Sebastian Schwarz (Schauspieler)

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Sebastian Schwarz

Sebastian Schwarz (* 16. März 1984 in Greiz) ist ein deutscher Schauspieler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schwarz studierte an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin. Bereits während seines Studiums arbeitete er an verschiedenen Theatern in Berlin (u. a. Danton in Dantons Tod, Deutsches Theater 2007 und Jim in Die Glasmenagerie, bat 2006) und war für Film und Fernsehen tätig.

Seit Januar 2008 ist er Ensemblemitglied der Schaubühne in Berlin.[1] Dort war Schwarz in einer Hamlet-Inszenierung zu sehen und spielte den Stephen in der Uraufführung von Ravenhills Der Schnitt.

Im Dezember 2008 hatte Ibsens John Gabriel Borkmann in Rennes Premiere, in der Schwarz die Rolle des Erhardt spielte. In der Uraufführung von David Gieselmanns Komödie Die Tauben verkörperte Schwarz den Psychologen Dr. Erich Asendorf. Es folgten Rollen in Friedrich Hebbels Nibelungen als „Siegfried“, Edward Bonds Gerettet und Brechts Der gute Mensch von Sezuan. Anschließend stand er in Der Menschenfeind auf der Bühne. 2010 spielte er in der Uraufführung des Stücks Perplex von Marius von Mayenburg und den Dickie Greenleaf in der Bühnenadaption von Der talentierte Mr. Ripley in der Schaubühne. 2011 stand er für die Theaterarbeit Eugen Onegin des lettischen Regisseurs Alvis Hermanis auf der Bühne.

2012 folgte die Rolle des Sportlehrers Markus Dörflinger im Stück Märtyrer von Marius von Mayenburg, der Marquis (Alfons) de Sade Marat/Sade von Peter Weiss und die Rolle des Wlas in Sommergäste nach Maxim Gorki. 2013 war Schwarz als Graf Paris, Amme und Sampson in Romeo und Julia und als Benedick in Viel Lärm um nichts an der Schaubühne zu sehen. In der deutschsprachigen Erstaufführung von Roberto Bolaños Epos 2666 war Schwarz als Archimboldi zu sehen.[2][3] Anschließend stand er unter der Regie von Ingo Hülsmann für die Bühnenadaption des Romans Karl und das 20.Jahrhundert von Rudolf Brunngraber auf der Studiobühne der Schaubühne. 2014 gastierte Schwarz in Die Ehe der Maria Braun unter der Regie von Thomas Ostermeier beim Festival von Avignon. Im November 2014 stand Schwarz in der Rolle des Merkl Franz in Kasimir und Karoline von Ödön von Horváth unter der Regie von Jan Philipp Gloger auf der Bühne. 2015 stand er als Hastings und Ratcliff in Thomas Ostermeiers Inszenierung von Richard III. auf der Bühne. Im Stück Plastik spielte er die Rolle des Serge Haulupa.[4] Im Oktober 2015 hatte die Revue Westberlin Premiere, in der Schwarz unter der Regie von Rainald Grebe spielte.[5] 2016 spielte er in der Premiere von Professor Bernhardi an der Schaubühne unter der Regie von Thomas Ostermeier den Professor Ebenwald.[6] Im Juni 2017 spielte Schwarz die Titelrolle Ralf Peng in Peng.[7] In Thomas Ostermeiers Inszenierung von Rückkehr nach Reims (nach Didier Eribon, Premiere: September 2017), die zum Berliner Theatertreffen 2018 eingeladen wurde, agiert Sebastian Schwarz in der Rolle des Paul an der Seite von Nina Hoss.[8]

Sein Kinodebüt hatte er mit dem Film Polska Love Serenade (2007) nach einem Drehbuch von Jonas Grosch. Der Film wurde für den Max Ophüls Preis nominiert. Schwarz spielte in Groschs Langfilmspieldebüt Résiste – Aufstand der Praktikanten und übernahm eine der Hauptrollen in der Musical-Komödie Die letzte Lüge. Schwarz spielte in Fernsehserien wie Wilsberg, Großstadtrevier, Tatort und unter der Regie von Dominik Graf in der Krimireihe Im Angesicht des Verbrechens. Im Oktober 2014 hatte der Kinofilm bestefreunde mit Katharina Wackernagel und Sebastian Schwarz in den Hauptrollen Weltpremiere bei den Internationalen Hofer Filmtagen. 2017 spielt er in der ARD-Serie Frau Temme sucht das Glück die Figur des Frank Weber. Für diese Rolle wurde Schwarz 2017 von der Deutschen Akademie für Fernsehen als bester männlicher Nebendarsteller für den Fernsehpreis nominiert.[9]

