Schweizer Alpen-Club

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Schweizer Alpen-Club (SAC)
Logo des Schweizer Alpen-Clubs
Sportart Bergsport
Gegründet 19. April 1863
Vorsitzende Stefan Goerre
Vereine 111 Sektionen und 22 Untersektionen
Mitglieder 150'000 (Stand: 2018)[1]
Verbandssitz Bern SchweizSchweiz Schweiz
Offizielle Sprache(n) Deutsch, Französisch, Italienisch
Homepage sac-cas.ch

Der Schweizer Alpen-Club SAC (französisch Club Alpin Suisse CAS, italienisch Club Alpino Svizzero CAS und rätoromanisch Club Alpin Svizzer CAS) ist der führende Verband für Bergsport in der Schweiz und ist Mitglied im Club Arc Alpin (CAA) und des UIAA. Der Verein wurde 1863 auf Initiative von Rudolf Theodor Simler im Bahnhofbuffet Olten gegründet. Seine 111 Sektionen betreiben 153 Berghütten in den Schweizer Alpen.

Tätigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit rund 150'000 Mitgliedern (Stand: 2018)[1] ist der Schweizer Alpen-Club SAC einer der grössten Sportverbände und der bedeutendste alpine Verein der Schweiz. Seine Tätigkeiten sind sehr vielfältig und gliedern sich in folgende Aktivitäten:

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf Initiative des Zürcher Rudolf Theodor Simler trafen sich am 19. April 1863 35 Herren aus Aarau, Basel, Bern, Buochs, Glarus, Luzern, Olten, St. Gallen und Zürich im Bahnhofsbuffet Olten und gründeten den Schweizer Alpen-Club SAC. Simler war Dozent für Chemie und Geologie an der Universität Bern. Er warnte davor, die damals boomende Eroberung der Alpen den Ausländern alleine zu überlassen. Bereits 1857 war der Alpine Club in London und 1862 der Österreichische Alpenverein gegründet worden. Ende 1863 zählte der SAC bereits 7 Sektionen mit total 358 Mitgliedern. Noch im Gründungsjahr wurde mit der Grünhornhütte in den Glarner Alpen die erste SAC-Hütte gebaut.

Hauptziel war damals die Förderung des Alpinismus – namentlich des Bergsteigens – und die Erforschung des Alpenraums. Der Klub verstand sich im 19. Jahrhundert als Verein der bürgerlichen Eliten.

1900 zählte der SAC 43 Sektionen mit 6'000 Mitgliedern. Durch die verbesserte Verkehrserschliessung der Alpen, der wachsenden Anzahl SAC-Hütten und durch das Aufkommen des Winteralpinismus – namentlich des Skibergsteigens – wuchs der SAC in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts zu einem Massenverein an. Die Mitgliederzahl stieg bis 1963 auf 44'500 an.

1977 wurde die Geschäftsstelle in Bern eröffnet. Sie ist das Dienstleistungszentrum und für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig.[2]

Als Gründungsmitglied nimmt der SAC am multilateralen Abkommen Gegenrecht auf Hütten, das 1978 eingeführt wurde, teil.

Der SAC ist Mitglied der Internationalen Alpenschutzkommission (CIPRA).

Folgende Mitglieder des SACs, die UIAA-Ehrenmitglieder wurden, sind die ehemaligen UIAA-Präsidenten, Charles Egmond d’Arcis seit 1964, Edouard Wyss-Dunant seit 1968, Pietro Segantini seit 1995, und Carlo Sganzini seit 2001.

1996 wurde der Zentralvorstand gegründet. Bisher war das Zentralkomitee alternierend von einer SAC Sektion wahrgenommen worden (Vorortsprinzip). Im gleichen Jahr wurde die Jugendorganisation (JO) in den SAC integriert.

Im Jahr 2006 wurde die SAC Bergrettung in die eigenständige Stiftung Alpine Rettung Schweiz ausgelagert.

Das historische Archiv des SAC (Zentralarchiv) ist in der Burgerbibliothek Bern zugänglich.

Der SAC und die Frauen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dem Verein stellte sich 1880 die Frage, ob Frauen dem Verein betreten dürften oder nicht. Die Argumente der konservativen Gegner überwogen und es wurde schliesslich den Sektionen überlassen, ob sie Frauen wenigstens als Passiv- oder Ehrenmitglieder aufnehmen wollten. 1907 wurden die Frauen ganz aus dem SAC ausgeschlossen. Dies galt allerdings nicht für die den Sektionen angeschlossenen Jugendorganisationen (JO).[3] Mehrere Alpinistinnen gründeten daraufhin am 24. Mai 1918 in Lausanne einen eigenen Verein, den Schweizerischen Frauen-Alpen-Club (SFAC). Zu ihnen gehörte auch die erste Klub-Präsidentin Aline Margot-Colas. Sie stammte aus einer Hoteliersfamilie aus Montreux, ihr Sohn Charles Margot (1889 bis 1957) war später ebenfalls als Hotelier tätig.[4] Aline Margot war damals gleichzeitig auch Präsidentin der Sektion Montreux. Der SFAC zählte in seinen frühesten Jahren sieben Sektionen, nämlich Montreux, Genf, Vevey, Lausanne, Lugano, Neuenburg und La Caux-de-Fonds. Bereits 1921 zählte er rund 700 Mitglieder und zwölf Sektionen.[5]

Erst 1980, neun Jahre nach Einführung des Frauenstimmrechts in der Schweiz auf nationaler Ebene, fusionierte der SAC mit dem Schweizerischen Frauen-Alpen-Club. Von da an waren die Frauen im SAC willkommen und die Mitgliederzahl stieg sprunghaft an auf 69'201.[6] Von 2013 bis 2021 präsidierte erstmals eine Frau, Françoise Jaquet, den SAC.

Das historische Archiv des Schweizerischen Frauen-Alpen-Clubs ist als Teil des SAC-Zentralarchivs in der Burgerbibliothek Bern zugänglich.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sektionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der SAC hat 111 Sektionen, pro Kanton bestehen eine oder mehrere Sektionen. Die Sektionen bilden das Fundament des Clubs. Diese sind als Vereine organisiert und bestimmen ihr Vereinsleben weitestgehend autonom. Die Sektionen bauen und betreiben die Hütten, organisieren Touren und Kurse für ihre Mitglieder und stellen Delegierte für die Abgeordnetenversammlung, welche dem Zentralvorstand und der Geschäftsstelle vorsteht. Es steht den Mitgliedern frei, welcher Sektion in der Schweiz sie angehören wollen. Die mitgliederstärkste Sektion ist die Sektion Uto in Zürich.[7] Durch die Mitgliedschaft bei einer Sektion ist man automatisch auch Mitglied des Zentralverbands. Eine Direktmitgliedschaft beim Zentralverband ist nicht möglich.[8]

Zentralverband[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Zentralvorstand ist das eigentliche Führungsgremium des Vereins. Zehn Fachkommissionen unterstützen den Zentralvorstand bei seiner Arbeit. Die Tätigkeiten im Zentralvorstandes sowie in den Fachkommissionen werden ehrenamtlich geleistet.

SAC-Hütten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sektionen des Schweizer Alpen-Club SAC betreiben derzeit in den Schweizer Alpen 153 Hütten mit rund 9000 Schlafplätzen.[9] Die Hütten bieten einfache Unterkünfte für Alpinisten, Kletterer, Wanderer, Naturgeniesser und immer häufiger auch für Familien mit Kindern. Die Solvayhütte am Matterhorn ist die einzige Hütte, die dem SAC-Zentralverband selbst gehört. Die erste SAC-Hütte, die Grünhornhütte, wurde 1863 gebaut. Im Laufe der Zeit kamen zahlreiche weitere Hütten hinzu. Anfänglich dienten sie der geografischen und naturkundlichen Erforschung des Gebirges sowie dem Alpinismus, später auch dem aufkommenden Bergwanderern und Skifahrern. Immer wieder werden bestehende Hütten renoviert, ausgebaut oder durch Neubauten ersetzt.

Viele SAC-Sektionen besitzen nebst den Alpenhütten noch sogenannte Sektionshütten. Diese häufig bewirteten und auch für Nichtmitglieder offenen Hütten stehen auf den Hügeln des Mittellandes, den Jurahöhen oder in den Voralpen. Ein Verzeichnis über diese Hütten besteht nicht.

Tätigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jugendförderung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Mitgliedschaft ist ab dem 6. Lebensjahr möglich. Für Kinder bis 14 Jahren bieten die Sektionen ein spezielles Tourenprogramm unter dem Titel Kinderbergsteigen (kurz KiBe) an. Einzelne Sektionen haben zusätzlich eine Gruppierung Familienbergsteigen (kurz FaBe). Im Gegensatz zum KiBe werden die Kinder im FaBe von den Eltern begleitet. Die jugendlichen Mitglieder des SAC im Alter von 14 bis 22 Jahren werden durch die SAC-Jugendorganisationen (kurz JO) betreut. Es werden Lager und Wochenendtouren in der Schweiz und auch im angrenzenden Ausland durchgeführt.

Alpine Rettung Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der SAC hat 2006 zusammen mit der Schweizerischen Rettungsflugwacht die Stiftung Alpine Rettung Schweiz gegründet. Die Alpine Rettung Schweiz ist für Rettung von Personen in den Schweizer Bergen verantwortlich und betreut im Alpenraum und im Jura 98 Rettungsstationen mit 3000 Bergrettern und 80 Rettungsspezialisten Helikopter (RSH).

