Schwerz

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Schwerz
Stadt Landsberg
Wappen von Schwerz
Koordinaten: 51° 33′ 51″ N, 12° 8′ 3″ O
Höhe: 94 m ü. NN
Fläche: 9,55 km²
Einwohner: 506 (Okt. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 53 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2010
Postleitzahl: 06188
Vorwahl: 034604
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Lage von Schwerz in Landsberg

Schwerz ist eine Ortschaft der Stadt Landsberg im Saalekreis in Sachsen-Anhalt (Deutschland). Sie besteht aus den Ortsteilen Schwerz, Dammendorf und Kneipe.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schwerz liegt etwa 15 Kilometer nordöstlich von Halle (Saale).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schwerz wurde 1205 erstmals urkundlich erwähnt, die Orte Dammendorf und Gödewitz erscheinen als Tammendorf und Götewitz erstmals 1371 in Magdeburger Lehnbüchern. Ursprünge der Orte Schwerz und Dammendorf finden sich allerdings bereits in Slawenburgen etwa aus dem 8. bis 10. Jahrhundert. Das Dorf Gödewitz wurde 1506 mit Dammendorf vereint. Schwerz und Dammendorf standen unter adliger Herrschaft und gehörten zum Saalkreis des Erzstifts Magdeburg. Mit dessen Angliederung an Preußen gehörten sie ab 1680 zum brandenburg-preußischen Herzogtum Magdeburg.[2] Beide Orte waren bis 1815 an drei Seiten vom Kurfürstentum Sachsen bzw. Königreich Sachsen umgeben. Im Norden lag das Amt Zörbig, im Osten das Amt Bitterfeld und im Süden das Amt Delitzsch. Um 1740–1750 erfolgte die Ansiedlung einer Ausspanne zur vorhandenen Zollstation an der Handelsstraße in das kursächsische Zörbig. Sie trug den Namen "Die (Preußische) Krone". In der Folgezeit erhielt die Siedlung den Namen "Kneipe".[3]

Mit dem Frieden von Tilsit wurden Schwerz und Dammendorf mit Kneipe im Jahr 1807 dem Königreich Westphalen angegliedert und dem Distrikt Halle im Departement der Saale zugeordnet. Sie gehörten zum Kanton Oppin.[4] Nach der Niederlage Napoleons und dem Ende des Königreichs Westphalen befreiten die verbündeten Gegner Napoleons Anfang Oktober 1813 den Saalkreis. Bei der politischen Neuordnung nach dem Wiener Kongress 1815 wurden Schwerz und Dammendorf im Jahr 1816 dem Regierungsbezirk Merseburg der preußischen Provinz Sachsen angeschlossen und dem Saalkreis zugeordnet.[5]

Im Zuge der ersten Kreisreform in der DDR von 1950 wurde Dammendorf mit Kneipe nach Schwerz eingemeindet und die Gemeinde Schwerz dem neu zugeschnittenen Saalkreis zugeordnet,[6] der 1952 zum neuen Saalkreis im Bezirk Halle kam.

Bis zur Eingemeindung nach Landsberg am 1. Januar 2010[7] war Schwerz eine selbständige Gemeinde in der Verwaltungsgemeinschaft Östlicher Saalkreis mit den zugehörigen Ortsteilen Kneipe und Dammendorf. Letzte Bürgermeisterin von Schwerz war Beate Bunge. Sie nimmt nun die Funktion der Ortsbürgermeisterin war.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Gold ein grüner Ginkgo-Baum auf einem Hügel aus gebrochenem schwarz-silbernen Porphyrgestein.“

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche St. Marien in Schwerz
  • Dorfkirche aus dem 12./13. Jahrhundert mit großem Barockaltar von 1729.
  • Gutshaus in Schwerz gebaut um 1895, im Festsaal des Hauses wurde im Jahr 2006 eine farbige Stuckdecke wieder freigelegt.
  • Im Ortsteil Dammendorf steht die Blumenstraße als Ortskern eines slawischen Sackgassendorfes unter Denkmalschutz.
  • Im Ortsteil Kneipe ist der dortige Gutshof geschützt. Er diente früher als Zollstation zwischen Preußen und Sachsen mit angeschlossener Ausspanne namens „Zur Krone“ (daher der Ortsname „Kneipe“).

Naturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Park des ehemaligen Rittergutes von Dammendorf befindet sich eine ca. 300 Jahre alte Pyramideneiche (Höhe 30,1m, Kronendurchmesser 27 m Umfang 5,90 m). Weiterhin steht dort ein Ginkgobaum (gepflanzt ca. 1920–1940), der neben dem Schwerzer Berg als Vorlage für das Ortswappen von Schwerz-Dammendorf diente.

Denkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Denkmal ehrt den Erfinder der Hoffmannstropfen, Friedrich Hoffmann. Friedrich Hoffmann war 1741 für ein Jahr Eigentümer des Schwerzer Rittergutes.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Mitteldeutsche Baustoff AG betreibt in Schwerz einen großen Steinbruch am Schwerzer Berg (ehemals 131m NN).

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schwerz liegt drei Kilometer nördlich der Bundesstraße 100, die von Halle nach Bitterfeld führt. Über sie erreicht man die Autobahnanschlussstellen Halle (Saale) an der A 9 (MünchenBerlin) und Halle/Peißen an der A 14 (NossenMagdeburg).

Schwerz liegt im Mitteldeutschen Verkehrsverbund. Der nächste Bahnhof ist Niemberg an der Bahnstrecke Magdeburg–Leipzig. Die Buslinie 354 bietet wochentags Direktverbindungen von Schwerz nach Halle, Landsberg und Zörbig.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Ortschaft Schwerz, abgerufen am 26. Juni 2016
  2. Erwähnung der Orte im Buch "Geographie für alle Stände", S.130f.
  3. Chronik von Schwerz
  4. Beschreibung des Saale-Departements
  5. Der Saalkreis im Gemeindeverzeichnis 1900
  6. Dammendorf auf gov.genealogy.net
  7. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2010

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Margit und Artur Messerschmidt: Chronik von Schwerz und Dammendorf, 2006
  • Steffen Marx: Chronik von Schwerz mit den Ortsteilen Kneipe und Dammendorf, 2009

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schwerz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien