Schwarzach (Odenwald)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Schwarzach
Schwarzach (Odenwald)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schwarzach hervorgehoben
Koordinaten: 49° 22′ N, 8° 59′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Neckar-Odenwald-Kreis
Höhe: 219 m ü. NHN
Fläche: 8,37 km2
Einwohner: 2863 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 342 Einwohner je km2
Postleitzahl: 74869
Vorwahl: 06262
Kfz-Kennzeichen: MOS, BCH
Gemeindeschlüssel: 08 2 25 116
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 14
74869 Schwarzach
Webpräsenz: www.schwarzach-online.de
Bürgermeister: Mathias Haas (parteilos)
Lage der Gemeinde Schwarzach im Neckar-Odenwald-Kreis
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Über dieses Bild

Schwarzach ist eine Gemeinde im Neckar-Odenwald-Kreis in Baden-Württemberg und staatlich anerkannter Erholungsort. Sie gehört zur europäischen Metropolregion Rhein-Neckar (bis 20. Mai 2003 Region Unterer Neckar und bis 31. Dezember 2005 Region Rhein-Neckar-Odenwald).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schwarzach liegt im Naturpark Neckartal-Odenwald am Südrand des Odenwalds (im Kleinen Odenwald) mit Blick auf den Kraichgau. Im Westen grenzt sie an den Rhein-Neckar-Kreis. Der Waldanteil beträgt nahezu 48 Prozent.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus den ehemaligen Gemeinden Unterschwarzach und Oberschwarzach. Zur ehemaligen Gemeinde Oberschwarzach gehört das Dorf Oberschwarzach und der Ort Forsthaus. Zur ehemaligen Gemeinde Unterschwarzach gehören das Dorf Unterschwarzach und der Schwarzacherhof (Diakonische Einrichtung für Menschen mit Behinderung) zwischen Unterschwarzach und Oberschwarzach.[2]

Die drei Orte Unterschwarzach, Oberschwarzach und Schwarzacher Hof werden vom Schwarzbach durchflossen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schwarzach wurde 1143 erstmals urkundlich erwähnt. 1823 wurde die Gemeinde in die selbständigen Gemeinden Unterschwarzach und Oberschwarzach geteilt. Mitte des 19. Jahrhunderts wanderte etwa ein Drittel der Bevölkerung aus wirtschaftlichen Gründen nach Nordamerika aus. Am 1. Januar 1972 wurde Oberschwarzach nach Unterschwarzach eingemeindet. Am 20. Januar 1972 wurde die Gemeinde Unterschwarzach in Schwarzach umbenannt.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wahlergebnis 2004:

  1. FWG 52,1 % (+10,2) – 8 Sitze (+2)
  2. CDU 25,0 % (+1,0) – 3 Sitze (=)
  3. SPD 22,9 % (−3,4) – 3 Sitze (−1)
  4. Andere 0,0 % (−7,9) – 0 Sitze (−1)

Die Kommunalwahl am 7. Juni 2009 brachte folgendes Ergebnis:[4]

Partei Stimmen +/− Sitze +/−
FWG 52,0 % (−0,1) 8 (±0)
CDU 29,2 % (+4,2) 4 (+1)
SPD 18,9 % (−4,0) 2 (−1)

Die Wahlbeteiligung lag bei 51,0 Prozent und war damit um 1,3 Prozentpunkte höher als bei der Kommunalwahl 2004. Dem Gemeinderat gehören zehn Männer und vier Frauen an.

Die Kommunalwahl 25. Mai 2014 ergab diese Sitzverteilung:[5]

  • WVS: 7 Sitze
  • CDU: 4 Sitze
  • SPD: 5 Sitze

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Silber (Weiß) an pfahlweise gestelltem, belaubtem grünem Zweig drei rote Äpfel (1:2).

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Oktober 2014 wurde im ersten Wahlgang Mathias Haas zum neuen Bürgermeister gewählt, er ist Nachfolger von Theo Haaf, der nach 24 Jahren nicht mehr antrat.[6] Haas trat sein Amt am 2. Februar 2015 an.[7]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gebäude der Johannes-Diakonie von 1914/15

Der „Schwarzacher Hof“ der Johannes-Diakonie Mosbach ist der größte Arbeitgeber und hat beim zwischen Ober- und Unterschwarzach gelegenen Wasserschloss inzwischen eine eigene Siedlung ausgebildet. Die ältesten Gebäude des „Schwarzacher Hofes“ datieren von 1914/15, der Großteil der Gebäude der Einrichtung entstand jedoch erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Der Schwarzacher Hof bietet 780 Wohnplätze und Außenwohngruppen für Menschen mit Behinderungen. Außerdem bieten die Schwarzacher Werkstätten 800 Plätze und die Fachschule für Sozialpädagogik 240 Plätze.