SAC Zentralpräsidenten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der SAC arbeitet seit der Gründung mit Freiwilligen nach dem Milizsystem. Die Mitglieder des Zentralkomitees (Central-Comité CC) stammten bis 1999 weitgehend aus einer Sektion («Vorort»), die während dreier Jahre das CC und den Zentralpräsidenten stellte. Claude Krieg (1992–1995) war der erste Zentralpräsident mit vierjähriger Amtszeit.[10][11] 1996 wurde das «Zentralkomitee» («Vorortsprinzip») abgeschafft und der «Zentralvorstand» mit festem Hauptsitz in Bern gegründet.

Amtszeit Präsident Zentralkomitee
«Vorort» bis 1996
1863 Rudolf Theodor Simler 1 Bern
1864 Christian Meyer-Bischoff Basel
1865 Johann Wilhelm Coaz Rätia
1866 Friedrich von Tschudi St. Gallen
1867–1869 Melchior Ulrich 1 Uto
1870–1872 Albert Hoffmann-Burckhardt Basel
1873–1875 Hermann Zähringer Pilatus
1876–1878 Albert Freundler Genf
1879–1881 Johann Rudolf Lindt 1 Bern
1882–1884 Eugène Rambert 1 Diablerets
1885–1887 Johann Emanuel Grob Uto
1888–1891 Rudolf Gallati Tödi
1891–1895 Heinrich Baumgartner, Johann Friedrich Michel Interlaken
1896–1899 Frédéric Auguste Monnier,[12] Eugène Colomb Neuchâtel
1900–1903 Emil Bosshard Winterthur
1904–1907 Robert Schöpfer Weissenstein
1908–1910 Jules Répond Moléson
1911–1913 August Herme Rätia
1914–1916 Arnold Janggen St. Gallen
1917–1919 Alphonse Bernoud Genf
1920–1922 Albert Tschopp Aarau
1923–1925 Georg Leuch Bern
1926–1928 Henri Faes Diablerets
1929–1931 Emil Erb Uto
1932–1934 Felix Gugler Lägern
1935–1937 Alphonse de Kalbermatten Monte Rosa
1938–1940 Adolf Spring Olten
1941–1943 Rudolf Campell Bernina
1944–1946 Robert Furrer Montreux
1947–1949 Hugo Kistler Biel
1950–1952 Mathias Jenni Tödi
1953–1955 Pierre Soguel Neuchâtel
1956–1958 Robert Wenck Basel
1959–1961 Georg Calonder Rätia
1962–1964 Edouard Wyss-Dunant Genf
1965–1967 Albert Eggler Bern
1968–1970 Hektor Meier Uto
1971–1973 Robert Virchaux Diablerets
1974–1976 Ernst Geissbühler Pilatus
1977–1979 Hanspeter Wenger Blümlisalp
1980–1983 Carlo Sganzini Tessin
1983–1985 Hermann Milz Neuchâtel
1986–1988 Jakob Hilber St. Gallen
1989–1991 Franz Steinegger Gotthard
1992–1995 Claude Krieg Jaman
1996–1999 Hanspeter Schmid Basel
1999–2005 Franz Stämpfli Bern
2005–2013 Frank-Urs Müller Weissenstein
2013–2021 Françoise Jaquet Moléson
2021– Stefan Goerre Olten[13]
1 Mitbegründer des Schweizer Alpen-Clubs

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der SAC publiziert verschiedene Skitouren-, Wander- und Kletterführer. Zur Vereinfachung der Tourenplanung, aber auch zur Verbesserung der Sicherheit schuf der SAC verschiedenen Bewertungsskalen, so die SAC-Berg- und Hochtourenskala, die SAC-Wanderskala, die SAC-Skitourenskala, die SAC-Absicherungsskala und die SAC-Schneeschuhtourenskala.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Schweizer Alpen-Club – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b SAC-CAS.ch: Über uns
  2. SAC-CAS.ch: Geschichte des SAC (Memento vom 29. November 2013 im Internet Archive)
  3. NZZ.ch Auf dass der Klub euch scheide, 19. April 2013.
  4. Charles Margot
  5. Femmes alpinistes, abgerufen am 18. Februar 2021, französisch.
  6. Beobachter: SAC-Geschichte – Club der Patrioten, 18. März 2013.
  7. SAC-CAS.ch: Homepage der SAC-Sektion Uto, Zürich
  8. SAC-CAS.ch: Sektionen des SAC
  9. SAC-CAS.ch: Alles über die 153 SAC-Hütten
  10. SAC-CAS.ch: SAC: Claude Krieg, Zentralpräsident 1992–1995
  11. SAC-CAS.ch: SAC: Frischer Wind im Zentralvorstand
  12. wurde 1896 zum Bundesrichter gewählt
  13. Stabübergabe beim Schweizer Alpen-Club SAC: Stefan Goerre wird zum neuen Präsidenten gewählt. Schweizer Alpen-Club, 4. September 2021, abgerufen am 20. September 2021.