Schweringen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Schweringen
Schweringen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schweringen hervorgehoben
Koordinaten: 52° 45′ N, 9° 11′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Nienburg/Weser
Samtgemeinde: Grafschaft Hoya
Höhe: 20 m ü. NHN
Fläche: 20 km²
Einwohner: 819 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 41 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 27333,
27324 (Ziegelei Schweringen)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 04257
Kfz-Kennzeichen: NI
Gemeindeschlüssel: 03 2 56 028
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Schloßplatz 2
27318 Hoya
Webpräsenz: www.schweringen.de
Bürgermeister: Bernd Meyer (WGWFS)
Lage der Gemeinde Schweringen im Landkreis Nienburg/Weser
Steinhuder Meer Nordrhein-Westfalen Landkreis Diepholz Landkreis Oldenburg Landkreis Schaumburg Landkreis Heidekreis Landkreis Verden Region Hannover Balge Binnen Binnen Binnen Binnen Bücken Diepenau Drakenburg Estorf (Weser) Eystrup Eystrup Gandesbergen Hämelhausen Hämelhausen Haßbergen Haßbergen Hassel (Weser) Hassel (Weser) Heemsen Hilgermissen Hoya Hoyerhagen Husum (bei Nienburg) Landesbergen Leese Liebenau (Niedersachsen) Linsburg Linsburg Marklohe Nienburg/Weser Pennigsehl Raddestorf Rehburg-Loccum Rodewald Rohrsen Schweringen Steimbke Steyerberg Steyerberg Stöckse Stolzenau Uchte Warmsen Wietzen WarpeKarte
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Schweringen (plattdeutsch Swering) ist eine Gemeinde in der Samtgemeinde Grafschaft Hoya im Landkreis Nienburg/Weser in Niedersachsen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Schweringen gliedert sich in die Ortschaften Schweringen, Eiße und Holtrup.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schweringen wurde erstmals 1139 in einer Urkunde des Klosters St. Pauli vor Bremen erwähnt. Dieses Kloster besaß in Holtrup und Schweringen Ländereien. Holtrup (Holthrope) und Schweringen (Sveringe) werden als frühe Siedlungen im Wesertal mit sandiger Geest und fruchtbarer Marsch erwähnt. Der Bau der Kirche wurde 1914 begonnen. Im 1. Weltkrieg ruhte er. 1922 war die Weihe. Die alte Kapelle wurde 1958 abgerissen.[2]

Am 1. März 1974 wurde die Nachbargemeinde Holtrup eingegliedert.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1961 1970 1987 1992 1997 2002 2007 2008 2009 2010 2011
Einwohner 991 971 755 818 849 861 846 848 846 805 792

(1961: 6. Juni, 1970: 27. Mai, jeweils mit Holtrup[3], ab 1987 jeweils am 31. Dezember[4])

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2011[5]
Wahlbeteiligung: 72,34 %
 %
50
40
30
20
10
0
46,89 %
45,69 %
7,40 %
WGWFS
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Die neun Sitze des Gemeinderates verteilen sich wie folgt:

  • Wählergemeinschaft „Wir für Schweringen“ 4 Sitze
  • CDU 4 Sitze
  • GRÜNE 1 Sitz

(Stand: Kommunalwahl am 11. September 2011)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Grün ein goldener Wellenbalken; oben ein goldenes Wagenrad, beiderseits begleitet von einem goldenen Eichenblatt, unten ein goldener Fährbuchtnachen mit Topplicht.

Für die Gemeinde Schweringen ist die Weser geographischer Mittelpunkt des beiderseits der Weser gelegenen Gemeindegebietes. Der Wellenbalken steht daher als Wappenzeichen symbolisch für die Weser. Die Fähre, ein jahrhundertealter, urkundlich erwähnter Weserübergang und bis heute in Betrieb, ist ein weiteres Wappensymbol. Dargestellt als Wappenfigur ist nicht die eigentliche Wagenfähre, sondern ein in der Fachsprache „Fährbuchtnachen“ genanntes Boot. Das Wagenrad soll Bezug auf den Haupterwerbszweig der Gemeinde nehmen, nämlich die Landwirtschaft. Außerdem sollen mit dem Rad Handwerk, Handel, Gewerbe und Verkehr symbolisiert sein.

Kreuzkirche Schweringen

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In öffentlich zugänglichen Gebäuden in Schweringen befinden sich insgesamt sieben großflächige Kunstwerke des Schweringer Künstlers Gottlieb Pot d’Or (1905–1978). Sie stammen aus der Zeit nach dem 2. Weltkrieg bis zum Jahr 1977:

  • Bilder aus gebranntem Ton an der Außenfassade des Schweringer Jugendheimes (Mitte 1950er Jahre)
  • im Innenraum des Jugendheimes zwei große Fresken (Mitte 1950er Jahre)
  • Auferstehung Christi (1968) ist ein großflächiges Mosaik aus Keramikfliesen für die Friedhofskapelle Schweringen. Es ersetzte ein in den 1930er Jahren gemaltes Wandbild
  • eine großflächige Wandarbeit in der Volksbank Schweringen. Die abstrakt-figurative Komposition stammt aus den 1970er Jahren
  • ein Mosaik aus Weserkieseln an der Fassade der Turnhalle in Schweringen aus dem Jahr 1977
  • in der Schweringer Kirche ein Bild der Nachkriegsperiode, ein

„Altarbild, das in Form eines Triptychons aufgebaut ist und in expressionistisch-realistischer Manier die Kreuzigung Christi vor dem Hintergrund des tosenden und chaotischen Kriegs- und Weltgeschehens als ein beeindruckendes Zeugnis menschlichen Leidens“

Cornelia Heisig

zeigt.

Weserfähre Schweringen.Gandesbergen

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort verfügt über die letzte Weserfähre im gesamten Mittelweser-Bereich. Sie verbindet den Ort mit dem östlichen Weserufer. Dort liegen über 300 ha fruchtbaren Weide- und Ackerlandes, die zur Gemarkung Schweringen gehören. Die beim der Fähre nächstgelegenen Ort Gandesbergen stehenden Altwasser ("Alte Weser") deuten darauf hin, dass zu früheren Zeiten der Fluss weiter östlich verlief und die Schweringer durch einen sich ändernden Weserverlauf von ihren Flächen abgetrennt wurden, die sie danach mit der Fähre erreichten.

Die 1948 gebaute Fähre mit einer Tragkraft von 13,8 t war eine am Längsseil geführte Gierseilfähre. Sie wurde 1999 durch eine bei der Schiffswerft Hermann Barthel in Derben/Elbe gebaute Hochseilfähre mit Kettenantrieb, Tragkraft 45 t, ersetzt.[6]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gottlieb Pot d’Or (* 1905 in Bremen; † 1978 in Schweringen), Maler und Grafiker, hat von 1932 bis zu seinem Tod in Schweringen gelebt und gearbeitet. Zahlreiche Wandbilder und großflächige Mosaiken in und an öffentlichen Gebäuden (Schulen, Kirchen, Friedhofskapellen, Sparkassen und Banken) in Schweringen und Umgebung stammen von ihm und erinnern an ihn.
  • Helga Nordhausen (* 1929, † 2012), Autorin, die vor allem in Plattdeutsch schrieb, lebte im Ortsteil Eiße
  • Tomas Cramer (* 1967), Autor von Romanen, Jugend- und Sachbüchern, lebt seit 1991 in Schweringen

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ortschronik Schweringen. Schweringen 1987
  • Cornelia Heising: Von Bremen nach Nienburg. Auf den Spuren des Malers Gottlieb Pot d'Or. In: Wendula Dahle (Hrsg.): Im Land der Moore und Deiche. Ausflüge links und rechts der Weser. Ein Reise- und Lesebuch. Bremen 1998 (352 S.), S. 181–189; ISBN 3-86108-466-X
  • Cornelia Heising: Pot d’Or. (Hrsg.: KulturKontor), Bremen 1995, 24 S. m. zahlr. Abb.
  • Friedrich Wilhelm Brandt: Fähre Schweringen. Die letzte schwimmende Brücke der Mittelweser. (Veröffentlichungen der „Arbeitsgemeinschaft Binnenfähren in Deutschland“, Band 2), Bremerhaven 1999, 40 S. m. 20 Abb.
  • Tomas Cramer: Schweringen Impressionen. ISBN 978-3-7375-1718-8, epubli Berlin 2014, edition-ecclesia.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schweringen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2014 (Hilfe dazu).
  2. Altes Dorf musste sich lange mit einer Kapelle begnügen
  3. a b Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 191.
  4. LSKN-Online
  5. http://wahl.kdo.de/?kommune=Samtgemeinde%20Grafschaft%20Hoya&instflash=yes&noflash=&wahl=2011_____Gemeinderatswahl%20Schweringen%2011.09.2011_____110711134531498&showData=tabelle
  6. Christian, hol über. Die letzte Fähre der Mittelweser verkehrt zwischen Schweringen und Gandesbergen. auf weser-kurier.de vom 11. September 2012