Schwarzhofen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Schwarzhofen
Schwarzhofen
Deutschlandkarte, Position des Marktes Schwarzhofen hervorgehoben
Koordinaten: 49° 23′ N, 12° 21′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Schwandorf
Verwaltungs­gemeinschaft: Neunburg vorm Wald
Höhe: 382 m ü. NHN
Fläche: 36,1 km2
Einwohner: 1426 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 39 Einwohner je km2
Postleitzahl: 92447
Vorwahl: 09672
Kfz-Kennzeichen: SAD, BUL, NAB, NEN, OVI, ROD Vorlage:Infobox Verwaltungseinheit in Deutschland/Wartung/Kfz enthält Kleinbuchstaben
Gemeindeschlüssel: 09 3 76 164
Marktgliederung: 24 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Kolpingstr. 3
92431 Neunburg vorm Wald
Webpräsenz: www.schwarzhofen.de
Bürgermeister: Maximilian Beer (CSU / CWU)
Lage des Marktes Schwarzhofen im Landkreis Schwandorf
AltendorfBodenwöhrBruck in der OberpfalzBurglengenfeldDieterskirchenFensterbachGleiritschGuteneckMaxhütte-HaidhofNabburgNeukirchen-BalbiniNeunburg vorm WaldNiedermurachNittenauOberviechtachPfreimdSchmidgadenSchönseeSchwandorfSchwarzachSchwarzenfeldSchwarzhofenStadlernSteinberg am SeeStullnTeublitzTeunzThansteinTrausnitzWackersdorfWeidingWernberg-KöblitzWinklarnWolferloheBayernLandkreis Amberg-SulzbachLandkreis RegensburgLandkreis Neumarkt in der OberpfalzLandkreis ChamTschechienLandkreis Neustadt an der WaldnaabKarte
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt
Schwarzhofen (2011)

Schwarzhofen ist ein Markt im Oberpfälzer Landkreis Schwandorf und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Neunburg vorm Wald.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographisch Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Markt Schwarzhofen befindet sich in der Region Oberpfalz-Mitte im Naturpark „Oberpfälzer Wald“, etwa fünf Kilometer nordwestlich von Neunburg vorm Wald; der Ort selbst (370 m ü. NN) liegt am von Osten nach Westen fließenden Fluss Schwarzach und ist von bewaldeten Höhen umgeben. Der höchste Punkt ist 522 m ü. NN.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Nachbargemeinden (im Uhrzeigersinn) sind: Niedermurach, Dieterskirchen, Neunburg vorm Wald und Altendorf.

Wappen von Altendorf
Altendorf
6 km
Wappen von Niedermurach
Niedermurach
11 km
Wappen von Dieterskirchen
Dieterskirchen
8 km
Wappen von Neunburg vorm Wald
Neunburg vorm Wald
5 km
Nachbargemeinden Wappen von Neunburg vorm Wald
Neunburg vorm Wald
5 km
Wappen von Neunburg vorm Wald
Neunburg vorm Wald
5 km
Wappen von Neunburg vorm Wald
Neunburg vorm Wald
5 km
Wappen von Neunburg vorm Wald
Neunburg vorm Wald
5 km

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde besteht neben dem Hauptort aus folgenden 23 Ortsteilen[2]:

Es gibt die Gemarkungen Demeldorf, Haag b.Schwarzhofen, Schwarzeneck, Schwarzhofen, Uckersdorf, Zangenstein mit Burgruine Zangenstein.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zahlreiche prähistorische Funde im Marktgebiet weisen auf früheste Besiedelung schon in der Steinzeit hin. So führte die Feuersteinroute vom Abbaugebiet der Feuersteine im Raum Kelheim entlang der Donau, Naab und Schwarzach nach Böhmen in die Siedlungsgebiete um Taus, Pilsen und Prag. Nachgewiesen wurde dies durch Fundstücke entlang der Route. Im Jahre 2009 wurde im Ortsteil Zangenstein ein 2800 Jahre altes Hügelgrab aus der Keltenzeit (Hallstattzeit) ausgegraben. Der Ort Schwarzhofen und mit ihm das Kloster Schwarzhofen (heute in Privatbesitz) wurde erstmals urkundlich im Jahre 1237 erwähnt. Bereits 1099 wurde der Ort Zangenstein und 1211 der nahe gelegene Ort Schwarzeneck mit der Burg des Zengers von Schwarzeneck schriftlich erwähnt.

1250–1254 suchte Elisabeth von Bayern (Gemahlin des Staufer-Königs Konrad IV.) das Kloster als Zuflucht auf, in Regensburg war auf ihren Mann ein Mordanschlag verübt worden. Konrad IV. überlebte diesen. In den Jahren 1427 und 1428 brannten die aus Böhmen kommenden Hussiten (Anhänger des Reformators Jan Hus) den Ort und das Kloster nieder; am 21. September 1433 wurden die Hussiten bei Hiltersried auf Befehl des Pfalzgrafen Johann von Neunburg durch eine Streitmacht der Oberpfälzer angegriffen und vernichtend geschlagen. Bei dieser Schlacht fielen 9 Einwohner von Schwarzhofen.[3] Die Hussiten sind danach – abgesehen von einem letzten, kleineren Vorstoß im Jahre 1434 – nicht mehr in die Oberpfalz eingefallen. Das wiederaufgebaute Klostergebäude wurde später vom Barock-Baumeister Dientzenhofer umgebaut/neu gebaut.

Schwarzhofen liegt an einer sicheren Furt über die Schwarzach und an der Kreuzung von wichtigen Straßen und Wegen:

  • Steinzeitliche Feuersteinroute nach Böhmen
  • Trasse der mittelalterlichen Goldenen Straße von Nürnberg nach Prag (West-Ost)
  • Mittelalterlicher Ochsenweg von Ungarn
  • Mittelalterlicher Pilgerweg von der Ostsee nach Rom (Nord-Süd)
  • Trasse der mittelalterlichen Salzstraße nach Böhmen
  • Mittelalterliche Handelsstraße von Regensburg nach Magdeburg (Magdeburger Straße).

Lange gehörte der Ort zum Rentamt Amberg und zum Landgericht Neunburg des Kurfürstentums Bayern (Kurfürstentum von 1623 bis zur Ausrufung des Königreichs Bayern 1805; 1628 gelangte die Oberpfalz zu Bayern). Schwarzhofen besaß in dieser Zeit das Marktrecht mit wichtigen Eigenrechten. 1802 wurde das Kloster bei der Säkularisation aufgelöst, das Klostergut verkauft und die barocke Klosterkirche musste abgerissen werden. Mit dem Gemeindeedikt von 1818 entstand die politische Gemeinde Schwarzhofen.

20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 18. August 1904 wurde der Bahnhof Schwarzhofen an der Bahnstrecke Nabburg – Oberviechtach eröffnet. Nach Einstellung des Zugverkehrs 1985 befindet sich auf der Bahntrasse der Fuß- und Radweg Bayerisch-Böhmischer Freundschaftsweg.

Im Zweiten Weltkrieg wurde der Ort Schwarzhofen am 14. Februar 1945 bei einem Tages-Luftangriff von US-Bombenflugzeugen teilweise zerstört, es gab Verletzte und eine Tote.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1945 oder 1946 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Schwarzeneck eingegliedert. Am 1. Februar 1960 kam Demeldorf hinzu. Haag bei Schwarzhofen und Uckersdorf folgten am 1. Januar 1972.[4] Zangenstein folgte am 1. Mai 1978.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015
Einwohner 1694 1805 1605 1709 1680 1546 1511 1455 1428

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sitzverteilung im Marktrat Schwarzhofen (16. März 2014)
    
Insgesamt 12 Sitze

Unter den Sitzen der CSU befindet sich der des 1. Bürgermeisters.

Verwaltungsgemeinschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Mai 1976 haben sich im Zuge der Gebietsreform die ehemals selbständigen Gemeinden Dieterskirchen, Neukirchen-Balbini, Thanstein und Schwarzhofen zur Verwaltungsgemeinschaft Neunburg vorm Wald zusammengeschlossen.

Marktgemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinderatswahl am 16. März 2014 ergab diese Sitzverteilung:[6]

SPD FW CWU CSU
2 Sitze 2 Sitze 3 Sitze 5 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Bürgermeister des Marktes Schwarzhofen ist seit Mai 1996 Maximilian Beer (CSU).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: In Blau auf grünem Boden stehend ein golden bewehrter silberner Ochse in einer goldenen Umzäunung. Wappen seit dem 15. Jahrhundert.

Der Ochse ist ein Hinweis auf die Bedeutung als Viehumschlagplatz. Im Mittelalter führte der „Ochsenweg“ aus Ungarn über Schwarzhofen nach Nürnberg und von dort weiter nach Frankfurt am Main.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 138 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 28 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es 2014 insgesamt 568. Im verarbeitenden Gewerbe gab es 2014 einen, im Bauhauptgewerbe zwei Betriebe. Im Jahr 2010 gab es 57 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von insgesamt 1713 ha, davon waren 1244 ha Ackerfläche.

Weitere Arbeitsplätze gab es in der Holzwirtschaft und in Steinbrüchen mit dem seltenen blauen und braunen Granit.

Verkehr und Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehrsanbindungen mit PKW über Autobahn A93 Anschlussstelle Nabburg sowie über Deutsche Bahn Bahnhof Schwandorf oder Bhf. Bodenwöhr und Nahverkehrsgemeinschaft Schwandorf-Neunburg vorm Wald. Der Bahnhof Schwarzhofen an der Bahnstrecke Nabburg–Schönsee ist stillgelegt.

Im Marktgemeindegebiet gibt es gut ausgebautes Straßen- und Wegenetz, einschließlich abwechslungsreicher und sehr gut ausgewiesener Wander- und Fahrradwege:ÜBERREGIONAL (Bayerisch-Böhmischer Freundschaftsweg, Main-Donau-Weg, Schwarzachtal-Radweg) und REGIONAL mit eigener Karte (bei Tourist-Info Neunburg v.W. erhältlich).

Der naturbelassene Fluss Schwarzach ist für Boot- und Kanufahren geeignet, sowie ein hervorragendes Angelgebiet.

Pferdefreunde finden Reitställe.

Bewirtungs- und Beherbergungsbetriebe sind vorhanden.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen:

  • Kindergarten: Schwarzachtal-Kindergarten
  • Grundschule: Dr.-von-Ringseis-Schule
  • Gemeinde- und Schulbücherei
  • Seniorenclub

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der berühmteste Sohn des Marktes ist Johann Nepomuk von Ringseis (* 16. Mai 1785 in Schwarzhofen; † 20. Mai 1880 in München). Er war Leibarzt des bayerischen Kronprinzen Ludwig und Gründungs-Rektor der Universität in München.

Weitere Personen:

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wilhelm Nunzinger: Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 52, Neunburg vorm Wald, München 1982, ISBN 3-7696-9928-9

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 4. Januar 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111210/021505&attr=OBJ&val=1064
  3. Wilhelm Nunzinger, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 52, Neunburg vorm Wald, München 1982, ISBN 3-7696-9928-9, S. 123
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 535.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 668.
  6. Gemeinde Schwarzhofen: Marktgemeinderat Schwarzhofen. Abgerufen am 7. März 2017.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schwarzhofen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien