Scottish Episcopal Church

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Die Scottish Episcopal Church (schott.-gäl.: Eaglais Easbaigeach na h-Alba, dt. Schottische Episkopalkirche) ist eine Mitgliedskirche der Anglikanischen Gemeinschaft.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Geschichte der Reformation in Schottland entwickelte sich der Presbyterianismus im Laufe des 17. Jahrhunderts zur bei weitem stärksten Richtung. Er prägte die Church of Scotland. Einer seiner Grundsätze – dieser wurde sogar namengebend – ist die Leitung der Kirche durch Presbyter (Älteste). Demgegenüber hielt eine Minderheit der Gläubigen und insbesondere des Klerus in der Auseinandersetzung mit der presbyterianischen Mehrheit am Prinzip der bischöflichen (episkopalen) Leitung fest. Als sie 1689, nach der Glorious Revolution, aufgefordert wurden, den Treueid auf den neuen König Wilhelm III. zu leisten, lehnten zahlreiche episkopal gesonnene schottische Bischöfe und Geistliche dies ab und wurden daraufhin als „Non-Jurors“ („Nicht-Schwörer“) amtsenthoben oder von presbyterianisch gesonnenen Gläubigen vertrieben.[1] Daraufhin trennten sie sich 1690 von der Church of Scotland.[2] Im Laufe der folgenden Jahre konstituierten sie die Episcopal Church in Scotland (so der erste Name, später Episcopal Church of Scotland).[3] Nach der Vereinigung von England und Schottland im Jahre 1707 wurde die Episcopal Church of Scotland im Scottish Episcopalians Act 1711 gesetzlich anerkannt.

Nachdem sich überdurchschnittlich viele „Episcopalians“ (Anhänger der Episcopal Church of Scotland) 1715 am Ersten Jakobitenaufstand beteiligt hatten, wurden der Episcopal Church 1719 per Gesetz zahlreichen Beschränkungen auferlegt. U.a. durften an einem Gottesdienst − abgesehen von den Familienangehörigen des Geistlichen − höchstens neun Gläubige teilnehmen.[4] Nach dem Zweiten Jakobitenaufstand 1745 zerstörten englische Truppen zahlreiche episkopale Kirchen. Die Strafgesetze (Penals Acts) wurden im Folgejahr verschärft: Fortan durften höchstens vier Gläubige gleichzeitig an einem Gottesdienst teilnehmen. Deshalb feierten die Geistlichen sonntags an einem Ort bis zu 15 Gottesdienste hintereinander, dazu weitere an den Wochentagen.[5] Außerdem wurde den episkopalen Gläubigen das Wahlrecht entzogen, sie durften kein öffentlichen Ämter ausüben oder an einer Universität studieren. 1792 wurden die Strafgesetze gegen die Episcopalians aufgehoben.[6] Allerdings wurden die von der Church of Scotland übernommenen Kirchen den episkopalen Gemeinden nicht zurückgegeben.[7]

Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden in der Episcopal Church of Scotland vier ordensähnliche Frauengemeinschaften, darunter die Community of Saint Margaret of Scotland, die von 1864 bis 2002 bestand.[8] Im Jahre 1900 zählte die Episcopal Church in Schottland gut 124.000 Mitglieder in 356 Gemeinden.[9]

Im Jahre 1973 wurde die Beschränkung des Klerus auf hauptamtliche Theologen aufgehoben: Damals wurden erstmals Laien ordiniert, die kein volles Theologiestudium absolviert hatten und weiterhin einem Zivilberuf nachgingen.[10] 1994 wurden die ersten Frauen ordiniert.[11] Die Generalsynode von 2002 ermöglichte auch die Bischofsweihe für Frauen.

Gliederung, Leitung und Mitgliedschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Scottish Episcopal Church besteht aus sieben Diözesen:

Die Leitung obliegt dem Bischofskollegium (College of Bishops), dessen Sprecher ein Primas ohne festen Sitz ist. Außerdem tagt alljährlich die Synode (General Synod).

Die Mitgliederzahl liegt bei etwa 44.000 Gläubigen.[12] Die Church of Scotland und die römisch-katholische Kirche sind somit weit mitgliederstärker.

Die Scottish Episcopal Church ist Mitglied der Porvoo-Gemeinschaft, mit deren Kirchen sie volle Kirchengemeinschaft vereinbart hat.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

in der Reihenfolge des Erscheinens

  • John Parker Lawson: History of the Scottish Episcopal Church from the Revolution to the Present Time. Gallie and Bayley, Edinburgh 1843.
  • Frederick Goldie: A Short History of the Episcopal Church in Scotland. From the Restoration to the Present Time. Saint Andrew Press, Edinburgh 1976, ISBN 0-7152-0315-0.
  • Gerald Stranraer-Mull: A church for Scotland. The story of the Scottish Episcopal Church. General Synod of the Scottish Episcopal Church, Edinburgh, 4., überarbeitete Aufl. 2012, ISBN 0-905573-42-0.

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. John Parker Lawson: History of the Scottish Episcopal Church from the Revolution to the Present Time. Gallie and Bayley, Edinburgh 1843, S. 88–91 und S. 122–124.
  2. John Parker Lawson: History of the Scottish Episcopal Church from the Revolution to the Present Time. Gallie and Bayley, Edinburgh 1843, S. 150.
  3. John Parker Lawson: History of the Scottish Episcopal Church from the Revolution to the Present Time. Gallie and Bayley, Edinburgh 1843, S. 167.
  4. Gerald Stranraer-Mull: A church for Scotland. The story of the Scottish Episcopal Church. Edinburgh 2012, S. 19.
  5. Gerald Stranraer-Mull: A church for Scotland. The story of the Scottish Episcopal Church. Edinburgh 2012, S. 20.
  6. John Parker Lawson: History of the Scottish Episcopal Church from the Revolution to the Present Time. Gallie and Bayley, Edinburgh 1843, S. 430.
  7. Gerald Stranraer-Mull: A church for Scotland. The story of the Scottish Episcopal Church. Edinburgh 2012, S. 22.
  8. Gerald Stranraer-Mull: A church for Scotland. The story of the Scottish Episcopal Church. Edinburgh 2012, S. 23.
  9. Artikel Scotland, Episcopal Church of. In: Encyclopædia Britannica, 11. Aufl., Bd. 24 (1911), S. 467–468, hier S. 467.
  10. Gerald Stranraer-Mull: A church for Scotland. The story of the Scottish Episcopal Church. Edinburgh 2012, S. 30.
  11. Gerald Stranraer-Mull: A church for Scotland. The story of the Scottish Episcopal Church. Edinburgh 2012, S. 32.
  12. World Council of Churches Zahlen beim Weltrat

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]