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Prora

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Koordinaten: 54° 26′ 20″ N, 13° 34′ 30″ O

Prora
Gemeinde Binz
Höhe: 4 m
Eingemeindet nach: Binz
Postleitzahl: 18609
Vorwahl: 038393
Prora (Rügen)
Prora

Lage von Prora in Rügen

Luftbild vom Nordflügel von Prora (2011)

Luftbild vom Nordflügel von Prora (2011)

Der „Koloss von Prora“ im Antlitz der ehemaligen NVA-Kaserne von der Meerseite
Plan Prora 1945/2009

Prora ist ein Ortsteil der Gemeinde Binz auf Rügen. Er ging aus dem zwischen 1936 und 1939 gebauten, jedoch unvollendet gebliebenen KdF-Seebad Rügen hervor.

Im Komplex sollten durch die Organisation Kraft durch Freude (KdF) 20.000 Menschen gleichzeitig Urlaub machen können. Nach dem Beginn des Zweiten Weltkrieges wurden die Bauarbeiten eingestellt. Um 1950 begann der Aus- und Umbau weiter Teile des nunmehr Prora genannten Torsos zu einer der monumentalsten Kasernenanlagen in der DDR. Das unbefugte Betreten des Strandes war streng verboten.

Heute ist der „Koloss von Prora“ der Kern des Komplexes: fünf (von ursprünglich acht) auf einer Länge von etwa 2,5 Kilometern entlang der Küste aneinandergereihte baugleiche Häuserblocks, die zur „stalinistischen Großkaserne“ (Wolter) ausgebaut worden waren.[1] Sie werden seit etwa 2010 ohne Berücksichtigung ihrer Transformation im SED-Regime zur Wohn- und Hotelanlage entwickelt. In Block V befindet sich eine Jugendherberge.[2] Die Seebad-Rohbauten, die zu Gästehäusern werden sollten, zogen sich einst auf fast doppelter Länge (4,5 km) an der Prorer Wiek entlang. Drei Blöcke wurden zwischen 1945 und 1949 bis auf wenige Segmente zerstört. Die nationalsozialistische Vorgeschichte galt in der DDR als überwunden, vergleichbar mit der Entwicklung der „Stadt des KdF-Wagens“ zur heutigen Stadt Wolfsburg. Die Bezeichnung „ehemaliges KdF-Bad“ wurde nach 1990 eingeführt und deckt sich nicht mit den Erfahrungen zweier Generationen früherer DDR-Bürger.

Einfluss auf die Bewertung des Ortes im Sinne seiner „doppelten Vergangenheit“ in Bezug auf die Zeit des Nationalsozialismus und in der DDR nahm die Initiative Denk-MAL-Prora.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Prora liegt auf der Ostseeinsel Rügen zwischen den Orten Sassnitz und Binz an der Prorer Wiek, einer weitläufigen Meeresbucht, auf der sogenannten Schmalen Heide (mit der Prora, einer bewaldeten Hügelkette), die den Kleinen Jasmunder Bodden vom Prorer Wiek der Ostsee trennt. Kern des Ortes ist der Koloss von Prora. Dieser Gebäuderiegel erstreckt sich über eine Länge von etwa fünf Kilometern in einem Abstand von circa 150 Metern zum Strand. Die Küste der Schmalen Heide bietet einen langen, flachen Sandstrand, der von Binz bis zum neuen Fährhafen Sassnitz im Ortsteil Neu Mukran reicht und ideal für die Errichtung eines Seebades war. Der Bereich zwischen Gebäuden und Küste ist heute mit Kiefern und niedrigem Gebüsch bewachsen.

Der Name Prora ist vermutlich slawischen Ursprungs, seine genaue Bedeutung ist unbekannt. Ursprünglich bezeichnete er nur eine bewaldete Hügelkette im Süden der Schmalen Heide. Im 19. Jahrhundert wurde ein Forsthaus gebaut, das ebenfalls den Namen Prora erhielt.[3]

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Koloss von Prora“ von der Landseite mit rechtwinkelig herausragenden Treppenhäusern mit Sanitäranlagen

Während der Zeit des Nationalsozialismus betrieb der Staat eine umfangreiche ideologisch und propagandistisch geprägte Sozialpolitik. Die Organisation Kraft durch Freude sollte durch Projekte wie den KdF-Wagen und preisgünstigen Urlaub den Lebensstandard der Bevölkerung heben. Dazu wurden Kreuzfahrten auf vier KdF-eigenen Schiffen angeboten: Wilhelm Gustloff (ab 1938), Der Deutsche (ab 1935), Dresden (ab 1934) und Robert Ley (ab März 1939). Außerdem war der Bau von insgesamt fünf Seebädern für jeweils 20.000 Personen geplant, die es der Bevölkerung ermöglichen sollten, jeweils zwei Wochen im Jahr Urlaub zu machen. Das einzige in Teilen realisierte Bauprojekt aus diesem Plan war das KdF-Seebad Rügen (heute Prora). Es wurde jedoch nach dem Krieg durch Demontage und nachfolgende Plünderungen von acht auf fünf noch ausbaufähige Blöcke dezimiert, die um 1950 zu einer Großkaserne umgestaltet und vorläufig vollendet wurden. Damit folgte auf die erste Bauphase die eigentliche, ganz andere Geschichte von Prora: Der Wiederaufbau der Blöcke erfolgte im Zuge der Bestrebungen, Rügen zu einer Bastion im Kalten Krieg auszubauen.[4] Der Ausbau der Ruinen unter den veränderten Vorzeichen galt als ein Symbol für die Überwindung des Nationalsozialismus und wurde zu einem Symbol für die Verteidigungsbereitschaft der jungen DDR gegenüber der kapitalistischen Bundesrepublik. Die Kasernen wurden sowohl zu einem Ort der heimlichen Aufrüstung der DDR als auch zu einer „Brutstätte oppositioneller Gedanken“ (Bernd Eisenfeld)[5]

Nach dem Fall der Mauer rückten Politik und Medien einseitig die NS-Planungen in den Fokus:„Das Faszinosum KdF und Prora lässt vergessen, dass der nationalsozialistische Tourismus sich nicht auf den (wie Zeitgenossen formulierten) ‚KdF-Rummel’ beschränkte. Die umtriebige Massenorganisation hat zwischen 1933 und 1939 maximal zehn bis zwanzig Prozent des Massentourismus auf sich ziehen können […]; einige der größeren privaten Tourismusunternehmen prosperierten ab 1936 […] sogar noch stärker als KdF.“(Hachtmann)[6] Mit den 2009 beginnenden massiven Umbauarbeiten an den Blöcken zur modernen Hotel- und Wohnanlage brach die zweite dauerhafte Nutzungsphase an, nachdem es innerhalb von zwanzig Jahren verschiedene Zwischennutzungen der ehemaligen Kasernen gegeben hatte. Zurückgebaut wird seither die DDR-Hinterlassenschaft Prora, das heißt, das bis 2010 sichtbare graue Kasernenantlitz mitsamt Innenausbau, inzwischen fälschlicherweise als „ehemaliges KdF-Bad“ interpretiert[7], wie Hinweisschilder den Koloss vor Ort ausweisen. Kritische Stimmen gehen davon aus, dass ein wichtiger Ort zur Auseinandersetzung mit der Geschichte der DDR verlorengeht: „Die Aufrüstung in der DDR unter dem Deckmantel kasernierter Polizeiformationen ist untrennbar mit der Geschichte Proras verbunden. (...) Ohne genaue Kenntnisse über das Verhältnis von Militär, Staat und Gesellschaft sind ein Verstehen des SED-Regimes und eine historische Bewertung desselben nicht möglich.“(Wenzke)[8] Zur führenden Kraft des Umbaus (nach der „Initialzündung“ durch die Jugendherberge in Block V) wurde der Sohn des DDR-Arbeiterliedsängers Ernst Busch, Investor Ulrich Busch. Wegen der werbewirksamen Fokussierung auf das geplante KdF-Bad bezeichnet der Historiker Stefan Wolter das erst jetzt entstehende Seebad als eine „Geschichtsklitterung par Excellence“.[9] Mit der Verwirklichung des Seebades sieht Wolter das Ziel der Kapitalisierung der – „nach 1990 politisch und medial historisch einseitig bewerteten, in der DDR einst berüchtigten“ – Anlage erreicht. Wolter zieht einen Vergleich zur vollständigen Entsorgung des Palastes der Republik und stellt fest: „Es hat den Anschein einer damnatio memoriae; die Erinnerung an eine Epoche wird benutzt, um die andere ungeschehen zu machen - im Sinne eines gesamtdeutschen Geschichtsbildes.“[10] Er fordert eine Bildungsstätte, die die beiden Diktaturen mindestens gleichermaßen berücksichtigt, und plädiert für die unideologische Bezeichnung Koloss von Prora, welche beide Vergangenheiten einschließe.

