Schweizer Schulschrift

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Die Schweizer Schulschrift (regional umgangssprachlich auch Schnürlischrift genannt) ist eine Kursive, eingeführt 1947. Daneben wird eine Druckschrift, die sogenannte Steinschrift gelehrt.

Schweizer Schulschrift, 2010

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorgänger der Antiqua war eine Kurrentschrift. Im Hinblick auf die Entwicklung des internationalen Verkehrs der Schweiz und der Viersprachigkeit des Landes kam der Wunsch nach einer einheitlichen Schrift auf. Ein erster Vorschlag kam von Paul Hulliger. Er kreierte die so genannte Hulligerschrift. Diese wurde von zehn Kantonen übernommen.[1] Nach heftigen Diskussionen wurde sie im Jahr 1947 von der heute anerkannten Schweizer Schulschrift abgelöst. Der Zofinger Eugen Kuhn und Karl Eigenmann waren die massgeblichen Entwickler und Mitherausgeber des Buches Das Schreiben. Ihr Ziel war es, eine einheitlich anerkannte leicht lesbare Schweizer Schulschrift zu schaffen.

Die Schweizer Schulschrift wird dahingehend kritisiert, dass sie die Anforderung an eine schnell schreibbare und doch leserliche Handschrift nicht erfülle. Ihre überdimensionierten Grossbuchstaben haben stark geschwungene Formen. Es ist dabei oft nicht möglich, alle Buchstaben eines Wortes ohne abzusetzen zu schreiben.

Basisschrift[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2006 entwarf Hans Eduard Meier einen Vorschlag für eine neue Schulschrift, die Basisschrift.[2] Sie ist aufrecht und einer Grotesk ähnlich. Die Grossbuchstaben bleiben auch in der zusammenhängend geschriebenen Schrift dieselben. Seit 2007 wird die neue Schrift versuchsweise in verschiedenen Gemeinden gelehrt.[3] Im Kanton Glarus ist es den Lehrkräften freigestellt, ob sie die Basisschrift einführen wollen oder nicht.[4]

Im Herbst 2014 empfahl die Deutschschweizer Erziehungsdirektoren-Konferenz, die Schweizer Schulschrift zugunsten der Basischrift aufzugeben, die fortan «Deutschschweizer Basisschrift» genannt werden soll. Die Umsetzung dieser Empfehlung liegt bei den Kantonen.[5]

Der Kanton Zürich führt auf das Schuljahr 2016/17 als 14. Kanton die von der Deutschschweizer Erziehungsdirektorenkonferenz empfohlene neue Basisschrift ein.[6][7]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl Eigenmann, Eugen Kuhn: Das Schreiben, Ernst Ingold & Co, Herzogenbuchsee 1948

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Svetluse Solarová: Hulliger, Paul. In: Historisches Lexikon der Schweiz, abgerufen am 18. April 2014
  2. NZZ: Seilziehen um eine zeitgemässe Schulschrift. 15. Februar 2010, abgerufen am 15. Oktober 2011.
  3. NZZ: Lesbar statt «schön». Eine neue Handschrift in Schweizer Schulstuben. 3. Januar 2007, abgerufen am 15. Oktober 2011.
  4. Schweiz aktuell: Konkurrenz für die Schnüerlischrift, 21. Februar 2007, abgerufen am 3. Dezember 2014.
  5. Schnüerlischrift ade – jetzt kommt die Basisschrift. Geschwungen und mühsam erlernt: Die Schnüerlischrift, Inbegriff der Primarschule, wird ersetzt. In: Tages-Anzeiger vom 3. November 2014.
  6. Neue Schulschrift auch in Zürich: «Am Schnüerli» ist von gestern in Neue Zürcher Zeitung vom 6. Januar 2016
  7. Zürich führt Basisschrift ein: Schluss mit Schnürlischrift in der Schule in Blick.ch vom 6. Januar 2016