Schwedenbombe

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Schwedenbomben-Packung
Durchmesser
Herstellung im 3. Wiener Bezirk
Schriftzug am Gebäude in Wiener Neudorf

Die Schwedenbombe ist ein Schokokuss der Firma Niemetz und gehört zur Gattung der Schaumzuckerwaren.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schwedenbombe wurde 1926[1] von Walter Niemetz kreiert. Die Süßigkeit erhielt ihren Namen in Andenken eines aus Schweden stammenden Freundes, der bei der Entwicklung der Schwedenbombe beteiligt war. Den Namen Schwedenbombe ließ sich Niemetz 1934 markenrechtlich schützen. Die typische Sechser-Verpackung der Schwedenbomben wurde 1969 markenrechtlich geschützt.[2] Auf den ersten Schwedenbomben wurden von Hand Goldplaketten aus Papier aufgebracht. In den 50er Jahren verzichtete man aus Kostengründen auf diesen manuellen Schritt. 2010 wurden die mini Schwedenbombe – Bombini eingeführt [3]. Die Produktion der Bombini wurde eingestellt. Der Grund war, dass der Leasinggeber die Maschinen während der Schieflage des Konzerns wieder abbaute.[4]

Herstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schwedenbombe wird seit den 30er Jahren im dritten Wiener Gemeindebezirk nach dem ursprünglichen Rezept hergestellt. Der Eiweißschaum wird von einer Dressiermaschine auf den Waffelboden gespritzt und anschließend mit einer Schokoladenglasur überzogen. Weder das Rezept, noch der Hersteller der Maschinen wurden seit den Anfängen geändert.[4] Seit September 2015 ist eine von 2 Produktionslinien (Maschinen) schon am neuen Standort in Wiener Neudorf aufgebaut. Voraussichtlich bis Ende 2015 wird die gesamte Produktion nach Niederösterreich übersiedelt sein.

Konsistenz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schwedenbombe besteht aus einem Waffelboden mit einem Durchmesser von 4 cm. Der Eiweißschaum hat eine zylindrische Form mit abgerundetem Kopf. Die Glasur besteht aus einer hellen Milchschokoladesorte. Schwedenbomben werden mit oder ohne Kokosraspeln produziert. Andere Glasuren, wie zum Beispiel weiße Schokolade, werden nicht angeboten.

Menge Einheit
Gewicht mit Kokosraspeln[4] 18.75 Gramm
Gewicht ohne Kokosraspeln 18.125 Gramm
Durchmesser 4 cm
Höhe[5] 4.6 cm
Energie[6] 290 (70) kJ (kcal)

Die Schwedenbombe besteht aus den folgenden Inhaltsstoffen:

  • Hühnereiweiß
  • Glucosesirup
  • Zucker
  • Kokosraspeln
  • Pflanzenfett
  • Weizenmehl
  • Sojamehl
  • Magerkakao
  • Karamellzuckersirup
  • Geliermittel: Agar Agar
  • Hühnereigelbpulver
  • Magermilchpulver
  • Emulgator: Sojalecithin
  • Vanillearoma

Recht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schwedenbombe hat in Österreich einen Bekanntheitsgrad von 94 % [7] und einen Marktanteil von 80 % [8]. Es gab immer wieder Versuche an dem Erfolg der Schwedenbombe zu partizipieren, indem ähnliche Produkte auf den Markt gebracht wurden. In diesem Zusammenhang gab es einige juristische Auseinandersetzungen zwischen dem damaligen Eigentümer, der Walter Niemetz Süßwarenfabrik - Fabrikation von Zucker-, Schokolade-, Konditorei- und Dauerbackwaren GmbH & Co KG[9][8] und Mitbewerbern.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der schwedische Gewinner des Eurovision Song Contest 2015, Måns Zelmerlöw, bezeichnete sich in Anspielung auf die Beliebtheit der Süßspeise nach seinem Sieg selbst als Schwedenbombe.[10]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.handelszeitung.at/handelszeitung/die-rueckkehr-der-schwedenbombe-77187 Handelzeitung
  2. Geschichte der Schwedenbombe
  3. Mini Schwedenbomben – Bombini
  4. a b c Bericht Schwedenbomben Herstellung
  5. OGH Urteil
  6. [1]
  7. Cash, Interview Seite 192
  8. a b [2] OGH Urteil, 2012, Begründung
  9. W. Niemetz Süßwarenfabrik - Fabrikation von Zucker-, S.-, K.- u. D. GmbH & Co KG, FN 6946s.
  10. Reaktionen auf die "Schwedenbombe". Abgerufen am 2. Juni 2015.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schwedenbombe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Schwedenbombe – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen