Schwarzenberg (Adelsgeschlecht, Schwarzwald)

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Wappen der Freiherren von Schwarzenberg

Freiherren von Schwarzenberg nannten sich zwischen 1120 und 1465 zwei verschiedene Geschlechter, denen nacheinander die Schwarzenburg bei Waldkirch gehörte und die die Vogtei über das Kloster St. Margarethen in Waldkirch ausübten. Die von Schwarzenberg gründeten die Städte Waldkirch und Elzach, bauten außer der Schwarzenburg die Kastelburg, betrieben Blei- und Silber-Bergbau bei Bleibach bzw. im Suggental (Silberbergwerk Suggental mit dem Urgraben) und herrschten über große Teile des Elz- sowie des Glottertals.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

König Otto III. gab 994 dem Frauenkloster St. Margarethen in Waldkirch das Recht sich frei einen Schirmvogt auszuwählen und einen solchen allenfalls auch wieder abzusetzen.[2] Dieses Recht wurde 1123 von Heinrich V. bestätigt. Papst Alexander III. bestätigte in einer Bulle von 1178 den Besitz des Klosters.

Das ältere Haus Schwarzenberg (1100–1216)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 1100 erscheinen im Zusammenhang mit der Beurkundung von Schenkungen an die Klöster St. Peter und St. Georgen die Waldkircher Schirmvögte als advocati de Waldhilcha, später – nach dem Bau der Schwarzenburg auf dem Schwarzenberg, einem Ausläufer des Kandelsadvocati de Swarzinbere. Um 1120 wird bei einem Gütertausch von einem Schirmvogt Konrad gesprochen. Die Waldkircher[3] bzw. Schwarzenberger bewegten sich im Umfeld der Zähringer, Üsenberger und Röttler, woraus eine gewisse Bedeutung des Geschlechts abzulesen ist. Die Schwarzenberg waren einerseits Vögte des Klosters St. Margarethen in Waldkirch, sie verfügten aber auch über ausgedehnte Eigengüter im Raum Waldkirch, wobei die Auseinandersetzungen zwischen Vögten und Kloster im 15. Jahrhundert den Schluss nahelegen, dass die Schwarzenberger schon damals ihre Rechte auf Kosten des Klosters sukzessive ausgedehnt hatten.

Dem um 1100 auftretenden Konrad folgten weitere drei Personen mit diesem Leitnamen. Ein Konrad von Schwarzenberg war Teilnehmer am 3. und 4. Kreuzzug.[4] Bei letzterem gehörte er zu einer Gruppe Adliger aus dem Elsass und dem Breisgau, die Abt Martin vom elsässischen Kloster Pairis folgten. Er kam über Akkon 1204 nach Konstantinopel, als dieses vom Hauptheer der Kreuzfahrer belagert und dann geplündert wurde. Konrad (der Kreuzfahrer) war der letzte männliche Nachkomme seines Geschlechts und besaß Güter in Runstal inklusive Burg Runstal, Mundingen und Vörstetten.[4] Nach der Urkundenlage muss er 1212 oder 1213 in Akkon verstorben sein, wo er sich 1207/1208 ein stattliches Haus gekauft hatte.[4] Adelheid von Schwarzenberg, eine Tochter oder Schwester des Konrad, war mit Walter I. von Eschenbach verheiratet.

Das jüngere Haus Schwarzenberg (1243–1465)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Söhne von Walter I. von Eschenbach, Walter II. und Berchtold, teilten das Erbe und bildeten die Linien Eschenbach zu Oberhofen und Eschenbach-Schnabelburg. Die neu erworbenen schwarzenbergischen Gebiete wurden zunächst gemeinsam verwaltet. Um 1270 teilten Walter von Eschenbach und Johann von Eschenbach-Schnabelburg die Besitztümer der Familie in der Weise, dass die Güter im Breisgau an die Eschenbach-Schnabelburg gingen, während die Besitzungen in der Schweiz weitgehend an die Eschenbach kamen.[5] Ein Walter von Eschenbach nannte sich 1223 bis 1245 Vogt zu Schwarzenberg. Später nannte sich das Geschlecht auch Schnabelburg-Schwarzenberg.

