Bahnstrecke Rottenbach–Katzhütte

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Rottenbach–Katzhütte
Strecke der Bahnstrecke Rottenbach–Katzhütte
Streckennummer: 6690
Kursbuchstrecke (DB): 562
Streckenlänge: 24,9 km
Maximale Neigung: 30 
Minimaler Radius: 180 m
Höchstgeschwindigkeit: 60 km/h
Strecke – geradeaus
von Saalfeld
Bahnhof, Station
0,00 Rottenbach
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
nach Arnstadt
   
2,48 Köditzberg
   
nach Königsee
Haltepunkt, Haltestelle
4,81 Bechstedt-Trippstein
Bahnhof, Station
7,36 Schwarzburg
Bahnhof, Station
10,64 Sitzendorf-Unterweißbach
Haltepunkt, Haltestelle
14,41 Obstfelderschmiede zur Bergbahn
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
14,50 Oberweißbacher Bergbahn
Bahnhof, Station
16,44 Mellenbach-Glasbach
   
18,38 Zirkel
Haltepunkt, Haltestelle
22,01 Meuselbach-Schwarzmühle
Kopfbahnhof – Streckenende
24,93 Katzhütte

Die Bahnstrecke Rottenbach–Katzhütte, auch Schwarzatalbahn, ist eine Nebenbahn in Thüringen. Die 25 Kilometer lange Strecke führt im Thüringer Wald von Rottenbach nach Katzhütte. Die Bahnstrecke hat ihren Namen vom Fluss Schwarza, einem linken Nebenfluss der Saale, dem sie im mittleren Abschnitt von Schwarzburg bis Katzhütte folgt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wasserturm des Bahnhofs Sitzendorf-Unterweißbach

Zur Erschließung des Schwarzatales mit seinen schwarzburgischen Waldgebieten und der dort angesiedelten Holz-, Glas- und Porzellanindustrie wurde über den Bau einer Eisenbahnstrecke von Rottenbach nach Katzhütte, mit einer Zweigstrecke nach Königsee, am 30. Januar 1895 ein Staatsvertrag zwischen dem Königreich Preußen und dem Fürstentum Schwarzburg-Rudolstadt geschlossen. Da die Jagdgebiete des Fürsten Günther Victor von Schwarzburg-Rudolstadt im unteren Schwarzatal lagen, erfolgte zu deren Umfahrung eine aufwändige Linienführung vom Tal der Rinne über einen Höhenzug zum Schwarzatal. Der erste Streckenabschnitt von Rottenbach, wo der Anschluss an die Bahnstrecke Arnstadt–Saalfeld besteht, über Köditzberg nach Königsee wurde am 16. Dezember 1899 eröffnet. Ein halbes Jahr später am 27. Juni 1900 wurde der Abschnitt von Köditzberg nach Sitzendorf in Betrieb genommen, und am 18. August war die ganze Strecke fertig. Der Bau und Betrieb der Schwarzatalbahn erfolgte bis 1920 durch die Preußischen Staatseisenbahnen. Die Verlängerung der Strecke nach Großbreitenbach zur Ilmenau-Großbreitenbacher Eisenbahn wurde aufgrund der schwierigen Topographie nicht verwirklicht.

Eine Ergänzung erfuhr die Bahnlinie am 15. März 1923 mit der Eröffnung der Oberweißbacher Bergbahn, die am neuen Haltepunkt Obstfelderschmiede an die Strecke angebunden wurde.

Im Jahr 1999 führte unterlassener Streckenunterhalt zur Einstellung des Gesamtverkehrs auf dem Abschnitt zwischen Obstfelderschmiede und Katzhütte, am 28. Mai 2000 wurde die restliche Strecke gesperrt. Zwei Jahre später wurde die „DB RegioNetz, Oberweißbacher Berg- und Schwarzatalbahn“ gegründet und mit der Streckensanierung begonnen. Die Wiederinbetriebnahme der Schwarzatalbahn feierte man am 15. Dezember 2002.

Strecke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bahnstrecke zweigt westlich vom Rottenbacher Bahnhof in ungefähr 280 Meter über NN von der Hauptbahn Arnstadt-Saalfeld Richtung Süden ab und folgt der Bundesstraße 88 bis Unterköditz. In Unterköditz biegt die Trasse Richtung Süd-Ost ab und verlässt das Tal des Baches Rinne um hinter Bechstedt bei ungefähr 400 Meter den Kulminationspunkt der Strecke zu erreichen. Der Bahnhof von Schwarzburg liegt am Nordhang des steil abfallenden und in Ost-West-Richtung verlaufenden Schwarzatales in einer Höhe von 385 Meter und wird nach einer engen Rechtskurve erreicht. Der anschließende Abstieg bis ins Schwarzatal ist in Sitzendorf bei ungefähr 305 Meter über NN beendet. Die nächsten 14 Kilometer bis zur Endstation Katzhütte folgt die Bahnstrecke der Schwarza, wobei sie diese dreizehn mal quert.

Logo der Oberweißbacher Berg- und Schwarzatalbahn

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Strecke verkehrten anfangs bis zu sechs Reisezugpaare täglich. Die Reisezeit betrug ungefähr 70 Minuten. Als Lokomotiven kamen zuerst Lokomotiven der Baureihe Preußische T 15 zum Einsatz, es folgte später die Baureihe T 14 und Ende der 1960er noch die DR-Baureihe 83.10. Mit der Diesellokomotive der Baureihe 110 wurde 1971 die Traktionsumstellung durchgeführt. Da die Brücken über die Schwarza nur für kleine Achslasten zugelassen sind, wurde später auch noch die stärkere sechsachsige Baureihe 119 mit 16 Tonnen Achslast als Streckenlokomotive verwendet. Im Jahr 1989 betrug die Reisezeit für die fünf Zugpaare eine knappe Stunde. Ab Mitte der 1990er wurden nur noch Triebwagenzüge eingesetzt.

Seit der Wiederinbetriebnahme im Jahr 2002 pendeln zwischen Rottenbach und Katzhütte mit einer Reisezeit von 43 Minuten zwei Triebwagen der Baureihe 641. Diese fahren im Stundentakt mit Kreuzung zur üblichen Symmetrieminute :59 (an :58 und ab :00) in Sitzendorf-Unterweißbach. Im Sonderverkehr werden zwei Triebwagen der DR-Baureihe VT 2.09 eingesetzt.
An Samstagen von Mai bis Oktober verkehrt einmal täglich der Schwarzatalexpress von Jena Saalbf nach Katzhütte[1]. Eingesetzt werden Züge der BR 650 der Erfurter Bahn.

Die Betriebsführung erfolgt im Zugleitbetrieb mit Rückfallweichen.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Schwarzatal-Express (PDF; 1,8 MB)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]