Seegefecht bei den Spratly-Inseln 1988

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Seegefecht bei den Spratly-Inseln 1988
Datum 14. März 1988 bis 16. März 1988
Ort Spratly-Inseln
Ausgang Sieg Chinas
Konfliktparteien

ChinaVolksrepublik China (Seekriegsflagge) China

VietnamVietnam Vietnam

Verluste

6 Tote, 18 Verletzte[1]

64 Tote, 9 Verletzte[1]

Das Seegefecht bei den Spratly-Inseln 1988 (chinesisch 赤瓜礁海战, Pinyin Chìguā Jiāo hǎizhàn, vietnamesisch Hải chiến Trường Sa, englisch Johnson South Reef Skirmish) war ein Konflikt zwischen der Marine der Volksrepublik China und der Volksmarine Vietnams. Es fand bei drei Riffen der Spratly-Inseln (chinesisch 南沙群岛, Pinyin Nánshā Qúndǎo, vietnamesisch Quần đảo Trường Sa) statt, die im Süden des Südchinesischen Meeres liegen und deren Besitz zwischen mehreren Staaten umstritten ist.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

China hatte 1987 begonnen, einen Teil der Spratly-Inseln zu erforschen. Da es unnötige Konflikte vermeiden wollte, besetzte es nur Riffe, die bisher von keinem anderen Staat faktisch kontrolliert wurden: Chigua Jiao, Nanxun Jiao und Yongshu Jiao. Im Februar 1988 begann auf Chigua Jiao der Bau eines Meeresobservatoriums. Zum Schutz wurden drei Fregatten der chinesischen Marine in das Gebiet verlegt. Als die Vietnamesen diese Aktivitäten bemerkten, begann auch sie, umliegende Riffe und Sandbänke zu besetzen.

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 18. Februar stürmten gleichzeitig vietnamesische und chinesische Landungstruppen von verschiedenen Seiten Huayang Jiao. Es kam zu einem verbalen Streit, der mit dem Rückzug der Vietnamesen endete. Diese riefen Verstärkung herbei, ein Landungsboot und zwei bewaffnete Transporter, und griffen am 14. März die chinesischen Bauten auf Chigua Jiao an. Kurz darauf eilte die chinesische Fregatte Nanchong herbei und versenkte die vietnamesischen Transporter. Das Landungsboot wurde schwer beschädigt und musste auf Guihan Jiao zurückgelassen werden. Das Gefecht endete mit einem Rückzug aller verbliebenen vietnamesischen Kräfte nach Nanwei Dao (vietnamesisch Dảo Trường Sa).

Folgen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die vietnamesische Seite hatte 64 Gefallene und neun verletzte Soldaten zu beklagen, die chinesische sechs Tote und 18 Verwundete. Seitdem gab es von Seiten Vietnams keine Angriffe mehr auf die sechs Riffe, die bis heute de facto unter chinesischer Kontrolle stehen. China hat seinerseits nie Riffe, Sandbänke oder Inseln angegriffen, die de facto von Vietnam kontrolliert werden.[1] Die Marine Vietnams führt dieses Ereignis unter dem Codenamen CQ-88 (Souveränität-88) in ihren Unterlagen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kelly, Todd C.: "Vietnamese Claims to the Truong Sa Archipelago". Explorations in Southeast Asian Studies Vol 3 (1999). (Nicht mehr online verfügbar.) Ehemals im Original; abgerufen am 14. März 2018.@1@2Vorlage:Toter Link/www.hawaii.edu (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)
  • The East Vietnam Sea Online Ressource. (Nicht mehr online verfügbar.) Ehemals im Original; abgerufen am 14. März 2018.@1@2Vorlage:Toter Link/community.middlebury.edu (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)
  • 海南省地方志编纂委员会: 第三章第四节 自卫反击战. In: 海南省省志 (zh-cn). 方志出版社, 北京 1993年11月22日, ISBN 9787514412376 (Abgerufen am 22. Juni 2017): „南沙群岛历来是中国领土。1987年,应联合国教科文组织的要求,中国政府决定在南沙群岛永署礁建立1座海洋观测站。1988 年3月13日,我海军奉命组织舰船和人员在南沙群岛的赤瓜礁等岛礁进行考查。14日,越军海军604、605号运输船和505号登陆舰悍然窜到赤瓜礁海区进行挑畔活动,并派出43名海军人员强行登上赤瓜礁。越军无视中国考察人员的警告,首先使用冲锋枪向我岛上人员开火,打伤我考察人员1人。接着,越南海军舰船又向停泊在赤瓜礁附近海区的我海军舰船开枪。我海军考察舰船的人员,为捍卫祖国领海、领土主权,在忍无可忍的情况下,被迫进行自卫还击,击沉越南海军604号运输船,击伤605号运输船和重创505号登陆舰,胜利地保卫了祖国的领海、领土。“
  • 28年前南海的一场反击:314赤瓜礁海战大解密 (zh-cn) 1. Oktober 2016. Abgerufen am 24. Juni 2017: „中国海军共消耗100毫米炮弹285发,37毫米炮弹266发,以一人负伤,舰艇无任何损坏的微小代价取得了击沉越南舰船两艘,重创1艘(实际应报废),缴获越旗1面。“
  • 28分钟结束战斗 揭秘88年中越赤瓜礁海战 (zh-cn) 25. Juli 2011. Abgerufen am 24. Juni 2017.
  • 1988年中越南沙赤瓜礁海战 (zh-cn) 15. April 2017. Abgerufen am 24. Juni 2017.
  • 中越海战功臣杨志亮28年后重登赤瓜礁 (zh-cn) 6. Februar 2016. Abgerufen am 24. Juni 2017.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Run auf die Eilande / Kernfrage Rohstoffe. Streit um die Inseln im Südchinesischen Meer. junge Welt, Juli 2012, abgerufen am 26. August 2014.