Sebastian Schwarz moderiert in unregelmäßigen Abständen mit Georg Uecker das von Frank Oberhäußer entwickelte Quizformat Babelfish an der Schaubühne in Berlin und konzipierte gemeinsam mit David Ruland die Bühnencomedy Zack und Dave.[10]

Seit 2016 ist Schwarz Mitglied der Deutschen Filmakademie in der Sektion Schauspiel.[11] An der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin arbeitet er mit Studenten in unregelmäßigen Abständen an Szenenstudien.[12]

Sebastian Schwarz war Mitglied der SPD und unterstützte Peer Steinbrück im Bundestagswahlkampf und Heike Taubert[13] im Wahlkampf um den Thüringer Landtag. Er trat aus der SPD aus und unterstützt die Sammlungsbewegung Aufstehen.[14]

Sebastian Schwarz ist mit der Schauspielerin Marie Burchard verheiratet,[15] hat zwei Kinder[16] und lebt in Berlin.[17][18]

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kino[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fernsehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theaterrollen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2006: Glasportrait/Glasmenagerie, bat-Studiotheater Berlin (Regie: K. Minkowski)
  • 2007: Tommy, Schaubühne am Lehniner Platz Berlin (Regie: B. Hauprich)
  • 2007: Dantons Tod, Deutsches Theater Berlin/box (Regie: C. Mehler)
  • 2008: Hamlet, bat-Studiotheater Berlin (Regie: D. Schliesing)
  • 2008: Die Stadt/Der Schnitt, Schaubühne am Lehniner Platz Berlin (Regie: T. Ostermeier)
  • 2008: Hamlet, Schaubühne am Lehniner Platz Berlin; Helenic Festival Athen; Festival d'Avignon (Regie: T. Ostermeier)
  • 2008: John Gabriel Borkmann, Schaubühne am Lehniner Platz Berlin/TNB Rennes (Regie: T. Ostermeier)
  • 2009: Die Tauben, Schaubühne am Lehniner Platz Berlin (Regie: M. v. Mayenburg)
  • 2009: Die Nibelungen, Schaubühne am Lehniner Platz Berlin (Regie: M. v. Mayenburg)
  • 2009: Was kann eine gute stehende Schaubühne eigentlich wirken? Teil 2. Schaubühne am Lehniner Platz Berlin (Realisation: P. Wengenroth)
  • 2010: Gerettet, Schaubühne am Lehniner Platz Berlin (Regie: B. Andrews)
  • 2010: Der gute Mensch von Sezuan, Schaubühne am Lehniner Platz Berlin (Regie: F. Heller)
  • 2010: Der Menschenfeind, Schaubühne am Lehniner Platz (Regie: I. v. Hove)
  • 2010: Perplex, Schaubühne am Lehniner Platz (Regie: M. v. Mayenburg)
  • 2011: Der talentierte Mr. Ripley, Schaubühne am Lehniner Platz (Regie: J. Gockel)
  • 2011: Eugen Onegin, Schaubühne am Lehniner Platz (Regie: A. Hermanis)
  • 2012: Märtyrer, Schaubühne am Lehniner Platz (Regie: M. v. Mayenburg)
  • 2012: Marat/Sade, Schaubühne am Lehniner Platz (Regie: Peter Kleinert)
  • 2012: Sommergäste, Schaubühne am Lehniner Platz (Regie: Alvis Hermanis)
  • 2013: Romeo und Julia, Schaubühne am Lehniner Platz (Regie: Lars Eidinger)
  • 2013: Viel Lärm um nichts, Schaubühne am Lehniner Platz (Regie: Marius von Mayenburg)
  • 2014: 2666, Schaubühne am Lehniner Platz (Regie: Alex Rigola)
  • 2014: Karl und das 20. Jahrhundert, Schaubühne am Lehniner Platz (Regie: Ingo Hülsmann)
  • 2014: Die Ehe der Maria Braun, Schaubühne am Lehniner Platz (Regie: Thomas Ostermeier)
  • 2014: Kasimir und Karoline, Schaubühne am Lehniner Platz (Regie: Jan Philipp Gloger)
  • 2015: Richard III, Schaubühne am Lehniner Platz (Regie: Thomas Ostermeier)
  • 2015: Stück Plastik, Schaubühne am Lehniner Platz (Regie: Marius von Mayenburg)
  • 2015: Westberlin, Schaubühne am Lehniner Platz (Regie: Rainald Grebe)
  • 2016: Professor Bernhardi, Schaubühne am Lehniner Platz (Regie: Thomas Ostermeier)
  • 2017: Peng, Schaubühne am Lehniner Platz (Regie: Marius von Mayenburg)
  • 2018: Rückkehr nach Reims, Schaubühne am Lehniner Platz (Regie: Thomas Ostermeier)

