Seelbach (Schutter)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Seelbach
Seelbach (Schutter)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Seelbach hervorgehoben
Koordinaten: 48° 19′ N, 7° 56′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Ortenaukreis
Höhe: 286 m ü. NHN
Fläche: 29,84 km2
Einwohner: 4894 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 164 Einwohner je km2
Postleitzahl: 77960
Vorwahl: 07823
Kfz-Kennzeichen: OG, BH, KEL, LR, WOL
Gemeindeschlüssel: 08 3 17 127
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 7
77960 Seelbach
Webpräsenz: www.seelbach-online.de
Bürgermeister: Thomas Schäfer
Lage der Gemeinde Seelbach im Ortenaukreis
Ill (Elsass) Ill (Elsass) Frankreich Landkreis Rastatt Baden-Baden Landkreis Calw Landkreis Emmendingen Landkreis Freudenstadt Rheinau (Baden) Lauf (Baden) Sasbach Landkreis Rastatt Landkreis Rottweil Schwarzwald-Baar-Kreis Achern Achern Achern Appenweier Bad Peterstal-Griesbach Berghaupten Biberach (Baden) Durbach Ettenheim Fischerbach Friesenheim (Baden) Gengenbach Gutach (Schwarzwaldbahn) Haslach im Kinzigtal Hausach Hofstetten (Baden) Hohberg Hornberg Kappel-Grafenhausen Kappel-Grafenhausen Kappelrodeck Willstätt Kehl Kehl Kippenheim Kippenheim Kippenheim Lahr/Schwarzwald Lauf (Baden) Lauf (Baden) Lautenbach (Ortenaukreis) Mahlberg Mahlberg Mahlberg Meißenheim Mühlenbach (Schwarzwald) Neuried (Baden) Nordrach Oberharmersbach Oberkirch (Baden) Oberkirch (Baden) Oberkirch (Baden) Oberkirch (Baden) Oberwolfach Offenburg Ohlsbach Oppenau Ortenberg (Baden) Ottenhöfen im Schwarzwald Renchen Renchen Ringsheim Ringsheim Rust (Baden) Rheinau (Baden) Rheinau (Baden) Rheinau (gemeindefreies Gebiet) Sasbach Sasbach Sasbach Sasbachwalden Schuttertal Schutterwald Schwanau Seebach (Baden) Seelbach (Schutter) Steinach (Ortenaukreis) Willstätt Willstätt Wolfach Zell am Harmersbach RheinKarte
Über dieses Bild
Zum Bären in Seelbach
Romanische Kirche in Wittelbach

Seelbach ist eine Gemeinde im Ortenaukreis in Baden-Württemberg.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der staatlich anerkannte Luftkurort Seelbach liegt im Tal der Schutter im mittleren Schwarzwald, südöstlich von Lahr und nördlich von Schuttertal, am Fuße der Burg Hohengeroldseck.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt im Norden an Friesenheim, im Osten an Biberach, im Süden an Schuttertal und die Stadt Ettenheim sowie im Westen an Kippenheim und die Stadt Lahr.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Seelbach besteht aus den Ortsteilen Seelbach, Schönberg und Wittelbach. Die räumlichen Grenzen des Ortsteils Schönberg sind identisch mit denen der ehemaligen Gemeinde. Die räumlichen Grenzen des Ortsteils Seelbach schließen die Gemarkung der ehemaligen Gemeinde und die eingegliederte Fläche am Steinbach (ehemals Gemarkung Lahr-Reichenbach) ein. Die Grenzen des Ortsteils Wittelbach schließen die Gemarkung der ehemaligen Gemeinde Wittelbach, die von Schuttertal umgemeindeten Zinken Hubhof und Schmetterhof, sowie den Zinken Lenzlisberg, der früher zur Gemarkung Seelbach gehörte, ein. Die offizielle Benennung der Ortsteile erfolgt durch vorangestellten Namen der Gemeinde und durch Bindestrich getrennt nachgestellt das Wort „Ortsteil“ sowie der Name des jeweiligen Ortsteils. Die Ortsteile Schönberg und Wittelbach bilden zugleich Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung mit jeweils eigenem Ortschaftsrat und Ortsvorsteher als dessen Vorsitzender.[2]
Zu den drei Ortsteilen gehören 26 Dörfer, Weiler, Zinken, Höfe und Häuser.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seelbach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seelbach ist im Jahre 1179 erstmals in einer Urkunde des Papstes Alexander III. (1159–1181) erwähnt, in der dem Kloster St. Georgen zahlreiche Besitzungen bestätigt werden, darunter auch die Ecclesia Sellebach. Die ersten Grundherren waren die Herren von Lützelhardt. Später übernahmen die Herren von Geroldseck die Grundherrschaft. Seit 1455 ist der Ort Marktflecken. 1634 starben die Geroldsecker aus und über verschiedene weitere Eigentümer kam Seelbach 1697 an die Grafen von der Leyen. Diese erhielten durch Napoléon Anfang des 19. Jahrhunderts im Rahmen der Rheinbundakte zunächst den Status eines Fürstentums, das jedoch bereits 1819 im Großherzogtum Baden aufging. Dort war Seelbach, wie schon unter den von der Leyens, zunächst Sitz eines Amtes. 1834 verlor die Gemeinde den Status als Verwaltungssitz und wurde in das Oberamt Lahr, aus dem 1939 der Landkreis Lahr wurde, eingegliedert. Als dieser 1973 aufgelöst wurde, kam Seelbach zum Ortenaukreis.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1859: Dautenstein, Litschental, Hasenberg, Steinbach
  • 1. Juli 1971: Schönberg[4]
  • 1. Januar 1975: Wittelbach[5]

