Sebastian Brather

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Sebastian Brather (* 28. Juni 1964 in Potsdam) ist ein deutscher Mittelalterarchäologe.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sebastian Brather studierte von 1986 bis 1991 Ur- und Frühgeschichte, Geschichte und Anthropologie an der Humboldt-Universität zu Berlin (HUB), 1992/93 wurde er durch ein Promotionsstipendium des Landes Berlin gefördert. Seit 1993 war Brather wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Ur- und Frühgeschichte der HUB, die Promotion erfolgte 1995 mit einer mit summa cum laude bewerteten Arbeit zum Thema Feldberger Keramik und frühe Slawen. Studien zur nordwestslawischen Keramik der Karolingerzeit. 1996/97 war er Inhaber des Reisestipendiums des Deutschen Archäologischen Instituts und wurde 1997 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Teilprojekt C4 „Ethnische Einheiten im frühgeschichtlichen Europa. Archäologische Forschung und ihre politische Instrumentalisierung“ des Sonderforschungsbereiches 541 „Identitäten und Alteritäten. Die Funktion von Alterität für die Konstitution und Konstruktion von Identität“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Die Habilitation erfolgte 2002 mit der Arbeit zum Thema Ethnische Interpretationen in der frühgeschichtlichen Archäologie. Geschichte, Grundlagen und Alternativen in Freiburg. Von 2002 bis 2004 arbeitete Brather als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Seminar für Vor- und Frühgeschichte der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. 2004 wechselte er wieder an die Freiburger Universität, wo er als Inhaber eines Heisenberg-Stipendiats lehrte. Eine Gastprofessur führte ihn 2004/05 an das Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Wien. Seit 2006 lehrt Brather als Professor für frühgeschichtliche Archäologie und Archäologie des Mittelalters an der Universität Freiburg.

Brather beschäftigt sich vor allem mit der frühgeschichtlichen Archäologie sowie der Mittelalterarchäologie, das umfasst etwa den Zeitraum von der Zeitenwende, besonders aber der Spätantike bis zum Spätmittelalter. Er forscht beispielsweise zu sozialen Strukturen, Gruppen und Rollen in frühmittelalterlichen Gesellschaften, die anhand der Grabbefunde festgestellt werden können, zur Siedlung, Wirtschaft und Gesellschaft bei den westlichen Slawen von der „Slawisierung“ bis zur Ostsiedlung, zur Gewichtsgeldwirtschaft der Wikingerzeit, zu Klöstern und Siedlungsgeschichte im späten Mittelalter, insbesondere den Zisterzienserkonventen und der Siedlungsentwicklung im Rahmen des Landesausbaus östlich der Elbe seit dem 12. Jahrhundert, sowie zur Forschungs- und Sozialgeschichte der Archäologie. Brather ist Mitglied der Historischen Kommission für Schlesien[1] sowie seit 2003 Mitherausgeber der Zeitschrift für Archäologie des Mittelalters.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Feldberger Keramik und frühe Slawen. Studien zur nordwestslawischen Keramik der Karolingerzeit. Habelt, Bonn 1996 (Universitätsforschungen zur prähistorischen Archäologie, Band 34; Schriften zur Archäologie der germanischen und slawischen Frühgeschichte, Band 1) ISBN 3-7749-2768-5
  • Herausgeber: Archäologie als Sozialgeschichte. Studien zu Siedlung, Wirtschaft und Gesellschaft im frühgeschichtlichen Mitteleuropa. Festschrift für Heiko Steuer zum 60. Geburtstag. Leidorf, Rahden 1999 (Internationale Archäologie. Studia honoraria, Band 9) ISBN 3-89646-389-6
  • Archäologie der westlichen Slawen. Siedlung, Wirtschaft und Gesellschaft im früh- und hochmittelalterlichen Ostmitteleuropa. de Gruyter, Berlin-New York 2001 (Reallexikon der Germanischen Altertumskunde, Band 30)
  • Ethnische Interpretationen in der frühgeschichtlichen Archäologie. Geschichte, Grundlagen und Alternativen. de Gruyter, Berlin-New York 2004 (Reallexikon der Germanischen Altertumskunde, Band 42)
  • Herausgeber mit Christine Kratzke: Auf dem Weg zum Germania-Slavica-Konzept. Perspektiven von Geschichtswissenschaft, Archäologie, Onomastik und Kunstgeschichte seit dem 19. Jahrhundert. Leipziger Universitäts-Verlag, Leipzig 2005 (GWZO-Arbeitshilfen 3) ISBN 3-86583-108-7
  • Herausgeber: Zwischen Spätantike und Frühmittelalter. Archäologie des 4. bis 7. Jahrhunderts im Westen. de Gruyter, Berlin-New York 2008 (Reallexikon der Germanischen Altertumskunde, Band 57) ISBN 978-3-11-020049-2
  • Archäologie der westlichen Slawen. Siedlung, Wirtschaft und Gesellschaft im früh- und hochmittelalterlichen Ostmitteleuropa. de Gruyter, Berlin-New York 2008 (Reallexikon der Germanischen Altertumskunde, Band 61) ISBN 978-3-11-020609-8

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mitgliederverzeichnis