Schwesta Ewa

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Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben[1]
Kurwa
  DETemplate:Infobox Chartplatzierungen/Wartung/Land unbekannt 11 23.01.2015 (2 Wo.)
  ATTemplate:Infobox Chartplatzierungen/Wartung/Land unbekannt 28 23.01.2015 (1 Wo.)
  CHTemplate:Infobox Chartplatzierungen/Wartung/Land unbekannt 34 18.01.2015 (1 Wo.)
Aywa
  DETemplate:Infobox Chartplatzierungen/Wartung/Land unbekannt 8 08.06.2018 (4 Wo.)
  ATTemplate:Infobox Chartplatzierungen/Wartung/Land unbekannt 20 15.06.2018 (1 Wo.)
  CHTemplate:Infobox Chartplatzierungen/Wartung/Land unbekannt 26 10.06.2018 (1 Wo.)

Schwesta Ewa (* 16. Juli 1984 in Koszalin, Polen; bürgerlich Ewa Malanda, vormals Ewa Müller[2][3]) ist eine deutschsprachige Rapperin und ehemalige Prostituierte aus der Frankfurter Szene.[4] Malanda ist polnische Staatsangehörige.[5][6]

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ewa Malanda wurde 1984 im polnischen Koszalin als ältestes von drei Kindern geboren. Ihr bürgerlicher Name lautete Ewa Müller, den sie nachträglich ändern ließ. Sie wuchs ohne ihren leiblichen Vater auf. Der Umzug nach Deutschland war nur als Zwischenstation gedacht, da die Familie später in die Vereinigten Staaten auswandern wollte. Nach eigenen Aussagen wurde ihre Mutter jedoch beim Aufenthalt in Berlin eines Diebstahls überführt und die bereits bewilligte Green Card verfiel deswegen. Danach lebten sie in Kiel. Ewa sagt, sie habe aufgrund ihres Migrationshintergrunds früh mit Ausländerfeindlichkeit zu kämpfen gehabt und wurde deswegen als Kind psychologisch behandelt.[7]

Über eine Stelle als Kellnerin in einem Kieler Rotlichtlokal kam sie erstmals mit dem Rotlichtmilieu in Kontakt und begann im Alter von 16 Jahren, als Prostituierte zu arbeiten.[8] Dabei kam sie mit illegalen Betäubungsmitteln in Berührung und litt unter anderem an einer Abhängigkeit von Crack, der sie sich nach eigener Aussage aber selbstständig wieder entzog.[9] Nach ihrem Hauptschulabschluss im Jahr 2004 zog sie nach Frankfurt am Main.

2012 rappte sie auf den Liedern Beifall von Xatars Album 415 und Frauen auf dem Album Hinterhofjargon von Celo & Abdi. Am 5. Oktober 2012 veröffentlichte sie ihr Mixtape Realität.[10] Anfang November 2012 war Schwesta Ewa in der Sendung NeoParadise des Senders ZDFneo zu Gast, in der sie Ausschnitte aus drei Liedern präsentierte.[11]

Mitte 2014 kündigte sie für Januar 2015 ihr Debütalbum an. Der ursprüngliche Arbeitstitel Dr. Entjungferung (wobei Dr. für Deutschrap stehen sollte) wurde in Kurwa (polnisch: „Hure“) geändert. Für das Album arbeitete Schwesta Ewa erneut mit dem Label Alles oder Nix Records (AON Records) zusammen.[12] Kurwa stieg auf Platz 11 in die deutschen Albumcharts ein, was den ersten Charterfolg in ihrer Karriere darstellt,[1] und es verkaufte sich über 20.000 mal.[13]

Am 17. November 2016 wurde Malanda von einer Einheit des SEK in Oeventrop vorläufig festgenommen. Dort wollte sie ein neues Album aufnehmen. Ihr wurde vorgeworfen, fünf weibliche Fans zur Prostitution gezwungen zu haben. Laut der Frankfurter Staatsanwaltschaft bestand der Verdacht des Menschenhandels zum Zweck der sexuellen Ausbeutung, Zuhälterei, Körperverletzung sowie Steuerhinterziehung.[14] Malanda saß daraufhin in der JVA Frankfurt-Preungesheim in Untersuchungshaft.[15] Es wurde bekannt, dass in ihrer Bar in Frankfurt am Main zuvor bereits mehrere Durchsuchungen stattgefunden hatten.[16][17] Am 18. April 2017 erhob die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main Anklage gegen Malanda,[18] am 8. Juni begann der Prozess[19] und am 20. Juni 2017 wurde sie wegen 35-facher Körperverletzung, Steuerhinterziehung und sexueller Verführung Minderjähriger zu zwei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Die Vorwürfe der Zuhälterei und des Menschenhandels sah das Gericht allerdings nicht als erwiesen an, da Zeuginnen ausgesagt haben, dass sie sich freiwillig prostituierten und Malanda sie nicht gezwungen habe.[20] Sowohl Malanda als auch die Staatsanwaltschaft und eine Nebenklägerin legten gegen die Verurteilung Revision ein und zogen vor den Bundesgerichtshof (BGH).[21] Alle Revisionen wurden vom BGH verworfen, womit das Urteil rechtskräftig wurde.[22]

