Seeheim-Jugenheim

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Seeheim-Jugenheim
Seeheim-Jugenheim
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Seeheim-Jugenheim hervorgehoben
Koordinaten: 49° 46′ N, 8° 39′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Darmstadt-Dieburg
Höhe: 135 m ü. NHN
Fläche: 28 km2
Einwohner: 16.411 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 586 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 64332–64342
Vorwahlen: 06257, 06151
Kfz-Kennzeichen: DA, DI
Gemeindeschlüssel: 06 4 32 022
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schulstraße 12
64342 Seeheim-Jugenheim
Website: www.seeheim-jugenheim.de
Bürgermeister: Alexander Kreissl (CDU)
Lage der Gemeinde Seeheim-Jugenheim im Landkreis Darmstadt-Dieburg
ErzhausenWeiterstadtGriesheimPfungstadtBickenbach (Bergstraße)Alsbach-HähnleinSeeheim-JugenheimModautalMühltalOber-RamstadtMesselEppertshausenMünster (Hessen)DieburgRoßdorf (bei Darmstadt)FischbachtalGroß-BieberauReinheimGroß-ZimmernOtzbergGroß-UmstadtSchaafheimBabenhausen (Hessen)DarmstadtBayernOdenwaldkreisKreis BergstraßeKreis Groß-GerauLandkreis OffenbachKarte
Über dieses Bild
Seeheim-Jugenheim von Westen aus gesehen, im Vordergrund Bickenbach

Seeheim-Jugenheim ist eine Gemeinde an der Bergstraße im südhessischen Landkreis Darmstadt-Dieburg.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An Seeheim-Jugenheim grenzt im Nordwesten die Stadt Pfungstadt, im Norden die kreisfreie Stadt Darmstadt, im Osten die Gemeinden Mühltal und Modautal, im Südosten die Gemeinde Lautertal, im Süden die Stadt Bensheim (beide Kreis Bergstraße), im Südwesten die Gemeinde Alsbach-Hähnlein sowie im Westen die Gemeinde Bickenbach.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsteile von Seeheim-Jugenheim (Stand: 31. Dezember 2017):[2]

Gemeindebildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Seeheim-Jugenheim entstand dann im Zuge der Gebietsreform in Hessen. Bereits am 31. Dezember 1971 schlossen sich die Gemeinden Malchen und Ober-Beerbach freiwillig der Gemeinde Seeheim an. Ebenfalls am 31. Dezember 1971 wurde die Gemeinde Balkhausen auf freiwilliger Basis in die Gemeinde Jugenheim a. d. Bergstraße eingegliedert.

Die Gemeinde Seeheim-Jugenheim entstand dann am 1. Januar 1977 durch den Zusammenschluss der bis dahin selbständigen Gemeinden Seeheim und Jugenheim a. d. Bergstraße kraft Landesgesetz zunächst unter dem Namen Seeheim.[3] Seit dem 1. Januar 1978 trägt die Gemeinde den Namen Seeheim-Jugenheim.[4] Für die ehemals eigenständigen Gemeinden Balkhausen, Malchen und Ober-Beerbach wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.[5]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Seeheim-Jugenheim 15.758 Einwohner. Darunter waren 1127 (7,2 %) Ausländer von denen 600 aus dem EU-Ausland, 256 aus anderen Europäischen Ländern und 271 aus anderen Staaten kamen.[6] Von den deutschen Einwohnern hatten 12,0 % einen Migrationshintergrund.[7] Die Einwohner lebten in 7135 Haushalten. Davon waren 2315 Singlehaushalte, 2207 Paare ohne Kinder und 1903 Paare mit Kindern, sowie 538 Alleinerziehende und 172 Wohngemeinschaften.[8] 6720 Einwohner gehörten der evangelischen (42,8 %) und 3070 Einwohner der katholischen (16,9 %) Konfession an. Weiterhin gab es 250 andersgäubige (1,8 %) Einwohner und 6370 Einwohner (34,2 %) gehörten keiner Religionsgemeinschaft an.[9]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seeheim-Jugenheim: Einwohnerzahlen von 1976 bis 2015
Jahr  Einwohner
1976
  
