Schweizerhalle

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Industriegebiet Schweizerhalle mit Salinebohrturm

Schweizerhalle ist ein bedeutendes Industriegebiet in den beiden basellandschaftlichen Gemeinden Muttenz und Pratteln bei Basel direkt am Rhein. Schweizerhalle gehört zum Wirtschaftsgebiet Nordwestschweiz und ist einer der Standorte der Schweizer Salinen sowie bekannter Chemiekonzerne wie Novartis und Clariant.

Namensherkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name rührt her von Schweizerhalle (gemeint ist: Schweizer Halle), einer älteren Bezeichnung des salzgewinnenden Unternehmens Schweizer Rheinsalinen. Der Namensbestandteil «Halle» bezeichnet den Plural von «Hall», ein ausser Gebrauch gekommenes Wort für Saline. Bei der Namensvergabe für das gleichnamige Unternehmen ging man noch davon aus, dass «Hall» ein keltischer Ausdruck für Salz war.

Saline[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 30. Mai 1836 stiess der deutsche Bergbaufachmann Freiherr Carl Christian Friedrich Glenck beim Roten Haus in Muttenz auf eine sieben Meter dicke Salzschicht. Bereits ein Jahr später entstand in der Nähe im Gemeindebann von Pratteln die erste Saline.

Durch die «Schweizer Rheinsalinen» werden die Schweiz (ohne Kanton Waadt) und Liechtenstein mit Salz versorgt. Das Salzregal war eine wichtige Einnahmequelle für den noch jungen und armen Halbkanton Basel-Landschaft. Die grossen Landreserven, die Lage am Rhein sowie die Verfügbarkeit von Salz waren wichtige Faktoren für die Ansiedlung von Produktionsstätten der chemischen Industrie, die in Basel in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts keinen Raum für eine weitere Expansion hatten.

Museum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der 1860 unmittelbar bei der Saline errichteten «Villa Glenck», dem ehemaligen Direktorenwohnhaus, wurde 1997 das Museum «Die Salzkammer» eingerichtet.[1][2]

Grossbrand vom 1. November 1986[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekanntheit erlangte Schweizerhalle, als am 1. November 1986 ein Grossbrand beim Chemiekonzern Sandoz ausbrach, in dessen Folge vor allem mit Pestiziden belastetes Löschwasser in den Rhein geriet, was zu einem Fischsterben flussabwärts bis Mannheim führte. Weithin sichtbar war eine Verschmutzung des Rheinwassers mit einem ebenfalls eingetragenen roten Farbstoff, der jedoch ungiftig war.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bernhard Ruetz, in Zusammenarbeit mit Armin Roos: Carl Christian Friedrich Glenck, 1779–1845, Salzpionier und Gründer der Saline Schweizerhalle. Schweizer Pioniere der Wirtschaft und Technik, Bd. 90, Zürich 2009, ISBN 978-3-909059-46-1
  • Schweizerhalle, Bericht des Regierungsrates an den Landrat (Baselland), 1987

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Salz erleben – Museum “Die Salzkammer”, salz.ch
  2. Die Salzkammer, www.museums.ch

Koordinaten: 47° 31′ 56″ N, 7° 40′ 15″ O; CH1903: 617494 / 264646