Während der NS-Gewaltherrschaft wurden im Jahr 1940 von den 200 Heimbewohnern 167 im Rahmen der „Euthanasie“-Tötungsaktion T4 in die Mordanstalt Grafeneck deportiert und umgebracht. Nachdem in den letzten Kriegsjahren die Gebäude als Hilfskrankenhaus von der Daimler-Benz AG requiriert wurden, kamen die verbliebenen Jugendlichen in die Anstalt Eichberg, wo sie ermordet wurden.[8]

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schwarzach verfügt über eine eigene Grundschule und mit der Schwarzbachschule über ein Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum (Förderschwerpunkte geistige Entwicklung, Lernen und emotionale und soziale Entwicklung) der Johannes-Diakonie Mosbach.

Freizeiteinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schwarzach verfügt über ein beheiztes Schwimmbad, über eine Alla Hopp-Anlage und im großen Wildpark gibt es einen Streichelzoo und einen Afrikaspielplatz. Ebenso verfügt Schwarzach über einen Wohnmobil-Platz mit Kiosk.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wasserschloss Schwarzach
Katholische Kirche
Rathaus

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Wasserschloss Schwarzach geht auf die mittelalterliche Wasserburg Schwarzach zurück, die später Lehensgut und ab dem späten 17. Jahrhundert kurpfälzische Kellerei war. Der verputzte längliche Hauptbau steht noch über dem alten Wassergraben und lässt sich über eine steinerne Brücke erreichen. Von der Wasserburg sind außer Teilen des Grabens noch Mauerreste und ein Eckturm erhalten. Heute befindet sich in dem Gebäude das staatliche Forstamt.
  • Die um 1750 im Barockstil erbaute katholische Kirche in Unterschwarzach hat einen außergewöhnlichen runden Kirchturm. Die evangelische Kirche wurde 1914 im Jugendstil erbaut. Das Rathaus in Unterschwarzach ist ein schlossartiger Backsteinbau mit einem Brunnen von 1990. Das historische Rathaus in Oberschwarzach ist heute Geschäftshaus.
  • Die Gemeinde Schwarzach ist reich an Fachwerkhäusern, Gasthöfen, Brunnen- und Dorfteichanlagen
  • Mörserglocke (größte und tontiefste Glocke in Baden-Württemberg), Kriegerdenkmal
  • An der Straße nach Michelbach befindet sich ein historischer Wasserhochbehälter von 1913

Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regenrückhaltebecken Oberschwarzach
  • Wildpark in Unterschwarzach
  • Um die Gefahr von Hochwasser in der Tallage des Ortes zu dämmen, wurde oberhalb von Oberschwarzach ein Regenrückhaltebecken errichtet.

Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Freilichtbühne im Birkenhof führt das Amateurtheater des Vereins Freilichtspiele Kleiner Odenwald, kurz KleinOd, hervorgegangen aus dem Theater im Birkenhof, Stücke auf.[9]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alle politisch selbständigen Gemeinden mit ausgewählten Merkmalen am 30.09.2016 (3. Quartal 2016) (XLS-Datei, 4,86 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Landesarchivdirektion Baden-Württemberg (Hrsg.): Regierungsbezirk Karlsruhe. Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002542-2 (Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band 5), S. 261–262.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 477.
  4. Endgültige Ergebnisse der Gemeinderatswahlen 2009 beim Statistischen Landesamt
  5. http://www.schwarzach-online.de/fileadmin/Dateien/Dateien/vorl._Ergebnis_Gemeinderatswahl__25_05_2014.pdf
  6. https://www.nokzeit.de/2014/10/19/mathias-haas-wird-buergermeister-von-schwarzach/
  7. http://www.mathias-haas.de/Mathias_Haas_-_Ihr_Burgermeister_fur_Schwarzach/Home.html
  8. Ulrike Puvogel, Martin Stankowski: Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Schleswig-Holstein. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0 (Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Band 1), S. 81 f.
  9. RNZett, das Veranstaltungsmagazin der Rhein-Neckar-Zeitung vom 12. Mai 2016

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schwarzach (Odenwald) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien