Schweinspoint

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Schweinspoint
Gemeinde Marxheim
Das Wappen von Schweinspoint
Koordinaten: 48° 45′ 10″ N, 10° 57′ 4″ O
Höhe: 448 m ü. NN
Einwohner: 770 (31. Jan. 2010)
Eingemeindung: 1. Mai 1978
Postleitzahl: 86688
Vorwahl: 09097
Luftaufnahme von Schweinspoint, links das Schloss Schweinspoint
Luftaufnahme von Schweinspoint, links das Schloss Schweinspoint
Schweinspoint von Süden

Schweinspoint[1] ist ein Ortsteil der Gemeinde Marxheim im bayerischen Landkreis Donau-Ries Regierungsbezirk Bayerisch-Schwaben.

Schloss Schweinspoint, heute Stiftung Behindertenwerk St. Johannes

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schweinspoint liegt an der Kreisstraße DON 25 zwischen Marxheim und Gansheim auf den Ausläufern der Fränkischen Alb. Die Ortsmitte ist auf 448 m über NN. Der Ort hat seit Jahren konstant etwa 770 Einwohner.

Namenserklärung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im baierischen Sprachraum bedeutet Point, das sich aus dem althochdeutschen Begriff biunta – später Beunde herleitet, ein kleines Gütleranwesen oder eine umzäunte Flur im Besitz des Grundherren.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schweinspoint[1] war ein Lehen der Grafen von Lechsgemünd-Graisbach und erscheint urkundlich ab 1150.[2] Vom 11. bis 15. Jahrhundert war der Ort Sitz eines Adelsgeschlechtes, das als Erbschenken den Grafen von Lechsgemünd-Graisbach diente.[3]

1423[4] kam der Ort durch Kauf von den Schenken von Schweinspoint an die Reichsmarschälle von Pappenheim.

Frühe Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1544 ging er an Herzog Ottheinrich von Neuburg über und war danach bis 1618 protestantisch. 1601 wechselte erneut die Herrschaft über die Hofmark Schweinspoint und fiel nun an die Grafen von Oettingen und zwei weitere Adelige. In der Folge wechselte der Besitz des Ortes mehrmals. 1683 erwarben ihn die katholischen Freiherrn von Hacke und nannten sich danach mit vollem Namen Hacke auf Schweinspoint. Sie blieben die Besitzer bis 1849.[5]

Das Schloss Schweinspoint wurde, nachdem das alte Schloss im Dreißigjährigen Krieg zum Teil niederbrannte, im 17. Jahrhundert erbaut.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Mai 1978 wurde das bis dahin selbständige Schweinspoint in die Gemeinde Marxheim eingegliedert.[6]

Diepold von Schweinspeunt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Diepold von Schweinspeunt

Diepold von Schweinspeunt ging im Gefolge von Kaiser Heinrich VI. 1191 nach Italien und erhielt dort mehrere Grafschaften. Er gehörte nach dem Tod des Stauferkaisers zu der Clique um den Regenten Markward von Annweiler in Palermo, die für den minderjährigen Friedrich II. regierte. Diepold von Schweinspeunt verriet diesen indem er dessen welfischen Gegenspieler Otto IV. zum Einmarsch ins Königreich Sizilien bewegte. Von Otto IV. wurde er daraufhin zum Herzog von Spoleto erhoben und endete nach Ottos Scheitern und mehrjähriger Gefangenschaft schließlich als Ritter des Deutschen Ordens.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

150 Jahre Stiftung Behindertenwerk St. Johannes: Deutsche Briefmarke von 2010

Der Ort Schweinspoint war bis in die 1970er Jahre landwirtschaftlich geprägt, heute bestehen nur noch wenige Vollerwerbsbetriebe.

Die 1860 gegründete Stiftung Behindertenwerk St. Johannes ist heute der größte Arbeitgeber der Gemeinde Marxheim.

Pfarrei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schweinspoint gehört zur katholischen Pfarrei Marxheim. Die Kirche St. Bartholomäus ist ein gotischer Bau aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts mit Veränderungen des 18. und 19. Jahrhunderts. Für die Heil- und Pflegeanstalt, heute Stiftung St. Johannes, wurde 1909 eine eigene Kirche mit dem Patrozinium Heiligstes Herz Jesu errichtet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b ~1150 Suinesbiunt > vor 1400 Swinisbiunt > vor 1717 Schweinespeunt > vor 1870 Schweinespaint
  2. Textabdruck Kloster Kaisheim - Urkunde 5 Württembergisches Urkundenbuch Online (Orig. Urk. im Staatsarchiv Augsburg, Sign. Kloster Kaisheim, KU 5)
  3. Lechsgemünd-Graisbach, Grafen von Doris Pfister 2008, S. 134
  4. Urkunde im Staatsarchiv Nürnberg / Herrschaft Pappenheim Urk. 431 bzw. (1423-1-16)
  5. Webseite zur Geschichte von Schweinspoint
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 793.