Vor 1283 gründeten die Herren von Schwarzenberg die Stadt Waldkirch, die sie dann um 1300 mit dem Freiburger Stadtrecht ausstatteten. 1284 kauften die Schwarzenberger die Heidburg.[6] Um das Jahr 1290 erhielt Elzach durch Wilhelm oder dessen Sohn Heinrich von Schwarzenberg die Stadtrechte.

1316 versicherte Heinrich von Schwarzenberg der Stadt Freiburg, dass er keinen befahrbaren Weg durch den Simonswald anlegen werde.[7]

Unter den Söhnen von Ulrich I. von Schnabelburg (Berchtold III. und Johann I.) kam es um 1290 zu einer weiteren Aufteilung des Besitzes. Bereits um 1330 erlangten die Habsburger die Lehenshoheit über die Herrschaft Schwarzenberg.[8]

Schwarzenberg-Schwarzenberg (ca. 1290–1347)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Berchtold III. ist der Begründer der Linie Schwarzenberg-Schwarzenberg, die mit seinem Ur-Enkel Ulrich II. bereits 1347 ausstarb.

An die Herrschaft Schwarzenberg gingen 1290 neben der Schwarzenburg die Orte Siensbach, Siegelau, Oberglottertal, Unterglottertal, Heuweiler, Katzenmoos und Unteryach sowie die Freivogtei über das Kloster St. Margarethen. Bei einer weiteren Teilung von bisher gemeinsamem Besitz im Jahr 1316 erhielt die Herrschaft Schwarzenberg die Hälfte von Suggental und die Stadt Elzach.[1]

Burg und Herrschaft fielen an die Linie Schwarzenberg-Kastelburg, da Ulrichs Erbtochter, Anna, mit Johann III. von Schwarzenberg-Kastelburg verheiratet war.[9]

Schwarzenberg-Kastelburg (ca. 1290–1465)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Johann I. von Schwarzenberg ist der Begründer der Linie Schwarzenberg-Kastelburg, die mit seinem Ur-Ur-Enkel Hans Werner 1465 ausstarb. Johann I. tritt in den Urkunden über viele Jahre gemeinsam mit seinem Neffen Wilhelm von der Linie Schwarzenberg-Schwarzenberg auf.

An die Herrschaft Kastelberg gingen 1290 neben der Kastelburg die Orte Oberwinden, Simonswald, Bleibach, Gutach, Riedern, Kohlenbach und Kollnau. Bei der weiteren Teilung von bisher gemeinsamem Besitz im Jahr 1316 erhielt die Herrschaft Kastelberg die andere Hälfte von Suggental und die Stadt Waldkirch.

Die finanzielle Lage der Kastelburger war schlecht, und bereits 1347 und 1352 verkaufte Johann III. Rechte. Am 31. Dezember 1354 verpfändete Johann (auch Henselin von Kastelburg genannt) den Kern seiner Besitzungen (Kastelburg, Waldkirch, Oberwinden, halb Simonstal, halb Suggental u. a.) an Martin Malterer, Hesse Schnewlin und Dieter von Falkenstein. (In der Literatur ist auch vom Verkauf der Herrschaft Kastelberg an Martin Malterer 1354 die Rede.[1])

Johannes III. von Schwarzenberg-Kastelburg war mit Anna, der Erbtochter von Ulrich II. von Schwarzenberg-Schwarzenberg, verheiratet und beerbte so die Linie Schwarzenberg-Schwarzenberg. Er bestätigt 1347 nochmals die von seinen Vorfahren erteilten Rechte für die Stadt Elzach. Am 14. Mai 1377 war er bei den Rittern von Graf Ulrich von Württemberg, die bei der Burg Achalm plündernde Söldner der Reichsstadt Reutlingen angriffen und verlustreich zurückgeschlagen wurden, und kam in diesem Kampf ums Leben.[10]

1406 versuchte die Äbtissin Anastasia, Pfalzgräfin von Tübingen, zu beweisen, dass von alters her das gesamte Elztal dem Stift gehöre und somit die Schwarzenberger beweisen müssten, dass ihr Besitz rechtmäßig sei. Die letzte Äbtissin, Agatha von Üsenberg, versuchte wiederum Hans Werner von Schwarzenberg als Vogt zu ersetzen und die Rückgabe von inzwischen schwarzenbergischen Gütern an das Stift zu erzwingen. 1428 kam es jedoch zu einem Vergleich, der lediglich den Rechtsweg festlegte, den das Stift zu gehen hätte.[11]