Architektur und Konzeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Panorama der Seeseite eines Blocks des Prora-Komplexes (Der Eindruck der Krümmung entsteht durch den nahen Sichtpunkt und Zylinderprojektion)
Panorama der Landseite eines Blocks des Prora-Komplexes im Antlitz der NVA-Großkaserne

Der Auftrag zur Errichtung des Seebades wurde nach einer Ausschreibung im Februar 1936 an den Architekten Clemens Klotz (1886–1969) erteilt. Zwar waren insgesamt zehn renommierte Architekten an dem Verfahren beteiligt; allerdings hatte Klotz bereits andere nationalsozialistische Propagandabauten errichtet und im Auftrag seines Förderers, des KdF-Führers Robert Ley, bereits im Vorfeld für diese Anlage Pläne entwickelt. Sie wurden nach dem Wettbewerb auf Weisung Hitlers nur dahingehend modifiziert, dass aus dem Entwurf des Architekten Erich Putlitz die große Festhalle als weiteres zentrales Element übernommen und architektonisch angepasst wurde. Der Gesamtentwurf wurde auf der Weltfachausstellung Paris 1937 mit einem Grand Prix ausgezeichnet. Er wurde während der Bauausführung bis 1939 noch verändert; zum Beispiel verzichtete man auf die genannte Festhalle.

Typisches Zimmer aus der Zeit der Kasernennutzung des Gebäudes im vierten Stock (Zustand: November 2010)

Die Planungen sahen vor, für die Unterbringung der Urlauber acht jeweils 550 Meter lange, sechsgeschossige, völlig gleichartige Häuserblocks mit insgesamt 10.000 Gästezimmern zu errichten. Durch diese langgestreckte, über etwa fünf Kilometer entlang der Küstenlinie reichende Bauweise sollte erreicht werden, dass alle Zimmer Meerblick hatten, während die Flure zur Landseite hin gelegen waren. Die geplante Ausstattung der nur 2,25 m × 4,75 m großen Zimmer, von denen jeweils zwei mittels einer Tür verbunden werden konnten, war an heutigen Maßstäben gemessen recht karg: zwei Betten, eine Sitzecke, ein Schrank und ein Handwaschbecken. Weitere sanitäre Einrichtungen fanden sich jeweils in den landwärts gerichteten Treppenhäusern der Blocks. Alle Gästezimmer sollten über Lautsprecher verfügen.

Aus der Uniformität der Architektur der Gästeblocks und der sehr zweckmäßigen Einrichtung, die zusammengenommen eine Errichtung nach dem Baukastenprinzip erlaubten, wird deutlich, dass hier anders als bei anderen nationalsozialistischen Großprojekten zumindest in diesem Teil der Anlage die Funktionalität über die Architektur gestellt wurde.

Das Leben in der Ferienanlage sollte, dem totalitären Anspruch des Systems folgend, in der Gemeinschaft stattfinden. Zu diesem Zweck waren Gemeinschaftshäuser mit Gastronomie- und Wirtschaftsräumen sowie Kegelbahnen und Leseräumen geplant, die in regelmäßigen Abständen „wellenbrecherartig“ küstenwärts aus der Häuserfront herausragen sollten. Offene, beheizbare Liegehallen innerhalb der Bettentrakte sollten den Urlaub vom Wetter unabhängiger machen.[11] Als weitere Gemeinschaftseinrichtungen sollten unter anderem zwei Wellenschwimmbäder, ein Kino und mehrere Gastronomiebetriebe errichtet werden. Weitere zentrale Elemente der Anlage waren der in der Mitte zwischen den Blocks geplante Aufmarschplatz und die Kaianlagen, die ein Anlegen von kleinen Booten ermöglichen sollten. Seebäderschiffe können entgegen einigen Propagandazeichnungen die flache Prorer Wiek nicht befahren. Parallel zu den Anlagen für die Urlauber musste die komplette Infrastruktur für eine derartige Anzahl Menschen aufgebaut werden. Landeinwärts wurden zu diesem Zweck ein Bahnhof, Personal- und Wirtschaftsgebäude geplant und auch zum Teil realisiert.

Von der ursprünglichen Planung der Hauptanlage konnten bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges nur die Bettenhäuser und die südliche Festplatzrandbebauung fertiggestellt werden, und auch diese nur im Rohbau. Baudirektor und Oberbauleiter war Willi Heidrich. Nach dem Krieg wurde der südlichste Block, der nicht über alle geplanten Etagen verfügte, jedoch zum Kriegsende hin für Umsiedler ausgebaut worden war, von der Roten Armee gesprengt und abgetragen. Die beiden nördlichen Blocks wurden nach Sprengungen als Ruine hinterlassen. Auch an den übrigen Blöcken wurde Material massiv abgebrochen, das teilweise für Eigenheime vor Ort verwendet wurde. Um 1950 waren bis zu 19.000 Helfer, darunter die Kasernierte Volkspolizei, am Umbau der „KdF-Ruinen“ beteiligt. „Von Gebäuden konnte genau genommen keine Rede sein, es waren ja nur die halbfertigen und die gesprengten Blöcke“.[12] Unter Beibehaltung der Konturen der geplanten Betten- und Treppenhäuser, allerdings unter Ausmauerung der geplanten Liegehallen und veränderter räumlicher Innenausstattung wurden die Blöcke wieder aufgemauert und das spätere Kasernenantlitz geschaffen. „Der Ausbau in den 50er Jahren erfolgte dilettantisch und in keiner Weise nach den ursprünglichen Plänen. Der ursprüngliche Entwurf, der ja auch nur unvollständig realisiert worden war, kann in den verbliebenen Resten kaum noch erkannt werden.“[13] Bis 1956 waren die zum Teil zerstörten Rohbauten von fünf Blöcken komplettiert. Der geplante Theaterbau an Block III wurde zu einer stalinistischen Festhalle (dem späteren „Haus der Armee“) umgestaltet, von der aus das Gelände ideologisch sowie auch zur Unterhaltung beschallt wurde.[14] Während Prora als Ort der heimlichen Aufrüstung von der Landkarte getilgt wurde, entfaltete sich in den Blöcken ein berüchtigter militärischer Drill mit streng reglementierten Tagesabläufen. Erst jetzt setzte Prora den Anspruch eines totalitären Systems um – allerdings unter veränderten Vorzeichen im Sinne des Aufbaus des Sozialismus. Wie DDR-Zeitzeugen berichten, hatten die abgeschirmten, später graubraun verputzten Kasernengroßbauten sie tief beeindruckt und zum Teil das Fürchten gelehrt. „Welche Macht muss ‚die Partei‘ (Anmerkung: die SED) doch haben, so fühlte ich“, schreibt ein ehemaliger Unteroffizier.[15] Manche Parole aus den 1950er Jahren kam während der Entkernung wieder zum Vorschein, etwa: „FDJ’ler! Erfüllt den Schwur der III. Weltfestspiele der Jugend! Seid standhafte Patrioten“ Die weißen Lettern auf rotem Grund verschwanden abermals unter Putz, nun unter dem der heutigen Häuser Verando und Flora (Block II).[16]