14.624
1984
  
16.456
1992
  
16.405
2000
  
16.400
2005
  
16.335
2010
  
15.922
2011
  
15.758
2015
  
16.033
Quellen: siehe folgende Liste
  • Bei den Kommunalwahlen 1977 wurden, mit dem Stand Juni 1976, 14.624 Einwohner zugrundegelegt.[10]
  • Bei den Kommunalwahlen 1985 wurden, mit dem Stand 30. Juni 1984, 16.456 Einwohner zugrundegelegt.[11]
  • Bei den Kommunalwahlen 1993 wurden, mit dem Stand 31. März 1992, 16.405 Einwohner zugrundegelegt.[12]
  • Das Hessische Gemeindelexikon nennt für das Jahr 2000: 16.400 Einwohner.[13]
  • Laut Hessischen StatistischenLandesamt wohnen am 30. Juni 2005 16.335 Einwohner im Seeheim-Jugenheim.[14]
  • Das Hessisches Statistisches Landesamt meldete für den 30. Juni 2010: 15,922 Einwohner.[15]
  • Beim Zensus 2011 wurden 15.758 Einwohner gezählt.[6]
  • Für den 30. Juni 2015 gibt das Hessische Statistisches Landesamt 16.033 Einwohner an.[16]

Erwerbstätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde im Vergleich mit Landkreis, Regierungsbezirk Darmstadt und Hessen:[13]

Jahr Gemeinde Landkreis Regierungsbezirk Hessen
Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte 2017 2.610 74.525 1.695.567 2.524.156
Veränderung zu 2000 +3,8 % +21,1 % +16,1 % +16,0 %
davon Vollzeit 2017 56,1 % 68,3 % 72,8 % 71,8 %
davon Teilzeit 2017 43,9 % 31,7 % 27,2 % 28,2 %
Ausschließlich geringfügig entlohnte Beschäftigte 2017 831 15.305 224.267 372.991
Veränderung zu 2000 +5,3 % +14,4 % +9,0 % +8,8 %
Branche Jahr Gemeinde Landkreis Regierungsbezirk Hessen
Produzierendes Gewerbe 2000 22,2 % 41,1 % 27,0 % 30,6 %
2017 19,7 % 31,3 % 20,4 % 24,3 %
Handel, Gastgewerbe und Verkehr 2000 25,5 % 26,1 % 26,4 % 25,1 %
2017 23,2 % 26,8 % 24,7 % 23,8 %
Unternehmensdienstleistungen 2000 11,3 % 11,6 % 25,1 % 20,2 %
2017 15,6 % 17,1 % 31,6 % 26,1 %
Sonstige Dienstleistungen 2000 40,3 % 18,8 % 20,1 % 22,5 %
2017 41,2 % 23,6 % 23,0 % 25,4 %
Sonstiges (bzw. ohne Zuordnung) 2000 00,7 % 02,4 % 01,4 % 01,5 %
2017 00,8 % 00,3 % 00,3 % 00,4 %

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[17] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:

Sitzverteilung in der Gemeindevertretung 2016
    
Insgesamt 37 Sitze
Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 30,6 11 32,4 12 41,5 15 33,2 12
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 28,0 11 35,9 13 21,6 8 18,1 7
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 28,0 10 26,6 10 30,1 11 40,3 15
FDP Freie Demokratische Partei 13,4 5 5,0 2 6,8 3 8,4 3
gesamt 100,0 37 100,0 37 100,0 37 100,0 37
Wahlbeteiligung in % 51,2 54,3 47,2 55,0
Gemeindeverwaltung