Johann (Hans) Werner von Schwarzenberg hatte einen Sohn, Simon, der jedoch schon zu Lebzeiten (seit 1459) seines Vaters als verschollen galt, so dass 1465 beim Tod von Johann Werner die verbliebenen Besitzungen an seinen Schwiegersohn Heinrich von Rechberg kamen.[12]

Die weiteren Geschicke der schwarzenbergischen Erbschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Herrschaft Schwarzenberg ging 1465 an die Familie von Rechberg, später an die von Ehingen (1546) und von Reischach (1560) über, wobei die neuen Herren ihren Wohnsitz meist im Stadtschloss Elzach nahmen. Die Herrschaft Kastelberg wurde im Jahr 1565 von Österreich zurückerworben.[1] 1567 kaufte Erzherzog Ferdinand von Österreich die verschuldete Herrschaft Schwarzenberg für 28 000 Gulden[13] und vereinigte sie mit der Herrschaft Kastelberg zur vorderösterreichischen Kameralherrschaft Kastelberg-Schwarzenberg, welche 1805 zum Großherzogtum Baden kam.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Silber ein schwarzer Sechsberg (in der Zürcher Wappenrolle mit einem Zehnberg). Das Schwarzenberger Wappen ist heute noch Bestandteil des Wappens des Landkreises Emmendingen.

Mit schwarzenbergischem Sechsberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Abwandlungen des schwarzenbergischen Sechsbergs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Joachim Fischer: Die Urkunden des Stadtarchivs Waldkirch von 1300 bis 1600. In: Schau-ins-Land 1969, S. 79–81 (Digitalisat der UB Freiburg).
  2. Werkmann S. 128.
  3. Es gibt keine Verbindung zu den Grafen von Waldkirch.
  4. a b c Der Kreuzfahrer Conrad von Schwarzenberg (Andreas Haasis-Berner), wiki.ghv-villingen.de (Geschichts- und Heimatverein Villingen e.V.), 29. Mai 2015, abgerufen am 23. Juni 2019.
  5. s. Zeller-Werdmüller II, S. 81/82.
  6. Eintrag zu Heidburg bei Hofstetten in der wissenschaftlichen Datenbank „EBIDAT“ des Europäischen Burgeninstituts.
  7. s. Werkmann S. 133.
  8. Franz Quarthal: Vorderösterreich. In: Meinrad Schaab, Hansmartin Schwarzmaier (Hrsg.) u. a.: Handbuch der baden-württembergischen Geschichte. Band 1: Allgemeine Geschichte. Teil 2: Vom Spätmittelalter bis zum Ende des alten Reiches. Hrsg. im Auftrag der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg. Klett-Cotta, Stuttgart 2000, ISBN 3-608-91948-1, S. 611.
  9. s. Zeller-Werdmüller II., S. 90; Ulrich wurde noch 1346 urkundlich genannt und muss 1347 oder 1348 gestorben sein.
  10. s. Zeller-Werdmüller II., S. 97 – bei Werdmüller wird das Datum 21. Mai genannt, was aber in der Literatur bestritten wird; der Dichter Ludwig Uhland hat diese Schlacht bei Reutlingen in einem Gedicht thematisiert, wobei er allerdings Johann von Schwarzenberg irrtümlich als einen Grafen bezeichnet (Digitalisat bei wikisource.org); s. auch Carl Christian Gratianus: Geschichte der Achalm und der Stadt Reutlingen, Tübingen 1831, S. 268 (Digitalisat bei Google Books); Historische Studien von W. Arndt auf archive.org.
  11. s. Werkmann S. 141.
  12. s. Zeller-Werdmüller II, S. 103
  13. Franz Kreutter: Geschichte der k.k. vorderösterreichischen Staaten, St. Blasien 1790, S. 252.
  14. a b c Glottertal, leo-bw.de, abgerufen am 23. Juni 2019.
  15. Das Stadtwappen, elzach.de, abgerufen am 23. Juni 2019.
  16. Stadtteil Katzenmoos, elzach.de, abgerufen am 23. Juni 2019.
  17. Das Wappen von Simonswald, simonswald.de, abgerufen am 23. Juni 2019.