Sebastian Gorka

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Sebastian Gorka (2018)

Sebastian Lukács Gorka (ungarisch Sebestyén Lukács Gorka; * 22. Oktober 1970 in London) ist ein amerikanischer Politikwissenschaftler. Er arbeitete bis 25. August 2017[1] als Deputy Assistant[2] für das Executive Office of the President of the United States. Er wurde als Kind ungarischer Eltern im Vereinigten Königreich geboren, lebte von 1992 bis 2008 in Ungarn und ist seit 2012 amerikanischer Staatsbürger.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gorka wurde in Hammersmith als Kind von Zsuzsa Biro und Pál Gorka geboren.[3] Seine Eltern waren nach dem ungarischen Volksaufstand in das Vereinigte Königreich geflohen. Seine Schulzeit verbrachte er in der St. Benedict’s School im Westen von London. Das Heythrop College verlieh ihm den Titel Bachelor of Arts in den Fächern Philosophie und Theologie. Während der Zeit an der Universität trat er der Armee-Reserve (Territorial Army) bei und war Teil des Intelligence Corps.

Im Jahr 1992 zog Gorka nach Ungarn, wo er für das Verteidigungsministerium arbeitete. Daneben legte er ein Masterstudium im Bereich internationale Beziehungen und Diplomatie ab. Dies schloss er 1997 an der Corvinus-Universität Budapest ab. Ein Jahr später arbeitete Gorka als Berater für Viktor Orbán. Im Jahr 2002 trat er in das Doktorandenprogramm ein und beendete dies 2007 mit einer Dissertation im Bereich Politikwissenschaft.[4] Gorka legt Wert auf die Anrede „Doctor“.[1] Es gibt erhebliche Zweifel daran, ob Gorka diesen akademischen Grad der Corvinus-Universität rechtmäßig führt.[5][6][7]

Zur Amtszeit des ungarischen Ministerpräsidenten József Antall arbeitete Gorka im Verteidigungsministerium.[2]

Nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 avancierte Sebastian Gorka zum Anti-Terror-Experten im ungarischen Fernsehen. 2002 wurde er als Sachverständiger in einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss berufen. Dieser sollte untersuchen, ob Péter Medgyessy für die Spionageabwehr der Staatssicherheit des kommunistischen Ungarn, die Államvédelmi Hatóság, gearbeitet hatte. Gorka selbst bekam keine Freigabe, um für den Ausschuss zu arbeiten. Es wurde gemeinhin angenommen, dass er selbst als Spion für die britische Gegenspionage arbeitete.[8] Auf diese Anschuldigungen antwortete er, dass er während seiner Zeit bei der Gegenspionageeinheit lediglich Gefahren von Gruppen wie der IRA prüfen sollte.

Im Jahr 2004 wurde Gorka Fakultätsassistent der neu gegründeten Initiative „Program for Terrorism and Security Studies (PTSS)“. Diese sitzt beim George C. Marshall Europäischen Zentrum für Sicherheitsstudien in Garmisch-Partenkirchen und wurde vom Verteidigungsministerium der Vereinigten Staaten finanziert. Etwa zur selben Zeit wurde er Assistent bei der Joint Special Operations University im United States Special Operations Command.

Gorka war bis zum 25. August 2017 Berater von US-Präsident Donald Trump. Gorka gilt als rechter Verschwörungstheoretiker mit engen Kontakten zur Alt-Right.[1] Er wurde – entgegen seiner Darstellung, er sei zurückgetreten – nach einer Mitteilung des Weißen Hauses entlassen.[9]

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thorsten Denkler von der Süddeutschen Zeitung urteilt über Gorkas Buch Defeating Jihad:

„Es gehört in die Kategorie jener Bücher, die in einer seriösen Buchhandlung nicht mal auf Bestellung zu haben sein sollten.“

Thorsten Denkler[1]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Thorsten Denkler: Nach Bannon verlässt jetzt auch Gorka das Weiße Haus. In: sueddeutsche.de. 26. August 2017, abgerufen am 26. August 2017.
  2. a b Hungarian National Security Expert Sebastian Gorka has Joined Trump’s White House, Abgerufen am 20. August 2017
  3. Sebastian Gorka’s road from Budapest to the White House, Abgerufen am 20. August 2017
  4. Who Is Sebastian Gorka? A Trump Adviser Comes Out of the Shadows, Abgerufen am 20. August 2017
  5. Andrew Reynolds: Stop calling him 'Dr.': The academic fraud of Sebastian Gorka, Trump’s terrorism 'expert'. In: haaretz.com. 27. April 2017, abgerufen am 26. August 2017.
  6. Curt Devine, Drew Griffin, Scott Bronstein: Sebastian Gorka’s PhD adviser: "I would not call him an expert in terrorism" - CNNPolitics. In: edition.cnn.com. 19. August 2017, abgerufen am 26. August 2017.
  7. Daniel W. Drezner: Perspective – Survival tips for Sebastian Gorka, PhD. In: washingtonpost.com. 27. Februar 2017, abgerufen am 26. August 2017 (englisch).
  8. What Did Sebastian Gorka Do in the British Army?, Abgerufen am 22. August 2017
  9. apr/AFP/dpa/Reuters/AP: Abgang des Rechtspopulisten Gorka: US-Präsidenten gehen langsam die Berater aus. In: Spiegel Online. 26. August 2017, abgerufen am 26. August 2017.