Scientists for Future

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Das Logo Scientists for Future zeigt Ed Hawkins' Warming Stripes[1]

Scientists for Future ist eine Initiative von Wissenschaftlern zur Unterstützung der Schülerbewegung Fridays for Future.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gruppe der Scientists for Future am 15. März 2019

Im März 2019 unterzeichneten mehr als 26.800 Wissenschaftler aus der Schweiz, Österreich und Deutschland eine Stellungnahme unter der Überschrift „Die Anliegen der demonstrierenden jungen Menschen sind berechtigt“.[2][3] Die Wissenschaftler, die sich unter dem Namen Scientists for Future zusammengeschlossen haben, äußerten, dass die Anliegen berechtigt und gut begründet seien. Aus wissenschaftlicher Sicht reichten die derzeitigen Maßnahmen zum Klima-, Arten-, Wald-, Meeres- und Bodenschutz bei Weitem nicht aus. Unter den Unterzeichnern befinden sich mehrere Direktoren von Forschungsinstituten.[4][5][6][7]

Stellungnahme der Scientists for Future im Volltext mit Liste der Erstunterzeich­nen­den zu den Protesten für Klimaschutz vom 12. März 2019

Die Scientists for Future wurden auf Initiative von Gregor Hagedorn gegründet.[8][2] Im Juni 2019 wurde diese Stellungnahme, ergänzt um eine Analyse der Ergebnisse und Auswirkungen der Erklärung, als zweisprachiger Artikel in der Fachzeitschrift GAIA publiziert. Dass Fridays for Future für Deutschland ein schnelleres Ende der Treibhausgas-Emissionen fordert als der IPCC global, wird mit Klimagerechtigkeit begründet.[9] Ähnliche Initiativen gibt es von niederländischen und belgischen Wissenschaftlern.[10]

Der Berliner Professor für Regenerative Energiesysteme Volker Quaschning sagte: „Wir sind die Profis und sagen: Die junge Generation hat Recht“[11][12], der Klimaforscher Reto Knutti (Zürich) schreibt: „Das Engagement der Jugendlichen fordert uns Ältere zum Handeln auf. Als Privatperson sowie als Wissenschaftler bin ich der Auffassung, dass man die Klimajugend ernst nehmen sollte.“[13]

Im April 2019 erschien ein federführend von Gregor Hagedorn verfasster Kommentar in der Fachzeitschrift Science, in dem die Autoren von Scientists for Future die Forschergemeinschaft aufforderten, die Jugendprotestbewegung zu unterstützen.[14] Beteiligt waren unter anderem Michael E. Mann, Stefan Rahmstorf, Reto Knutti, Sonia I. Seneviratne und Kevin Anderson, dazu erschien ein aus 51 Seiten bestehendes Supplement mit zusätzlichen Unterzeichnern aus der Wissenschaft. Die Autoren betonen, dass die Sorgen der Jugend berechtigt seien und von der besten verfügbaren Wissenschaft gestützt würden. Die „derzeitigen Maßnahmen zum Schutz des Klimas und der Biosphäre“ seien „zutiefst unzureichend“. Es sei „von entscheidender Bedeutung, unverzüglich mit einer raschen Reduzierung der CO2- und anderer Treibhausgasemissionen zu beginnen“. Zugleich äußerten die Forscher, sie sähen es als ihre „soziale, ethische und wissenschaftliche Verantwortung an, unmissverständlich zu erklären“:

„Nur wenn die Menschheit schnell und entschlossen handelt, können wir die globale Erwärmung begrenzen, das anhaltende Massensterben von Tier- und Pflanzenarten stoppen und die natürlichen Grundlagen für die Nahrungsversorgung und das Wohlergehen heutiger und zukünftiger Generationen erhalten.“

Gregor Hagedorn et al.: Science 364, Nr. 6436, 2019

Das sei, was die jungen Menschen erreichen wollten. Daher verdienten sie Respekt und volle Unterstützung.[14]

Im Oktober 2019 wurden Gregor Hagedorn und Scientists for Future mit dem Bundespreis Nachhaltigkeit ausgezeichnet.[15]

Seit dem Sommer 2019 existiert eine gleichnamige Initiative in den Niederlanden, die ähnliche Ziele verfolgt und ebenfalls eine Stellungnahme zur Unterstützung insbesondere des Klimastreiks am 27. September 2019 verfasste. Diese Stellungnahme wurde von rund 2000 Wissenschaftlern in den Niederlanden unterzeichnet.[16]

Der Physiker und Manager Peter Grassmann überschrieb den Kommentar zu seinem im März 2019 erschienenen Buch Zähmt die Wirtschaft! Ohne bürgerliche Einmischung werden wir die Gier nicht stoppen mit: „Diese jungen Klimademonstranten sind alles, was wir haben.“[17]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ed Hawkins (@ed_hawkins) - Twitter.
  2. a b Webpräsenz der Scientists for Future. In: scientists4future.org
  3. Anliegen der jungen Klimastreik-Demonstrierenden sind berechtigt und gut begründet. In: Akademie der Naturwissenschaften Schweiz (Medienmitteilung). 12. März 2019, abgerufen am 12. März 2019.
  4. Bis zu 25.000 Teilnehmer bei Demo für den Klimaschutz in Berlin. In: Tagesspiegel.de. 15. März 2019, abgerufen am 15. März 2019.
  5. Scientists4Future – Wissenschaftler unterstützen Schülerdemos für den Klimaschutz.
  6. Stefan Rahmsdorf: 12 000 Wissenschaftler stellen sich hinter die streikenden Schüler. In: scilogs.spektrum.de
  7. Pressemitteilung auf scientists4future.org (Stand: 12. März 2019).
  8. Neue Verbündete für „Fridays for Future“: ForscherInnen zeigen sich solidarisch. In: taz.de, 5. März 2019
  9. Gregor Hagedorn et al.: The concerns of the young protesters are justified. A statement by Scientists for Future concerning the protests for more climate protection. In: GAIA. Band 28, Nr. 2, 2019, S. 79–87, doi:10.14512/gaia.28.2.3.
  10. Sarah Maria Brech: Klimastreiks: Wissenschaftler unterstützen Schülerproteste. 12. März 2019.
  11. 12.000 Wissenschaftler unterstützen #FridaysforFuture-Bewegung. In: br.de, 15. März 2019
  12. „Fridays for Future“: Schüler in mehr als 100 Staaten demonstrieren für mehr Klimaschutz. In: FAZ.net. 15. März 2019, abgerufen am 17. März 2019.
  13. Warum wir uns einmischen.
  14. a b Gregor Hagedorn et al.: Concerns of young protesters are justified. In: Science. Band 364, Nr. 6436, 2019, S. 139 f., doi:10.1126/science.aax3807.
  15. BVNG-Pressemitteilung vom 18. Oktober 2019
  16. Webpräsenz von Scientists4Future NL
  17. Kommentar von Peter Grassmann. In: westendverlag.de.