Schwertblättrige Binse

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Schwertblättrige Binse
Schwertblättrige Binse

Schwertblättrige Binse

Systematik
Monokotyledonen
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Binsengewächse (Juncaceae)
Gattung: Binsen (Juncus)
Art: Schwertblättrige Binse
Wissenschaftlicher Name
Juncus ensifolius
Wikstr.

Die Schwertblättrige Binse (Juncus ensifolius) gehört zur Familie der Binsengewächse. Der Name der Art bezieht sich auf die flache und zugespitzte Form der Blätter (ensis = Schwert im Lateinischen). Die Heimat dieser Pflanze ist der Westen Nordamerikas.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schwertblättrige Binse ist ein Hemikryptophyt mit kriechendem Rhizom. Die ausdauernde krautige Pflanze erreicht eine Höhe von 20 bis 60, maximal 80 Zentimetern. Im Gegensatz zu den meisten Binsen ist der aufrechte Stängel abgeflacht und schmal geflügelt. Die Pflanze hat ein bis drei grundständige Blätter und zwei bis sechs Stängelblätter. Ein Tragblatt des Blütenstands ist nicht vorhanden. Die Blätter sind schwertförmig (namensgebend), bis zu 25 Zentimeter lang und maximal sechs Millimeter breit.

Der Blütenstand wird nicht von einem Tragblatt überragt, ist also endständig. Er besteht in der Regel aus einem bis sechs rundlichen, sehr kurz gestielten Knäueln, die einen Durchmesser um zehn Millimeter haben und aus jeweils bis zu 70 Blüten bestehen. Die Blüten haben sechs lanzettliche, zugespitzte Blütenhüllblätter, die etwa drei bis 4 Millimeter lang sind. Die äußeren und inneren drei Hüllblätter unterscheiden sich manchmal geringfügig in der Länge. Sie sind häufig rot- bis dunkelbraun, oder auch grün. Die Schwertblättrige Binse hat drei oder sechs Staubblätter und binsentypisch drei Narbenäste.

Die Frucht ist eine scharf dreikantige Kapsel, die etwa so lang wie die Perigonblätter oder auch geringfügig länger ist. Sie ist walnussbraun bis dunkelbraun und hat eine kurze Stachelspitze. Die Samen sind ellipsoid, an den Enden etwas zugespitzt und um 0,7 Millimeter lang.[1][2]

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 40.[3]

Verbreitung und Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptverbreitungsgebiet der Schwertblättrigen Binse ist der Westen Nordamerikas von Alaska bis Kalifornien. Dort wächst sie an offenen Teichrändern, in Sümpfen und nassen Wiesen in Höhen von 400 bis 3000 Metern. Sie ist in Ostasien, im Osten Nordamerikas, in Neuseeland und Europa eingebürgert. In Europa kommt sie als Neophyt von den Alpen bis nach Südschweden und Südfinnland vor.[4][5]

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Juncus ensifolius wurde von Johan Emanuel Wikström 1823 erstmals beschrieben. Laut Flora of North America[1] werden zwei Varietäten unterschieden:

  • Juncus ensifolius var. ensifolius hat drei Staubblätter.
  • Juncus ensifolius var. montanus (Engelmann) C.L. Hitchcock hat sechs Staubblätter. Nach R. Govaerts ist dies aber eine eigenständige Art: Juncus saximontanus A.Nelson. Sie kommt vom westlichen Kanada bis zum nördlichen Mexiko vor.[6]

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schwertblättrige Binse wird im Pflanzenhandel angeboten und zur Bepflanzung von Teichrändern benutzt.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Beschreibung in Flora of North America (engl.)
  2. Oskar Sebald, Siegmund Seybold, Georg Philippi, Arno Wörz (Hrsg.): Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs. Band 8: Spezieller Teil (Spermatophyta, Unterklassen Commelinidae Teil 2, Arecidae, Liliidae Teil 2): Juncaceae bis Orchidaceae. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 1998, ISBN 3-8001-3359-8.
  3. Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe und Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 151.
  4. a b Eckehart J. Jäger, Friedrich Ebel, Peter Hanelt, Gerd K. Müller (Hrsg.): Exkursionsflora von Deutschland. Begründet von Werner Rothmaler. Band 5: Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Springer, Spektrum Akademischer Verlag, Berlin/Heidelberg 2008, ISBN 978-3-8274-0918-8.
  5. Beschreibung bei GRIN
  6. Rafaël Govaerts (Hrsg.): Juncus ensifolius. In: World Checklist of Selected Plant Families (WCSP) – The Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew. Abgerufen am 22. April 2020.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Schwertblättrige Binse (Juncus ensifolius) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien