Schwarze Apfelbeere

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Schwarze Apfelbeere
Schwarze Apfelbeere (Aronia melanocarpa)

Schwarze Apfelbeere (Aronia melanocarpa)

Systematik
Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
Unterfamilie: Spiraeoideae
Tribus: Pyreae
Untertribus: Kernobstgewächse (Pyrinae)
Gattung: Apfelbeeren (Aronia)
Art: Schwarze Apfelbeere
Wissenschaftlicher Name
Aronia melanocarpa
(Michx.) Elliott

Die Schwarze Apfelbeere (Aronia melanocarpa) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Apfelbeeren (Aronia) innerhalb der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Manchmal wird sie auch Kahle Apfelbeere[1] oder Schwarze Eberesche[2] genannt; allerdings gehört sie nicht zur gleichen Gattung Sorbus wie die Eberesche.

Beschreibung, Ökologie und Ähnlichkeit zu anderen Arten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Die Schwarze Apfelbeere wächst als Strauch und erreicht Wuchshöhen von 1 bis 2 Metern. Die Schwarze Apfelbeere ist der Filzigen Apfelbeere (Aronia arbutifolia) vom Laub und den Blüten sehr ähnlich, wobei die anfängliche Behaarung bald verschwindet; das Laub ist weniger glänzend.

Die Blütezeit reicht in manchen Gebieten von Mai bis Juni (von Juli bis August). Die Blüten sind zwittrig und werden durch Insekten bestäubt.

Die reifen Früchte sind schwarz und glänzend. Sie fallen im Herbst bald nach der Reife ab. Ihr Geschmack ist herb süßlich, das Fruchtfleisch ist meist rot gefärbt. Die Samen reifen von Oktober bis Dezember.

Verbreitung und gärtnerische Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Früchte

Aronia melanocarpa ist ursprünglich in den nordöstlichen USA heimisch. Sie kam etwa um 1900 nach Russland, wo der ernährungsphysiologische Wert der Früchte schließlich erkannt und untersucht wurde.

In den 1950er Jahren kamen die Früchte schließlich über den Balkan nach Mitteleuropa. Die robusten Sträucher, denen Schädlinge und Pilze kaum etwas anhaben können, werden inzwischen nicht nur in Tschechien und Slowenien angebaut, sondern auch in Deutschland, im Freistaat Sachsen (vor 1989 in Sörnewitz, heute auf Plantagen in Sörnewitz, Stolpen bei Dresden, Schirgiswalde, Oberlausitz und Rothenburg bei Görlitz) und in Bayern im Landkreis Landshut.

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verwendung als Nahrungspflanze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Früchte werden für die Herstellung von Gelee, Marmelade, Saft, Wein und Likör verwendet.

Die Früchte haben einen herb-säuerlichen, etwas an Heidelbeeren erinnernden Geschmack. Die Kerne enthalten Amygdalin. Der Frischverzehr kleinerer Mengen ist aber durchaus unbedenklich.[3] Zunehmend findet man ihren Saft, oft zusammen mit anderen Fruchtsäften, industriell verarbeitet. Die getrockneten Früchte können in Teemischungen als Ersatz für Hibiskusblüten dienen. Die Früchte sind ein wichtiger Lieferant für Lebensmittelfarbstoff zur Verarbeitung in der Lebensmittelindustrie.

Verwendung als Heilpflanze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Heildroge werden die reifen frischen oder die getrockneten Früchte verwendet. Sie enthalten als Wirkstoffe Anthocyanfarbstoffe und Flavonoide, besitzen hohen Vitamin- und Mineralstoffgehalt, darunter auffällig viel Folsäure, Eisen und Jod, daneben Zucker und geringe Mengen Gerbstoffe.

Arzneiliche Anwendungen sind bisher aus Russland bekannt, wo die Apfelbeere in der Volksheilkunde gegen zu hohen Blutdruck, Magenschleimhautentzündungen, Harnwegsinfektionen oder Arterienverkalkung eingesetzt wird. Von den Inhaltsstoffen her könnte die Apfelbeere möglicherweise auch in Mitteleuropa an Bedeutung gewinnen.

Kulturformen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt die Sorten:[4]

  • 'Viking': große flachkugelige, schwarze, glänzende Früchte. Nicht ganz so aromatisch wie die Wildform, dafür ertragreicher und mit Wuchshöhen von etwa 1,5 Metern für die Handernte gezüchtet.
  • 'Nero': etwa 12 mm dicke, sehr saftige, kaum glänzende, aromatische Früchte, die sehr gut zur Herstellung von Marmeladen o. ä. verwendet werden können. Der Gerbstoffgehalt ist bei diesen Früchten niedriger als bei der Wildform (Aronia melanocarpa). Sie ist die meist angebaute und ertragreichste Sorte in Deutschland und Polen. In Ostdeutschland steht sie seit den 1970er Jahren in der Kultur; in westdeutschen Baumschulen wird sie als „Schwarze Colorado-Beere“ angeboten.
  • 'Rubina': große bis zu 14 mm dicke, dunkel-violette Früchte, sehr ertragreich und sehr frostfest, Höhe bis 2 Metern. Äußerst farbintensiv. Antioxidantisch. Wurde in Ungarn gezüchtet, seit 1994 besteht Sortenschutz.
  • 'Hugin': bis zu 13 mm dicke, violett-schwarze Früchte, Höhe bis 1,5 Metern, sehr ertragreich mit hohem Vitamin-C-Gehalt, in Schweden gezüchtet, daher sehr frostfest.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Botanica, Bäume und Sträucher, Über 2000 Pflanzenporträts, 2006, ISBN 978-3-8331-4467-7, Seite 105, als Aronia melanocarpa
  • Mayer, Schwegler: Welcher Baum ist das?, Bäume, Sträucher, Ziergehölze, ISBN 978-3-440-11273-1, Seite 166, als Kahle Apfelbeere, Aronia melanocarpa
  • Ingrid und Peter Schönfelder: Das neue Buch der Heilpflanzen Franckh-Kosmos Verlag 2011, ISBN 978-3-440-12932-6

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Joachim Mayer, Heinz-Werner Schwegler: Welcher Baum ist das? Franckh-Kosmos Verlags GmbH, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-440-11273-1, S. 166.
  2. apfelbeere.org: Aronia Melanocarpa. Abgerufen am 24. August 2011 (Beschreibung der Art Aronia melanocarpa).
  3. Aroniabeere.de: Verzehr von Aronia nicht bedenklich. Abgerufen am 11. Juli 2016.
  4. Gordon Cheers (Hrsg.): Botanica. Das ABC der Pflanzen. 10.000 Arten in Text und Bild. Könemann Verlagsgesellschaft, 2003, ISBN 3-8331-1600-5 (darin Seite 113).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schwarze Apfelbeere (Aronia melanocarpa) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien