Schwarzkopfweber

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Schwarzkopfweber
Schwarzkopfweber (Ploceus melanocephalus), Männchen im Brutkleid

Schwarzkopfweber (Ploceus melanocephalus), Männchen im Brutkleid

Systematik
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Webervögel (Ploceidae)
Unterfamilie: Ploceinae
Gattung: Ploceus
Art: Schwarzkopfweber
Wissenschaftlicher Name
Ploceus melanocephalus
(Linnaeus, 1758)

Der Schwarzkopfweber (Ploceus melanocephalus, Syn. Loxia melanocephala) zählt innerhalb der Familie der Webervögel (Ploceidae) zur Gattung der Ammerweber (Ploceus).[1]

Der lateinische Artzusatz kommt von altgriechisch μελας, μελανος melas, melanos, deutsch ‚schwarz‘ und altgriechisch κεφαλος kephalos, deutsch ‚Kopf‘.[2]

Der Vogel kommt in Westafrika, Zentralafrika und Ostafrika vor in Gambia, Ghana, Kenia, Ruanda, Senegal und Uganda, außerdem wurde die Art auf der iberischen Halbinsel eingeführt.[3]

Das Verbreitungsgebiet umfasst unterschiedliche Lebensräume mit hohem Gras, Schilf oder Papyrus meist in Gewässernähe von 600 bis 1700 m Höhe.[4][5]

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Art ist 14 cm groß, das Männchen wiegt zwischen 21 und 25, das Weibchen zwischen 17 und 21 g. Das Männchen ähnelt im Brutkleid dem Jackson-Weber (Ploceus jacksoni), aber die schwarze Maske endet nahe am hinteren Scheitelende, der Nacken ist gelb und bildet oft ein Nackenband. Die Iris ist braun, die Unterseite ist gelb in blasses Kastanienbraun übergehend. Im Schlichtkleid ist das Männchen wie das Weibchen und Jungvögel brauner als der Jacksonweber und ähnelt mehr dem Weibchen des Riedwebers (Ploceus castanops), der aber eine weiße Iris hat.[4][5]

Geografische Variation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es werden folgende Unterarten anerkannt:[4][6]

Worldbirdnames führt zusätzlich noch als eigene Unterart

  • P. m. fischeri Reichenow, 1887, Demokratische Republik Kongo, Uganda, Westkenia, Tansania und Nordsambia.

Stimme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gesang des Männchens wird als Mischung verschiedener pfeifender, knarrender Geräusche „squeee-ki-kee“, „ si si si“ und tiefen Nasallauten beschrieben.[4][5]

Gelege im Senegal

Lebensweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Samen und Insekten, der Nachwuchs wird großteils mit Insekten gefüttert. Gräbt mit dem Schnabel nach Beute. Lebt gesellig als Kolonien, bildet außerhalb der Brutzeit Jagdgemeinschaften.

Die Brutzeit liegt zwischen Mai und Okt in Mauretanien, zwischen April und November im Senegal, zwischen Juni und September in Gambia, Juli und Oktober in Mali und zwischen August und Oktober in Burkina Faso.[4][5]

Gefährdungssituation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bestand gilt als nicht gefährdet (Least Concern).[7]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • C. von Linné: Loxia melanocephala in: Systema Naturae, 10. Auflage, 1758, S. 175
  • C. H. Fry, S. Keith (Hrsg.): The Birds of Africa. Vol 7: Sparrows to Buntings. Christopher Helm, London 2004

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schwarzkopfweber – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Schwarzkopfweber, in Avibase – Die Weltvogel-Datenbank
  2. J. A. Jobling: A Dictionary of Scientific Bird Names. Oxford University Press. 1991, ISBN 0-19-854634-3.
  3. Ana Sanz-Aguilar, José D. Anadón, Pim Edelaar, Martina Carrete, José Luis Tella: Can Establishment Success Be Determined through Demographic Parameters? A Case Study on Five Introduced Bird Species. In: PLOS ONE. Band 9, Nr. 10, 15. Oktober 2014, S. e110019, doi:10.1371/journal.pone.0110019, PMID 25333743.
  4. a b c d e Handbook of the Birds of the World
  5. a b c d T. Stevenson, J. Fanshawe: Birds of East Africa. Kenya, Tanzania, Uganda, Rwanda, and Burundi. Princeton University Press, 2002, ISBN 978-0-691-12665-4.
  6. Old World sparrows, snowfinches, weavers.
  7. Redlist