Sebastian Kehl

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Sebastian Kehl
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Sebastian Kehl (2016)
Personalia
Name Sebastian Walter Kehl
Geburtstag 13. Februar 1980
Geburtsort FuldaDeutschland
Größe 188 cm
Position Defensives Mittelfeld
Junioren
Jahre Station
1985–1994 SV Lahrbach
1994–1996 Borussia Fulda
1996–1998 Hannover 96
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
1998–2000 Hannover 96 32 0(2)
2000–2002 SC Freiburg 40 0(4)
2002–2015 Borussia Dortmund 274 (20)
2003–2011 Borussia Dortmund II 7 0(1)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)2
1997 Deutschland U17 6 0(1)
1997–1998 Deutschland U18 19 0(3)
Deutschland U19 1 0(0)
1999–2001 Deutschland U21 11 0(0)
2001–2006 Deutschland 31 0(3)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.
Stand: Karriereende

2 Stand: Karriereende

Sebastian Kehl (2013)

Sebastian Walter Kehl (* 13. Februar 1980 in Fulda) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler und heutiger Funktionär. Von 2002 bis 2015 stand er bei Borussia Dortmund unter Vertrag, gewann drei deutsche Meisterschaften und stand in zwei Europapokalendspielen. 2002 wurde er mit der Nationalmannschaft Vizeweltmeister. Seit dem 1. Juni 2018 ist er Leiter der Lizenzspielerabteilung von Borussia Dortmund.

Karriere als Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sebastian Kehl begann mit fünf Jahren beim SV Lahrbach mit dem Fußballspielen.[1] Mit 16 Jahren verließ er seine Geburtsstadt Fulda und wechselte zu Hannover 96.[2] Mit 18 Jahren kam er zu seinen ersten Einsätzen in der 2. Bundesliga; insgesamt absolvierte er 32 Ligaspiele in zwei Saisons für die Niedersachsen.[3] Nachdem er an der Carl-Friedrich-Gauß-Schule in Hemmingen das Abitur absolviert hatte,[4] holte ihn Trainer Volker Finke im Jahr 2000 in die Bundesliga zum SC Freiburg, bei dem er die folgenden anderthalb Jahre verbrachte.

Kehl war ab Januar 2002 für Borussia Dortmund aktiv.

Sein Stern auf dem BVB Walk of Fame

In der Rückrunde wurde er mit Borussia Dortmund deutscher Meister. In der Saison 2004/05 erzielte er in 32 Spielen vier Tore und übertraf damit seine Bestmarke beim SC Freiburg. Im Zuge der Systemumstellung bei der Borussia war Kehl nun auch auf seiner Wunschposition angelangt: zentral vor der Abwehr.

Nach einem Zweikampf mit Hasan Salihamidžić am ersten Spieltag der Saison 2006/07 im Spiel gegen den FC Bayern München begann für Kehl die erste lange Verletzungsphase seiner Profikarriere. Die Fleischwunde, die bei Salihamidžićs Grätsche entstand, verheilte nur langsam und entzündete sich immer wieder, sodass Kehl erst am 4. Februar 2007 wieder ein Bundesligaspiel bestreiten konnte. Da er auch in der Folgezeit mehrfach mit Nachwirkungen der Verletzung zu kämpfen hatte, war er erst seit Mitte der Hinrunde 2007/08 wieder voll einsatzfähig und hatte so den Kontakt zur deutschen Nationalmannschaft, für die er 31 Spiele absolviert hatte, verloren. In derselben Saison stand er mit Borussia Dortmund im DFB-Pokal-Finale in Berlin, das die Mannschaft mit 1:2 gegen den FC Bayern München verlor.

Vom neuen BVB-Trainer Jürgen Klopp wurde Kehl im Trainingslager vor der Spielzeit 2008/09 zum Mannschaftskapitän ernannt. Am 16. Mai 2009 erzielte er beim 6:0-Sieg gegen Arminia Bielefeld zum ersten Mal in seiner Profikarriere zwei Tore in einem Bundesligaspiel.

