Schwarzenbach (Nonnweiler)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Schwarzenbach
Gemeinde Nonnweiler
Ehemaliges Gemeindewappen von Schwarzenbach
Koordinaten: 49° 35′ 47″ N, 7° 1′ 8″ O
Höhe: 446 m ü. NN
Fläche: 6,09 km²
Einwohner: 801 (1. Jan. 2009)
Bevölkerungsdichte: 132 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1974
Postleitzahl: 66620
Vorwahl: 06873
Schwarzenbach (Saarland)
Schwarzenbach

Lage von Schwarzenbach im Saarland

Schale aus dem keltischen Fürstengrab
Schale aus dem keltischen Fürstengrab

Schwarzenbach ist ein Ortsteil und Gemeindebezirk der Gemeinde Nonnweiler im Landkreis St. Wendel (Saarland). Bis Ende 1973 war Schwarzenbach eine eigenständige Gemeinde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals erwähnt wird Swarcenbach im Jahr 1364. Nach zuvor 500-jähriger Zugehörigkeit zur Herrschaft Eberswald (bis 1798) war Schwarzenbach von 1817 bis 1937 Teil des zum Großherzogtum Oldenburg gehörenden Fürstentum Birkenfeld. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es zum Kreis St. Wendel. Durch die Gebietsreform wurde Schwarzenbach am 1. Januar 1974 zum Ortsteil der Gemeinde Nonnweiler.[1]

Archäologische Funde lassen auf eine Besiedlung des Gebietes durch Kelten ab dem 5. und 4. Jahrhundert v. Chr. schließen. Aus zahlreichen Grabhügel und Flachgräberfeldern der Eisenzeit stechen die beiden 1849 zufällig entdeckten „Fürstengrabhügel“ hervor. Beide Grabhügel beinhalteten jeweils eine männliche Bestattung mit zahlreichen Beigaben an Waffen, importierten etruskischen und keltischen Metallgefäßen und Goldschmuck.

Die Grabhügel wurden in Sichtweite der keltischen Festungsanlage, dem Ringwall von Otzenhausen angelegt, was einer gängigen Tradition jener Zeit entspricht. Die Machthaber oder Fürsten wurden in der Nähe ihrer Machtzentren (hier 2 Kilometer Entfernung) bestattet.

Der 1984 getätigte Fund einer importierten Weinamphora des 1. Jahrhunderts v. Chr. lässt auf ein mehrere Jahrhunderte dauerndes Fortleben der keltischen Adelsnekropole schließen. Zu jener Zeit wurde die Festung im Rahmen der römischen Okkupation aufgegeben und eine Neusiedlung zu Füßen der Festung in der Schwarzenbacher Flur „Spätzrech“ gegründet.

Die Kirche St. Katharina (Schwarzenbach) wurde 1876 erbaut.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Petto, Helmut: Ortsgeschichte von Schwarzenbach. Nonnweiler: Verein für Heimatkunde 1987.
  • Petto, Helmut: Familienbuch von Schwarzenbach 1669–1973. Nonnweiler: Verein für Heimatkunde 1985.
  • Schuler, Robert: Die Fürstengräber von Schwarzenbach. Nonnweiler: Verein für Heimatkunde 1986.
  • Fritsch, Thomas: Der "Hunnenring" bei Otzenhausen. Führer zu den Zeugnissen aus keltischer und römischer Zeit. Rhein. Kunststätten, Heft 483, 2004.
  • Wiegert, Mathias: Der "Hunnenring" von Otzenhausen. Die Siedlungsfunde und Bebauungsstrukturen einer spätlatènezeitlichen Höhenbefestigung im Saarland. Rahden 2002.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 810.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]