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schönberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen Schönberg

Schönberg wird 1444 erstmals urkundlich erwähnt. Es unterstand damals den Herren von Geroldseck. Diese verloren 1486 ihren Besitz an die Pfalzgrafen.
Siehe auch Ruine Alt-Geroldseck

Wittelbach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen Wittelbach

Der Name bedeutet „Bach des Witilo“ (bzw. „Witilin“ oder „Witolin“). Die Mundartbezeichnung „Mittelbach“, die auch in Urkunden erscheint, ist etymologisch irreführend.

Die Alemannen besiedelten hauptsächlich die fruchtbare, waldfreie und trockene Vorbergzone und drangen kaum in die Schwarzwaldtäler vor. Die Franken dagegen begannen schon im 9. Jahrhundert mit der planmäßigen Erschließung des vorderen Schuttertals. Im oberen Schuttertal entstanden Siedlungen des Klosters Ettenheimmünster. Sein Einflussbereich reichte im 12. Jahrhundert bis zur Linie Wolfersbach – Kambach. Vom Wittelbacher Bann war der größte Teil im Besitz adeliger Herren, Lehensleuten der Zähringer, wie des zwischen 1108 und 1122 genannten Konrad von Lützelhardt. Ein kleiner Teil gehörte zu den verstreuten Besitzungen des Klosters St. Trudpert. Wahrscheinlich ist der Bau der Kirche St. Peter und Paul von 1132 und der Umbau von 1250 den Klöstern Ettenheimmünster und St. Trudpert zu verdanken.

Die erste sichere urkundliche Erwähnung Wittelbachs findet sich in einer päpstlichen Schirmbulle von 1144. Papst Lucius II. (1144–1145) bestätigt darin dem Abt Eberhard von St. Trudpert die Rechte und Besitztümer des Klosters St. Trudpert, darunter solche in Wittilunbach. 1185 erneuerte Papst Lucius III. (1181–1185) diese Bestätigung.

Im 13. Jahrhundert gehörte Wittelbach den Herren von Dautenstein. Im 14. Jahrhundert ging der Besitz an das Kloster Ettenheimmünster über, das bis zur Säkularisation aufgrund des Reichsdeputationshauptschlusses 1803 die Grundherrschaft ausübte. Anschließend kam es zum Großherzogtum Baden.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Seelbach gibt es die römisch-katholische Pfarrei St. Nikolaus mit der Filiale St. Peter und Paul in Wittelbach, die seit dem 1. Januar 2015 der Seelsorgeeinheit „Kirche an der Schutter“ mit Sitz in Lahr angehört, und eine evangelische Kirchengemeinde. Die St. Nikolaus Kirche besitzt eine Orgel von Johann Ferdinand Balthasar Stieffell.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verwaltungsgemeinschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seelbach ist Sitz der Vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft mit der Gemeinde Schuttertal.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 brachte bei einer Wahlbeteiligung von 55,4 % folgendes Ergebnis:

4
4
6
Von 14 Sitzen entfallen auf:
  • SPD: 4
  • Freie Bürgerliste: 4
  • CDU: 6
Kommunalwahl 2014
 %
40
30
20
10
0
39,2 %
31,2 %
29,7 %
FBL
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
-1,3 %p
+2,2 %p
-0,8 %p
FBL

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bürgermeister wird für eine Amtszeit von acht Jahren direkt gewählt. Er ist zugleich Vorsitzender des Gemeinderats.

  • 1831–1832: Vogt Schöttgen (unterzeichnet zum ersten Mal mit „Bürgermeister“)
  • 1832–1838: Karl Obert
  • 1838–1844: Michael Schäfer
  • 1849–1875: Xaver Räpple
  • 1875–1886: Franz Anton Benz
  • 1886–1910: Christian Himmelsbach
  • 1910–1919: Josef Heizmann
  • 1919–1923: Wilhelm Brucker
  • 1923–1945: Theodor Simon
  • 1945–1946: Georg Hartmann
  • 1946–1948: Alfred Himmelsbach
  • 1948–1957: Josef Fehrenbach
  • 1957–1977: Alfred Dreyer
  • 1977–1993: Walter Dilger
  • 1993–2007: Klaus Muttach
  • seit 2008: Thomas Schäfer

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seelbach unterhält mit folgender Stadt eine Städtepartnerschaft:

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seelbach liegt am Schwarzwald-Querweg Rottweil–Lahr, der an vielen Sehenswürdigkeiten vorbeiführt.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seelbach wird „Ort der fünf Burgen“ genannt, von denen vier erhalten sind. Dazu zählen die Burgruine Hohengeroldseck, die als Wahrzeichen der Region gilt, die Ruine der über dem Ort gelegenen Burg Lützelhardt, die Anlage des einstigen Wasserschlosses Dautenstein mit historischer Glatzenmühle sowie die wasserbetriebene Hammerschmiede im Litschental.

Im Ortskern liegen der nach dem ehemaligen Franziskanerkloster benannte Klosterplatz mit Klosterbrunnen. Die Chorturmkirche St. Peter und Paul aus dem 13. Jahrhundert gilt als ein Wahrzeichen von Wittelbach. Auf dem Schönberg liegt ferner die historische Herberge zum Löwen.

Außerhalb von Seelbach befindet sich der historische Tretenhof, der bereits im 15. Jahrhundert belegt ist und eine wechselvolle Geschichte hat.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Basierend auf dem im Jahre 1455 verliehenen Marktrecht findet jährlich im November der Katharinenmarkt statt. Beginnend mit einem historischen Schauspiel lockt das Marktgeschehen bis zu 20.000 Besucher an den drei Markttagen nach Seelbach. Insbesondere die Buden der Vereine und Organisationen Seelbachs sorgen für das besondere Flair beim „Kätterlismärkt“.

Die „Freilichtspiele Seelbach“ bestimmen seit 2004 im September das Kulturgeschehen. Unter der Leitung von Burgschauspieler Bruno Thost und seiner Tochter Katja Thost-Hauser bringen Laienschauspieler aus dem gesamten Schuttertal gemeinsam mit einer Handvoll Profidarstellern namhafte Stücke wie Die drei Musketiere, Wilhelm Tell oder Faust auf die Bühne im Klostergarten. Bis zu 2.000 Zuschauer verfolgen die jährlichen Aufführungen.

Seit 2007 wird jährlich im Sommer der 10 km lange Seelbach-Schwarzwald-Sonnwendlauf veranstaltet.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bundesfachverband Besonnung e.V. hat seinen Sitz in Seelbach.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bundesstraße 415 (Lahr/SchwarzwaldBiberach (Baden)) verbindet Seelbach mit dem überregionalen Straßennetz.

Seelbach war früher durch die Mittelbadischen Eisenbahnen (nach Lahr/Schwarzwald) an das überregionale Schienennetz angebunden. Die Strecke ist jedoch schon lange stillgelegt.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seelbach verfügt über eine Realschule sowie eine Grund- und Werkrealschule, die jeweils im Kooperativen Bildungszentrum untergebracht wurden. Außerdem gibt es zwei römisch-katholische Kindergärten und einen Kindergarten in Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt.

Im Ort befand sich zudem von 1982 bis 2008 eine Zivildienstschule des Bundes (Heinz-Droßel-Bildungszentrum).[6] Seit August 2011 befindet sich auf dem Gelände das AWO Bildungszentrum Tretenhof.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alle politisch selbständigen Gemeinden mit ausgewählten Merkmalen am 30.09.2016 (3. Quartal 2016) (XLS-Datei, 4,86 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Hauptsatzung der Gemeinde Seelbach vom 20. Dezember 2004
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 418–421
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 498.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 514.
  6. Theo Weber: Das Licht an- und nun auch ausgeknipst. Zum Jahresende ist die Zivildienstschule geschlossen worden. Badische Zeitung, 2. Januar 2009, abgerufen am 21. April 2013: „Rund 35.000 junge Männer haben in 27 Jahren die Einrichtung auf dem Tretenhof besucht.“

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Seelbach (Schutter) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien