SciFinder

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SciFinder ist eine kostenpflichtige, vom Chemical Abstracts Service entwickelte und angebotene Datenbank, die seit 2008 als web-basierte Version vorliegt[1][2] und mittlerweile auch per Smartphone abgerufen werden kann.[3] Das Vorgängerprogramm hieß Messenger. Seine Abfragesprache war nur mit tieferen Kenntnissen des Programms befriedigend zu bedienen.

Die Datenbank enthält (Stand März 2021) Daten von über 179 Millionen definierten chemischen Substanzen[4], über 68 Millionen Sequenzen und mehr als 134 Millionen Reaktionen. Täglich kommen ca. 35.000 Substanzen hinzu[5] und zu den registrierten Substanzen liegen etwa 5,8 Milliarden Datensätze vor.[6] Es liegen Daten zu Schmelzpunkt, Siedepunkt, Dichte, Brechungsindex, magnetischen und elektrischen Eigenschaften sowie weitere Angaben vor. Spektrendaten der üblichen Verfahren können gefunden werden: NMR, Protonen und weitere Kerne, IR, MS, ESR, UV-Vis etc.

Neben den Substanzdaten enthält die Datenbank Zusammenfassungen von über 50 Millionen wissenschaftlichen Artikel, die Patente von 63 Patentorganisationen sowie Bezugsquellen kommerziell erhältlicher Substanzen.

SciFinder ist zum professionellen Gebrauch für Chemiker und anderen Naturwissenschaftlern/Ingenieuren an Hochschulen, Unternehmen und Behörden konzipiert. Es bestehen Suchmöglichkeiten über Stichwörter (Research Topic), die beliebig kombiniert werden können, Autorennamen, Firmennamen (Company Name), Dokumentenidentifizierer und Zeitschriftennamen (Journal). Substanzinformationen (z. B. physikalische Eigenschaften, Spektren, Synthese, Anwendungen, kommerzielle Quellen) können über Strukturformeln und Substrukturen gesucht werden, die über einen integrierten Editor erzeugt oder aus einer lokal gespeicherten CXF-Datei importiert werden können. Es besteht auch die Möglichkeit, Summenformeln, CAS-Nummern oder Substanzeigenschaften wie Siedepunkt, Schmelzpunkt, Dichte, Brechungsindex etc. (wobei auch Bereichsangaben möglich sind) als Suchbegriff zu nutzen. Die so erzeugten Listen von Suchergebnissen können durch die gleichen Operatoren weiter verfeinert werden. Mehrere Suchlisten lassen sich kombinieren. Daneben lassen sich auch Patente der wichtigsten Patentorganisationen durchsuchen, auch mittels Markush-Formeln.

Seit 2020 bietet Chemical Abstracts Service mit Common Chemistry eine kostenfreie Datenbank mit etwa 500.000 Einträgen an.[7] Der Umfang der Informationen ist stark eingeschränkt und beschränkt sich auf (ggf. verschiedene) Namen, Struktur- und Summenformel, wenige physikalische Größen wie Schmelz- und Siedepunkt und maximal eine Literaturstelle, bei der auch kein DOI angegeben wird. Es gibt auch einen Link, der direkt zum Eintrag im CAS-Registry-File führt, den aber nur registrierte Nutzer der kostenpflichtigen Vollversion nutzen können.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. New SciFinder Available Via the Web (Memento vom 20. Oktober 2011 im Internet Archive)
  2. Homepage von SciFinder abgerufen am 5. Juli 2019
  3. SciFinder Mobile
  4. The World's Largest Collection of Chemistry Insights abgerufen am 18. März 2021
  5. Karl Hübner: CHEMICAL ABSTRACTS SERVICE - 150 Millionen Substanzen, Chemie in unserer Zeit, 2019, 53, 140–147, doi:10.1002/ciuz.201980052.
  6. CAS REGISTRY - The gold standard for chemical substance information
  7. Common Chemistry des Chemical Abstracts Service abgerufen am 9. August 2021