Sechshelden

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Koordinaten: 50° 45′ 0″ N, 8° 15′ 0″ O

Sechshelden
Stadt Haiger
Wappen von Sechshelden
Höhe: 244 m
Fläche: 8,14 km²[1]
Einwohner: 1607 (30. Jun. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 197 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1977
Postleitzahl: 35708
Vorwahl: 02771

Sechshelden ist ein Stadtteil der hessischen Stadt Haiger im Lahn-Dill-Kreis, in die es 1977 im Rahmen der hessischen Gebietsreform eingemeindet wurde.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sechshelden liegt 272 m über NN, am östlichen Rande des Westerwaldes im engen Tal der Dill, die von der hessisch-westfälischen Landesgrenze bis nach Wetzlar in die Lahn fließt.

Drei Kilometer östlich von Sechshelden liegt Dillenburg, im Süden hinter dem Berg Klangstein liegt das zu Dillenburg gehörende Dorf Donsbach und im Norden, ebenfalls zu Dillenburg gehörend, Manderbach.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ersterwähnung Sechsheldens ist der 1. November 1371, bestätigt im Urkundenbuch der Stadt Wetzlar.

Im Jahre 1916 wurde der Bahnhof Sechshelden eröffnet, womit Sechshelden direkten Anschluss an die 1862 eröffnete Dill-Strecke Köln-Deutz hatte. Noch heute ist er ein Haltepunkt für die Hellertalbahn Betzdorf-Dillenburg und die Dreiländerbahn Au (Sieg)-Siegen-Dillenburg. Durch Umsteigen in Dillenburg, Gießen bzw. Siegen ist das Erreichen der Ballungszentren Frankfurt bzw. Köln und Ruhr problemlos möglich.

Seit Ende der 1960er wird der Ort durch die Talbrücke Sechshelden als längste Brücke der Sauerlandlinie Bundesautobahn 45 teilweise überspannt.

Im Rahmen der Gebietsreform in Hessen wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Sechshelden am 1. Januar 1977 durch das Gesetz zur Neugliederung des Dillkreises, der Landkreise Gießen und Wetzlar und der Stadt Gießen in die Stadt Haiger eingegliedert.[2]

Historische Namensformen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In erhaltenen Urkunden wurde Sechshelden unter den folgenden Ortsnamen erwähnt (jeweils mit dem Jahr der Erwähnung):

  • 1332 Sechisheldin
  • 1371 Sexhelden
  • 1462 Sexelden
  • 1548 Sexellen
  • 1585 Sechßhelder
  • 1607 Heller
  • 1608 VI Heller
  • 1613 Sexhelder
  • 1816 Sechsheller

Territorialgeschichte und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt die Territorien bzw. Verwaltungseinheiten denen Sechshelden unterstand im Überblick:[3][4][5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belegte Einwohnerzahlen bis 2016 sind:[3][6]

  • 1840: 0526 Einwohner
  • 1905: 0771 Einwohner
  • 1939: 1039 Einwohner
  • 1961: 1512 Einwohner
  • 1970: 1833 Einwohner
  • 2016: 1607 Einwohner
Sechshelden: Einwohnerzahlen von 1834 bis 1967
Jahr     Einwohner
1834
  
521
1840
  
526
1846
  
536
1852
  
532
1858
  
543
1864
  
566
1871
  
621
1875
  
541
1885
  
655
1895
  
704
1905
  
771
1910
  
813
1925
  
884
1939
  
1.039
1946
  
1.378
1950
  
1.445
1956
  
1.478
1961
  
1.512
1967
  
1.766
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelische Kirche Sechshelden
Schmiede

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heimatmuseum im Dorfkern an der Dill.
  • Dorfkirche, in den Jahren 1803–1805 als Reformierte Kirche erbaut.
  • Mühle von 1554
  • Alte Mühle von 1612
  • Neue Mühle (Farbmühle) von 1726
  • Neue Mühle (Raabs Mühle) von 1850
  • Dorfkirche (1803–1805)

Dorferneuerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sechshelden wurde im Jahr 2000 in das hessische Dorferneuerungsprogramm aufgenommen. Mit dessen Hilfe sollen öffentliche Investitionen in siebenstelliger Höhe in dem neunjährigen Programm durchgeführt werden, wobei über die Hälfte vom Land Hessen beigesteuert wird. Das wichtigste Projekt hierbei ist wohl die Umgestaltung des Dorfgemeinschaftshauses mit Neuanlage eines Dorfplatzes davor, wozu der Dillparkplatz, der Dorfgemeinschaftshaus-Vorplatz und der Parkplatz an der Kreuzgasse zu einer Einheit zusammengefasst wurden. Des Weiteren wurde unter anderem eine Chronik zur Geschichte des Ortes herausgegeben und ein neues Dorf-Logo entwickelt. Gleichzeitig werden aber auch private Bau- und Renovierungsmaßnahmen umfangreich gefördert.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Güterzug von RBH Logistics mit einer Doppeltraktion der Baureihe 143 an der alten Fußgängerbrücke über die Dillstrecke (März 2017)

Neben der direkt an Sechshelden liegenden Autobahnauffahrt zur Bundesautobahn 45, verfügt Sechshelden über vier Bushaltestellen, sowie eine Bahnanbindung, es besteht ein Haltepunkt an der Dillstrecke.

Proteste gegen den Neubau der Autobahn-Talbrücke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Talbrücke Sechshelden

Seit 1968 überspannt die Autobahnbrücke „Talbrücke Sechshelden“ der Bundesautobahn 45 das Dorf und trennt es in zwei Teile. Da die Brücke den aktuellen Verkehrsbedingungen nicht mehr standhält, muss diese im Jahr 2017 abgerissen werden.[7] Gegen den sechsspurigen Neubau an gleicher Stelle hat sich im Jahr 2010 die Bürgerinitiative „MuT“ (Menschen unter der Talbrücke) gegründet.[8] Die Bürgerinitiative hat bereits Alternativplanungen erarbeitet und befindet sich in Gesprächen mit Haigerer, Wiesbadener und Berliner Politikern.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis Anfang 2014 galt der Einbaugerätespezialist Teka als größter Arbeitgeber, zudem sind mehrere kleine Betriebe ansässig. Nach Weggang Tekas 2014 wurde das 92.000 m² große Betriebsgelände von dem Heiztechnikunternehmen Oranier aufgekauft.[9]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b „Daten und Fakten“ im Internetauftritt der Stadt Haiger, abgerufen im Februar 2017.
  2. Gesetz zur Neugliederung des Dillkreises, der Landkreise Gießen und Wetzlar und der Stadt Gießen vom 13. Mai 1974. In: GVBl. I S. 237
  3. a b Sechshelden, Lahn-Dill-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). (Stand: 12. Dezember 2016)
  4. Verwaltungsgeschichte Land Hessen bei M. Rademacher, Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990
  5. HHStAW Bestand 360/187: Zugehörigkeit von HaigerIn: Archivinformationssystem Hessen (Arcinsys Hessen).
  6. Stadt Haiger
  7. CDU Haiger steht geschlossen hinter den Sechsheldener Bürgern!
  8. MUT Bürgerinitiative Sechshelden e.V/
  9. Ralf Triesch: Im Dezember geht bei Ucon das Licht aus, auf: mittelhessen.de vom 29. Oktober 2014, abgerufen am 13. September 2016