Die Kinder und Jugendlichen in der Gemeinde werden durch das Jugendparlament vertreten. Dieses wird alle zwei Jahre neu gewählt und besteht aus maximal 13 Jugendlichen im Alter von 12 bis 20 Jahren. Das Jugendparlament hat in allen Ausschüssen, deren Fachthemen Kinder und Jugendliche betreffen, ein Rede- und Antragsrecht.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der seit Mai 2006 amtierende Bürgermeister Olaf Kühn (parteilos) wurde am 6. November 2011 unterstützt von der CDU im ersten Wahlgang mit 72,2 Prozent der Stimmen für eine zweite sechsjährige Amtszeit wiedergewählt. Seine Gegenkandidatin war Claudia Schlipf-Traup, Grüne. Die Wahlbeteiligung betrug 49,9 Prozent.[18]

Da Olaf Kühn 2017 eine erneute Kandidatur ausgeschlossen hatte[19], endete seine Amtszeit als Bürgermeister am 25. April 2018. In der Stichwahl am 26. November 2017 gewann Alexander Kreissl (CDU), sodass er das Bürgermeisteramt übernahm.[20]

Wappen und Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Banner Seeheim-Jugenheim.svg

Wappen

Wappen Seeheim-Jugenheim.svg

Blasonierung: „In Rot und Blau ein gestürzter goldener Sparren, oben in Rot ein silberner Stern, vorne in Blau ein Silbernes Hufeisen, hiten in Blau ein silbernes Rebmesser.“[21]

Das Wappen wurde der Gemeinde Seeheim-Jugenheim im Landkreis Darmstadt-Dieburg am 14. November 1978 durch den Hessischen Innenminister genehmigt. Gestaltet wurde es durch den Bad Nauheimer Heraldiker Heinz Ritt.

Das Wappen wurde nach der Vereinigung von Seeheim und Jugenheim im Jahre 1977 neu geschaffen. Der Stern stammt aus dem Seeheimer Wappen und weist auf die frühere Zugehörigkeit zur Grafschaft Erbach, das Reebmesser, steht für den Weinbau und war im Seeheimer und ehemaligen Jugenheimer Wappen enthalten. Das aus dem Jugenheimer Wappen kommende Hufeisen weist auf die zahlreichen Mühlen hin, die ihr Mahlgut mit Pferdegespannen angeliefert bekamen.

Flagge

Die Flagge wurde der Gemeinde am 30. August 1983 vom Hessischen Innenminister genehmigt und wird wie folgt beschrieben:

„Auf weißer Mittelbahn zwischen zwei blauen Randstreifen in der oberen Hälfte aufgelegt das Gemeindewappen.“[22]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Heiligenberg
Altes Rathaus in Jugenheim
Lufthansa Seeheim
  • Schloss Heiligenberg, östlich von Jugenheim am Rande des Odenwaldes gelegen, ist der Stammsitz des Hauses Battenberg-Mountbatten mit seinen weitreichenden verwandtschaftlichen Beziehungen zu europäischen Adelsdynastien bis hin zum heutigen englischen Königshaus. Der Architekt Georg Moller baute zwischen 1862 und 1867 ein Landgut inmitten von Weinbergen und Obstanlagen zum Schloss um. Im ausgehenden 19. Jahrhundert diente es mehrmals als Sommerresidenz des russischen Zaren. Der Park ist seit 2008 in Betreuung durch eine Stiftung,[24] die von der „Deutsche Stiftung Denkmalschutz“ betreut wird. Erste Arbeiten zur Wiederherstellung des Parks sind im Jahr 2010 angelaufen.
  • Die Klosterruine Heiligenberg: Überrest eines hochmittelalterlichen Klosters auf dem Heiligenberg unterhalb des Schlosses. Das heutige Erscheinungsbild resultiert aus einem Wiederaufbau als romantische Ruine im Jahre 1830.
  • Burg Tannenberg, Fundort der ältesten Handfeuerwaffe, der „Tannenburgbüchse“, sowie erste durch Kanonen zerstörte Burganlage.
  • Burgruine Jossa auf dem Dagsberg
  • Altes Rathaus, erbaut im Jahr 1599.
  • Altes Amtshaus, Grundsteinlegung sofort nach der Zerstörung der Tannenburg (1399), um 1560 baulicher Höhepunkt, Amtshaus des Erbach Hof- und Zehntverwalters bis 1714, danach Verkauf an Hessen. Die Kellerei, wie der ganze Komplex ursprünglich hieß, bestand aus Wohngebäuden, Keller, Zehntscheuer, einem separaten Weinkeller, geeigneten Wirtschaftsgebäuden sowie Stallungen. Dieses Haus ist Geburts- und Wirkungsstätte bedeutender Persönlichkeiten.
  • Sieben Häuser überstanden den Dreißigjährigen Krieg und stehen heute unter Denkmalschutz.
  • Das Schuldorf Bergstraße wurde 1954 als erste Gesamtschule Deutschlands erbaut. Auf dem weitläufigen Schulgelände befinden sich einige architektonisch und in ihrem pädagogischen Konzept einmalige Schulbauten, so bspw. die Wabenbauten und die ensembleartig gestaltete Freilichtbühne zusammen mit der Aula des Schuldorfs. Die Ursprungsbauten aus den 1950er Jahren stehen seit einigen Jahren unter Denkmalschutz. Die Schule wurde in den vergangenen Jahrzehnten bis in die heutige Zeit kontinuierlich erweitert. Die neueste Entwicklung ist die Schuldorf Bergstraße State International School. Der Grundstein für eine weiterführende Internationale Schule wurde im Frühjahr 2009 gelegt.
  • Die Seeheimer und Jugenheimer Kirche mit ihren Schenkungen des Hauses Hessen-Darmstadt und des Hauses Battenberg, sowie die Balkhäuser Kapelle aus dem 15. Jahrhundert.
  • Das Tagungshotel Lufthansa Seeheim. Dort traf sich von 1978 bis 1984 ein vier Jahre zuvor gegründeter Arbeitskreis aus SPD-Abgeordneten, der sich daher auch als „Seeheimer Kreis“ bezeichnet.
  • Das Seeheimer Schloss war einst Sommerresidenz des Großherzoglichen Hauses Hessen-Darmstadt. Es entstand in den Jahren 1831 bis 1834 unter Großherzog Ludwig II.
  • Das Haus auf der Höhe wurde 1860 erbaut und 1904 vom Jugendstil-Architekten Heinrich Metzendorf erweitert. Es liegt inmitten eines gepflegten Parks mit weitem Ausblick über die Rheinebene und beherbergt das Museum Stangenberg Merck
  • Die Synagoge Seeheim in Jugenheim wurde 1866/67 errichtet. Die profanierte Synagoge steht an der Schlossstraße 24 (frühere Anschrift Ludwigstraße 17; die Ludwigstraße hieß früher Bachgasse).

Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Parks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Ursprung von Goldschmidts Park geht zurück auf das Jahr 1870. Seit dieser Zeit ist das Areal in wechselndem Privatbesitz. Die Gestaltung des Parks begann ca. 1880 unter dem Wormser Lederfabrikanten Friedrich Wilhelm von Schoen, nachdem dieser für die Bewässerung der Anlage gesorgt hatte. Federführend waren die bekannten Architekten Gabriel von Seidl in München und 1903/1904 Fritz Schumacher in Dresden. Von 1913 bis 1969 waren der Industrielle Karl Goldschmidt aus Essen (Mitinhaber der Th. Goldschmidt AG) und seine Erben Eigentümer. Heute ist das Gelände Eigentum der Gemeinde und der Öffentlichkeit zugänglich. Die Gartenarchitektur im Park ist sehenswert.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Freilichtbühne Seeheim-Jugenheim abends während einer Open Air Kino Vorstellung.
  • Freilichtbühne Seeheim-Jugenheim
    Die Freilichtbühne Seeheim-Jugenheim, ein denkmalgeschütztes Amphitheater, liegt reizvoll mitten im Wald auf dem parkähnlichen Gelände des Schuldorf Bergstraße. Die Freilichtbühne ist Veranstaltungsort des Filmseher Open Air Kinos inklusive hochklassiger Kulturveranstaltungen mit jährlich über 10.000 Besuchern.
  • Stau in Seeheim-Jugenheim
    Eine Skulptur von Peter Lenk am Schulpädche mit mehreren Figuren, die in den Himmel schauen.
  • Seeheim-Jugenheimer Kulturtage
    Jährlich im Mai gibt es die Seeheim-Jugenheimer Kulturtage. Es finden kulturelle Veranstaltungen wie Vorträge, Märkte, Konzerte und Theatervorstellungen statt.