Heute steht der gesamte Komplex unter Denkmalschutz. Kritiker wie der Historiker Stefan Wolter bemängeln, dass der Denkmalschutz sich lediglich auf das unvollendete KdF-Modell, nicht aber auf die tatsächliche Nutzungsgeschichte des Kolosses und somit auf die Geschichte zweier Diktaturen bezieht. Daher greife der Denkmalschutz bei den gegenwärtigen Bauarbeiten an den Blöcken vor allem im äußeren Erscheinungsbild, das Innenleben werde nahezu ausnahmslos getilgt:[17][18] „Der Ausbau des ‚Modells Prora‘ zu Kasernen, die reale Geschichte, wird seither verharmlost und nun wegsaniert. Mit den baulichen Strukturen verschwinden in diesen Tagen Zeichnungen und andere Spuren ehemaliger Soldaten, die ein wichtiges Zeugnis dafür sind, wie diese mit dem Bau umgegangen sind. Und die gleichzeitig die Geschichte des Kalten Krieges erzählen.“[19]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das KdF-Seebad Rügen während der Bauphase

Die für das Seebad Rügen benötigten Flächen wurden durch die KdF-Organisation bereits 1935 von Malte zu Putbus erworben. Die Grundsteinlegung erfolgte am 2. Mai 1936, obwohl zu diesem Zeitpunkt die Ausschreibung für das Bauvorhaben noch lief. Der Termin war aber bewusst so früh gewählt worden, weil es sich um den symbolträchtigen dritten Jahrestag der Gewerkschaftszerschlagung handelte. Die eigentlichen Arbeiten begannen erst ein halbes Jahr später.

In den drei Jahren zwischen 1936 und 1939 wurden die acht Gästeblöcke errichtet. Neun renommierte Baufirmen (Philipp Holzmann, Hochtief, Dyckerhoff & Widmann, Siemens-Bauunion, Boswau & Knauer, DEUBAU, Sager & Woerner, Polensky & Zöllner, Beton- und Monierbau) waren an den Bauarbeiten beteiligt. Es arbeiteten zeitweise 9000 Bauarbeiter am KdF-Seebad Rügen. Außer der Firma Sager & Woerner (Bau der Kaianlage) errichteten alle anderen beteiligten Baufirmen jeweils einen Block, es entwickelte sich dabei eine Art Wettbewerb um die schnellste Bauleistung.

Damals fanden die Bauarbeiten internationale Beachtung. So wurde bei der Weltausstellung 1937 in Paris ein Modell des Seebades Prora mit einem Grand Prix ausgezeichnet.[20] Zu diesem Zeitpunkt zeichnete sich ab, dass die von DAF-Chef Robert Ley vorgegebene Kostengrenze in Höhe von 50 Millionen Reichsmark (40 Mio. Mark Baukosten und 10 Mio. Mark Ausstattung) deutlich überschritten werden würde. Eine von der KdF-Bauleitung 1938 erstellte „Kostenzusammenstellung zum Neubau des KDF-Seebades Rügen“ bezifferte die Baukosten auf 237,5 Millionen Mark (kaufkraftbereinigt in heutiger Währung: rund 982 Millionen Euro).[21]

Bei Kriegsbeginn 1939 wurden die Bauarbeiten weitgehend gestoppt. Mit Ausnahme eines Blocks waren die acht Wohnblöcke, die südliche Festplatzrandbebauung und die Kaianlage bereits im Rohbau fertiggestellt, nicht jedoch die Schwimmbäder, die Festhalle und weite Teile der Wirtschaftsgebäude. Sie wurden niemals verwirklicht. An den Rohbauten wurden noch die nötigsten Sicherungsarbeiten durchgeführt, dann wurden die Bautätigkeiten endgültig eingestellt. Das angelieferte Baumaterial verblieb vor Ort, was auf eine geplante Wiederaufnahme der Arbeiten nach Kriegsende schließen lässt. Sie erfolgte wenige Jahre später unter den völlig veränderten Vorzeichen des Kalten Krieges, indem aus den inzwischen weithin demontierten und geplünderten Rohbauten fünf Blöcke zu einer Großkaserne für das DDR-Militär wieder aufgemauert wurden. Diese zweite Bauphase prägte das Antlitz der Großbauten bis zum Jahr 2010, als mit dem Bau einer Jugendherberge damit begonnen wurde, das Seebad zu vollenden.[22][23]

1939 bis 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Krieg diente ein Teil der späteren Wohnhäuser der Anlage als Ausbildungsstätte für Luftwaffenhelferinnen und ein Polizeibataillon. Die Rohbau-Blöcke des Kolosses an sich blieben unbewohnbar. 1943 wurden Teile des südlichen Blocks ausgebaut, um Ersatzquartiere für im Rahmen der Operation Gomorrha ausgebombte Hamburger zu schaffen. Ab 1944 unterhielt die Wehrmacht in Prora ein kleines Lazarett. Gegen Ende des Krieges fanden auch Flüchtlinge aus den Ostgebieten in Prora eine Bleibe, wiederum zumeist in den späteren Wohnhäusern.

1945 bis 1990[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als ab Mai 1945 die Sowjetunion die Kontrolle auf Rügen übernahm, wurde die Anlage zunächst zur Internierung von Grundbesitzern und weiterhin zur Unterbringung von Heimatvertriebenen aus den Ostgebieten genutzt. Teile der Anlagen wurden für den Abtransport als Kriegsreparationen demontiert, woran bis zu 2000 Arbeitskräfte beteiligt waren.[24] Zwischen 1948 und 1953 wurde das Gelände von der Roten Armee genutzt, die den südlichsten Rohbau sprengte und abtrug. An den beiden nördlichsten Häuserblocks wurden ebenfalls massive Sprengungen durchgeführt. Vom vorletzten Block blieb ein Segment, vom letzten Block blieb etwa die Hälfte stark beschädigt stehen. Dieser zeigt zum Teil noch heute den Zustand der Rohbauten vor ihrer Komplettierung zur Kaserne um 1950. Die sowjetische 13. Panzerjäger-Brigade war dort stationiert. In der Nachbarschaft betrieb die Pionierorganisation „Ernst Thälmann“ 1949 ihr 1. Pionierlager „Georgij Dimitroff“, in dem Jugendliche auf den kurze zeit später, im Oktober 1949, gegründeten zweiten deutschen Staat eingeschworen wurden.