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2017: Fernsehpreis der Deutschen Akademie für Fernsehen: Bester männlicher Nebendarsteller für Frau Temme sucht das Glück (Nominierung)

Hörspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2013: Marius von Mayenburg: Mission zum Mars, Deutschlandradio (Regie: Marius von Mayenburg)
  • 2013: Hans Zimmer: Tauben fliegen nur nach Hause, Deutschlandradio (Regie: Christine Nagel)
  • 2013: Mario Göpfert: Wecke niemals einen Schrat (nach dem gleichnamigen Buch von Wieland Freund), DKultur (Regie: Klaus-Michael Klingsporn)
  • 2013: Emil Cioran: Vom Nachteil, geboren zu sein, SWR (Regie: Kai Grehn)
  • 2014: Christoph Güsken: Quotenkiller, Deutschlandradio (Regie: Klaus-Michael Klingsporn)
  • 2015: Tom Peuckert: Schröders Tod, Deutschlandradio Kultur (Regie: Cordula Dickmeiß)
  • 2015: Jenny Reinhardt: Der Elch ist schuld, Deutschlandradio (Regie: Christine Nagel)
  • 2016: Cristin König: Lila und Fred, Deutschlandradio Kultur (Regie: Cristin König)
  • 2018: Cristin König: Meine Erinnerungen reißen mich in Stücke, Deutschlandradio Kultur (Regie: Cristin König)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sebastian Schwarz auf schaubuehne.de
  2. Peter Hans Göpfert: Schaubühne: „2666“@1@2Vorlage:Toter Link/www.kulturradio.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. auf kulturradio.de
  3. Sophie Diesselhorst: Auf dem Laufband durch Raum und Zeit auf nachtkritik.de
  4. Ulrich Seidler: Small Talk mit Tim Renner ist derzeit schwierig. In: Berliner Zeitung. 26. April 2015
  5. Westberlin auf schaubuehne.de
  6. Sebastian Schwarz feiert mit „Professor Bernhardi“ an der Schaubühne Premiere auf senkbeil-pr.de, abgerufen am 27. Dezember 2016
  7. Patrick Wildermann: Grenzbefreit mit Haltung. In: Der Tagesspiegel. 2. Juni 2017
  8. Rückkehr nach Reims. Offizielle Internetpräsenz der Berliner Schaubühne. Abgerufen am 4. April 2018.
  9. Uwe Mantel: Akademie-Fernsehpreis auf dwdl.de, 21. September 2017, abgerufen am 22. September 2017
  10. Zack’n’Dave@1@2Vorlage:Toter Link/www.schaubuehne.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. auf schaubuehne.de
  11. Mitglieder auf deutsche-filmakademie.de
  12. „Theater hat eine Verantwortung“: Sebastian Schwarz im Porträt – Über seine Arbeit als Schauspieler und das Theater als Aggressor für das Gute. In: www.berlinonline.de. 24. Oktober 2016, archiviert vom Original am 25. Oktober 2016; abgerufen am 25. Oktober 2016. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.berlinonline.de
  13. Schauspieler Sebastian Schwarz wirbt um Stimmen für Heike Taubert und die SPD auf spd-greiz.de
  14. Aufstehen – Aufbruch oder Spaltpilz? auf tagesschau.de, 4. September 2018, abgerufen am 4. September 2018
  15. Ronja Brier: Tatort-Star Sebastian Schwarz zeigt sich gerne nackt auf bz-berlin.de, 17. Mai 2015
  16. Volker Blech: Fiese Rollen machen Spaß. In: Berliner Morgenpost. 17. Dezember 2016, abgerufen am 30. Dezember 2016
  17. Sebastian Schwarz über das Brooklyn Berlins auf qiez.de
  18. Eva Förster: Geerdetes Glückskind. In: MOZ. 24./25. Mai 2014 (PDF; 3,6 MB)