Radiosender[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das lokale Veranstaltungsradio Antenne Bergstraße sendet aus Seeheim-Jugenheim.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Gedenken an Christian Stock, den ersten Ministerpräsidenten des Landes Hessen, erhielt die größte Sportstätte der Gemeinde ihren Namen. Das Christian-Stock-Stadion liegt in der Nähe des Schuldorfes Bergstraße. Neben einem Rasenfeld mit sechs-spuriger Tartanbahn und großzügiger Leichtathletik-Ausstattung verfügt es über ein Outdoor-Basketballfeld, eine Rollschnelllauf-Übungsanlage und einen gesonderten Übungsplatz. Auch haben Sportvereine der Gemeinde Seeheim-Jugenheim in den Versorgungsbauten ihre Heimstätte eingerichtet. Über die Sommermonate ist das Stadion für Jedermannsport ohne Vereinsbindung geöffnet. Die weiteren Entwicklungen des Christian-Stock-Stadions, welches sowohl von den Leistungssportlern des Schuldorfes als auch für den allgemeinen Schulsport genutzt wird, werden sich eng an der Realisierung der neuen 3-Felder-Großsporthalle des Kreises Darmstadt-Dieburg orientieren, welche in der näheren Nachbarschaft der Sportstätte geplant ist. Die Sport- und Kulturhalle Seeheim bietet sportliche Anreize, unter anderem einen Schießstand in den Kellerräumen mit 10 m, 25 m und 50 m Schießbahnen für Sportschützen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seeheim-Jugenheim liegt an der A 5 und der B 3, an der Main-Neckar-Bahn (nächster Bahnhof ist Bickenbach) und ist durch die Straßenbahnlinien 6 und 8 mit Darmstadt und Alsbach-Hähnlein verbunden. Die Buslinie K 50 verbindet Seeheim-Jugenheim mit Bickenbach und Alsbach-Hähnlein. Weitere Buslinien erschließen die Ortsteile.

Bis 1961 verfügten Seeheim und Jugenheim beide über einen Bahnhof an der einstigen Nebenbahnstrecke Bickenbach–Seeheim, welche in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts geschaffen wurde, um der großherzoglichen Familie die Anreise zu ihrer Sommerresidenz in Seeheim zu erleichtern. Auch der zunehmende Fremdenverkehr im Luftkurort Jugenheim spielte eine Rolle bei der Gleislegung.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Deutsche Lufthansa AG betreibt in Seeheim-Jugenheim ihr Bildungszentrum Lufthansa Seeheim GmbH, welches oberhalb des Ortskerns von Seeheim liegt. Es wurde im Frühjahr 2009 als modernes Tagungshotel nach einem umfassenden Neubau wieder eröffnet.

Die deutsche Vertretung von John Paul Mitchell Systems, die Wild Beauty AG, ist in Seeheim-Jugenheim ansässig.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Persönlichkeiten, die mit der Gemeinde in Verbindung stehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Georg Christoph Lichtenberg (1742–1799), Schriftsteller und Professor für Experimentalphysik; verbrachte 1752 und 1756 in Seeheim in der Villastr. 2, altes Amtshaus, unbeschwerte Sommertage bei seinem älteren Bruder Christoph Gottlieb und dessen Frau Sophie Dorothea (er schrieb in einem Brief: „Die angenehmsten Tage meines Lebens waren die, die ich zu Seeheim in ihrer Gesellschaft und unter der mütterlichen Vorsorge verlebt habe, womit sie meine jugendlichen Vergnügungen, so wenig sie auch selbst Theil daran nehmen konnte, immer veranlaßte und unterstützte, …“)
  • Julia Hauke (1825–1895), Stammmutter der Häuser Battenberg und Mountbatten
  • Henny Koch (1854–1925), Schriftstellerin
  • Wilhelm Bornemann (1858–1946), evangelischer Theologe und Kirchenlieddichter
  • Helene Christaller (1872–1953), Schriftstellerin
  • Daniel Greiner (1872–1943), Maler, Bildhauer, Medailleur und Kunstschriftsteller (Dr., 1896 Univ. Gießen, über Kant)
  • Ludwig Habich (1872–1949), Bildhauer
  • Georg Bernhard Liebig (1873–1937), meist nur Bernhard Liebig, Maler; Schüler der Berliner Kunstakademie, später ansässig in Frankfurt am Main, verbrachte in der Pension im alten Amtshaus seine Sommerfrische um 1928–1933
  • Reinhard Roehle (1876–1938), Schriftsteller, Schiffsoffizier
  • Georg Kaiser (1878–1945), Dramaturg und Autor
  • Heidy Stangenberg-Merck (1922–2014), Malerin
  • Christian Stock (1884–1967), Politiker (SPD) und erster Ministerpräsident von Hessen
  • Dagmar Imgart (1896–1980), Agentin der Gestapo; lieferte den Kaufmann-Will-Kreis und Pater Max Josef Metzger dem Volksgerichtshof aus
  • Heinrich Bartmann (1898–1982), Architekt und Hochschullehrer
  • Ernst H. Albrecht (1906–1982), Filmarchitekt
  • Kilian Riedhof (* 1971)
  • Ricardo Villalobos (* 1970), Elektro-Musiker/DJ
  • Max von Pauer (1866–1945), Pianist

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Walter Draudt (Hrsg.): Seeheim-Jugenheim mit den Ortsteilen Balkhausen, Malchen, Ober-Beerbach, Steigerts, Stettbach im Wandel der Zeiten. Ein Heimatbuch. Gemeindevorstand, Seeheim-Jugenheim 1981, DNB 820720488.
  • Hans-Georg Ruppel: Seeheim-Jugenheim in alten Ansichten. Europäische Bibliothek, Zaltbommel 1982, ISBN 90-288-2143-0.
  • Robert Bertsch: Juden in Seeheim und Jugenheim. Gemeindevorstand, Seeheim-Jugenheim ca. 1992, DNB 952261820.
  • Hans Buchmann: Schlösser und Burgen an der Bergstrasse. Theiss, Stuttgart 1986, ISBN 3-8062-0476-4.
  • Hans Buchmann: Jugenheim, Balkhausen und der Heiligenberg. Aus der Chronik der Gemeinden Jugenheim und Balkhausen. hrg. v. Verkehrs- und Verschönerungsverein Jugenheim a.d. Bergstrasse 1863 e. V., 1978, DNB 790515377.
  • Geschichtswerkstatt Geschwister Scholl: Opfer des Nationalsozialismus aus Seeheim-Jugenheim. Eine Dokumentation im Auftrag der Gemeinde Seeheim-Jugenheim. Bensheim 2012, ISBN 978-3-00-036478-5.
  • Evangelische Kirchengemeinde Jugenheim: 750 Jahre ‚Kirche auf dem Heiligen Berg‘. Beiträge zur Geschichte Jugenheims. 2013, DNB 1043033440.
  • Literatur über Seeheim-Jugenheim in der Hessischen Bibliographie
  • Literatur von und über Seeheim-Jugenheim im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Seeheim-Jugenheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Bevölkerungsstand am 31.12.2018 (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Daten des Einwohnermeldeamts Seeheim-Jugenheim, Information der Abt. Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Gemeinde Seeheim-Jugenheim, 20. September 2018
  3. Der Hessische Minister des Inneren: Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Darmstadt und Dieburg und der Stadt Darmstadt (GVBl. Nr. 330–334) vom 26. Juli 1974. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 22, S. 318, § 5 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 1,5 MB]).
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 382.
  5. Hauptsatzung. (PDF; 53 kB) §; 5. In: Webauftritt. Gemeinde Seeheim-Jugenheim, abgerufen im Februar 2019.
  6. a b Bevölkerung nach Staatsangehörigkeitsgruppen: Seeheim-Jugenheim. In: Zensus2011. Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen im Juli 2015.
  7. Migrationshintergrund in %: Seeheim-Jugenheim. In: Zensus2011. Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen im Juli 2015.
  8. Haushalte nach Familien: Seeheim-Jugenheim. In: Zensus2011. Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen im Juli 2015.
  9. Religionszugehörigkeit: Seeheim-Jugenheim. In: Zensus2011. Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen im Juli 2015.
  10. Der Hessische Minister des Inneren: Kommunalwahlen 1977; Maßgebliche Einwohnerzahlen der Gemeinden vom 15. Dezember 1976. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1976 Nr. 52, S. 2283, Punkt 1668 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 10,3 MB]).
  11. Der Hessische Minister des Inneren: Kommunalwahlen 1985; Maßgebliche Einwohnerzahlen der Gemeinden vom 30. Oktober 1984. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1984 Nr. 46, S. 2175, Punkt 1104 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 5,5 MB]).
  12. Der Hessische Minister des Inneren: Kommunalwahlen 1993; Maßgebliche Einwohnerzahlen der Gemeinden vom 21. Oktober 1992. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1992 Nr. 44, S. 2766, Punkt 935 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 6,1 MB]).
  13. a b Gemeindedatenblatt: Seeheim-Jugenheim. (PDF; 222 kB) In: Hessisches Gemeindelexikon. HA Hessen Agentur GmbH;
  14. Die Bevölkerung der hessischen Gemeinden (30. Juni 2005). In: Hessisches Statistisches Landesamt. Archiviert vom Original;.
  15. Die Bevölkerung der hessischen Gemeinden (30. Juni 2010). In: Hessisches Statistisches Landesamt. Archiviert vom Original;.
  16. Die Bevölkerung der hessischen Gemeinden (30. Juni 2015). In: Hessisches Statistisches Landesamt. Archiviert vom Original;.
  17. Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016 Hessisches Statistisches Landesamt
  18. Hessisches Statistisches Landesamt: Direktwahlen in Seeheim-Jugenheim
  19. Echo Zeitungen GmbH: Bürgermeister Olaf Kühn tritt in Seeheim-Jugenheim nicht mehr an. (echo-online.de [abgerufen am 9. Mai 2017]).
  20. Echo Zeitungen GmbH: Seeheim-Jugenheim hat gewählt: Alexander Kreissl wird neuer Bürgermeister. (echo-online.de [abgerufen am 10. Januar 2018]).
  21. Der Hessische Minister des Inneren: Genehmigung eines Wappens der Gemeinde Seeheim-Jugenheim, Landkreis Darmstadt-Dieburg vom 14. November 1978. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1978 Nr. 49, S. 2389, Punkt 1424 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 9,0 MB]).
  22. Der Hessische Minister des Inneren: Genehmigung einer Flagge der Gemeinde Seeheim-Jugenheim, Landkreis Darmstadt-Dieburg vom 30. August 1983. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1983 Nr. 38, S. 1851, Punkt 1076 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 4,1 MB]).
  23. Eine Freundschaftsvereinbarung kann als eine Stufe unterhalb einer Städtepartnerschaft angesehen werden. In der Praxis wird es gleichbehandelt. Die Freundschaftsvereinbarung mit Karlowo (Bulgarien) wurde am 1. Februar 2018 unterzeichnet. Die Gegenzeichnung ist am 20. April 2018 in Seeheim-Jugenheim. (Informationen des Pressesprechers und Leiter Büro Städtepartnerschaften von Seeheim-Jugenheim vom 5. Februar 2018)
  24. Stiftung Heiligenberg Jugenheim