Schwarzstieliger Streifenfarn

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Schwarzstieliger Streifenfarn
Schwarzstieliger Streifenfarn (Asplenium adiantum-nigrum)

Schwarzstieliger Streifenfarn (Asplenium adiantum-nigrum)

Systematik
Farne
Klasse: Echte Farne (Polypodiopsida)
Ordnung: Tüpfelfarnartige (Polypodiales)
Familie: Streifenfarngewächse (Aspleniaceae)
Gattung: Streifenfarne (Asplenium)
Art: Schwarzstieliger Streifenfarn
Wissenschaftlicher Name
Asplenium adiantum-nigrum
L.
Schwarzstieliger Streifenfarn (Asplenium adiantum-nigrum), Illustration
Wedel

Der Schwarzstielige Streifenfarn oder Schwarze Streifenfarn (Asplenium adiantum-nigrum) ist eine Farn-Art, die vor allem auf Urgestein wächst. Ihre Wedelstiele sind am Grund glänzend schwarz.

Als weiterer deutschsprachiger Trivialname ist für den Elsass die Bezeichnung Frauenhaar belegt.[1]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Rhizom der Pflanzen ist kurz kriechend bis aufsteigend, so dass die Wedel büschelig bis leicht rasig wachsen.

Die Länge der Wedel einschließlich Stiel liegt zwischen 10 und 45 Zentimeter. Die überwinternden Wedel sind bei jungen Farnen einfach, bei älteren zwei- bis dreifach gefiedert. Sie sind glänzend, kahl und ledrig. Im Umriss sind sie dreieckig und in eine lange Spitze ausgezogen. Ihr Stiel ist etwas kürzer bis doppelt so lang wie die Spreite ist. Wenigstens am Grunde ist der Stiel rötlich schwarz bis dunkelbraun. Die unteren Fiederabschnitte sind oft schwach nach oben gekrümmt. Die letzten Fiederabschnitte sind am Grund abgerundet, von der Form her eiförmig bis oval und vorne mit zugespitzten, manchmal stachelspitzigen und nach vorne gekrümmten Zähnchen. (Beim ähnlichen Asplenium onopteris sind die Zähnchen und die unteren Fiederabschnitte deutlich stärker nach oben gekrümmt.)

Die Sporen werden reif im Juli oder August.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 144.[2]

Asplenium adiantum-nigrum subsp. onopteris, Wedel von oben
Asplenium adiantum-nigrum subsp. onopteris, Wedel von unten

Verbreitung und Standortansprüche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es handelt sich um eine primär eurasische Art, die von den Azoren und den Kanaren über ganz Europa bis nach Ostasien verbreitet ist. Außerdem kommt sie in Nord- und Ostafrika, sowie selten auch in Nordamerika vor.

In Deutschland ist die Art in den westlichen und südlichen Gebieten verbreitet, ansonsten kommt sie nur sehr zerstreut vor.

Der Schwarze Streifenfarn wächst auf hellen bis halbschattigen Felsen auf kalkfreiem Gestein, insbesondere auf Urgestein. Er ist eine Charakterart des Asplenietum septentrionalis-adianti-nigri aus dem Verband Androsacion vandellii.[2]

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Man kann in Europa und im Mittelmeerraum die folgenden Unterarten unterscheiden[3]:

  • Asplenium adiantum-nigrum L. subsp. adiantum-nigrum
  • Asplenium adiantum-nigrum subsp. corunnense (H. Christ) Rivas-Mart.: Sie kommt in Portugal, Spanien und auf Korsika vor.[3]
  • Asplenium adiantum-nigrum subsp. onopteris (L.) Heufl. (Syn.: Asplenium onopteris L.): Sie kommt in Nordafrika, Südeuropa, Südosteuropa, Vorderasien und auf den Azoren, Kanaren und Madeira vor.[3] Sie kommt vor allem in Gesellschaften des Quercion ilicis vor.[2]
  • Asplenium adiantum-nigrum subsp. serpentini (Tausch) Heufl. (Syn.: Asplenium serpentini Tausch, Asplenium adiantum-nigrum subsp. cuneifolium (Viv.) Asch.): Sie kommt in Südeuropa, Südosteuropa und in Mitteleuropa vor.[3] Sie ist eine Charakterart des Asplenietum serpentini aus dem Verband Asplenion serpentini.[2]
  • Asplenium adiantum-nigrum subsp. woronowii (H. Christ) Fraser-Jenk. (Syn.: Asplenium woronowii H. Christ): Sie kommt in der Türkei, im Kaukasusgebiet und in Transkaukasien vor.[3]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Hrsg.: Bundesamt für Naturschutz (= Die Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Band 2). Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2000, ISBN 3-8001-3364-4.
  • Rudolf Schubert, Klaus Werner, Hermann Meusel (Hrsg.): Exkursionsflora für die Gebiete der DDR und der BRD. Begründet von Werner Rothmaler. 14. Auflage. Band 2: Gefäßpflanzen. Volk und Wissen, Berlin 1988, ISBN 3-06-012539-2.
  • Wolfgang Frey, Jan-Peter Frahm, Eberhard Fischer, Wolfram Lobin: Kleine Kryptogamenflora. Band IV: Die Moos- und Farnpflanzen Europas. Gustav Fischer, Stuttgart/Jena/New York 1995, ISBN 3-437-30756-8.
  • Warren H. Wagner Jr., Robbin C. Moran, Charles R. Werth: Asplenium. In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 2: Pteridophytes and Gymnosperms. Oxford University Press, New York/Oxford u. a. 1993, ISBN 0-19-508242-7, S. 240–241 (englisch, online auf efloras.org [abgerufen am 6. Mai 2017]).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, S. 49, online.
  2. a b c d Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe und Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 78.
  3. a b c d e Christenhusz, M. & Raab-Straube, E. von (2013): Lycopodiophytina. – In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Datenblatt Asplenium adiantum-nigrum In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Asplenium adiantum-nigrum – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien