Schwazer Bergbuch

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Illustration aus dem Schwazer Bergbuch, Entwurfsexemplar von 1554

Das Schwazer Bergbuch ist eine frühneuzeitliche Sammlung bergbaukundlicher Texte. Es ist nach der Stadt Schwaz in Tirol benannt, die im 16. und 17. ein bedeutendes Zentrum des Kupfer- und Silberbergbaus war. Es sind zehn handschriftlichen Fassungen bekannt, die von der Mitte des 16. Jahrhunderts bis ins frühe 17. Jahrhundert entstanden.[1] Sie wurde offenbar in Vorbereitung einer als „Bergsynode“ bezeichneten Versammlung zusammengestellt, die im Jahr 1557 die am Tiroler Bergbau Beteiligten zusammenführen sollte.[2] Neben den dort versammelten Texten selbst ist das Schwazer Bergbuch für seine zahlreichen Miniaturen berühmt, die ein anschauliches Bild der Arbeit und des Lebens der damaligen Tiroler Bergleute geben.

Manuskripte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwurfsexemplar (1554)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das heute im Deutschen Bergbau-Museum Bochum aufbewahrte Exemplar ist auf das Jahr 1554 datiert und gilt als Entwurfsexemplar, von dem alle anderen erhaltenen Handschriften abhängen. Es enthält 114 Miniaturen.[2]

Vier vor der Bergsynode entstandene Exemplare (1556)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus den vier, wohl zur Vorbereitung der Bergsynode angefertigten Exemplaren ragt ein Prachtexemplar hervor, das wohl für König Ferdinand I. bestimmt war.[2] Die Miniaturen sind hier mit einer Goldumrandung versehen, die Figuren sind in festtäglicher Kleidung dargestellt. In den anderen Handschriften werden die Bergleute deutlich realistischer, teils in beschädigter Arbeitskleidung wiedergegeben.[2] Exemplare befindet sich u. a. im Zeughaus Innsbruck[3] und in der Österreichischen Nationalbibliothek Wien (Cod. 10852).[4]

Sechs nach der Bergsynode entstandene Abschriften (bis 17. Jahrhundert)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den nach der Bergsynode entstandenen Abschriften sind heute noch sechs bekannt. Es sind Kopien der drei einfacheren Handschriften von 1556, allerdings enthalten nicht alle Abschriften den kompletten Text. Nur die jüngste Abschrift stammt bereits aus dem 17. Jahrhundert.[2]

Ausgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Band 1: Der Bochumer Entwurf von 1554, Faksimile
  • Schwazer Bergbuch. Faksimileausgabe im Originalformat der Handschrift Codex 10.852 der Österreichischen Nationalbibliothek Wien von 1556. Erich Egg (Einleitung), Heinrich Winkelmann (Übersetzer). Akad. Druck- u. Verlagsanstalt 1988.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christoph Bartels: Das „Schwazer Bergbuch“ von 1556. In: Rainer Slotta und Christoph Bartels (Hrsg.): Meisterwerke bergbaulicher Kunst vom 13. bis 19. Jahrhundert. Ausstellungskatalog Bochum 1990, S. 147–152
  • Günter Fettweis: Zu Inhalt und Struktur des „Schwazer Bergbuchs“ von Ludwig Lässl 1556 aus bergkundlicher Sicht, in: Res montanarum. 8. 1994. S. 3–13.
  • Günther Jontes: Das Schwazer Bergbuch als Quelle zur Montankunde, in: Geo Alp, Sonderband 1, 2007, S. 63–71.
  • Wolfgang Lefèvre: Picturing in the World of Mining in the Renaissance. The Schwazer Bergbuch (1556). Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte. 2010. Reprint 407.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Schwazer Bergbuch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Christoph Bartels: Das „Schwazer Bergbuch“ von 1556. In: Rainer Slotta und Christoph Bartels (Hrsg.): Meisterwerke bergbaulicher Kunst vom 13. bis 19. Jahrhundert. Ausstellungskatalog Bochum 1990 S. 147–152, hier S. 146
  2. a b c d e Bartels (1990), S. 147
  3. Tiroler Bergbau- und Hüttenmuseum Brixlegg, abgerufen am 12. August 2021
  4. Eintrag auf manuscripta.at der Österreichischen Akademie der Wissenschaften