Sebastian Fitzek

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Sebastian Fitzek auf der Leipziger Buchmesse 2017

Sebastian David Fitzek (* 13. Oktober 1971 in Berlin) ist ein deutscher Schriftsteller und Journalist. Seine Bücher erreichen eine Gesamtauflage von rund 9 Millionen und wurden in 24 Sprachen übersetzt.[1] Damit ist er einer der erfolgreichsten deutschen Schriftsteller der Gegenwart. Derzeit steht er bei Droemer Knaur und Bastei Lübbe unter Vertrag.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fitzek wurde 1971 in Berlin geboren. Er arbeitet in der Programmdirektion des Berliner Radiosenders 104.6 RTL. Er studierte Jura bis zum ersten Staatsexamen, promovierte im Urheberrecht und arbeitete dann als Chefredakteur und Programmdirektor für verschiedene Radiostationen Deutschlands.

Fitzek schrieb als Koautor gemeinsam mit dem Namenforscher Jürgen Udolph das Sachbuch Professor Udolphs Buch der Namen, das 2005 bei Bertelsmann erschienen ist. Der Spiegelbestseller war Vorlage für das Fernsehformat Deutschland – deine Namen, an dessen Entwicklung Fitzek beteiligt war. Die Sendung wurde im März 2006 vom ZDF unter der Moderation Johannes B. Kerners ausgestrahlt.

Seit 2006 schreibt Fitzek Psychothriller, die allesamt zu Bestsellern wurden. Sein Erstlingswerk Die Therapie erschien im Juli 2006 im Droemer Knaur Verlag, wie auch seine darauf folgenden. Die Odeon Film AG kaufte die Filmrechte an dem Buch. Im Jahr 2007 wurde Die Therapie als bestes Krimi-Debüt für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert. Fitzeks nächster Thriller Amokspiel erschien im April 2007, für den die Goldkind Film AG die Filmrechte kaufte. 2012 erfolgte mit Das Kind die erste Verfilmung seines gleichnamigen Romans.

Fitzek ging bei seinen Autorenlesungen des Öfteren ungewöhnliche Wege. Er ließ sich von seinen Lesern einladen und las unter anderem in einer Studenten-WG, in der Trauerhalle eines Bestattungsinstituts, in einem Hospiz in Wolfsburg und in einer Zahnarztpraxis. Als erster Autor mietete er auf der Leipziger Buchmesse 2013 einen eigenen Stand. 2014 bot er Autorenlesungen des Romans Noah mit musikalischer Begleitung durch die Berliner Band Buffer Underrun an.[2]

Fitzeks Werke sind bislang in 24 Sprachen übersetzt. Als einer von wenigen deutschen Thrillerautoren wird er auch in England und den USA verlegt.

Im September 2013 feierte in einer Berliner Erstaufführung der Psychothriller Der Seelenbrecher Premiere am Berliner Kriminal Theater.

Im Oktober 2015 veröffentlichte Fitzek zwei Romane parallel. Der Roman Das Joshua-Profil handelt von einem erfolglosen Schriftsteller namens Max Rhode, der nur ein erfolgreiches Werk hat, nämlich Die Blutschule. Beim Schreiben entdeckte Fitzek sein Interesse an diesem fiktiven Werk und schrieb das Buch unter dem Pseudonym Max Rhode selbst. Er betonte, man brauche Die Blutschule nicht lesen, um Das Joshua-Profil zu verstehen.[3][4]

Fitzek ist seit 2010 verheiratet, hat drei Kinder und lebt in Berlin. Seit der Frühgeburt seines zweiten Sohnes im Jahr 2013 engagiert er sich ehrenamtlich als Schirmherr des Vereins Das frühgeborene Kind.[2][5] In einem Interview gab er an, dass ihm dieses Thema ein besonderes Anliegen sei, weil es sich um die größte kindliche Patientengruppe handele und sich nur sehr wenige Eltern Gedanken darüber machten, welche Schritte im Fall einer Frühgeburt zu unternehmen seien.[6]

Am 29. Oktober 2016 präsentierte Fitzek sein aktuelles Werk „Das Paket“ mit musikalischer Untermalung durch Buffer Underrun zum Finale des Eifel-Literaturfestivals 2016 in der Stadthalle in Bitburg.[7] Im März 2017 erschien Fitzeks erstes Kinderbuch Pupsi & Stinki als Vorlesebuch mit Zeichnungen des Illustrators Jörn "Stolli" Stollmann, nur zwei Wochen später der von The Purge inspirierte[8] Thriller AchtNacht.[9][10] Letzterer wurde an einem Dienstag veröffentlicht, stieg in derselben Woche auf Platz 6 der SPIEGEL-Bestsellerliste ein, schaffte danach jedoch den Aufstieg auf Platz 1, den er für mindestens eine weitere Woche (Stand: 29. März 2017) hielt.[11]

Fitzek wurde mit dem Europäischen Preis für Kriminalliteratur für 2016/2017 ausgezeichnet.

Einflüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut eigenen Angaben wurde Fitzek in seiner Kindheit von Enid Blyton, Michael Ende und Alfred Weidenmann geprägt und später von Stephen King, Michael Crichton und John Grisham. Heute liest Sebastian Fitzek alles von Harlan Coben.[12]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kritiken zu Sebastian Fitzek reichen von „Thriller-König“ bis hin zu Verrissen. Denis Scheck urteilte bei seiner Besprechung des Pädophilie-Krimis Das Joshua-Profil (2015), Fitzek sei ein „talentloser, klischeeverhafteter und – mit Verlaub – dummer Autor“, der „die Nulllinie der deutschen Gegenwartsliteratur“ markiere.[13]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Psychothriller

unter dem Pseudonym Max Rhode

Sachbücher

Kinderbücher

Hörbücher (Auszug)

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Im Januar 2011 startete Fitzek in Zusammenarbeit mit dem Buchhandelskonzept zeilenreich der Direct Group Bertelsmann die Aktion „Interaktiver Roman mit Sebastian Fitzek“. Hierbei hatten Fans via Facebook fünf Wochen die Möglichkeit, gemeinsam mit dem Autor an der Handlung des Romans Das Profil mitzuwirken, dessen Titel und Handlungsbeginn Fitzek vorgegeben hatte.
  • In dem E-Book Letzte Hilfe (November 2011) erzählt Fitzek in einer Kurzgeschichte die Vorgeschichte zu Der Augenjäger.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Günter Keil: Der Mörder im Kopf. 20 Interviews mit den Weltstars der Spannungsliteratur von Adler-Olsen über Fitzek bis Winslow. Edel eBooks, Hamburg 2015. ISBN 978-3-95530-801-8.
  2. a b Autor Sebastian Fitzek Je friedlicher der Ausblick, umso brutaler das Buch, Berliner Zeitung vom 3. Januar 2014, abgerufen 7. Januar 2014
  3. Sebastian Fitzek alias Max Rhode: Das Buch zum Buch. Presseportal, 15. Oktober 2015, abgerufen am 28. Oktober 2015.
  4. Sebastian Fitzek: „Das ist mein persönlichstes Buch.“ Ruhr-Nachrichten, 26. Oktober 2015, abgerufen am 28. Oktober 2015.
  5. Prominenter Unterstützer Sebastian Fitzek. Website des Bundesverbandes „Das frühgeborene Kind e. V.“ Abgerufen am 30. September 2014.
  6. Eine Frühgeburt darf keine Glückssache sein, Janetts Meinung am 30. November 2015, abgerufen 23. Januar 2016
  7. Anke Emmerling: Fitzek Superstar – effektvolle Show zum Festival-Finale 2016. Literaturbüro Eifel e. V., 30. Oktober 2016, abgerufen am 7. Dezember 2016.
  8. Sebastian Fitzek: "AchtNacht" - Wenn der Mob nicht zu stoppen ist. In: Deutschlandradio Kultur. (deutschlandradiokultur.de [abgerufen am 30. März 2017]).
  9. Pupsi-Und-Stinki Achtnacht: Pupsi & Stinki, AchtNacht und andere Fitzek-Schocker …;). In: Sebastian Fitzek. 26. Februar 2017, abgerufen am 30. März 2017.
  10. achtnacht: Bald ist AchtNacht. In: Sebastian Fitzek. 6. März 2017, abgerufen am 30. März 2017.
  11. AchtNacht - buchreport. Abgerufen am 30. März 2017.
  12. Was würden Sie sagen – durch welche Autoren wurden Sie am meisten geprägt? LovelyBooks Themen, 2010, abgerufen am 2. September 2016.
  13. Denis Scheck in der ARD-Sendung Druckfrisch vom 27. November 2015 (Video), 18:12–19:14 Min.
  14. Gold-/Platin-Datenbank des Bundesverbandes Musikindustrie, Abruf vom 3. August 2016