In den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die künftige Nutzung des damals nach dem nördlich benachbarten Ort Mukran benannten Komplexes noch öffentlich diskutiert. Vorgeschlagen wurde dabei der weitere Ausbau zu einem Erholungsort. „Wenn man bedenkt, daß für diese Bauten Arbeitergelder von etwa 60 Millionen Mark aufgewendet wurden, kann es wohl kaum ein anderes Ziel geben, als diese Badeanlage für die Werktätigen weiter auszubauen“, hieß es in einem Pressebericht. Auch die Nutzung als Industriegebiet wurde diskutiert.[25]

Bald darauf war aber der militärische Ausbau der Anlage beschlossene Sache. Nachdem Ansprüche des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDGB) auf die Anlage abgelehnt worden waren, gab es in Prora bereits 1949 eine Infanterieschule für knapp 1000 Mann. 1950 ging daraus eine kasernierte Polizeibereitschaft hervor, die in die 1952 gegründete Kasernierte Volkspolizei integriert wurde (aus ihr ging 1956 die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR hervor). Prora beherbergte erstmals in seiner Geschichte rund 10.000 Mann. Das Gebiet um die Prora-Blöcke wurde um 1950 zum Sperrgebiet erklärt. 1953 beteiligten sich Volkspolizisten aus Prora an der Aktion Rose, zudem rückten sie zur Niederschlagung des Volksaufstandes nach Berlin aus.[26]

Zeitweilig waren bis zu 19.000 Menschen am Wiederaufbau von fünf Blöcken des weithin demontierten Seebades befasst. 1956 waren die KdF-Ruinen zu Kasernen umgebaut, der weitere Ausbau erfolgte bis in die 1980er Jahre hinein. Erst jetzt erhielten die Blöcke Zimmer, Türen, Fenster, Installationen und den bis heute sichtbaren grauen Rauputz. Als in den 1980er Jahren seeseitig neue Fenster eingesetzt wurden, führte das zu einer Verknappung der Alurahmen in der Republik.[27]

Zunächst waren in Prora militärische Kampfverbände stationiert, darunter das zur Absicherung des Mauerbaus in Berlin mit herangezogene Motorisierte Schützenregiment 29 (MSR-29). Ab 1960 (zunächst getarnt, erst ab 1962 offiziell) bis 1982 war in Block V am Standort der heutigen Jugendherberge Prora das Luftsturmregiment 40, ein Eliteverband der NVA Landstreitkräfte, disloziert.

Ab Ende der 1970er Jahre dienten die Kasernen in der Hauptsache der militärischen Ausbildung; in Block V entstand ab November 1982 zudem der größte Standort für Bausoldaten; es wurden hierher zeitgleich bis zu 500 Waffenverweigerer und Regimegegner zusammengezogen, die am Bau des in der nördlichen Umgebung des Objektes gelegenen Fährhafens Mukran zu arbeiten hatten.[28] Unmittelbar neben ihnen, im südlichen Abschnitt von Block V, war eines der größten Reserveausbildungsregimenter der DDR stationiert, was die systemstabilisierende Funktion Proras in der DDR unterstreicht. Mit dem Gelände der heutigen Jugendherberge werden mehr als ein Dutzend Todesfälle durch Suizid und Unfälle in den Jahren zwischen 1950 und 1990 in Verbindung gebracht.[29]

Im benachbarten Block IV wurden seit 1981 Soldaten aus politisch befreundeten Entwicklungsländern wie Äthiopien und Mosambik an der Offiziershochschule für die Ausbildung ausländischer Militärkader „Otto Winzer“ gegen Devisen ausgebildet. Diese Ausbildung gilt heute vielfach als umstritten, unter anderem, weil etliche der Länder Konfliktherde darstellen. Der jüngste ausgebildete Offizier war erst 15 Jahre alt, was allerdings schon damals nicht kritiklos hingenommen wurde.[30]

In Prora-Ost befand sich die Militärtechnische Schule „Erich Habersaath“ der NVA, wozu auch die einzige Ausbildungsmöglichkeit für Militärmusiker in der DDR gehörte. Die Schüler wurden mit Einwilligung der Eltern bereits mit 16 Jahren aufgenommen.[31]

Der südlichste Teil der Anlage (heute: Block I) stand Angehörigen von NVA und Grenztruppen als Erholungsheim (benannt nach Walter Ulbricht), Campingplatz, Kinderferienlager und Ferienort zur Verfügung.

Seit 1990[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der deutschen Wiedervereinigung 1990 übernahm die Bundeswehr den Komplex, stellte die Nutzung Ende 1992 ein und verließ Prora. Seit Anfang 1993 ist die Anlage öffentlich zugänglich. Dabei rückte einseitig die bis dahin nicht thematisierte Planungsgeschichte des KdF-Seebades in den Fokus, nach Auffassung des Historikers Stefan Wolter durch eine „Allianz von Unwissenheit westlich sozialisierter Historiker einerseits und interessenbedingter Verdrängung vor Ort andererseits“. Dabei erkannten Politik und Medien das Potenzial für den Tourismus – und verkannten zugleich die ebenfalls gebotene Aufarbeitung der Geschichte der SED-Diktatur.[32] 1994 wurde der Komplex als eine der größten Hinterlassenschaften des NSDAP-Regimes unter Denkmalschutz gestellt. Seither weisen Wegweiser das „KdF-Seebad“ aus. Die Kasernen wurden entkernt.

Bis heute divergieren die Interessen. Auf der einen Seite steht die Tourismusindustrie, welche die Anlage als ehemaliges nationalsozialistisches Projekt vermarkten will, auf der anderen Seite ehemalige NVA-Soldaten, die hier schlechte Erfahrung mit der DDR-Diktatur gemacht haben und dies gewürdigt sehen wollen.

Die Weiterentwicklung des Ortes nach dem Krieg wird infolge des Rückbaus der DDR-Gebäude und der Restaurierung der Anlage nach NSDAP-Originalplänen (unter Verzicht der Dokumentation der Spuren der tatsächlichen Geschichte der Blöcke) immer schwerer vermittelbar.

Aufsehen erregte, dass die heutigen Bauherren von Block II im Jahr 2013 „Richtfest nach 73 Jahren“ feierten. Hier hatten sich in der DDR-Zeit einer der Stationierungsorte des berüchtigten MSR-29 und später unter anderem das Raketenausbildungszentrums (RAZ-40) sowie die Militärmusikschule befunden.[33]

Museumsmeile Prora, 2004

Da es der Bundesvermögensverwaltung zunächst nicht gelang, die unter Denkmalschutz stehenden Bauten zu verkaufen, wurden an weiten Teilen der Anlage nur die unbedingt erforderlichen Sicherungsmaßnahmen durchgeführt. Ansonsten wurden die leerstehenden Bauten dem Verfall und Vandalismus preisgegeben. Eine Ausnahme hiervon bildete zunächst nur der Block 3, Prora Mitte, der die Museumsmeile Prora mit einem KdF-Museum (Museum Prora), Museum der NVA, Rügen-Museum und diversen Sonderausstellungen, die Bildergalerie Rügenfreunde und ein Wiener Kaffeehaus beherbergt. Ein von Prof. Joachim Wernicke betriebenes „Museum zum Anfassen“ wurde 2004 geschlossen, ebenso das dort ansässige Boxsportmuseum.

Jugendherberge, 2012
sanierte Blöcke der Jugendherberge, 2014

Zwischen 1993 und 1999 befand sich hier die größte Jugendherberge Europas, ab 2002 das One World Camp Youth Hostel mit günstigen Übernachtungsmöglichkeiten, dessen Mietvertrag im Hinblick auf mögliche Verkäufe aber nicht verlängert wurde.

Dokumentationszentren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Treppenhaus im südlichen Gebäudeteil,
aufgenommen 2010

In der südlichen Festplatzrandbebauung, neben dem – einst als Theater geplanten – ehemaligen Haus der NVA, befindet sich seit 2000 das Dokumentationszentrum Prora, nachdem insbesondere der Ost-Berliner Stadtplaner Jürgen Rostock seit 1990 auf diese Einrichtung zur KdF-Geschichte hingewirkt hatte. Bis zum Jahr 2012 von der „Stiftung Neue Kultur“ betrieben, befindet es sich heute in gemeinnütziger Vereinsträgerschaft. Neben Sonderausstellungen wird unter anderem die Dauerausstellung „MACHTUrlaub – Das KdF-Seebad Rügen und die deutsche Volksgemeinschaft“ gezeigt, in der vor allem die Planungs- und frühe Baugeschichte der Anlage dokumentiert wird. Thematisiert werden dabei sowohl die Hintergründe des Projekts als auch seine Vereinnahmung durch die nationalsozialistische Propaganda. Zahlreiche Symposien befassten sich zudem mit der Zukunft des Ortes. Ziel war die Verankerung des „KdF-Bades“ als Denkmal zur Sozial- und Baugeschichte des Dritten Reiches und eine Mischnutzung desselben durch Gewerbe, Kunst, Kultur und Wohnen. Außerdem organisiert das Dokumentationszentrum Prora seit 2001 jährlich eine Begegnungswoche von ehemaligen auf Rügen (kaum in Prora) eingesetzten polnischen Zwangsarbeitern mit Schülern aus Mecklenburg-Vorpommern und ist in der Bildungsarbeit aktiv.[34] Zeitzeugen zur DDR-Geschichte sehen eine Überhöhung der Planungsgeschichte auf Kosten der nicht dokumentierten tatsächlichen Nutzungsgeschichte Proras nach 1945 und sehen den Ort infolge der überwiegend architekturhistorischen Betrachtung weithin fehlinterpretiert.[35]Der Vorsitzende des Dokumentationszentrums Prora war bis 2014 der Historiker, Publizist und Rabbiner Andreas Nachama. Zum wissenschaftlichen Beirat des Dokumentationszentrums gehören unter anderem der Architekturhistoriker Wolfgang Schäche, der Politikwissenschaftler Johannes Tuchel und die Zeithistoriker Peter Steinbach, Wolfgang Benz und Hans-Ulrich Thamer.[36]

2001 gründeten Historiker des Dokumentationszentrums unter Federführung der damaligen Landrätin Kerstin Kassner und unterstützt durch die Landesfachstelle Politische Memoriale Mecklenburg-Vorpommern den konkurrierenden Verein Prora-Zentrum. Seit 2007 befindet sich das PRORA-ZENTRUM Bildung – Dokumentation – Forschung in einem provisorischen Workshop- und Ausstellungsraum beim Jugendzeltplatz (Block V), von wo es mithilfe projektgebundener Förderungen durch Land und EU historisch-politische Bildungsarbeit betreibt, Ausstellungen zeigt und Rundgänge durch das historische Gelände veranstaltet. Am 22. Juni 2010 trat das Kuratorium der Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern im Rahmen eines Interessenbekundungsverfahrens zusammen und beschloss, dass das PRORA-ZENTRUM die Trägerschaft der geplanten Bildungs- und Begegnungsstätte im Block 5 bei der durch Bund, Land und dem damaligen Landkreis Rügen favorisierten Jugendherberge Prora übernehmen soll. Sie eröffnete 2011 in den zuletzt von der Verwaltung 2000 und den DDR-Bausoldaten belegten, in der DDR einst berüchtigten Räumen der ehemaligen Kaserne. Sowohl das Dokumentationszentrum Prora als auch der gemeinnützige Verein Denk-MAL-Prora kritisierten das Auswahlverfahren und die Entscheidung der Trägerschaft zugunsten des „durch die Landesregierung protegierten“ Vereins als „politische Entscheidung“. Wegen der Fokussierung auf das geplante KdF-Bad und der angeblich von Landkreis und Land betriebenen Ausgrenzungspolitik löste sich der Verein Denk-MAL-Prora mit dem Vorwurf der „selektiven und unglaubwürdigen Erinnerungskultur nach zweijähriger unentgeldlicher Aufklärungs- und Bildungsarbeit wieder auf.[37]Seither widmet sich Prora-Zentrum auch der DDR-Geschichte. Mit Fördergeldern der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur konzipierte es (unter Ausschluss bisheriger Zeitzeugenprojekte und der in der Initiative Denk-MAL-Prora weiterhin agierenden Zeitzeugen) eine Wanderausstellung zu den Proraer Bausoldaten.[38][39] Seit 2016 wird die Ausstellung dauerhaft vor Ort präsentiert – in den durch Denk-MAL-Prora geschützten letzten Arrestzellen der Anlage. Gleichzeitig wurde jedoch bekannt, dass Block V vor der Privatisierung steht und dass das seitens des Landes Mecklenburg-Vorpommern in Aussicht gestellte Bildungszentrum zur Geschichte des Ortes (für welches die Trägerschaft bestimmt wurde) möglicherweise gar nicht zustande kommt.

Verkäufe, Neunutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sanierte Wohnblöcke, 2014

Seit 2004 wurden weitere Blöcke der Anlage einzeln veräußert. Am 23. September 2004 wurde Block 6 für 625.000 Euro an einen unbekannten Ersteigerer veräußert. Block 3, die ehemalige Museumsmeile, wurde am 23. Februar 2005 an die Inselbogen GmbH verkauft, die in der Folgezeit den Betreibern der dort ansässigen Museen kündigte und eine Nutzung als Hotel- und Kulturbetrieb ankündigte. Im Oktober 2006 wurden die Blöcke 1 und 2 an die Prora Projektentwicklungs GmbH in Binz veräußert. Diese hatte Block 1 schon im Vorfeld an den österreichischen Investor Johann Christian Haas verkauft, der die finanziellen Mittel bereitstellte. Der Bebauungsplan wurde gemeinsam entwickelt. Die Pläne der neuen Eigentümer sahen in den beiden Blöcken südlich der jetzigen Museumsmeile vor allem Wohnungen vor. Für das Erdgeschoss war eine Mischung aus Kultur, Kunst, Gastronomie, Kleingewerbe und Einkaufsmöglichkeiten geplant. Nach Abschluss der Planungen und Erreichung der Planungssicherheit verkaufte Haas – Investor und Immobilienhändler – Block 1 erneut. Bei einer Auktion am 31. März 2012 wurde die Immobilie von einem Berliner Investor für 2,75 Millionen Euro erworben.[40]

Flur im vierten Stock des südlichen Gebäudeteils, 2010

Im November 2006 hat die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben mit dem Landkreis Rügen einen Kaufvertrag über Block 5 abgeschlossen. Der Landkreis Rügen beabsichtigte in Block 5 mit finanzieller Unterstützung von Bund, dem Land Mecklenburg-Vorpommern und der EU die Errichtung einer Jugendherberge mit ca. 400 Betten für das DJH. Ein internationaler Jugendzeltplatz mit 250 Plätzen ist seit September 2007 geöffnet.[41][42]

Im Jahr 2007 beabsichtigte die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, den verbliebenen Gebäudekomplex 4 sowie den Bereich des Zentrums von Prora auf den Markt zu bringen. Angesichts der positiven Entwicklung, die sich in den verkauften Bereichen abzeichnete, war die zuständige Hauptstelle Rostock optimistisch, auch für diesen Abschnitt einen Käufer mit einem wirtschaftlich tragfähigen Konzept zu finden. Am 15. März 2008 eröffnete auf dem 3,7 Hektar großen Küstenwald-Areal des Komplexes ein Hochseilgarten. Insgesamt wurden 460.000 Euro in den Bau der neuen Sportanlage investiert.

Im September 2010 wurden Planungen bekannt gegeben, nach denen eine deutsch-österreichische Investorengruppe ab 2011 die Blöcke I und II sanieren will. Vorgesehen ist der Bau von 400 teils altersgerechten Wohnungen, eines Hotels mit 300 Betten samt Tennishalle und Schwimmbad sowie eines kleinen Einkaufszentrums. Die Investitionskosten werden auf 100 Millionen Euro beziffert. Der Eigentümer von Block I – Johann Christian Haas – hatte zu keiner Zeit vor, selbst umzubauen.[43]

Im nördlichsten Teil des Komplexes (Block V) wurde in fünf aneinandergrenzenden Gebäudeteilen im Juli 2011 die schon lange geplante große Jugendherberge mit 402 Betten in 96 Zimmern eröffnet[44] und im November 2011 wurde der letzte von fünf Blöcken durch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben an einen privaten deutschen Investor verkauft.[45]

Initiative Denk-MAL-Prora[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedenktafel am Mehrzweckgebäude der Jugendherberge Prora

Angeregt durch die Publikation Hinterm Horizont allein – Der Prinz von Prora[46] gründete sich im Jahr 2008 um den Berliner Historiker und Buchautor Stefan Wolter die Initiative Denk-MAL-Prora. Ziel war es, die Nutzungsgeschichte des einst größten Kasernenstandortes der DDR ins Bewusstsein zurückzurufen.[47][48] Infolge der Anbringung einer Gedenktafel und denkmalpflegerischen Unterschutzstellungen im Sinne der „doppelten Vergangenheit“, darunter das Ensemble der einstigen Wache vor Block IV mitsamt dem Denkmal von Otto Winzer, dem Namensgeber der Hochschule der NVA für ausländische Offiziere,[49][50] hat sie die Sichtweise auf die Anlage maßgeblich verändert.[51][52] 2011–2014 dokumentierte die Schriftenreihe Denk-MAL-Prora[53] die Annäherung an die mit Repression und Opposition verbundene Ausbau- und Nutzungsgeschichte des Ortes, welche weithin aus dem Blickfeld geraten war. Darin wird beklagt, dass die Jugendherberge Prora nach wie vor frei von der Nutzungsgeschichte des Ortes gehalten wird. An die Aufarbeitungen und Dokumentationen in der Reihe wird mittlerweile vielfach angeknüpft. So entstand im Anschluss an die „Geheime Aufzeichnungen eines Bausoldaten in Prora“ (Schriftenreihe Bd. 2) die erste Fernsehproduktion zur doppelten Geschichte des Kolosses Prora – Naziseebad und Sperrgebiet in der RBB-Reihe Geheimnisvolle Orte (2012).[54] Im Jahr 2014 wurden im Außenbereich der Jugendherberge zwei sogenannte „Zeitsplitter“ aus der Geschichte der Bausoldaten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, darunter eine durch Denk-MAL-Prora gesicherte Arrestzelle.[55][56] Im Jahr 2016 reichte die Initiative unter anderem bei der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern eine Online-Petition mit bis dahin mehr als 15.000 Unterzeichnern ein, die sich für den Erhalt des historisch gewachsenen Antlitzes von Block V aussprachen.[57] Nachdem die Landesregierung die zusätzliche Aufnahme von Inneneinrichtungen aus der Kasernennutzungszeit des Blocks in die Denkmalliste (aufgrund eines früheren Antrags der Initiative) bestätigt hatte, wurde aufgrund dieser Petition ein „Ergänzungsantrag“ mit Bezug auf den Erhalt des äußeren Erscheinungsbildes des Blocks (graubrauner Rauputz) eingereicht.[58]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Nationalsozialisten stützten sich auf Ideen aus der Zeit der Weimarer Republik, vergleichbar dem Autobahnbau, der ebenso propagandistisch ausgeschlachtet wurde. Durch die Einführung eines bezahlten Urlaubsanspruchs in den 1920er Jahren wurde ein Tourismus der arbeitenden Bevölkerung überhaupt erst möglich. Die Planungen aus den 1920er Jahren bezogen auch den Rügendamm ein, mit dessen Bau 1931 begonnen wurde und der die logistischen Voraussetzungen schaffte, um 20.000 Urlauber gleichzeitig an- und abreisen zu lassen.
  • Der Name Prora ist entgegen der weitverbreiteten Ansicht kein Akronym wie beispielsweise Napola, sondern der Name der umgebenden Landschaft und Namensgeber für die Prorer Wiek.
  • Obwohl es sich bei Prora um eines der Vorzeigeprojekte der Organisation KdF handelte, kam Hitler nie auf die Baustelle. Hingegen kam der erste und einzige Präsident der DDR, Wilhelm Pieck, im Zuge der Wiederaufmauerung der (nach dem Krieg zum Teil demontierten) Blöcke nach Prora, um den bis zu 19.000 Arbeitskräften zu danken, die auf der Baustelle im Dienste der heimlichen Aufrüstung standen.[59] 1990 wurde die spätere Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Kaserne Prora als Direktkandidatin für den Deutschen Bundestag nominiert.[60]
  • Der Grundstein von Prora wurde nie gefunden. Er müsste laut alten Fotos und Berichten in der Gegend der Kaianlagen liegen. Die Originalpläne gingen in den Wirren des Kriegsendes verloren.
  • Am nördlichen Ende der Anlage stehen die eingezäunten Ruinen von zwei Blocks: Von dem vorletzten Block ist nur noch der Torso einer geplanten Liegehalle vorhanden, der (nach Ausbau des Kerns der Anlage zur Großkaserne) von der NVA als Werkstatt genutzt wurde. Vom letzten Block sind infolge von Sprengungen und Sprengübungen durch die Sowjetarmee nur noch sechs Segmente erhalten, die später den NVA-Fallschirmjägern als Übungsgelände dienten. Komplett gesprengt und abgetragen wurde nur der südlichste Block, der im Gegensatz zum Rest der Bettenhäuser nie seine geplante Stockwerkszahl erreicht hatte.
  • Das Gerücht, dass sich die Anlage nicht sprengen und beseitigen ließe, hielt sich sowohl in der DDR als auch in der wiedervereinigten Bundesrepublik Deutschland. Widerlegt wurde es sowohl von den Sprengungen um 1948 als auch vom kompletten Abriss der Speise- und Festsäle des unter hohen Militärs im In- und Ausland bekannt gewesenen NVA-Erholungsheims (heute sog. Block I) im Jahr 2014. Die beiden Abschnitte wurden als "Liegehallen" (entsprechend einstiger Planungen) inzwischen neu eingefügt. Möglicherweise sollte das Gerücht von der "Unzerstörbarkeit" den Erhalt und die Nutzung der Anlage legitimieren.
