Schwibbogen

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Schwibbogen ist ein ursprünglich aus der Architektur stammender Begriff, der mehrere Bedeutungen hat und sich angeblich[1] von der Bezeichnung Schwebebogen ableitet:

  • Schwibbogen (Architektur) – Ein waagrechter Bogen, der zwei Gebäude oder Gebäudeteile spreizt. Der Bogen ist so übermauert, dass sich oben ein gerader Abschluss ergibt. Häufig zu finden sind Schwibbogen in engen Gassen mittelalterlicher Städte.
  • Als Schwibbogen bezeichnete man bis in das ausgehende 18. Jahrhundert die Öffnung einer Mauer, die nach einem vollen oder gedrückten Bogen geschlossen wird und als Eingang eines meist kleinen Raumes dient, den man vorrangig und an einigen Orten teilweise noch heute zur Beisetzung Verstorbener nutzt. Diese Grabstätten wurden dann meistens auch als Schwibbögen bezeichnet, siehe Stadtgottesacker.
  • Mittelalterliche Stadttore in Basel werden lokal als Schwibbogen bezeichnet; vgl. St. Alban-Schwibbogen, Spalenschwibbogen, Aeschenschwibbogen und St. Johanns-Schwibbogen. Auch in Augsburg gab es ein Stadttor namens Schwibbogentor.
  • Der Erzgebirgische Schwibbogen ist ein im 18. Jahrhundert im Erzgebirge aufgekommener Lichterbogen.
  • In Österreich, vor allem in Oberösterreich und Niederösterreich, bezeichnet der Schwibbogen einen aus Tannenreisig gewundenen und mit Blumen verzierten Bogen, der von den Nachbarn vor dem Haus eines Brautpaares aufgestellt wird. Der Bogen soll Glück bringen.
  • Schwibbogen (Magdeburg), Straße in Magdeburg

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Oscar Mothes [Hrsg.]: IIlustrirtes Bau-Lexikon, Band 4: Q bis Z. Leipzig 1884, S. 180. (Digitalisat auf digi.ub.uni-heidelberg.de, abgerufen am 28. Februar 2024). – Günther Binding: Schwibbogen. In: Lexikon des Mittelalters, Bd. VII, Lexma Verlag, München 1995, ISBN 3-7608-8907-7, Sp. 647.