Schweinfurt (Adelsgeschlecht)

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Schweinfurt ist der Name eines alten deutschen Adelsgeschlechts.

Das Wappen der Stadt Schweinfurt bezieht sich vermutlich auf das Adelsgeschlecht, die heute gültige Tingierung wurde jedoch erst 1773 festgelegt und ist für das Mittelalter nicht gesichert.

Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erste Markgraf Berthold II. (+ 980) war als Sohn Bertholds I. (+ 954) ein Enkel des bayrischen Herzogs Arnulfs des Bösen aus dem Geschlecht der Luitpoldinger. Gesichert war bislang nur, dass der Babenberger Markgraf Luitpold I. / Leopold I. des Östlichen Bayern (später Österreich) ein Bruder oder Neffe Bertholds war. Das kann sich nur auf Berthold I. beziehen, der bislang mit seinem Sohn zu einer Person zusammengezogen wurde. Berthold I. - ohne Angabe der Quelle vermutlich falsch als Graf auf dem Nordgau bezeichnet - tauchte bislang nur 941 als "comes" auf, als er im Auftrag des Königs Otto bis 942 den Grafen Lothar II. von Walbeck bewacht. Dieser gab im Folgenden nicht Berthold I., seinem Bewacher, die Hand seiner Tochter Eilika, sondern dessen Sohn Berthold II. (Eheschließung 976).

Berthold II.(+ 980) war Graf im Radenzgau (960), an der Unteren Naab (961) und im Volkfeld (973), bevor er 976 Markgraf von Schweinfurt wurde und im gleichen Jahr Eilika von Walbeck ehelichte. Er war es, der 964 im Auftrag von Kaiser Otto d. Grossen in Bamberg König Berengar II. von Italien bewachte.

Eine Abstammung von den Popponen ist eventuell über eine mütterliche Linie möglich. 1057 starben die Markgrafen aus. Deren Ländereien erbten die Grafen von Andechs und von Andechs-Meranien, nachdem Gisela von Schweinfurt mit Graf Arnold von Dießen vermählt war.

Markgrafschaft Schweinfurt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Grafschaft Schweinfurt gründete sich auf Besitzungen im Nordgau, im Radenzgau und im Volkfeldgau, die durch eine Kette von Burgen gesichert war, wodurch der Markgraf eine wichtige Position im zentralen Reichsgebiet einnahm. Die Hauptburg der Markgrafen von Schweinfurt lag auf der Peterstirn, östlich der heutigen Stadt.

Nach der Schweinfurter Fehde wurde die Grafschaft zerschlagen und hinterließ ein Machtvakuum in der Region, welches der König zur Stärkung seines Einflusses zur Gründung des Bistums Bamberg nutzte.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rudolf Endres: Die Rolle der Grafen von Schweinfurt in der Besiedelung Nordostbayerns. In: Jahrbuch für Fränkische Landesforschung 32. Neustadt 1972. S. 1–45.
  • Werner Emmerich: Landesburgen in ottonischer Zeit. In: Archiv für Geschichte von Oberfranken. Band 37/3. Bayreuth 1957. S. 50–97.
  • Peter Ettel: Die Burgen der Schweinfurter – historische und archäologische Überlieferungen. In: Peter Sachenbacher, Hans-Jürgen Beier: Der Orlagau im Frühen und Hohen Mittelalter. Langenweissbach 2007. S. 185–197.
  • Erich von Guttenberg: Die Territorienbildung am Obermain, Teil I und II. In: Bericht des Historischen Vereins für die Pflege der Geschichte des ehemaligen Fürstbistums Bamberg 39. Bamberg 1927.
  • Hubertus Seibert: Schweinfurt. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 24, Duncker & Humblot, Berlin 2010, ISBN 978-3-428-11205-0, S. 49 f. (Digitalisat).