Schweitenkirchen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Schweitenkirchen
Schweitenkirchen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schweitenkirchen hervorgehoben
Koordinaten: 48° 30′ N, 11° 36′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Pfaffenhofen an der Ilm
Höhe: 533 m ü. NHN
Fläche: 53,01 km2
Einwohner: 5242 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 99 Einwohner je km2
Postleitzahl: 85301
Vorwahl: 08444
Kfz-Kennzeichen: PAF
Gemeindeschlüssel: 09 1 86 152
Gemeindegliederung: 42 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstr. 29
85301 Schweitenkirchen
Website: www.schweitenkirchen.de
Bürgermeister: Albert Vogler (CSU)
Lage der Gemeinde Schweitenkirchen im Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm
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Über dieses Bild

Schweitenkirchen ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt in der Planungsregion Ingolstadt in der Hopfenbauregion Hallertau. Von Ingolstadt und München ist sie jeweils gut 30 km entfernt.

Die Gemeinde hat 42 amtlich benannte Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2]

Es gibt die Gemarkungen Aufham (mit Güntersdorf), Dürnzhausen, Eberstetten, Geisenhausen, Schweitenkirchen und Sünzhausen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schweitenkirchen soll bereits bei der Stammesbildung der Bajuwaren, also zwischen 550 und 600 gegründet worden sein. Für das Jahr 837 ist in Freisinger Urkunden festgehalten, dass eine Frau namens „Suidmuot“ hier eine Kirche erbaute und sie mit Grund und Boden ausstattete. Im Jahre 972 wird der Ort „Suidmuotochirihun“ genannt, der ab 1315 gebräuchliche Name „Sweitmarschirchen“ ähnelt schon dem heutigen Namen. Schweitenkirchen gehörte im 17. Jahrhundert zum Rentamt Landshut und zum Landgericht Moosburg des Kurfürstentums Bayern. 1660 wurde im Ortsteil Dietersdorf die Kapelle St. Magdalena errichtet. Das romanische Gotteshaus in Schweitenkirchen erhielt 1740 (und 1854) Anbauten, die als nicht sehr kunstgerecht gelten.

19. bis 21. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der ersten bayerischen Landesvermessung wurde der Ort aufgrund seiner erhöhten Lage als Hauptdreiecksnetzpunkt ausgewählt und 1806 vermessen.[3] 1806 zerstörte auch ein großer Brand den Ort. Brandstifter soll ein gewisser Franz Dobmayr gewesen sein, der am 27. Juni 1811 auf der Richtstätte in Pfaffenhofen als letzter Delinquent mit dem Schwert vom Münchener Scharfrichter hingerichtet wurde. Mit dem Gemeindeedikt von 1818 entstand die politische Gemeinde Schweitenkirchen. Im Jahr 1841 wurde sie dem Landgericht Pfaffenhofen zugeteilt. Im Jahr 1998 wurde Schweitenkirchen in den Regionalplan 10 als Kleinzentrum aufgenommen.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1884 wurde der Ortsteil Schaching der aufgelösten Gemeinde Dietersdorf eingegliedert. Am 1. April 1971 kam Frickendorf von der Gemeinde Eberstetten hinzu. Dürnzhausen folgte am 1. Juli 1971.[4] Die Eingemeindungen wurden am 1. Mai 1978 mit der Eingliederung von Aufham (mit dem im Jahr 1884 eingegliederten anderen Teil von Dietersdorf), Geisenhausen und Sünzhausen abgeschlossen.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung von Schweitenkirchen von 1961 bis 2017
  • 1961: 2724 Einwohner
  • 1970: 2717 Einwohner
  • 1987: 3586 Einwohner
  • 1991: 4185 Einwohner
  • 1995: 4437 Einwohner
  • 2000: 4667 Einwohner
  • 2005: 4931 Einwohner
  • 2010: 5000 Einwohner
  • 2015: 5184 Einwohner
  • 2017: 5202 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahl 2014:[6]

  • BBS: 5 Sitze
  • FUB: 2 Sitze
  • FWG/WGS: 7 Sitze
  • SPD/FW: 2 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist seit Mai 1996 Albert Vogler (* 1959) von der CSU.

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1998 gab nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 41, im produzierenden Gewerbe 308 und im Bereich Handel und Verkehr 211 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 280 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es 1497. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe elf Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 218 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 3567 ha, davon waren 3066 ha Ackerfläche und 497 ha Dauergrünfläche.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Westen von Schweitenkirchen wird von der Autobahn A 9 von Nord nach Süd durchquert. In Ost-West-Richtung kreuzt die Staatsstraße St 2045 (Auffahrt Pfaffenhofen, AS 66). Die Hallertauer Hopfentour, ein Radweg durch die Hallertau verläuft durch die Gemeinde.[7]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pfarrkirche St. Johannes der Täufer in Schweitenkirchen, 1906 vergrößert
  • Pfarrkirche St. Nikolaus in Aufham aus dem 14. Jahrhundert
  • Pfarrkirche St. Dionysius in Niederthann
  • Kirche St. Georg in Dürnzhausen, gotischen Ursprungs mit Glocken von 1443
  • Pfarrkirche St. Josef in Güntersdorf
  • Filialkirche St. Peter und Paul in Ampertshausen
  • Pfarrkirche St. Emmeram in Geisenhausen mit Plastiken aus dem 15. Jahrhundert
  • Kirche St. Koloman in Sünzhausen, nach Brand 1722 neu erbaut
  • Kapelle St. Magdalena in Dietersdorf
  • Feldkreuz zwischen Güntersdorf und Dietersdorf
  • Autobahnbrücke Holledau

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Georg Kronawitter (* 1928 in Oberthann, † 2016 in München), Politiker (SPD), Oberbürgermeister von München (1972–1978 und 1984–1993)
  • Hans Eisenmann (* 1923 in Ampertshausen, † 1987 in München), Politiker (CSU), Staatsminister für Landwirtschaft und Forsten in Bayern (1969–1987)
  • Gerhard Vilsmeier (* 1958), deutscher Journalist und Historiker, seit 2004 erster Vorsitzender des Sportvereins FC Schweitenkirchen

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schweitenkirchen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Schweitenkirchen in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 12. September 2019.
  3. Adrian v. Riedl: Hauptdreiecksnetz zum topografischen Atlas des Königreichs Bayern, 1831, Bayerische Staatsbibliothek, Mapp. XI, 57ge, München
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 551.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 587.
  6. http://www.schweitenkirchen.de/index.php?id=0,38#fraktion_4
  7. Radweg Hallertauer Hopfentour. Hopfenland Hallertau Tourismus e.V., abgerufen am 6. Oktober 2016.