Sd.Kfz. 7

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Einsatz beim Afrikakorps mit 8,8-cm-FlaK
Sd.Kfz. 7 mit leichtem Fla-Geschütz in verschneiter russischer Landschaft, Aufnahme einer Propagandakompanie vom März 1944

Das Sd.Kfz. 7 (Sonder-Kraftfahrzeug 7 − mittlerer Zugkraftwagen 8 t) war ein Halbkettenfahrzeug der deutschen Wehrmacht.

Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Sd.Kfz. 7 wurde vor dem Zweiten Weltkrieg in der Zeit der deutschen Wiederbewaffnung als Artilleriezugmaschine für die schwereren deutschen Geschütze, wie die 8,8-cm-Flak und die 15-cm-schwere Feldhaubitze 18, entwickelt. Wie bei den anderen deutschen Halbkettenzugmaschinen dieser Zeit, reicht diese Entwicklung in die Zeit der Reichswehr zurück. Im Sommer 1926 erhielt der Dip. Ing. Heinrich Ernst Kniepkamp den Auftrag, die deutsche Artillerietruppe zu motorisieren. Die Erprobung von landwirtschaftlichen Traktoren aus Deutschland, Amerika und England dauerte ca. 3 Jahre. Bei einem Test 1932 konnte sich die Halbkettenlösung gegenüber den anderen Konzepten durchsetzten. Ein wichtiger Aspekt war, dass der Verbrauch nur 30 % über dem eines reinen Radfahrzeugs lag. Die schwierige Wirtschaftslage der 30er Jahre führte dazu, dass die Firma Dürkopp aus dem Wettbewerb, um die Entwicklung ausstieg und die gesamte Entwicklung nun bei der Krauss-Maffei lag.

Im April 1933 präsentierte man den Prototypen KMZ 100. Schon kurze Zeit später wurde ein überarbeiteter Entwurf präsentiert, der erstmalig die nach vorne verlegte Lenkachse mit Blattfederung zeigte, die über die ganze Fertigung des Fahrzeug charakteristisch bleiben sollte. Es folgten die Typen KM 7 und KM 7A.

Erst mit den Typen KM m 8 (73 St.), BN m 8 (10 St.) von Büssing-NAG und DB m 8 (5 St.) von Daimler-Benz begann 1934 eine erste Serienfertigung der 8-ton Halbkettenzugmaschine. Da sowohl Büssing-NAG als auch Daimler-Benz mit dem Bau anderer Fahrzeuge beschäftigt waren, wurde in der Folgezeit erst einmal ausschließlich bei Krauss-Maffei gefertigt. So kam das Modell KM m 8 (Baujahr 1935) mit 307, das Modell KM m 9 (Baujahr 1936) mit 267 zur Auslieferung. Ab 1936 wurde die Bremer Firma Hansa-Lloyd-Goliathwerke mit in die Fertigung einbezogen und fertigte, wie auch Krauss-Maffei nun die Typen HL m 10 (222 St.) respektive KM m 10 (111 St.). Mit dem Fertigungsjahr 1937 erreicht das Sd.Kfz. 7 mit dem Typ m 11 seine maßgebliche Karosserieform und Konzeption. So werden schließlich bis 1945 4681 KM m 11 bei Krauss-Maffei, 5496 HL m 11 im Hansa-Lloyd Werk von Borgward, 2185 KM m 11 im Saurer Werk / Wien und 51 KM m 11 im Krupp Werk Krawa / Essen gebaut. Noch einmal wird bis 1945 das äußere Erscheinungsbild drastisch verändert, die allgemeine Materialknappheit führt dazu, dass ab November 1943 als erstes Saurer anfing eine Holzpritsche, statt des bisherigen Stahlblech-Aufbaus zu verwenden.[1]

Der Motor von Maybach Motorenbau leistete in der ersten Version 85 kW, wurde aber schließlich durch einen größeren Motor mit 103 kW ersetzt. Die Zugmaschine bot Platz für zwölf Mann mit Ausrüstung und konnte selbst dann noch weitere Munition und Gerät mitführen. Der Herstellungspreis des Zugkraftwagens betrug 36.000 RM.[2]

Einsatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bestandslisten des Waffenamtes zeigten schon ab 1938 1.421 Fahrzeuge dieses Typs bei der Wehrmacht. Die Fahrzeuge wurden entsprechende der Zweckbestimmung an Heer und Luftwaffe geliefert. Mit Kriegsbeginn verfügte die Wehrmacht über 2.456 dieser relativ großen Halbkettenzugmaschinen, davon waren alleine 950 Stück, in erster Linie als Zugfahrzeug für die 8,8-cm-Flak, bei den Luftwaffen Verbänden. Mit den nun mehr und mehr benötigten Instandsetzungseinheiten der Panzerverbände entsteht schon frühzeitig nach der Einführung des Fahrzeugs ein weiterer Bereich in dem die 8-ton Zugmaschine zum Einsatz kam. Durch das Ende der Fertigung des Sd.Kfz. 6 1943 wird die etwas größere Halbkettenzugmaschine Sd.Kfz. 7 auch zu einem wichtigen Fahrzeug für die Pioniertruppe und findet sich vermehrt in deren Kriegsstärke-Nachweisen, welche die Soll-Ausstattung eines Einheitstyps zeigt, verschiedener Brückenkolonnen und sonstiger Pionier-Kompanien.

