Schwarzfahren

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Schwarzfahren ist eine umgangssprachliche Bezeichnung für folgende Sachverhalte:

Der Begriff ist womöglich eine Ableitung des Begriffs „schwärzen“, mit dem zunächst der Schmuggel, später alle mögliche Arten von illegalen Aktivitäten bezeichnet wurden. Die Bezeichnung schwarz stammt nach unterschiedlichen Quellen entweder von der Tatsache, dass solche Tätigkeiten meist in der Nacht durchgeführt wurden[1] oder von der Gewohnheit der Schmuggler, die Gesichter zu schwärzen, um sich unkenntlich zu machen.[2]

Im September 2020 beschloss der Senat von Berlin ein Diversity-Landesprogramm zur Förderung des kompetenten Umgangs der Verwaltung mit Vielfalt, in welchem er allen Mitarbeitern empfahl, künftig auf den Gebrauch von Begriffen wie „schwarz fahren“, „anschwärzen“, u. ä. zu verzichten und stattdessen „Fahren ohne gültigen Fahrschein“ bzw. „nachsagen/melden/denunzieren“ zu benutzen. Der Senat sieht in „schwarz fahren“ ein Zeichen „angeblicher biologischer und kultureller Unterscheidungen zwischen Menschen“ im Sinn einer Aussage „über deren Höher- bzw. Minderwertigkeit“.[3] Das von Justizsenator Dirk Behrendt (Bündnis 90/Die Grünen) initiierte Vorhaben fand überregional ein kritisches Echo,[4] zumal eine andere Herleitung „schwarzfahren“ auf das jiddische Wort „shvarts“ zurückführt, das auch „Armut“ bedeuten kann. Schwarzfahrer seien demnach diejenigen, die sich kein Ticket leisten könnten.[5]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wiktionary: schwarzfahren – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ZEIT Wörterbuch, Hamburg 2005
  2. Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage
  3. Wortlaut der Richtlinie, Zitate siehe unter 3. Sprache.
  4. Senat-Berlin: Justizverwaltung wegen Sprach-Leitfaden in der Kritik. Beitrag in der SZ vom 24. September 2020.
  5. Angeschwärzt. Kommentar von Hannah Bethke in der FAZ vom 27. September 2020.