Schwarzkopf GmbH

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Schwarzkopf GmbH
Rechtsform GmbH
Auflösung 1983
Sitz Münsterhausen DeutschlandDeutschland Deutschland
Branche Achterbahn, Fahrgeschäft

Looping Star im Bobbejaanland

Die Schwarzkopf GmbH war ein deutscher Entwickler und Hersteller von Achterbahnen und Fahrgeschäften mit Sitz im bayerischen Münsterhausen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Familienbetrieb stellte ursprünglich unter der Leitung von Anton Schwarzkopf Sr. unter anderem Wohnwagen[1] für Schausteller her, bevor die Firma 1954 in den Bereich Vergnügungsanlagen einstieg. Erstes Großprojekt im Bereich Achterbahnen war für Anton Schwarzkopf Jr. die Düsenspirale, welche 1957 nach zwei Jahren Bauzeit unter dem Schausteller Gottlieb Löffelhardt in Betrieb gehen konnte, und zunächst von seinem Bruder Franz Schwarzkopf auf der Reise betreut wurde.[2]

Nur wenige Jahre später baute Schwarzkopf Jr. 1964 seine erste Stahlachterbahn und begann eine langjährige Zusammenarbeit mit dem Diplomingenieur Werner Stengel.

Die erste Auslieferung mit dem von Werner Stengel errechneten neuen fahrbaren Looping wurde 1975 der Looping Racer als Great American Revolution im kalifornischen Park Six Flags Magic Mountain. Die Bahn wurde im Mai 1976 eröffnet und ist seit über 40 Jahren in Betrieb. Im Jahr 1977 erlangte diese Bahn Weltruhm, da sie als Drehort für den Kinofilm Achterbahn diente.

Im Laufe der Zeit entwickelte die Firma nicht nur zahlreiche Fahrgeschäfte, sondern auch neuartige Fertigungsmethoden und verschiedene Hilfsmittel. Zu den bekanntesten Techniken gehört das Biegen von kaltem Stahl.

Trotz scheinbar guter Auftragslage kam es 1983 zum ersten Konkurs[3] und nach einer Überbrückungszeit bereits kurze Zeit später zum zweiten Konkurs.

Neben zahlreichen neuen Ideen (Patente gingen an die Intamin AG) und Achterbahnen, die zu einem großen Teil auch heute noch fahren und bei Achterbahn-Fans beliebt sind, entstanden auch viele heutige Branchengrößen im Zusammenhang mit der Schwarzkopf GmbH. Beispiel dafür ist der Fahrgeschäfte-Hersteller Gerstlauer Amusement Rides, der von ehemaligen Mitarbeitern des Unternehmens gegründet wurde. Gerstlauer kaufte im Jahr 1992 die ehemaligen Fertigungshallen von Schwarzkopf, in denen bis heute Achterbahnen gefertigt werden.

Viele der Bahnen Schwarzkopfs haben sich bis heute ihren hohen Bekanntheits- und Beliebtheitsgrad erhalten. Bekannteste Beispiele sind die Serienprodukte Wildcat, Looping Star und Shuttle Loop sowie Einzelanfertigungen wie die Achterbahn Thriller. Entgegen allgemeinen Annahmen wurde der Olympia Looping nicht von Schwarzkopf, sondern von der Firma BHS-Bayerische Berg-, Hütten- und Salzwerke im Werk Peißenberg gebaut.

Modelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Achterbahnmodelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Modell Jahr1 Beispiel
Alpenblitz 1974 Cresta ehemals transportabel von Schausteller Rudolf Robrahn, Deutschland
Alpenblitz II 1975 Grand Canyon-Bahn ehemals in Phantasialand, Deutschland
Bobbahn 1975 Gebirgsbahn ehemals in Phantasialand, Deutschland
City Jet / Jet 400 1973 Bobsleigh in Nigloland, Frankreich
Doppel Looping 1979 Teststrecke, Steiger Achterbahn GmbH, Deutschland
Düsenspirale 1957 Schaustellerfirma Löffelhardt, Deutschland
Jet Star I 1968 Coleoz’Arbres in Bagatelle, Frankreich
Jet Star II 1970 Black Hole in Alton Towers[4]
Jet Star III / Jumbo Jet 1972 Jumbo Jet in Amigoland, Frankreich
Jumbo V 1983 Enigma in Pleasurewood Hills, Großbritannien
Katapult 1980 Katapult ehemals in Mirabilandia, Italien
Looping Racer 1976 Revolution in Six Flags Magic Mountain, USA
Looping Racer 1979 Nessie, Looping-Achterbahn im Hansa-Park, Sierksdorf bei Lübeck, Deutschland
Looping Star 1978 Looping Star ehemals in Bobbejaanland, Belgien
Münchner Bahn 1982 Traumlandbahn ehemals in Das Neue Traumland, Deutschland
Shuttle Loop 1977 Turbine in Walibi Belgium, Belgien
Silberpfeil 1979 Scorpion in Busch Gardens Africa, Florida
Speed Racer/Extended Jumbo Jet 1976 Whizzer in Six Flags Great America, Illinois
Super Speed Racer 1981 Aconcagua in Parque de la Ciudad, Buenos Aires, Argentina
Wildcat 1964 Achtbaan ehemals in Bobbejaanland, Belgien
1 Jahr, in dem eine Anlage ihre Premiere hatte.

Andere Fahrgeschäfte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wie a Brezn. In: Der Spiegel 52/1977. 19. Dezember 1977, abgerufen am 27. September 2018.
  2. Michael Pantenburg: Eine kleine Geschichte über einen großen Tüftler. In: Schwarzkopf Coaster Net. Abgerufen am 25. September 2018.
  3. Pleite mit Achterbahnen. In: Der Spiegel 47/1983. 21. November 1983, abgerufen am 27. September 2018.
  4. Black Hole - Alton Towers (Alton, Staffordshire, England, UK). In: rcdb.com. Abgerufen am 26. November 2016.

Koordinaten: 48° 18′ 38″ N, 10° 26′ 58,5″ O