Während des Krieges führten die Verluste an Gerät und die zunehmende Zahl der Kampfverbände, mit einem ständig steigenden Bedarf immer schwerer werdende Geschütze zu bewegen dazu, dass durchgängig weniger Fahrzeuge zur Auslieferung kamen, als von der Wehrmacht gefordert wurde.

Schon während der Kämpfe in Nordafrika, erbeuteten die Alliierten einige Fahrzeuge und setzten diese ein. Dies geschah im weiteren Verlauf des Krieges häufiger, da immer mehr Fahrzeuge von den Alliierten erbeutet wurden. Auch sind verschiedene Verwendungen noch funktionstüchtiger Fahrzeuge nach dem Zweiten Weltkrieg bekannt. Dies und die relativ hohe Produktionszahl führte dazu, dass heute noch eine Reihe der Fahrzeuge bei Sammlern und in Museen vorhanden sind.

Varianten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sd.Kfz. 7/0 − Mittlerer Zugkraftwagen 8 t
  • Sd.Kfz. 7/1 − Selbstfahrlafette 2-cm-Flakvierling 38 auf Fahrgestell Zugkraftwagen 8 t
  • Sd.Kfz. 7/2 − Selbstfahrlafette 3,7-cm-Flak 36 auf Fahrgestell Zugkraftwagen 8 t
  • Sd.Kfz. 7/3 – Feuerleitpanzerfahrzeug für Raketen A4 (Startkontrollwagen)
  • Sd.Kfz. 7/6 − Flugabwehrmesswagen / FlaK-Messtrupp-Kraftwagen

Lizenz- und Nachbauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die italienische Firma Breda baute von 1943 bis 1944 insgesamt 235 Stück des Typs Breda 61, einer Variante des Sd.Kfz.7 mit anderem Motor.

Ein weiterer Nachbau entstand 1944 bei der Firma Bedford in Großbritannien, wobei dieses Modell von zwei Motoren des Dreitonner-LKW Bedford OY angetrieben wurde. Die Fahrzeuge, die den Namen Bedford Traclat erhielten, wurden allerdings erst 1945 fertig und wurden 1946 ausgiebig getestet.Auch hier verzichtete man angesichts des mittlerweile eingetreteren Kriegsendes auf eine Serienfertigung, es blieb bei Prototypen[3]. Es sei aber erwähnt, dass die Engländer im September 1945 (also nach Kriegsende) sich bei Krauss-Maffei in München weitere 30 Stück der Halbkettenzugmaschine Sd.Kfz.7 nachbauen ließen.

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Technische Daten Sd.Kfz. 7
Länge:
Breite
Höhe:
6.850 mm
2.350 mm
2.620 mm
Motor: Reihen-Sechszylinder-Ottomotor
Maybach HL 62 (6191 cm³)[4]
Leistung: 103 kW (140 PS)
Höchstgeschwindigkeit: 50 km/h
Gewicht: 9.700 kg leer, max. 11.550 kg
Fahrwerk: vorn Starrachse mit Querblattfedern, hinten zwei Gleisketten mit Drehstabfederung
Reichweite: Straße 250 km
Gelände 120 km

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Chris Bishop: The Encyclopedia of Weapons of World War II. Sterling Publishing Company, Inc., 2009, ISBN 978-1-58663-762-0, S. 78 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  • Wolfgang Fleischer/Richard Eiermann: Die motorisierte Artillerie und Panzerartillerie des deutschen Heeres 1935–1945. Podzun-Pallas Verlag, 2000, ISBN 3-7909-0721-9.
  • OKW: Vorschrift D 607/5, Mittlerer Zugkraftwagen 8t (Sd. Kfz. 7), Ersatzteilliste zum Fahrgestell und Aufbau. 1939.
  • OKW: Vorschrift D 607/8, Mittlerer Zugkraftwagen 8t (Sd. Kfz. 7), Typ KMm 9, 10 und HLm10, Ersatzteilliste für das Fahrgestell. 1938.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Sd.Kfz. 7 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Thomas L. Jentz, Hilary Louis Doyle & Lukas Friedli: Panzer Tracts No. 22-4 Mittlere Zugkraftwagen 8 t (Sd.Kfz. 7). Panzer Tracts, Boyds, S. 22-4-4 ff.
  2. Wolfgang Fleischer/Richard Eiermann: Die motorisierte Artillerie und Panzerartillerie des deutschen Heeres 1935–1945, S. 32
  3. Pat Ware (Hrg.)Bedford at war, Cudham, Kent 2005, S. 104ff
  4. Fahrzeuge der Wehrmacht - "Maybach Motoren"