Seelennebel

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Emissionsnebel
Seelennebel

Der Seelennebel links in Infrarot (rechts der Herznebel)

Der Seelennebel links in Infrarot (rechts der Herznebel)
Sternbild Kassiopeia
Position
ÄquinoktiumJ2000.0, Epoche: J2000.0
Rektaszension 02h 51m 36,24s [1]
Deklination +60° 26′ 53,9″ [1]
Erscheinungsbild

Scheinbare Helligkeit (visuell) 12,5 mag  
Winkelausdehnung (40,0 × 10,0)′ 
Ionisierende Quelle
Bezeichnung W5 
Typ Radio 
Physikalische Daten

Entfernung  7.500 Lj
(2.300 pc)
Absolute Helligkeit 6,5 mag
Geschichte

Entdeckung Edward Barnard[2]
Katalogbezeichnungen
 IC 1848 • Sharpless 2-199, LBN 667

Der Seelennebel (auch Sharpless 2-199 oder LBN 667) ist ein Emissionsnebel im Sternbild der Kassiopeia.

Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mehrere kleine offene Sternhaufen sind in diesem Nebel eingebettet: Cr 34, Cr 632 und Cr 634 im Kopf und IC 1848 im Rumpf. Das Objekt ist allgemein auch unter der Bezeichnung des letzteren Sternhaufens IC 1848 bekannt.

Der kleine Emissionsnebel IC 1871 ist gleich links oben am Kopf des Seelennebels zu finden, weitere kleine Emissionsnebel wie IC 669 und IC 670 liegen leicht unterhalb.

Der Komplex östlich davon ist sein Nachbar IC 1805 der sogenannte Herznebel. Beide werden oft zusammen Herz- und Seelennebel genannt.

Zwischen dem Herz- und dem Seelennebel befinden sich leicht südlich einerseits die elliptische Riesengalaxie Maffei 1 andererseits die Spiralgalaxie Maffei 2.

Sternentstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das W5 ist eine Radioquelle innerhalb des Nebels, der einen scheinbaren Durchmesser am Himmel von 4 Vollmonden einnimmt und sich in Entfernung von etwa 7500 Lichtjahren von unserem Sonnensystem im Perseus-Arm der Milchstraße im Sternbild der Kassiopeia befindet. Wie in anderen Sternentstehungsgebieten auch, wie beispielsweise im Orionnebel oder im Carinanebel, existieren auch im W5 riesige Hohlräume, erschaffen durch Strahlung und Sternwinde der größten Sterne in dieser Region.

Entsprechend der Theorie der getriggerten Sternentstehung, wird das Gas am Rand dieser Hohlräume komprimiert, wodurch eine Kette aufeinanderfolgender Entstehungen neuer Sterne im Nebel ausgelöst wird. Die Bilder des Spitzer Space Telescope liefern die bis jetzt besten Bestätigungen für die Theorie. Die Astrophysiker, die diese Bilder untersuchten, konnten zeigen, dass je weiter sich die Schockfront vom Zentrum entfernt, dort immer wieder neue junge Sterne entstehen, ältere Sterne dementsprechend näher am Zentrum liegen, jüngere weiter außen.[3]

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weiteres[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Revised IC Data for IC 1848
  2. http://cseligman.com/text/atlas/ic18.htm#ic1848
  3. Koenig, Xavier P. & Lori E. Allen (Harvard-Smithsonian CfA): Spitzer Reveals Stellar 'Family Tree'. NASA/JPL-Caltech. 22. August 2008. Abgerufen am 19. Oktober 2013.


 Commons: W5 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien