Schwielochsee (Gemeinde)

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Schwielochsee führt kein Wappen
Schwielochsee (Gemeinde)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schwielochsee hervorgehoben
Koordinaten: 52° 0′ N, 14° 11′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Dahme-Spreewald
Amt: Lieberose/Oberspreewald
Höhe: 50 m ü. NHN
Fläche: 131,4 km²
Einwohner: 1499 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 11 Einwohner je km²
Postleitzahl: 15913
Vorwahlen: 033676, 033671, 035478, 035751
Kfz-Kennzeichen: LDS, KW, LC, LN
Gemeindeschlüssel: 12 0 61 450
Adresse der Amtsverwaltung: Goyatzer Dorfstraße, 15913 Schwielochsee OT Goyatz
Webpräsenz: Gemeinde Schwielochsee
Bürgermeister: Rainer Hilgenfeld
Lage der Gemeinde Schwielochsee im Landkreis Dahme-Spreewald
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Schwielochsee (niedersorbisch Gójacki jazor[2]) ist eine zum Amt Lieberose/Oberspreewald gehörige Gemeinde im südöstlichen Landkreis Dahme-Spreewald (Brandenburg). Sie liegt am Südufer des Schwielochsees am nördlichen Rand des Unterspreewaldes, etwa 50 Kilometer südwestlich von Frankfurt (Oder).

Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Hauptsatzung und dem Dienstleistungportal der Landesverwaltung (Brandenburg) gliedert sich die Gemeinde wie folgt:

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde entstand erst im Zuge der kommunalen Neuordnung Brandenburgs am 26. Oktober 2003 aus dem Zusammenschluss der bis dahin selbstständigen Gemeinden Goyatz, Jessern, Lamsfeld-Groß Liebitz, Mochow, Ressen-Zaue und Speichrow.[3]

Die Geschichte der Gemeinde Schwielochsee ist somit die Geschichte der heutigen Orts- und Gemeindeteile. Der Ortsteil Jessern wurde erstmals im Jahre 1470 urkundlich erwähnt. Der Ortsteil Goyatz wurde 1479 erstmals erwähnt. Er wurde 1937 in Schwieloch umbenannt und erhielt 1945 seinen alten Namen wieder. Die erste Nennung von Guhlen stammt aus dem Jahr 1517. Der Ortsteil Siegadel wurde 1440 erstmals urkundlich genannt; er hieß bis 1937 Syckadel. Die Erstnennung von Jessern stammt aus dem Jahr 1470. Lamsfeld wurde 1449 erstmals erwähnt und war im ausgehenden Mittelalter und frühen Neuzeit der Sitz einer kleinen Adelsherrschaft bestehend aus vier bis fünf Dörfern. Groß Liebitz und Klein Liebitz wurden 1429 bzw. 1519 erstmals schriftlich erwähnt. Die Ersterwähnung von Mochow stammt von 1420. Ressen wurde im 16. Jahrhundert ursprünglich Brießk/Brisk/Brischk genannt. Im 18. Jahrhundert setzte sich die Schreibweise Ressen durch. Speichrow wurde 1406 erstmals genannt und gehörte zu den drei "Wasserdörfern" (Speichrow, Pieskow und Niewisch). Die Nennung eines Ortes namens Scowe (1350) und deren Zuordnung zu Zaue ist unsicher. Sicher ist dagegen die Nennung eines Ortes Czaw und deren Zuordnung zu Zaue von 1421.[4]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits vor der Bildung der Gemeinde Schwielochsee fanden eine ganze Reihe von Eingemeindungen und Zusammenschlüsse statt[5][6].

Ehemalige Gemeinden Datum / Anmerkung
Goyatz (Gojac[2]) 1. Januar 1974, Zusammenschluss mit Guhlen zu Goyatz-Guhlen - 1. Juni 1997, Zusammenschluss aus Goyatz-Guhlen und Siegadel - 26. Oktober 2003, Eingemeindung nach Schwielochsee
Goyatz-Guhlen (Gojac-Golin[2]) 1. Juni 1997, Zusammenschluss mit Siegadel zu Goyatz
Groß Liebitz (Wjelike Libice[2]) 1. Januar 1974, Zusammenschluss mit Lamsfeld zu Lamsfeld-Groß Liebitz
Guhlen (Golin[2]) 1. Januar 1974, Zusammenschluss mit Goyatz zu Goyatz-Guhlen
Jessern (Jaserń[2]) 26. Oktober 2003
Klein Liebitz (Małe Libice[2]) 1. Juli 1950, Eingemeindung nach Groß Liebitz
Lamsfeld (Njagluz[2]) 1. Januar 1974, Zusammenschluss mit Groß Liebitz zu Lamsfeld-Groß Liebitz
Lamsfeld-Groß Liebitz (Njagluz-Wjelike Libice[2]) 26. Oktober 2003
Mochow (Mochow[2]) 26. Oktober 2003
Ressen (Rjasne[2]) 15. Dezember 1966, Zusammenschluss mit Zaue zu Ressen-Zaue
Ressen-Zaue (Rjasne-Cowje[2]) 26. Oktober 2003
Siegadel (Sykadło[2]) 1. Juni 1997, Zusammenschluss mit Goyatz-Guhlen zu Goyatz
Speichrow (Spěcharjow[2]) 26. Oktober 2003
Zaue (Cowje[2]) 15. Dezember 1966, Zusammenschluss mit Ressen zu Ressen-Zaue

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
2003 1 699
2004 1 693
2005 1 702
2006 1 668
2007 1 666
Jahr Einwohner
2008 1 633
2009 1 628
2010 1 613
2011 1 600
2012 1 561
Jahr Einwohner
2013 1 556
2014 1 523

Gebietsstand des jeweiligen Jahres[7][8], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung von Schwielochsee besteht neben dem ehrenamtlichen Bürgermeister aus 12 Gemeindevertretern.

  • Freie Bürgerliste 9 Sitze
  • Goyatzer Sportverein 3 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 25. Mai 2014)[9]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rainer Hilgenfeld wurde als Einzelbewerber in der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 mit 57,7 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von fünf Jahren[10] gewählt.[11]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Schwielochsee und in der Liste der Bodendenkmale in Schwielochsee stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmale.

Geschichtsdenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gedenkstein auf dem Friedhof auf der Dorfstraße/Abzweigung am Bahnhof des Ortsteiles Goyatz für vier ermordete KZ-Häftlinge eines Todesmarsches, die im April 1945 von SS-Männern erschossen wurden

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schwielochsee liegt an der Bundesstraße 320, die die B 87 und Lieberose miteinander verbindet.

Motorisierung 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Zugelassene PKW (zum 1.1.)[12] 1 069 1 059 1 055 1 043 1 056 1 055 1 048
PKW je 1.000 Einwohner (31.12. des Vorjahres) 642 648 648 647 660 676 674

Der Ortsteil Goyatz lag an der Spreewaldbahn. Die Bahnhöfe Siegadel und Goyatz wurden 1898 eröffnet, 1970 wurde der Personenverkehr eingestellt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schwielochsee (Gemeinde) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2015 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. a b c d e f g h i j k l m n o Ortsnamen Niederlausitz; siehe auch: Deutsch-Niedersorbisches Wörterbuch, Stichwortsuche;
    siehe auch: ISBN 3-515-08664-1 Die Ortsnamen des Kreises Beeskow-Storkow; Seiten 226 bis 228
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003
  4. Rudolf Lehmann: Historisches Ortslexikon der Niederlausitz. Band 1, Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde, Marburg 1979, ISBN 3-921254-96-5
  5. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  6. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1997
  7. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Dahme-Spreewald. S. 30–33
  8. Bevölkerung im Land Brandenburg nach kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden 1991 bis 2014
  9. Ergebnis der Kommunalwahl am 25. Mai 2014
  10. § 73 des Brandenburgischen Kommunalwahlgesetzes
  11. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014
  12. Kraftfahrt-Bundesamt Statistik Fz3