Schwarzkopf-Fabrik

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Einfahrtbereich (2012)
Fassadendetail der Verwaltungsgebäude
Historische Werbetafel für die Produkte der Fabrik

Die Schwarzkopf-Fabrik oder Parfümeriefabrik Schwarzkopf, heute Alboin-Kontor, ist ein ehemaliges Fabrikgelände in der Alboinstraße im südlichen Berlin-Schöneberg. Das denkmalgeschützte Gebäude war das erste Fabrikgebäude des Unternehmens Schwarzkopf und wurde von diesem bis 1994 genutzt.[1] Das Gebäude wurde in den Jahren 1928 bis 1930 unter Carl Mackensen errichtet. Der Stahlskelettbau mit Klinkerfassade ist ein Bau des Backsteinexpressionismus.

Der Bau wurde um einen Innenhof herum errichtet. Seinen hinteren Teil im Westen bildet der ehemalige fünfstöckige Fabriktrakt. Zwei zweistöckige L-förmige Verwaltungsgebäude umschließen Nord- und Südseite. Auf der Ostseite, zur Straße hin, werden die beiden Verwaltungstrakte durch eine repräsentative Einfahrt verbunden. Auf dieser stand ursprünglich der Schwarzkopfsche Firmenname, heute ist dort die Bezeichnung Alboin-Kontor angebracht. Der Turmaufbau stammt aus dem Jahr 1936, in dem auch die Verwaltungsflügel um ein Stockwerk aufgestockt und mit einem Walmdach versehen wurden. Seit dem Umbau von 1936 thronte ein Kopfumriss, der Schwarzkopf, in der durchsichtigen Turmspitze. Nach der Umnutzung des Gebäudes wurde dieser durch eine Silhouette des Königs Alboin ersetzt, nach dem Straße und Kontor benannt sind.

Der Bau war in den 1930er Jahren auf dem Stand der Technik und verfügte unter anderem über eine Telefonanlage, Fließbänder, moderne Entlüftungsanlagen etc. Im Zweiten Weltkrieg befand sich hier ein Zwangsarbeiter-Lager. Im Weltkrieg selbst wurde das Werk stark beschädigt und nach dem Krieg wieder aufgebaut.

Schwarzkopf ließ die Fabrik errichten, nachdem die ursprünglichen Charlottenburger Räumlichkeiten zu klein für das Unternehmen geworden waren. Dieses hatte zu Beginn des 20. Jahrhunderts als erster deutscher Hersteller Pulvershampoo hergestellt und 1927 Flüssigshampoo erfunden. Die Nachfrage nach dem damals Schaumpon genannten Produkt ermöglichte Schwarzkopf den Bau eines großen Fabrikgeländes südlich des S-Bahn-Rings. Im Werk wurden verschiedene Trocken- und Flüssigshampoos und Haarpflegemittel hergestellt. Außerdem beherbergte es das weltweit erste industrielle Trainingszentrum für Friseure. Dort wurde auch die Kaltwelle entwickelt.[2] Bis 1994 ließ Schwarzkopf in dem Werk Shampoo herstellen. Nach der Wiedervereinigung Berlins und dem Wegfall der Berlin-Förderung schloss das Werk jedoch 1994. Heute wird das Gebäude von verschiedenen Gewerben vor allem als Büro- und Lagerfläche genutzt. Eigentümer ist die Aroundtown Property Holdings.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nicole Vergin: Berliner Senat unterstützt die Weiterbildung: Schwarzkopf: Umschulung vor der Werksschließung, Berliner Zeitung 11. Februar 1994
  2. Anonym: Vom Strom befreit, Spiegel 28/1948 10. Juli 1948

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dehio, Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Brandenburg, Deutscher Kunstverlag München Berlin 2006, ISBN 3-422-03111-1, Seite 521

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schwarzkopf-Fabrik – Sammlung von Bildern

Koordinaten: 52° 27′ 56,9″ N, 13° 22′ 10,8″ O