Malanda lebt seit 2018 in Düsseldorf,[23] wo sie im Januar 2019 eine Tochter zur Welt brachte.[24] Am 12. Januar 2020 trat Malanda ihre Haftstrafe in der Justizvollzugsanstalt Willich II in Nordrhein-Westfalen an. Ihre einjährige Tochter durfte sie nicht mitnehmen.[25]

Am 31. Januar 2020 soll ihr drittes Album „Aaliyah“ erscheinen.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alben

  • 2015: Kurwa (Alles Oder Nix Records)
  • 2018: Aywa (Alles Oder Nix Records)

Mixtapes

  • 2012: Realität (Alles Oder Nix Records)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Chartquellen: DeutschlandÖsterreichSchweiz
  2. „Schwesta Ewa“ drohen zehn Jahre Haft, Artikel in der Frankfurter Rundschau vom 19. April 2017 (abgerufen am 4. Juli 2017): Schwesta Ewa, die seit einer Namensänderung mit bürgerlichem Namen Ewa Malanda heißt [...].
  3. Ewa drohen zehn Jahre Haft@1@2Vorlage:Toter Link/www.laut.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. , Artikel auf laut.de vom 19. April 2017 (abgerufen am 4. Juli 2017): Der Rapperin, die seit einer Namensänderung nicht mehr Ewa Müller, sondern Ewa Malanda heißt, [...].
  4. „Geschäft ist Geschäft – Schwesta Ewa bringt ihr Mixtape raus“, Journal Frankfurt vom 5. Oktober 2012, abgerufen am 20. November 2016
  5. „Nastrovje kurwa!“, Interview mit Schwesta Ewa, themessage.at vom 7. April 2015, abgerufen am 20. November 2016
  6. Martin Reger, Männlichkeits- und Weiblichkeitskonstruktionen deutschsprachiger Rapper/-innen: Eine Untersuchung des Gangsta-Raps, Potsdam: Universitätsverlag Potsdam 2016, Seite 51
  7. Jakob Paur: Schwesta Ewa – The Art of Storytelling. In: Juice, Nr. 161, 2014, S. 40–43.
  8. Rapperin Schwesta Ewa in Arnsberg festgenommen. In: derwesten.de, vom 17. November 2016, abgerufen am 20. November 2016.
  9. „Ich war auf Crack“ – Schwesta Ewa bei Letzte Runde #4 auf YouTube (veröffentlicht am 26. Mai 2014, abgerufen am 13. Juni 2017)
  10. Interview: Schwesta Ewa über „Realität“, 16bars.de
  11. Meinrap.de: Schwesta Ewa bei Neo Paradise (Video). (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 11. November 2012; abgerufen am 9. November 2012. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/meinrap.de
  12. Schwesta Ewa: Debütalbum “Kurwa” hat Releasedate und Cover auf rap.de, 2. Oktober 2014. Abgerufen am 19. Oktober 2014.
  13. Kurwa – Impala Silber (20.000)
  14. Frankfurter Gangster-Rapperin soll junge Frauen zur Prostitution gezwungen haben In: Frankfurter Neue Presse, abgerufen am 19. April 2016.
  15. Polizei ermittelte seit Monaten gegen Rapperin ‚Schwesta Ewa‘. In: focus.de, 18. November 2016, abgerufen am 20. November 2016.
  16. Rapperin Schwesta Ewa in Arnsberg festgenommen. In: derwesten.de, 17. November 2016, abgerufen am 20. November 2016.
  17. Rapperin soll Fans zur Prostitution angestiftet haben. N24, abgerufen am 17. November 2016.
  18. Schwester Ewa wegen Zuhälterei angeklagt. In: Spiegel Online, abgerufen am 19. April 2017.
  19. Sarah Kempf: Mit Zuhälterei mehr verdient als mit Rap. In: F.A.Z. Rhein-Main-Zeitung, 8. Juni 2017, S. 34.
  20. Prostitutionsprozess-Urteil: Schwesta Ewa muss zwei Jahre und sechs Monate in Haft. In: Focus Online. (focus.de [abgerufen am 20. Juni 2017]).
  21. Schwesta Ewa geht in Revision. In: Spiegel Online, 27. Juni 2017.
  22. Urteil gegen die Rapperin „Schwesta Ewa“ rechtskräftig. BGH, 28. Februar 2019, abgerufen am 28. Februar 2019.
  23. Pressemeldung Tag24.de
  24. Pressebericht Nordbayern.de
  25. Schwesta Ewa tritt ihre Haft an – ohne Baby (12. Januar 2020)