (JavaScript erforderlich).
  3. a b Datenblatt Bis(cyclopentadienyl)zirconium(IV) chloride hydride bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 23. April 2011 (PDF).
  4. Seit dem 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  5. P. C. Wailes, H. Weigold: Hydrido complexes of zirconium I. Preparation, in: Journal of Organometallic Chemistry, 1970, 24 (2), S. 405–411; doi:10.1016/S0022-328X(00)80281-8.
  6. Donald W. Hart, Jeffrey Schwartz: Hydrozirconation. Organic synthesis via organozirconium intermediates. Synthesis and rearrangement of alkylzirconium(IV) complexes and their reaction with electrophiles, in: J. Am. Chem. Soc., 1974, 96 (26), S. 8115–8116; doi:10.1021/ja00833a048.
  7. Christoph Elschenbroich: Organometallchemie. 6. Auflage, Teubner, Wiesbaden 2008, ISBN 978-3-8351-0167-8, S. 479.