  • Prora wurde im zweiten Vierjahresplan der Nationalsozialisten ausdrücklich erwähnt und hatte damit höchste Priorität bei der Zuteilung der Mittel. Göring persönlich war für den Vierjahresplan verantwortlich. Dies wird verständlich, wenn man berücksichtigt, dass Prora im Kriegsfall als Lazarett dienen sollte. Die Restauranttrakte, die sich in Richtung See erstrecken sollten, hätten sich zum Beispiel als Operationssäle herrichten lassen. Die Planungen sahen angeblich notwendige Installationen vor. Die Betten der Hotelzimmer waren Krankenhausstandardbetten, die Aufzüge sollten zwei Krankenhausbetten gleichzeitig fassen. Allerdings spricht gegen eine längere Kriegsnutzung das Fehlen von Luftschutzkellern und -bunkern.
  • Gerüchte über eine im Prorakomplex existierende U-Boot-Durchfahrt unter der Insel hindurch wurden vor 1989 systematisch verbreitet. Es sei geplant worden, U-Boote durch eine Schleuse vor der Küste in die Durchfahrt einlaufen zu lassen. Dieses „politisch nützliche“ Gerücht diente der NVA unter anderem dazu, die militärische Nachkriegsnutzung zu legitimieren, da anderenfalls der FDGB Nutzungsansprüche hätte geltend machen können.[61] Durch das Fehlen der Originalpläne und die Tatsache, dass einige Kelleranlagen durch Überflutung unzugänglich sind, wurden diese und vergleichbare Theorien gefördert. Gegen eine Nutzung durch U-Boote spricht jedoch der sehr große Flachwasserbereich vor dem Strand, der in etwa 500 Metern Entfernung vom Ufer eine Wassertiefe von weniger als 2 Metern aufweist,[61] sowie die starke Versandung der Ostseeküste, die auch anhand von Luftbildaufnahmen nachzuvollziehen ist. Möglicherweise beruhte das Gerücht auch auf U-Boot-Planungsspielen aus der Zeit um 1950.[62]
  • Zur Erschließung des Seebads wurde die Bahnstrecke Lietzow–Binz gebaut, die im Mai 1939 eröffnet wurde. An der Strecke entstand der Bahnhof KdF-Seebad Rügen, der heutige Bahnhof Prora. Im Zuge von Reparationsleistungen wurden die Gleise nach dem Krieg demontiert und später neu verlegt. Auch das Bahnhofshäuschen Prora ist ein Nachkriegsbau. 1987-89 wurde die Strecke elektrifiziert. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging außerdem im Südosten des Komplexes der Haltepunkt Prora Ost in Betrieb.
  • Der Bau einer U-Bahn zur Erschließung der weitläufigen Anlage wurde 1936 von Robert Ley erwähnt, jedoch finden sich keine Hinweise auf eine tatsächliche Projektierung. Die Kellergeschosse sind für den Betrieb einer U-Bahn ungeeignet, spätere Planungen gingen von einem Omnibusverkehr innerhalb des Seebades aus.[63]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hartmut E. Arras: Entwicklungskonzept Prora für Rügen: [Bedarfs- und Wirtschaftlichkeitsuntersuchung] / [S.T.E.R.N. Gesellschaft der Behutsamen Stadterneuerung. http://www.stern-berlin.com/ Red.: Hartmut E. Arras …]. S.T.E.R.N., Berlin 1997.
  • Gabi Dolff-Bonekämper: Das KdF-Bad Prora auf Rügen. Und Ein Versuch über Architektur und Moral. In: Annette Tietenberg (Hrsg.). „Das Kunstwerk als Geschichtsdokument.“ Festschrift für Hans-Ernst Mittig. Klinkhardt & Biermann, München 1999, ISBN 3-7814-0419-6, S. 144–157.
  • Martin Kaule: Prora. Geschichte und Gegenwart des »KdF-Seebads Rügen«. Ch. Links Verlag, Berlin 2014, ISBN 978-3-86153-767-0.
  • Bernfried Lichtnau: Prora – Das erste KdF-Bad Deutschlands: Prora auf Rügen. Das unvollendete Projekt des 1. KdF-Seebades in Deutschland. 3. akt. Aufl. Greifswald 1995, ISBN 3-930066-33-5.
  • Hendrik Liersch: Ein freiwilliger Besuch – als Bausoldat in Prora. 2. Auflage. Verlag amBATion / Randlage 2003, ISBN 3-928357-06-9.
  • Jürgen Rostock: Das KdF-Seebad der Zwanzigtausend Prora/Rügen. Herausgegeben von der Gesellschaft zur Förderung von Qualifizierung und Beschäftigung in Prora, 1991/1992.
  • Jürgen Rostock, Franz Zadniček: Paradiesruinen – Das KdF-Seebad der Zwanzigtausend auf Rügen. Ch. Links Verlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-86153-414-3.
  • Hasso Spode: Ein Seebad für zwanzigtausend Volksgenossen. Zur Grammatik und Geschichte des fordistischen Urlaubs. In: Peter J. Brenner (Hrsg.): Reisekultur in Deutschland. Von der Weimarer Republik zum „Dritten Reich“. Max-Niemeier-Verlag, Tübingen 1997, ISBN 3-484-10764-2.
  • Hasso Spode, Albrecht Steinecke: Die NS-Gemeinschaft „Kraft durch Freude“. In: Zur Sonne, zur Freiheit! Beiträge zur Tourismusgeschichte. Verlag für Universitäre Kommunikation, Berlin 1991, ISBN 3-928077-10-4.
  • Hasso Spode: Fordism, Mass Tourism and the Third Reich: the Strength through Joy Seaside Resort as an Index Fossil. In: Journal of Social History. 38(2004), S. 127–155.
  • Joachim Wernicke, Uwe Schwartz: Der Koloss von Prora auf Rügen – gestern – heute – morgen. 3., erweiterte u. aktualisierte Auflage. Langewiesche, Prora/Königstein im Taunus. 2015, ISBN 978-3-7845-4903-3.
  • Rainer Wilkens: Gebaute Utopie der Macht. Das Beispiel Prora. In: Romana Schneider, Wilfried Wang (Hrsg.): Moderne Architektur in Deutschland 1900 bis 2000. Ausstellung Macht und Monument. (Frankfurt am Main: Deutsches Architekturmuseum 24. Januar – 5. April 1998). Hatje, Ostfildern-Ruit 1998, ISBN 3-7757-0713-1, S. 117 ff.
  • Stefan Wolter: Prora – Inmitten der Geschichte. Bd. I: Der südliche Koloss und die Erinnerungskultur, Norderstedt 2015, ISBN 978-3738632378.
  • Stefan Wolter: Prora – Inmitten der Geschichte. Bd. II: Der nördliche Koloss mit Jugendherberge, Norderstedt 2015, ISBN 978-3738629811.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Prora – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stefan Wolter, Prora – Inmitten der Geschichte, Bd. 1: Der südliche Koloss und die Erinnerungskultur, Norderstedt 2015, ISBN 978-3-73863-237-8.
  2. http://prora.jugendherbergen-mv.de/
  3. Das Forsthaus Prora auf ruegen-inselinfo.de, abgerufen am 7. Juni 2014.
  4. David Johst: Die Festung Rügen. In: Die Zeit. 14. März 2013, abgerufen am 2. März 2016.
  5. Stefan Wolter: Prora - KdF-Bad und DDR-Zwangskaserne. Geschmähte Erinnerung? In: taz.de. 27. September 2010, abgerufen am 2. März 2016.
  6. Rüdiger Hachtmann: Tourismusgeschichte – ein Mauerblümchen mit Zukunft! Ein Forschungsüberblick. In: H / Soz / Kult. 6. Oktober 2011, abgerufen am 2. März 2016.
  7. Die Prora-Lüge. KdF oder NVA? Der „Koloss von Rügen“ ist im Wandel. Wurde die Wahrheit wegsaniert?(Christian Stark)Der Freitag-online, 29. Juli 2016 (Blog)
  8. Rüdiger Wenzke: Die Bedeutung des Militärstandortes Prora für die Auseinandersetzung mit der DDR-Geschichte (Zeitgeschichte regional. Mitteilungen aus Mecklenburg-Vorpommern 14. Jg. 1/10), S. 73-78.
