Schweizer Berghilfe

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Die Schweizer Berghilfe (französisch Aide Suisse aux Montagnards, italienisch Aiuto Svizzero alla Montagna, rätoromanisch Agid Svizzer per la Muntogna) ist eine Non-Profit-Organisation, die nachhaltige und zukunftsgerichtete Projekte für die Schweizer Bergbevölkerung unterstützt. Neben solchen privaten Initiativen wurde die Infrastruktur in den Berggebieten ab 1974 mit dem Investitionshilfegesetz auch vom Bund unterstützt. Die Hilfe ans Ausland erfolgte (Schweizer Spende) und erfolgt durch andere Organisationen[1].

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Vereinsgründung[Bearbeiten]

Die Schweizer Berghilfe wurde 1943 gegründet und ist seit 1953 ZEWO-zertifiziert. Die Stiftung wird ausschliesslich durch Spendeneinnahmen, Erbschaften oder Legate finanziert und erhält keine Subventionen. Unterstützungsanträge werden nach klar definierten Vergaberichtlinien durch ehrenamtlich tätige Experten geprüft.

Vereinszweck[Bearbeiten]

Die Schweizer Berghilfe hat zum Ziel, die Lebensgrundlagen der Menschen im Berggebiet zu verbessern, damit diese in einem gesicherten wirtschaftlichen, sozialen und natürlichen Umfeld leben können. Bereits bei der Gründung galt die «Hilfe zur Selbsthilfe» als Leitmotiv. Die Organisation ist unabhängig und unterstützt nachhaltige Projekte und sinnvolle Initiativen in den Bereichen Land- und Alpwirtschaft, Wald und Holz, Tourismus, Energie, Bildung, Gewerbe und Gesundheit. In Notsituationen leistet sie Soforthilfe[2].

Vereinsgeschichte[Bearbeiten]

Die «Kommission für soziale Arbeit in Berggegenden» (KOSAB) nahm 1942 ihre Tätigkeit auf und stellte 1943 ihrem Namen die Bezeichnung «Berghilfe» voran.

In der politisch und konfessionell neutralen Berghilfe vereinigten sich 1944 alle grossen, gemeinnützig tätigen Organisationen wie Pro Juventute, Schweizer Heimatwerk, Winterhilfe, Caritas, SGG und Schweizer Patenschaft für Berggemeinden. Die Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete (SAB) wurde ausdrücklich vorgesehen. 1946 schränkte die Berghilfe ihre Aufgaben auf soziale Arbeit im engeren Sinne ein. Mit dem Lichtbildervortrag «Die Berghilfe packt an» machte die Berghilfe 1948 vermehrt auf sich aufmerksam.

Die «Schweizer Berghilfe» etablierte sich 1953 als Verein mit dem Zweck die geistige und materielle Wohlfahrt in den Berggegenden zu fördern mit ihrem Sitz in Zürich und erhielt die ZEWO-Schutzmarke.

1975 wurde die Schweizer Berghilfe von der Erbschaftssteuer befreit. Der Einsatz der Experten zur Abklärung und Beurteilung der Gesuche wurde detailliert geregelt und Richtlinien für die Beurteilung erstellt. Die Tätigkeit beschränkte sich ab jetzt auf die Verbesserung der wirtschaftlichen Existenzgrundlagen und der Lebensbedingungen. Mit der 1978 erfolgten Einführung von Kontrollbesuchen, sollte die Verwirklichung der Projekte überprüft und das Interesse der Schweizer Berghilfe aufgezeigt werden. Der Spendenprospekt erreichte 1983 zum ersten Mal alle Schweizer Haushaltungen.

In den 1990er Jahren wurde die Hilfeleistung auf weitere Gebiete ausgedehnt: 1991 wurden die Handwerksbetriebe als beitragsberechtigt anerkannt, sofern sie für die Erhaltung der Dorfgemeinschaft wichtig waren und 1993 folgte Einführung der Starthilfe für Jungbauern mit dem Zweck, ihnen bei der Übernahme eines eigenen Betriebes, den unternehmerischen Start zu erleichtern. 1995 führte die Berghilfe in Zusammenarbeit mit der Rega eine Grossaktion zur Evakuation Not leidender Tiere durch, die nach starkem Schneefall in den Alpen eingeschlossen waren. Im gleichen Jahr wurde die «Schweizer Berghilfe» als Marke geschützt. 1996 wurde die REGA Mitglied der Schweizer Berghilfe und der Vorstand anerkannte die Unterstützung von Dorf- und Talgemeinschaften. Die Kleidersammlungen wurden 1997 unter der Regie der Solitex GmbH neu strukturiert.

Für die gravierenden Folgen des Hitzesommers 2003 stellte die Berghilfe eine halbe Million Franken zur Verfügung. Dieser Betrag wurde im Frühling 2004 verdoppelt, nachdem rund 1000 Unterstützungsgesuche eingegangen waren.

2005 erfolgte die Umwandlung in eine gemeinnützige Stiftung unter eidgenössischer Aufsicht. Nach den Unwettern im August dieses Jahres wurden 267 Projekte mit 900.000 Franken unterstützt.

Der 2002 gewählte Adolf Ogi und wurde 2006 von Franz Marty als Präsident abgelöst[3].

Publikation[Bearbeiten]

  • Die «Berghilf-Ziitig» wurde erstmals 1988 herausgegeben. Sie erscheint 4 x jährlich in deutscher und französischer Sprache mit einer Gesamtauflage von rund 130.000 Exemplaren.

Prix Montagne[Bearbeiten]

Der Preis wird zusammen mit der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete (SAB) an Unternehmer vergeben, die im Schweizer Berggebiet vorbildlich zu wirtschaftlicher Vielfalt und Beschäftigung beitragen.

Preisträger:

  • 2011 Produzenten-Genossenschaft Gran Alpin: baut im Bündner Berggebiet auf 1000 Meter über Meer Braugerste an
  • 2012 Erlebniswelt Muotathal: bietet im Schwyzer Bergtal naturnahen Erlebnistourismus an wie Touren mit Schlittenhunden
  • 2013 Musikdorf Ernen: organisiert jährlich klassische Konzerte und Veranstaltungen

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Berggebiete.ch: Schweizer Berghilfe
  2. Schweizer Spendenspiegel: Schweizer Berghilfe
  3. Schweizer Berghilfe: Geschichte