Durch mehrere Verletzungen konnte er in der Saison 2010/11 lediglich sechs Spiele in der Bundesliga absolvieren; trotzdem wurde er im Mai 2011 mit dem BVB zum zweiten Mal nach 2002 deutscher Meister. 2012 folgte die dritte Meisterschaft, nachdem er sich in 25 Einsätzen wieder zu einem Leistungsträger entwickelt hatte. Zudem gewann er am 12. Mai das DFB-Pokal-Finale gegen den FC Bayern München mit 5:2 und damit das erste Double seiner Karriere und auch seines Vereins. Im April 2013 verlängerte der BVB den auslaufenden Vertrag um ein weiteres Jahr bis Juni 2014.[5] Am 23. März 2014 verlängerte er seinen Vertrag um ein weiteres Jahr und kündigte sein Karriereende nach der Saison 2014/15 an. Kehl trat vor seiner letzten Spielzeit nach sechs Jahren als Mannschaftskapitän des BVB zurück.[6] Am 30. Mai 2015 beendete Kehl nach dem DFB-Pokal-Finale gegen den VfL Wolfsburg im Alter von 35 Jahren seine Spielerkarriere.[7]

Sein erstes Tor im DFB-Pokal für Borussia Dortmund erzielte er am 7. April 2015 mit dem 3:2-Siegtreffer im Viertelfinale gegen die TSG 1899 Hoffenheim in der 107. Minute.[8]

Nationalmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kehl nahm mit der U-17-Nationalmannschaft an der Weltmeisterschaft 1997 in Ägypten teil, bei der er in sechs Spielen einen Treffer erzielte.[9] Im Jahre 1998 wurde er Vize-Europameister mit der U-18-Nationalmannschaft.

Kehl war viele Jahre deutscher A-Nationalspieler. Sein erstes Spiel im Nationaltrikot war am 29. Mai 2001 in Bremen der 2:0-Sieg über die Slowakei. Er nahm mit der Nationalmannschaft an der Weltmeisterschaft 2002 in Japan und Südkorea, der Europameisterschaft 2004 in Portugal und an der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland teil. Das Spiel um den dritten Platz gegen Portugal, das mit 3:1 endete, war Kehls letztes von 31 Spielen im Nationaltrikot.[10] Aufgrund seiner Verletzungen schaffte er es danach nicht mehr in den Kreis der Nationalmannschaft.

Karriere als Funktionär[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Fußball-Europameisterschaft 2016 war Kehl als Fussballexperte für das ZDF tätig.[11][12]

Am 1. Juni 2018 übernahm Kehl die neu geschaffene Position des Leiters der Lizenzspielerabteilung bei Borussia Dortmund.[13] Hierfür beendete er sein Engagement beim ZDF.[14]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sein Wechsel vom SC Freiburg zur Borussia sorgte für Schlagzeilen, da er im Sommer 2001 dem FC Bayern München die Zusage für einen Wechsel bis „spätestens 2003“ (Zeitpunkt des Auslaufens seines Vertrages beim SC Freiburg) erteilt hatte. Für die Zusage erhielt er ein Handgeld in Millionenhöhe. Als er sich im Winter für einen Wechsel zu Borussia Dortmund entschied, erstattete er das Handgeld dem FC Bayern mit Zinsen zurück.[15] Dies führte von Seiten des FC Bayern zu Anschuldigungen gegenüber Kehl, da der Manager des FC Bayern, Uli Hoeneß, die Ansicht vertrat, Kehl habe bereits einen gültigen Vertrag mit dem Klub geschlossen. Auf Dortmunder Seite kritisierte Michael Meier die Praxis des FC Bayern, Spieler fremder Vereine vorab mit hohen Handgeldern auszustatten, obwohl sie mit ihren aktuellen Vereinen noch mehrfach gegen die Bayern antreten müssten.[16] Bei einem Schlichtungsgespräch einigten sich die Klubs, den Transferstreit beizulegen. Kehl bat daraufhin den FC Bayern öffentlich um Entschuldigung und wechselte im Januar 2002 vom SC Freiburg zu Borussia Dortmund.[17]

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Borussia Dortmund

Nationalmannschaft

Auszeichnungen

Persönliches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kehl hat gemeinsam mit seiner Freundin zwei Kinder.

Er unterstützt das Projekt Roterkeil.net als Werbebotschafter, das gegen Kinderprostitution kämpft. Seit dem 3. Juni 2003 ist Kehl im Rahmen des Projektes „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ Pate des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums im hessischen Lauterbach. Er gehört dem Kuratorium der Stiftung Jugendfußball an.

Kehl ist langjähriges Mitglied und ehemaliger Vertreter im Spielerrat der Spielergewerkschaft Vereinigung der Vertragsfußballspieler (VdV).[20] Seit 2015 gehört er neben Hans Sarpei, Christoph Metzelder, Malte Metzelder, Benedikt Höwedes, Sergio Pinto, Rachid Azzouzi und Sascha Kopschina zu den TuS Haltern-All-Stars.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sebastian Kehl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Spitzen-Gastronomie in vierter Generation: Sternennacht-Koch Benni Kehl, osthessen-news.de vom 27. Oktober 2012.
  2. Sebastian Kehl im Interview – Teil 2, www.schwatzgelb.de.
  3. Matthias Arnhold: Sebastian Kehl – Matches and Goals in Bundesliga. Rec.Sport.Soccer Statistics Foundation. 23. September 2015. Abgerufen am 9. Oktober 2015.
  4. Welche Schule für mein Kind?, Verlagsbeilage der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung vom 12. Januar 2011, S. 14.
  5. Der BVB verlängert mit Kapitän Kehl. kicker.de. 17. April 2013. Abgerufen am 17. April 2013.
  6. Sebastian Kehl gibt Amt des Mannschaftskapitäns ab auf bvb.de, abgerufen am 1. August 2014.
  7. Abschied von Sebastian Kehl auf spiegel.de, abgerufen am 30. Mai 2015.
  8. Kehl: „Den Dropkick kann ich eigentlich ganz gut…“ auf bvb.de, 7. April 2015, abgerufen am 8. April 2015.
  9. Siehe seine Einsatzdaten im DFB-Datencenter unter Weblinks.
  10. Matthias Arnhold: Sebastian Kehl – International Appearances. Rec.Sport.Soccer Statistics Foundation. 23. September 2015. Abgerufen am 9. Oktober 2015.
  11. https://www.tz.de/sport/fussball/sebastian-kehl-em-2016-zdf-experte-portrait-6544152.html
  12. http://www.rp-online.de/sport/fussball/em/dfb/simon-rolfes-und-sebastian-kehl-als-em-experten-im-einsatz-bid-1.6018502
  13. Sebastian Kehl ab 1. Juni Leiter der Lizenzspielerabteilung, bvb.de, 23. April 2018, abgerufen am 23. April 2018.
  14. WM in Russland: ARD mit Lahm - Kehl-Ausstieg "misslich", kicker.de, 23. April 2018, abgerufen am 23. April 2018.
  15. Bayern droht Kehl.. Spiegel, 14. Dezember 2001.
  16. FC Bayern will Kehl verklagen. Die Welt, 24. Dezember 2001.
  17. Einigung zwischen Bayern und BVB im Fall Kehl. FAZ, 2. Januar 2002.
  18. SPIEGEL ONLINE, Hamburg Germany: Neuauflage: Posse um Supercup - SPIEGEL ONLINE - Sport. Abgerufen am 27. August 2017.
  19. MaWes: Juli 2012 - Kehl. 12. Juli 2013 (sportschau.de [abgerufen am 27. August 2017]).
  20. Hinweis in: RevierSport 38/2013, S. 12.