  9. Chris-Marco Herold: Gemeinderat hat entschieden: Prora soll Seebad werden. In: Ostsee-Zeitung. 20. Februar 2016, abgerufen am 2. März 2016 (PDF, 442 KB).
  10. Stefan Wolter: Prora-Inmitten der Geschichte, Der südliche Koloss und die Erinnerungskultur, Bd. 1, 2015, ISBN 978-3-73863-237-8, S. 18 ff.
  11. Jürgen Rostock, Franz Zadnicek: Paradiesruinen. Ch. Links Verlag, S. 60.
  12. Wolfgang Buddrus (Hg.): Frohe Ferientage für alle Kinder: Ferienlager in der DDR, 2015, ISBN 978-3734791260S, S. 63 f.
  13. Gritt Brosowski: Die Nationalsozialistische Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ und das erste „KdF“-Seebad Prora auf Rügen, Göttingen, o.J., S. 291.
  14. Stefan Wolter: Prora-Inmitten der Geschichte, 2015, ISBN 978-3-73863-237-8.
  15. Ebd., S. 151.
  16. Ebd., S. 103 f.
  17. Stefan Wolter: Asche aufs Haupt! Vom Kampf gegen das kollektive Verdrängen der DDR-Vergangenheit in Prora auf Rügen. Band 3. Projekte-Verlag, Halle 2012, ISBN 978-3-86237-888-3.
  18. Derek Scally: From Nazi-Holiday camp to hot property. In: Irish Times. 28. August 2004, abgerufen am 2. März 2016.
  19. Stefan Wolter: Auf Rügen wird das Monster am Meer saniert In: Der Tagesspiegel, 10. August 2014.
  20. Johannes Schweikle: Großer Klotz und kleines Karo. In: Die Zeit. 47/2007.
  21. Martina Rathke: Prora wurde den Nazis zu teuer. In: Sächsische Zeitung online, 25. April 2011.
  22. Stefan Wolter: Auf Rügen wird das Monster am Meer saniert In: Der Tagesspiegel, 10. August 2014.
  23. Stefan Wolter: Nie wieder Rügen In: Die Zeit, 24. Juni 2010.
  24. Stefan Wolter: Prora - Inmitten der Geschichte, Bd. 1, 2015, ISBN 978-3-73863-237-8, S. 59 ff.
  25. Was wird aus Mukran? In: Neue Zeit, 19. August 1949, S. 4.
  26. Stefan Wolter: Asche aufs Haupt! Vom Kampf gegen das kollektive Verdrängen der DDR-Vergangenheit in Prora auf Rügen. Band 3. Projekte-Verlag, Halle 2012, ISBN 978-3-86237-888-3, S. 20 ff.
  27. Stefan Wolter (Hrsg.): Geheime Aufzeichnungen eines Bausoldaten in Prora. Courage in der Kaserne, der heutigen Jugendherberge. (= Schriftenreihe Denk-MAL-Prora, Band 2). Projekte-Verlag, Halle 2011, ISBN 978-3-86237-630-8.
  28. proraer-bausoldaten.de
  29. Wolfgang Repke: Prora, Block IV, TH 4. Mein Reservistendienst 1988. Eine Zeitreise. (= Schriftenreihe Denk-MAL-Prora, Band 5). Projekte-Verlag, Halle 2013, ISBN 978-3-95486-388-4.
  30. Klaus Storkmann: Geheime Solidarität: Militärbeziehungen und Militärhilfen der DDR in die »Dritte Welt«. Links-Verlag, Berlin, ISBN 978-3-86153-676-5.
  31. Andreas Kurth: Sturz vom Olymp: Die Rückkehr des Nostradamus. Selbstverlag, 2011.
  32. Stefan Wolter: Asche aufs Haupt! Vom Kampf gegen das kollektive Verdrängen der DDR-Vergangenheit in Prora auf Rügen. Projekte-Verlag, Halle 2012, Band 3, ISBN 978-3-86237-888-3.
  33. Christian Schlüter: Umstrittenes Richtfest in Prora. In: Berliner Zeitung, 3. Juni 2013, abgerufen am 12. September 2014.
  34. Maik Trettin: Deutsch-polnische Begegnungen auch ganz privat. In: Ostsee-Zeitung, 24. April 2009.
  35. Ampelmännchen und Todesschüsse (Blog)
  36. Beirat auf der Website des Dokumentationszentrums Prora.
  37. PresseerklärungDenk-MAL-Prora
  38. Stefan Wolter: Asche aufs Haupt! Vom Kampf gegen das kollektive Verdrängen der DDR-Geschichte von Prora auf Rügen, 2012, abrufbar unter: http://www.denk-mal-prora.de/AscheaufsHaupt2012.pdf, S. 115 ff.
  39. Presseerklärung zur Preisverleihung an Prora-Zentrum
  40. Prora-Block für 2,75 Millionen Euro versteigert. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Ostsee-Zeitung. 31. März 2012, ehemals im Original, abgerufen am 31. März 2012.@1 @2 Vorlage:Toter Link/www.ostsee-zeitung.de (Seite nicht mehr abrufbar; Suche in Webarchiven)
  41. Prora auf Rügen: Das entnazifizierte Betonmonster. In: Der Spiegel, 15. Mai 2007.
  42. Internationaler Jugendzeltplatz Prora offiziell eröffnet. In: Der Rüganer, 26. September 2007.
  43. Rügen: Investoren bauen Nazi-Koloss um. In: Ostsee-Zeitung. (Ausgabe Ribnitz-Damgarten) vom 25./26. September 2010.
  44. Jugendherberge in Nazi-Bau in Prora eröffnet. NDR, 4. Juli 2011.
  45. Nazi-Ferienanlage Prora ist komplett verkauft. In: welt.de, 3. November 2011. Abgerufen am 22. Dezember 2011.
  46. Stefan Wolter bei Perlentaucher
  47. Erinnerung braucht einen Ort, an den sie sich knüpfen kann. In: Zeitgeschichte regional 13. Jg., 2009, S. 85–94.
  48. Stefan Wolter: Prora – vom „doppelten Trauma“ im Kampf ums Erinnern zu den ersten Ansätzen für eine gelingende Wende. In: Zeitgeschichte regional. Mitteilungen aus Mecklenburg-Vorpommern 2/10 14. Jg., S. 61–69.
  49. Antragsschreibenvom 26. Mai 2011 (PDF-Datei), zitiert bei denk-mal-prora.de
  50. Schreiben des Landesamt für Kultur und Denkmalpflege an die Untere Denkmalschutzbehörde Bergen vom 15. August 2011 (PDF-Datei, eingelesenes Bilddokument), zitiert bei denk-mal-prora.de
  51. Andreas Montag: Das Monsterhaus macht Staat. In: Mitteldeutsche Zeitung, 14. Oktober 2010.
  52. Andreas Montag: Prora erinnert an Bausoldaten der NVA. In: Mitteldeutsche Zeitung, 23. November 2010.
  53. Literatur von und über Prora im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
  54. Das Geheimnis eines Bausoldaten. Leipziger Volkszeitung, 18./19. August 2012
  55. Stefan Wolter: Das Monster am Meer. In: Der Tagesspiegel, 8. August 2014.
  56. Gerit Herold: Zeitsplitter beginnen mit Blick in Arrestzelle. In: Ostsee-Zeitung, 23. August 2014.
  57. Online-Petition Prora braucht Kultur, 3. April 2016
  58. Ergänzungsantragvom 24. Mai 2016 (PDF-Datei), zitiert bei denk-mal-prora.de
  59. Stefan Wolter: Prora-Inmitten der Geschichte, 2015, Bd. 1, ISBN 978-3-73863-237-8, S. 62.
  60. Frank Pergande: Wahlkreis 15: Die Hand am Steinbutt. In: FAZ.net. 15. Juli 2009, abgerufen am 2. März 2016.
  61. a b Jürgen Rostock, Franz Zadnicek: Paradiesruinen. Ch. Links Verlag, S. 104.
  62. Stefan Wolter: Prora-Inmitten der Geschichte, 2015, Bd. 1, ISBN 978-3-73863-237-8, S. 59 f.
  63. Jürgen Rostock, Franz Zadnicek: Paradiesruinen. Ch. Links Verlag, S. 107 ff.
Dieser Artikel wurde am 25. Januar 2006 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen.